Gewollter Suizid mit Beihilfe in einem Alters- und Pflegeheim

Dieses Thema im Forum "Der Alltag in der Altenpflege" wurde erstellt von chruesimuesi, 24.07.2006.

  1. chruesimuesi

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    Hallo zusammen,
    ich arbeite in einem Alters- und Pflegeheim in der Schweiz.
    Dort betreue ich eine Bewohnerin mit einem offenen Mamma-Ca, welche auch noch einen Anus-Präter hat.
    Ihr Wunsch ist es, so schnell wie möglich zu sterben, was ja eigentlich jeder verstehen kann.
    Jetzt ist es so, dass es einen angekündigten Suizid, unter Beihilfe einer Sterbehilfeorganisation geben wird.
    Im Leitbild der Organisation ist vermerkt, dass dazu das Heim verlassen werden muss, was nicht das Problem ist, da sie immer noch ihre eigene Wohnung im gleichen Ort hat. Alle anderen Abklärungen, z.B.zwei Ärztegutachten, psychische Befindlichkeit der Bewohnerin, welche dazu rechtlich nötig sind, sind abgeklärt und schriftlich festgehalten.
    Das Problem ist für mich, wie gehe ich damit um. Alles kam sehr plötzlich, d.h. vor drei Tagen hörten wir das erste Mal davon und eigentlich wollten die Angehörigen und die Bewohnerin diesen Schritt Morgen vollziehen. Wie verabschiede ich diese Bewohnerin, wenn Sie für diesen letzten Schritt unser Heim verlässt.
    Wie können wir Mitarbeiterinnen untereinander mit dieser Situation umgehen,
    da es natürlich sehr verschiedene Meinungen über das ganze gibt.
    Vielen Dank für Eure Beiträge und Meinungen
    Chrüsi
     
  2. Flotte Schwester

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    hallo chruesimuesie,
    ich kann dich gut verstehen, dass diese Situation für dich und dein Team nicht einfach ist.
    Gerade im Heim-Bereich ist es schwer, Bewohner die man über einen längeren Zeitraum kennen gelernt und liebgewonnen hat, los zu lassen.
    Es ist aber wichtig, wenn die Frau den Entschluss getroffen hat, diesen zu akzeptieren.
    Ca-Patienten erleiden oft einen Schmerzvollen Tod. Ich habe einige Patienten mit solcher Diagnose sterben sehen.
    Aus meiner Erfahrung kann ich sagen, daß viele Gespräche mit dem Bewohner helfen, dass man selbst Abschied nehmen kann und dem Bewohner vermittelt, dass er sterben darf.

    Liebe Grüße
     
  3. Moonspell

    Moonspell Junior-Mitglied

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    Ich geh mal auf deine Überschrift ein: "Gewollter Suizid mit Beihilfe..."

    Ich find das echt klasse, dass sowas in der Schweiz möglich ist...
    http://www.dignitas.ch/
    ...sowas sollte es hier auch geben...

    Naja... Abschied nehmen ist immer schwierig... :cry1:
    Aber mit dem Gedanken, dass sie es so wollte, damit sie nicht mehr den Qualen ihrer Erkrankungen unterliegen muss, könnte ich besser leben, als mit dem Gewissen, dass sie bis zum Schluss gelitten hätte... :|
     
  4. nightshade

    nightshade Senior-Mitglied

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    Hallo.Ich denke,wenn es wirklich sehr gut überprüft wurde und alle Seiten betrachtet und ausgeschlossen wurden,kann ich es gut verstehen.Man sollte nur wirklich auf einen Missbrauch achten.Denn es sind nicht alle Menschen auch gute Menschen.:|
     
  5. chruesimuesi

    chruesimuesi Newbie

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    Hallo Moonspell
    bei uns in der Schweiz gibt es zwei Sterbehilfe-Organisationen.Die eine ist die DIGNITAS und die andere die EXIT.
    In meinem Fall, geschieht das ganze mit der Organisation DIGNITAS.

    Es ist ja nicht so, dass ich das Verhalten der Klientin nicht begreife. Nein, ich verstehe sie doch so gut.
    Was mir eher Mühe bereitet, dass wir Mitarbeiter als Team eigentlich alleine gelassen werden.
    Die Heimleitung und die Pflegedienstleitung sind in meinen Augen überfordert.
    Sie sagen zwar schon, wenn wir Hilfe benötigen, sollen wir uns melden, damit evtl. eine Fall-Supervision organisiert werden kann.
    Doch wie lange dann so etwas wieder dauert, weiss man ja. In einem Team von 12 Mitarbeitern gibt es soviele verschiedene Meinungen. Es gibt MA welche den Schritt befürworten und MA welche, z.B. wegen ihrem christlichen Glauben, völlig dagegen sind. Dann haben wir auch Auszubildende welche erst 16 Jahre alt sind und damit gar nicht umgehen können.
    Ich für meinen Fall bin auch froh, dass ich mit meinem Partner darüber sprechen kann, oder auch dass es hier, dieses Forum gibt.
    Mittlerweile steht das Datum für den Suizid für die Klientin fest. Sie wird es uns noch mitteilen.
    Wie wir dann an diesem Tag X damit umgehen, steht wieder auf einem anderen Blatt Papier. Dann wird es wahrscheinlich nochmals einen Tiefpunkt geben, wenn wir wissen, jetzt zu diesem Zeitpunkt wird es geschehen.

    Für nightshade
    es wurde alles auf seine Richtigkeit geprüft. Wenn du auf www.dignitas.ch
    gehst, siehst Du, welche Voraussetzungen erfüllt werden müssen.

    Liebe Grüssen und danke für Eure Beiträge
    Chrüsi
     
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