Gewaschen, gefüttert, abgehakt

Dieses Thema im Forum "Ambulante Pflege / Private Kranken-Altenpflege zu Hause" wurde erstellt von Helfersyndrom, 28.12.2011.

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  1. Helfersyndrom

    Helfersyndrom Newbie

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    Hallo,liebe Leute!

    Habe von meinen Kids zu Weihnachten das Buch
    Gewaschen, gefüttert, abgehakt:
    Der unmenschliche Alltag in der mobilen Pflege von Markus Breitscheidel
    bekommen.
    Habe es in zwei Tagen gelesen,so spannend war es.
    M.B. berichtet darin wie er als Pflegehelfer in einigen Großstädten bei ambulanten Pflegediensten gearbeitet hat.
    Ich arbeite nun auch schon seit 10 Jahren in der ambulanten Pflege -allerdings bei einem kirchlichen Träger.Da finde ich zur Zeit auch ,
    dass das schauen auf die Minuten immer schlimmer wird,und wir uns für manche Zeiten rechtfertigen müssen,aber wir werden doch noch gut bezahlt- im Gegensatz zu dem was M.B. da so schreibt.
    Gut,ich bin eine Fachkraft -aber selbst unsere Helfer bekommen mehr als er da beschreibt.Nun will ich ja nicht sagen,dass es nicht stimmt was er schreibt.Aber eine Pflege in 8-15 Minuten zu machen ist schon fast
    unmöglich und ohne Einarbeitung in einer wildfremden Großstadt auf Tour zu gehen-mal davon abgesehen hätte ich das gar nicht gemacht-ist das doch auch echt unverantwortlich!!!
    Hat jemand von Euch das Buch gelesen und mag sich mit mir austauschen?

    Freue mich auf Eure Meinungen zumal ich weiß,dass dieser Autor mit seinen Reportagen und Büchern auch z.B. über Pflege im Altenheim sehr umstritten ist.

    Liebe Grüße,
    Helfersyndrom
     
  2. Nachzügler

    Nachzügler Newbie

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    Hi Helfersyndrom,

    schade dass dir niemand bisher geantwortet hat. Eventuell deutet das daruafhin, dass die meisten entweder Angst sich hier darüber zu äußern oder es interessiert Sie wirklich nicht. Schade. Hätte mich brennend interessiert welche Erfahrungen andere mit dem Zeitdruck haben. Habe mir gerade einmal die Bücher von Markus Breitscheidel angesehen. Aus der stätionären Pflege kann ich als bisheriger Praktikant bestätigen, dass hier wirklich Mißstände vorliegen.
     
  3. Bachstelze

    Bachstelze Poweruser

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    Also ich kann da nicht antworten. Ich habe das Buch nicht gelesen und arbeite auch nicht in diesem Bereich.
     
  4. Nachzügler

    Nachzügler Newbie

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    Als Außenstehender ist es oft leichter die Mißstände zu erkennen. Viele arbeiten in diesem Bereich und nehmen die Umstände als gegeben hin oder wehren sich nicht dagegen, weil Sie Angst um ihren Arbeitsplatz haben. Wie oft habe ich schon von Angehörigen zu hören bekommen, dass die eigene Mutter oder Vater schlecht behandelt werden, weil entweder am Personal oder am Material gespart wird. Da muss man nicht jahre lang in diesem Bereich gearbeitet haben um das zu sehen. Ein Praktikum genügt da oft. Es braucht mir keiner zu erzählen, dass ich das nicht beurteilen kann!
     
  5. Bachstelze

    Bachstelze Poweruser

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    Hat ja auch keiner. Zumindest kann ich hier nichts Entsprechendes lesen.
     
  6. Phoenix79

    Phoenix79 Gast

    So ein Quatsch. Das liegt eher daran, dass das Thema unabhängig vom Buch schon in zig Threads diskutiert wurde und auch nicht neu ist. Rumjammern ändert an so einer Situation nichts und wer unter solchen Bedingungen wie im Buch beschrieben arbeitet ist selbst schuld.
     
  7. BettyBoo

    BettyBoo Poweruser

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    Die Bedingungen zu (er)kennen und anzuprangern ist das Eine.
    Wie aber sollte man das ändern?
    Anders, also besser für die Patienten, wird es in der ambulanten Pflege sicherlich nicht.
    Kann da auch nicht wirklich mitreden, habe damals die 6 Wochen in meiner Ausbildung in der häuslichen Pflege absolviert und das war's.
    Für mich ist das nichts........

    Minuten und DRG's und Abrechnung und die wirtschaftlichen Aspekte ist das, was leider unterm Strich heute mehr zählt als alles andere.
    Das Rad der Zeit lässt sich auch in der Pflege nicht zurückdrehen.
     
  8. BamBamsche

    BamBamsche Poweruser

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    Ich hab das Buch zwar nicht gelesen, aber ich kenne es auch von meinem alten Arbeitgeber, dass man wirklich viel zu wenig Zeit hatte. Sowohl für die Pflege als auch für die Fahrten. Es war dort vollkommen normal, das man grundsätzlich zwischen 2 Patienten 5 Minuten Fahrzeit hatte. Gut, wenn die nur 2 Strassen auseinander wohnen, konnte man das bei günstigem Verkehr auch noch schaffen. Doch wir hatten auch Touren, bei denen zwischen 2 Patienten 15 km lagen. Nun soll mir mal einer erklären, wie man 15 km, davon ca. 10 km Stadt und der Rest über Land in 5 Minuten schafft. Richtig, gar nicht. Und die Zeit die man dann hinten dran war, arbeitete man entweder bei Patienten wieder auf, was eigentlich nicht möglich war, da die Zeit eh schon sehr knapp bemessen war, oder man opferte seine Pause oder der Feierabend verzog sich nach hinten. Und die Zeit die man länger brauchte, wurde natürlich nicht bezahlt. Die Bezahlung allgemein dort war ganz ok. Es gibt bessere, aber auch schlechtere.
    Meine Mutter arbeitete allerdings in einem Pflegedienst, dort konnten die Klienten die Pflege stundenweise buchen. Sprich der Patient sagt, ich will jemand 2 Stunden hier haben und dann kann er sich aussuchen was er in der Zeit alles für Leistungen erbracht haben will. Und meist war dann noch genügend Zeit übrig, um den alten Damen mal die Haare aufzudrehen, Zeitung vorzulesen, oder einfach mal nur sich zu Unterhalten. Und dieser Pflegedienst war nicht teurer wie ein anderer. Nur eben anders strukturiert.
     
  9. Eisenbarth

    Eisenbarth Poweruser

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    das klingt a bisserl widersprüchlich ^^
     
  10. BamBamsche

    BamBamsche Poweruser

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    Nö finde ich nicht. Das normale Grundgehalt was du bekommen hast war ok. Ich hab als 100 % Angestellte Netto 1600 rausgehabt. Nur halt eben das du wenn du für die Tour länger gebraucht hast, deine gemachten Überstunden nicht bezahlt bekommen hast. Es gab ja auch Touren, in denen man mit der Zeit gut zurecht kam, weil die Patienten relativ nah beieinander wohnten.
     
  11. Eisenbarth

    Eisenbarth Poweruser

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    und du meinst nicht, dass überstunden in die gesamtstunden reingerechnet werden sollten, um dann zu errechnen, wie hoch der stundenlohn wirklich war?
     
  12. BamBamsche

    BamBamsche Poweruser

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    Nein natürlich nicht! Mein Gott wo hab ich das denn gesagt?? Warum wird einem hier eigentlich immer das Wort im Mund rumgedreht?? Es geht um die Mißstände in Pflegediensten. Und genau das war einer dieser Mißstände. Das die Zeiten bei den Patienten einfach zu knapp berechnet waren und die Fahrzeiten oftmals auch. Es gab pro Fahrt 5 Minuten. Ob die Fahrt jetzt 500 m war oder 15 km war egal. 5 Minuten. Und drum hatte man, hauptsächlich bei den Touren die ins Hinterland gingen, eigentlich immer einen zeitlichen Verzug, den man entweder durch entfallen der Pause, absolutes Rasen, noch ein wenig Zeit beim Pat abknüpfen oder eben durch Überstunden ausglich. Und diese waren nicht bezahlt. Was eben das schlimme daran war. Ich sagte dass das Gehalt ansich, wenn man diese Mißstände jetzt mal aussen vor lassen würde, ansich nicht schlecht war! Ist das jetzt so unverständlich? :motzen:
     
  13. Eisenbarth

    Eisenbarth Poweruser

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    jop, das ist unverständlich. eigentlich sogar a bissle absurd. :rocken:
     
  14. BamBamsche

    BamBamsche Poweruser

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    Dann erklär mir doch bitte, was daran nicht verständlich ist?!
    1600 Euro Gehalt, Netto, ist wahrhaftig kein schlechtes Gehalt.
    Überstunden nicht bezahlt bekommen, obwohl einem nichts anderes übrig bleibt, diese zu machen, ist unter aller Sau und ein Mißstand, der leider in vielen Pflegediensten so gebräuchlich ist.
    Was ist also daran nicht verständlich? Oder gar absurd? Meinst du sowas gibts nicht? Wenn ja, dann arbeite mal in verschiedenen Pflegediensten, dann wirst du schnell sehen, das sowas kein Einzelfall ist.
     
  15. Eisenbarth

    Eisenbarth Poweruser

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    danke, ich habe genug erfahrung. ^^



    1600 € netto für 168 stunden geht klar. (s.klasse I)

    1600 € netto für 168 stunden + 30 überstunden ist ein witz.

    man muss doch seine überstunden einrechnen, um zu sehen, was man da wirklich bekommen hat.


    wenn pflegedienste weniger zeit einplanen, als man tatsächlich braucht, oder man sich tothetzen muss, dann sollte man selbige nicht weiter mit seiner arbeitskraft unterstützen, so irgend möglich.
     
  16. BamBamsche

    BamBamsche Poweruser

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    Ich hab auch nicht gesagt das ich dieses Verhalten in Ordnung finde und auch nicht das 1600 Euro bei vielen Überstunden ok ist. Und genau darum hat dieser Pflegedienst meine Arbeitskraft nicht lange gehabt. Doch bevor man arbeitslos ist und auf Staatskosten lebt, nutzt man (oder zumindest ich) erstmal jede gebotene Chance, um arbeiten gehen zu können. Ich schrieb, wenn man diese Mißstände jetzt mal wegnehmen würde und einfach nur die ganz normale Arbeit ohne Überstunden sehen würde, ist das Gehalt ok. Denn die TE fragte, wie es mit dem Gehalt aussieht.
     
  17. Eisenbarth

    Eisenbarth Poweruser

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    du schriebst:

    "Und die Zeit die man länger brauchte, wurde natürlich nicht bezahlt. Die Bezahlung allgemein dort war ganz ok."


    man kann die überstunden, die man nicht bezahlt bekommt, nicht "herausrechnen". das ist eine milchmädchenrechnung.

    das ist ungefähr so, als würde ich sagen: ich bekomme für 168 stunden 1600 euro netto bei steuerklasse 1, mache aber jeden monat 30 überstunden, muss mein eigenes auto benutzen ohne das bezahlt zu bekommen, meine dienstkleidung selber stellen, und kostenlos bereitschaft machen obendrein. ist aber nicht so schlimm, weil 1600 € ja ein gutes gehalt sind.


    wären 1600 netto bei 220 stunden jeden monat (wobei ~ 50 stunden überstunden wären) in deinen augen auch noch ok? wo zögest du denn eine grenze?


    dem arbeitgeber regelmäßig arbeitskraft & damit geld zu schenken ist nie ok, es sei denn, man befindet sich in höheren einkommensspähren. in einer leitenden position mit 7000 euro netto aufwärts und einem passus im arbeitsvertrag, dass überstunden mit dem lohn abgegolten sind, da könnte ich das vllt nachvollziehen.
     
  18. BamBamsche

    BamBamsche Poweruser

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    Meine Güte, ich hätte auch eine Zeile dazwischen lassen können! Vielleicht hättest du es dann verstanden! Ich habs jetzt glaub oft genug erklärt, aber du scheinst es immer noch nicht verstanden zu haben. Ich hab meine Erfahrung zu diesem Thema gesagt und beschäftige mich jetzt nicht weiter mit Erbsenzählerei, in welchem Satz ich was geschrieben habe. Ich muss mich nicht 100 mal rechtfertigen für Dinge, die du dir so hindrehst wie du es willst, obwohl dies nicht so gesagt wurde. Es ist mittlerweile hier echt zum k.... das einem grundsätzlich, egal in welchem Threat, von gewissen Usern das Wort im Mund rumgedreht wird.
    So und jetzt kann man wieder zum eigentlichen Thema kommen.
     
  19. Eisenbarth

    Eisenbarth Poweruser

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    ok, mir reicht es nun auch.

    ich verstehe es nicht, oder was...


    wenn du unfug schreibst, lebe mit den konsequenzen -> dies ist ein forum, da wird man manchmal auf den unfug, den man geschrieben hat, hingewiesen, vor allem, wenn er so nicht wirklich stehen bleiben kann.

    behalte deine naive sichtweise. ich hab dich zitiert. deine aussage ist schwer anders deutbar. behalte sie, wenn sie dich persönlich glücklich macht. mir reichts an dieser stelle.
     
  20. Nordlicht

    Nordlicht Poweruser

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    Äh, also hat außer Helfersyndrom nun niemenad das Buch gelesen oder wie?
    Ist wohl kein Bestseller, oder?

    Falls es doch jemand gelsesen hat - lohnt es sich, das Buch zu kaufen?
     
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