Gesundheitsreform? Da werd ich ja krank!

Dieses Thema im Forum "Talk, Talk, Talk" wurde erstellt von urmel, 23.07.2003.

  1. urmel

    urmel Stammgast

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    Das ist sie also, die neue Gesundheitsreform, die einen mehr Weinen lässt als Lachen. Da zahle ich die gesetzliche Krankenversicherung und kriege was dafür? Eine Krankenkassenkarte, na toll.... :evil:

    Jetzt soll ich mich noch mal versichern, um meine eventuell zukünftig benötigten Beißerchen auch zahlen zu können, hab ich doch vorher auch machen müssen!
    Und die Versicherungen werden sich die Hände reiben und die Beiträge staffeln wo es nur geht, was dann für den Versicherten heißt: Willst du deine Zähne bezahlt haben, dann zahle 20 Euro im Monat, dann werden wir sehen, ob wir das auch machen. :aetsch:

    Ein Krankenhausaufenthalt wird auch teuer werden. Am Besten spart man sich sein Urlaubsgeld auf für eventuelle stationäre Aufenthalte, oder wie soll sich das Otto-Normal-Verbraucher sonst noch leisten können? Nee, besser iss, ich laß mich dann nach einer großen OP gleich von der Intensiv nach Hause entlassen! Hurra! :angryfire:

    Und von Beitragssenkung ist die Rede. Lachmichweg!
    Sicher, die wird unter Garantie nicht kommen! Denn die medizinische Versorgung wird immer teurer, die Bevölkerung immer älter, wie soll die Finanzierung dann noch funktionieren? :weissnix:

    Aber dann kommt bestimmt eine neue Reform :wer stationär liegt und eine zusätzliche Pflegekraft möchte, muß sich zusätzlich versichern. Und wer dann eine krankengymnastische Unterstützung braucht nach einer OP muß diese Leistung zusätzlich anteilig bezahlen. Verbandsmaterial haben die Angehörigen zu besorgen, mit Rezept aus der Apotheke, ebenso Infusionen und Medikamente. Dann kann man noch gleich die Zuzahlungen kassieren. :gruebel:

    Und wenn ich krank werde und zum Arzt muß, dann kostet mich das auch 10 Euro pro Quartal. Das ist doch eine totale Frechheit! Was soll das sein?? Eine Strafe , weil ich krank werde? Oder eine Maßnahme die Arztbesuche drastisch zu dezimieren? Oder warum? :schraube:

    Ich zahle also gesetzliche Krankenversicherung, Rentenversicherung usw. Ich kriege keine Rente und die Krankenkasse zahlt nur noch was sie will. Ich soll mich zusätzlich Rentenversichern, damit ich im Alter nicht am Hungertuch nage und zusätzliche Versicherungen wegen meiner Zähne machen, damit ich auch in Zukunft kräftig zubeißen kann. :evil1:

    Und unsere Sozialhilfeempfänger, von denen meiner Meinung nach der größte Teil Sozialschmarotzer sind, werden medizinisch auf höchstem Niveau versorgt werden, ihre Beißerchen werden bezahlt, die Medikamente auch, stationäre Aufenthalte, wie wunderbar! Das zahle ich ja auch noch!
    In Zukunft kann man die arbeitende Bevölkerung von Sozialschmarotzern so unterscheiden:
    - arbeitende Menschen sind krank, haben keine Zähne, und kein Geld mehr, weil sie alles zahlen müssen
    - Sozialschmarotzer hingegen haben ein strahlend weißes Lächeln und sind die körperlich Gesundesten, können aber trotzdem nicht arbeiten.

    Zeige mir Deine Zähne und ich sage Dir wer Du bist.

    Ich glaub, ich kündige heute, und gehe mal aufs Sozialamt. Dann ist meine Gesundheit im Krankheitsfall garantiert, ich kriege Klamotten und die Wohnung bezahlt und kann Leben wie Gott in Frankreich. Wozu soll ich denn noch arbeiten?

    Wie mich das anko...! So was nennt sich Sozialstaat, lächerlich.

    :angryfire: :angryfire: :angryfire: :angryfire:
    LG urmel
     
  2. pille

    pille Newbie

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    Hallo,
    2 ältere gepflegte Herrschafen kommen ins Reisebüro, er sagt wir würden gerne Ungarn buchen. Leider ist das Angebot 2 Wochen Plattensee und einmal Zahnersatz nicht mehr zu haben, meint der Verkäufer. Die beiden Kunden sehen sich an und darauf hin meint sie vieleicht gäbe es da ja irgendwo ein günstiges Angebot, sie hätte ja auch Probleme mit der Galle.
    Da lächelt der Verkäufer und meint, da haben sie Glück, Tunesien kann ich anbieten, gute Klinik, brilliante Ärzte und ein schöner weßer Strand.
    :aetsch:
    :aetsch:
    Eigentlich ist das nicht zum Lachen und mein schwarzer humor ist mit mir durchgegangen. Es ist schon traurig was da auf uns zukommt. Da zahle ich nun schon etliche Jahre in die Sozialversicherung und mußte zum Glück bisher nur wenige Leistungen in Anspruch nehmen, nun wird man aber älter und da sind die Kassen leer, für die ehemaligen Einzahler ist nichts mehr übrig, von der Verwaltung aufgefressen, für moderne Verwaltungsgebäude verschwendet, unsachgemäß verwaltet, in guten Zeiten in Jogakursen u.ä. verprasst. Ich bin auch sehr zornig wenn ich an die Zukunft unseres Sozialstaates denke.
    Und dann arbeiten wir auch noch für wenig Geld, ich meine die Pflegenden, wenn wir alle Versichrungen bezahlt haben bleibt nicht mehr viel übrig von unserem üppigen Gehalt, vielleicht können wir ja aber auch Rabatte mit unserem Arbeitgeber aushandeln anstelle vonLohnerhöhungen.
    Nein kein Witz ich habe von einem Krankenhaus gehört, dort will man den Angestellten anstelle der letzten Lohnerhöhung lieber Benzingutscheine ausgeben. Das spart Steuern und Sozialabgaben für den privaten Arbeitgeber. Na ist das nicht auch eine Lösung auf dem Weg in die Steinzeit?
    so jetzt soll es aber gut sein, manchmal ärgere ich mich so, daß ich nicht mehr aufhören kann.
    Ich wünsche euch allen einen schönen sonnigen Tag pille :hicks:
     
  3. markus

    markus Junior-Mitglied

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    Hallo urmel,

    eben über Ihr posting gelesen. Bei dem letzten Absatz (Sozialhilfe) ist Ihnen meiner Meinung nach ein Ausrutscher passiert. Auch wenn Sie durch die Gesamtthematik ordentlich in Wallung geraten sind- Sozialhilfeempfängern ein Leben wie Gott in Frankreich nachzusagen geht zu weit. Diese Anwürfe an die Sozialhilfebezieher sind ganz gefährliche Stammtischparolen, da sollten sich beruflich Pflegende weit von distanzieren, eine wichtige Vorraussetzung für unseren Beruf ist die Wertschätzung des Individuums- unabhänig von Geschlecht, Alter, Rasse, Religion, Weltanschauung und sozialer Stellung .
    Freundliche Grüße
     
  4. urmel

    urmel Stammgast

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    Hallo Markus,

    ich gebe Ihnen ganz recht!
    Ich bin dafür, daß jeder, der vom Staat her unterstützt werden muß, die auch erhält.
    Was mich aufregt sind die (wie ich oben auch genannt habe) Sozialschmarotzer, die sich doch wesentlich unterscheiden von denen, die Sozialhilfe auch wirklich benötigen!
    Ich sage auch nicht, daß diese ein Leben führen wie Gott in Frankreich (oder habe ich was in meinem Posting überlesen?).

    Fakt ist:
    Sozialschmarotzer schrecken nicht davor zurück den Staat wo es geht zu erleichtern, auf die Kosten derer, die ihrer Arbeit nachgehen und das finanzieren.
    Auch Sie finanzieren diese Sozailschmarotzer.
    Und wir müssen uns noch hier und da und dort Zusatzversichern, um dementsprechende Leistungen zu erfahren und zusätzlich die Krankenkassenbeiträge zahlen.

    Ich bin mir nicht sicher, ob Sie mich ganz verstanden haben, was ich mit meinem Posting darstellen wollte.

    Meiner Meinung nach ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis sich fast alle darüber aufregen, daß für eine erbrachte Leistung keine Gegenleistung kommt. Und das im Gegensatz dazu für jemanden Leistungen erbracht werden, die nicht gewillt sind (und je sein werden) dafür eine Leistung zu bringen. Und das kann nicht Stand der Dinge sein, daß man gar nicht zu arbeiten braucht und es einem besser geht als solchen, die täglich ihrerm Job nachgehen.
    Nur ein Beispiel: meine Schwägerin arbeitet auf dem Sozialamt, halbtags, ihr Mann arbeitet ganztags in einer Firma. Sie hat sich ausgerechnet, daß der Sozialhilfesatz, auf den sie Anspruch hätten, nicht viel geringer wäre als das, was sie jetzt noch an Gehalt rausbekommen. Und sie könnten den ganzen Tag zu Hause bleiben. Kommt jetzt einigermaßen rüber was ich denke?

    Im übrigen: Sie haben nicht die geringste Ahnung, wie ich mit meinen Patienten umgehe und ich verbitte mir solche Bemerkungen, ich zitiere:

    ....eine wichtige Vorraussetzung für unseren Beruf ist die Wertschätzung des Individuums- unabhänig von Geschlecht, Alter, Rasse, Religion, Weltanschauung und sozialer Stellung .

    Sie kennen mich nicht, meine Arbeit nicht und erst Recht nicht wie ich mit Patienten umgehe! Und ich lasse mir auch nicht von Ihnen andichten, ich würde mit sozial Schwachen anders umgehen als mit "Normalpatienten".

    Mein Beruf und meine persönliche Meinung sind zwei verschiedene Dinge und privat werde ich immer meine Meinung äußern!

    ...Es ist eben auch eine Kunst, privates und berufliches zu unterscheiden...

    urmel
     
  5. markus

    markus Junior-Mitglied

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    Hallo urmel,

    ich maße mir kein Urteil darüber an, wie Sie Ihre Patienten pflegen.

    Sie schrieben:

    "Ich glaub, ich kündige heute, und gehe mal aufs Sozialamt. Dann ist meine Gesundheit im Krankheitsfall garantiert, ich kriege Klamotten und die Wohnung bezahlt und kann Leben wie Gott in Frankreich. Wozu soll ich denn noch arbeiten?"

    Daraus folgerte ich, dass Sie der Ansicht seien, jeder der zum Sozialamt geht, ergo Sozialhilfebezieher ist, würde wie Gott in Frankreich leben.
    Eine andere Folgerung ist aufgrund Ihrer Aussage auch kaum möglich.

    Desweiteren schrieben Sie:

    "Und unsere Sozialhilfeempfänger, von denen meiner Meinung nach der größte Teil Sozialschmarotzer sind, ..."

    Dies ist m.E. die pauschale Verunglimpfung einer Gruppe innerhalb der Gesellschaft. Da werden Individuen, die aus den allerunteschiedlichsten Gründen in diese Situation kommen ( Sozialhilfe zu beziehen) in einen Topf geworfen, und kollektiv abqualifiziert.

    Andichten wollte ich Ihnen auch nichts.
    Ich schrieb von der Wertschätzung den Personen gegenüber, ich schrieb nicht, Sie würden einen Patienten schlechter als den anderen behandeln.

    Sie schrieben:

    "ich gebe Ihnen ganz recht!
    Ich bin dafür, daß jeder, der vom Staat her unterstützt werden muß, die auch erhält. "

    Ich ahne was Sie meinen, aber darüber habe nun wiederum ich überhaupt keine Aussage gemacht.

    Weiter schrieben Sie:
    "Meiner Meinung nach ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis sich fast alle darüber aufregen, daß für eine erbrachte Leistung keine Gegenleistung kommt. "

    Die sozialen Sicherungssysteme funktionieren nun nicht so, wie sich Lieschen Müller das vorstellt: Ich zahle 22 Jahre, und dann hab ich aber auch Anspruch auf ....aber das ist ein sehr komplexes Thema.

    Freundliche Grüße
     
  6. flexi

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    hi marcus,
    bevor diese diskussion unsachlich wird, möchte ich doch Urmel mal etwas beistehen.
    Schreiben Sie (sie ist übrigens ungewohnt hier im Forum) eigentlich auch an jeden Politiker, der im Fernsehen die gleichen Äusserungen macht wie Urmel???
    Urmel hat hier eine Meinungsäusserung getan, in ihrer Eigenschaft als Bürgerin Urmel, nicht in der Eigenschaft als Krankenschwester, und auch nicht als Moderatorin unterschrieben!!! Und ich entdecke auch keine üble Nachrede in Urmels beitrag.
    also bitte, immer erst in ruhe lesen, sacken lassen und dann natürlich auch sachlich antworten....
    Darauf freuen wir uns alle!!!!!!
     
  7. markus

    markus Junior-Mitglied

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    Hallo flexi,

    wieso unsachlich wird ? Ich habe, das gleiche Recht wahrnehmend wie urmel, Stellung zu dem Satz bezogen, daß die meisten Sozialhilfeempfänger Sozialschmarotzer sind ( nach Urmels Ansicht).

    Diese Unterstellung ist meiner Meinung nach nicht in Ordnung.
    Mehr wollte ich nicht zum Ausdruck bringen.
    Freundliche Grüße
     
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