Geschichte des 1. Mai & 2. Mai 1933

Dieses Thema im Forum "Talk, Talk, Talk" wurde erstellt von Joerg, 04.05.2013.

  1. Joerg

    Joerg Poweruser

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    Auf Wunsch des User white horse mache ich diesen Thread zum 1. Mai und zum 2. Mai 1933 auf.
    Auch wenn es nicht direkt zur Krankenpflege & Co. gehört, ist dieses Thema für alle Arbeitnehmer & auch Arbeitgeber ein sehr wichtiges Thema. Vor allem das Datum 2. Mai 1933 sollte niemand vergessen, auch wenn dieser Tag in unseren Medien nie gewürdigt wird.

    1. Mai
    Quelle: DGB - Bundesvorstand | Geschichte des 1. Mai: Vom Kampftag zum Feiertag


     
  2. Joerg

    Joerg Poweruser

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    2. Mai 1933
    Quelle: ver.di: 2. Mai 1933: Gewerkschaften zerschlagen

    Unter diesem Link sind noch ein paar Lesetipps zum 2.Mai 1933 zu finden:
    https://geschichte.verdi.de/jahrest..._der_gewerkschaften/lesetipps_zum_2._mai_1933



    Wenn man sich anschaut was damals die Arbeitnehmer alles auf sich genommen haben, vor allem in der NS-Zeit und unter was für Gefahren sie für ihre Rechte gekämpft haben und viele auch ihr Leben für ihre Rechte und die anderer Arbeitnehmer lassen mussten, ist es für mich absolut unverständlich, was für eine Lethargie die deutsche Arbeitnehmerschaft in vielen Bereichen, vor allem aber im Bereich Pflege, an den Tag legt!
    Die Geschichte zeigt doch klar auf, dass man kämpfen muss um seine Situation zu verbessern, dass man sich wehren muss, wenn man unfair behandelt wird. Diese Methalität ist heut zu tage, wo niemand mehr um sein Leben oder seine Freiheit fürchten muss, wenn er seine Rechte durchsetzen will, völlig verloren gegangen.
    Vieleicht geht es uns aber auch einfach noch zu gut, wer weiß?!
     
  3. white horseman

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    @Joerg: Danke! Habe noch nicht alles gelesen. Werde es aber noch tun.
     
  4. white horseman

    white horseman Poweruser

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    @Joerg: Nochmals Danke für diese umfassende Info.

    Die "schwarzen Listen" gibt es auch heute noch, nur dass sie mündlich weitergegeben werden. Das Kräftespiel hat sich in Deutschland zugunsten der Mächtigen und Geldverwalter verschoben. Marx' Wirtschaftsanalyse bleibt aktuell, auch wenn wir heute andere Schlüsse daraus ziehen sollten, als es in der Vergangenheit getan wurde.

    Durch die Individualisierung unserer Gesellschaft und die Sättigung der Menschen mit Konsumgütern haben wir einerseits durch großen Warenumsatz einen hohen Wohlstand erreicht, aber auch eine Entsolidarisierung. Sehr deutlich wird es z. B. daran, dass sich die Spartengewerkschaften aus der sozialgesellschaftlichen Solidarität verabschiedet haben und nur noch besser verdienende Gewinngemeinschaften bilden. Die Pflege kommt da schon aufgrund des geringeren Bildungsnineaus in der Masse nicht mit. Politisches und damit auch arbeitspolitisches Bewusstsein hat sehr viel mit Bildung zu tun. Bildung ist aber auch zeitraubend und anstrengend. Ich sehe uns besonders in der Pflege auf ein Dilemma zulaufen: Je fertiger wir von unserer Arbeit wegen körperlicher oder psychischer Belastung sind, desto weniger Engergie bleibt uns für unsere Bildung und für politisches Engagement. Ich sehe darin sowie in der Konsumsättigung die Hauptgründe für die Lethargie, die Du ansprichst.

    Deshalb glaube ich, dass wir auf der ganzen Breite unserer Möglichkeiten kämpfen müssen - jedenfalls diejenigen, die dazu noch bereit und willens sind. Und wir müssen uns gegenseitig darin stärken und nicht behindern, denn so viele sind wir ja leider nicht. Ohne jetzt das schon vieldiskutierte K-Wort zu strapazieren, sollten wir in der Pflege nicht nur eingleisig fahren, sondern alle Register ziehen. Wir sollten Solidarität, Koalitionsrecht und strategisches Denken miteinander verbinden.

    Und ich glaube, dass wir mehrdimensional denken müssen, um unsere Ziele zu erreichen. Pflege ist einerseits eine Erwerbstätigkeit wie andere Berufe auch und wird von Gewerkschaften in dieser Angelegenheit vertreten. Pflege ist aber auch ein Fachberuf, wie manche andere, der sehr davon bestimmt ist, dass sinnstiftende berufliche Motive verwirklicht werden wollen. In diesem Sinne profitiert Pflege vom fachlichen Engagementment z. B. unserer Berufsverbände. Und eine weitere Dimension ist die gesellschaftliche Tragweite des Problems der pflegerischen Versorgung unserer Bevölkerung, für das unserer Berufsstand ordnungspolitische Verantwortung übernehmen bzw. übertragen bekommen sollte.

    Am 12. Mai wird übrigens jährlich der beruflichen Dimension weltweit gedacht - siehe IND (international nurses day) https://www.icn.ch/publications/international-nurses-day/ oder DBfK - - 12. Mai ? International Nurses Day würdigt Leistung beruflich Pflegender im Gesundheitssystem. Die geschichtlichen Hintergründe lasse ich an dieser Stelle aber lieber aus.

    Wie auch immer. Ich stimmt Dir zu, dass der 1. Mai mehr Bewusstsein verdient hat angesichts der Errungenschaften und Opfer, die damit verbunden sind. Das werde ich ab jetzt bewusster im Gedächtnis haben. Dafür nochmals herzlichen Dank!
     
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