Gereviewte Pflegefachzeitschriften

Dieses Thema im Forum "Literatur und Lehrbücher" wurde erstellt von Trisha, 20.09.2004.

  1. Trisha

    Trisha Poweruser

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    Hallo,


    ich suche Pflegefachzeitschriften, deren Inhalte (z.B. die Veröffentlichung von Studien in der Pflege) gereviewt sind. Also Artikel, die zuvor einem unabhängigem Pflegewissenschaftler bzw. -forscher vorgelegt und von diesem vor Veröffentlichung überprüft wurden.
    Dazu gehören nicht z.B. "Die Schwester/Der Pfleger", "Heilberufe" oder auch die "Altenpflege". Bei diesen Zeitschriften entscheidet nur die Redaktion, welche Artikel veröffentlicht werden. Studien und Forschungen wurden nicht auf ihre Richtigkeit überprüft, der Leser ist aber überzeugt, dass die Ergebnisse der Wahrheit entsprechen.
    Wer kennt sich mit gereviewten Fachzeitschriften aus bzw. bezieht bereits welche? "Printernet" ist z.B. eine solche Pflegefachzeitschrift. Ich habe auch noch was von "Pflege" gehört, aber dazu nichts gefunden....
    Wer kann helfen?

    LG
    Trisha
     
  2. Trisha

    Trisha Poweruser

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  3. Smeik

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  4. Ingo Tschinke

    Ingo Tschinke Poweruser

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    Hallo Trisha,


    die Die Pflege ist eine pflegewissenschaftliche Fachzeitschrift aus dem Hans Huber Verlag.

    einen ähnlichen, wenn auch nicht so weitgehenden pflegewissenschaftlichen Anspruch hat die Zeitschrift Psych. Pflege Heute

    Ausserdem sollte man das Pflege Magazin aus dem Juventa Verlag nicht ausser Acht lassen.

    Generell kann man allerdings sagen, dass die meisten deutschen Pflegezeitschriften einen relativ geringen wissenschaftlichen Anspruch haben. Da ist sinnvoll sich auf dem britischen oder anglo-amerikanischen Markt umzuschauen.

    Cheers

    Ingo :king:
     
  5. Trisha

    Trisha Poweruser

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    Halo Ingo,


    Du hast recht, dass der englische und anglo-amerikanische Markt in dieser Hinsicht uns sehr weit voraus ist (schade eigentlich, dass Deutschland diesbezüglich mal wieder "unterentwickelt" ist).
    Doch es reicht mir ehrlich gesagt schon wenn ich Cochrane-Reviews lese oder Abstracts aus anderen med. Datenbanken, die es nur in englisch gibt. Das ist auf Dauer ganz schön anstrengend, mit dem Englisch-Wörterbuch da zu sitzen und mir jedes zweite Wort zu übersetzen. Wenn ich mir eine Zeitschrift hole, dann werde ich da glaube ich den Spass am lesen verlieren.
    Besser ich habe eine deutsche gereviewte Fachzeitschrift, von der ich auch weiss, dass meine KollegInnen und ich sie lesen können ohne Vokabeln nachschlagen zu müssen.
    Vielen Dank für Deine Tipps!

    LG
    Trisha
     
  6. Ingo Tschinke

    Ingo Tschinke Poweruser

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    Hallo Trisha,


    man muss sich ganz deutlich vor Augen halten, dass dafür in Deutschland momentan noch ein sehr geringer Markt besteht. Es gibt immer noch wenige Pflegende in Deutschland die sich mit pflegewissenschaft in sofern aus einandergesetzt haben, als dass sie Studien lesen und für sich verwenden können. Dazu ist es notwendig gewisse soziologische Grundkenntnisse zu haben, die im Studium vermittelt werden.

    Bedenke, dass man in Deutschland erst seit 1990 Pflege studieren kann und in den USA seit 1953.

    Da entwickeln sich automatisch "unterentwickelte" Kulturen.

    Cheers
    Ingo :mryellow:
     
  7. Trisha

    Trisha Poweruser

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    Hallo Ingo,

    es geht ja nicht nur um die Pflegewissenschaft an sich, sonden auch darum, dass die PK´s, die nicht in der Lage sind Studiendesigns kritisch zu beurteilen, beim Lesen verschiedener Artikel der Meinung sind:"Aha, also habe ich wieder was gelernt" oder "Ich weiss das, weil ich es in einer Fachzeitschrift gelesen habe". Aber dabei gar nicht merken (können), dass der Artikel zweifelhaft ist.
    Deshalb ist es gut, sich seine Zeitschriften für sich selbst oder für seine eigene Einrichtung genau raus zu suchen, so dass auch ein unkritischer Leser (der sich nicht mit Studienanalyse und -design auskennt) sicher sein kann, dass der Inhalt der Zeitschrift authentisch ist.

    Es wurden schon viele Studien veröffentlicht in angeblichen Fachzeitschriften, die einem die Haare zu Berge stehen lassen.
    Und in diesem Punkt ist Deutschland unterentwickelt, egal seit welchem Zeitpunkt Pflege studiert werden kann.

    LG
    Trisha
     
  8. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Für mich das schönste Beispiel aus der letzten Zeit:Atemstimulierende Einreibung fördert Entspannung und subjektives Wohlbefinden“ von J. Conrad in Die Schwester/der Pfleger 2/04, S.104-107 ;)
    Die Beschreibung einer Einreibung mit der versucht werden sollte eine physiologische Atmung weiter zu physiologisieren (gibts das Wort überhaupt?)

    Elisabeth
     
  9. Ingo Tschinke

    Ingo Tschinke Poweruser

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    Hallo Trisha,

    das Problem liegt in dem Grundlagenwissen. Inzwischen gibt es dazu sehr gute und nicht zu abstrakte Literatur, um sich in die Grundlagen der Pflegewissenschaft und Pflegeforschung heranzutasten. Insbesondere Hanna Meyer hat dazu ganz witzige Ideen entwickelt.

    Hier aber erst einmal ein paar gute und empfehlenswerte Bücher zur Einführung in die Pflegewissenschaft.

    Der Hans Huber Verlag hat mit dem Buch Pflegewissenschaft 1 von Brandenburg/Dorscher ein sehr gutes Grundlagenbuch vorgelegt. Es enthält auch immer wieder einen guten Praxisbezug zum Transfer.

    [​IMG]

    Der Facultas Verlag hat mit den Büchern von Hanna Meyer gleich eine ganze Serie heraus gebracht, die m.E. sehr gut lesbar sind und sich sehr gut als Einstieg eignen.

    Pflegeforschung

    [​IMG]

    Lernpaket und Übungsheft zur Pflegeforschung

    Die Bücher haben mir sehr gut gefallen. Wobei das Pflegewissenschaftspiel "Schlaumayer" noch aus sich warten lässt.

    Cheers

    Ingo :mryellow:
     
  10. Trisha

    Trisha Poweruser

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    Hallo!


    @Elisabeth: diese Studie kenne ich nicht! Schade! Ich lese "Die Schwester/Der Pfleger" nicht, ich muss mich z.Zt. in unserer Einrichtung immer noch mit der "Heilberufe" arrangieren...wie das nun mal so ist mit der Kündigungsfrist...
    Es gab vor ein paar Jahren die Studie von Klaus Dieter Neander "Auf alle Felle". Er testete 90 Probanden mit der Pflegestufe 3...sagt ja schon alles...jedenfalls wollte er uns mit dieser sehr zweifelhaften Studie beweisen, dass ein Fell der Dekubitusprophylaxe dienlich ist.
    Sowas wird veröffentlicht, und plötzlich liegt wieder unter jeder Schwerstpflege ein Fell. HAHA! K.D. Neander verlor ja da ziemlich an Seriosität.
    Deswegen, ich finde das wirklich schlimm was einem da so alles suggeriert wird.

    @Ingo: es gibt inzwischen viele gute Bücher bzgl. Pflegewissenschaften auf dem Markt. Nur leider nicht immer für blutige Anfänger....

    Was das Lesen und Beurteilen von Studien betrifft, ist das meiner Meinung nach nur mit "Learning by doing" möglich, unter professioneller Einführung und Anleitung.

    Unsere Dozentin in diesem Thema war Prof. Dr. Eva Maria Panfil. Sie hat selbst Studien durchgeführt und Bücher zu ihrer Studie und zum Thema Pflegeforschung veröffentlicht.
    Wer mehr über Frau Panfil wissen will, gibt einfach ihren Namen bei Google ein, da kommt so einiges über sie.

    LG
    Trisha
     
  11. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Hi Trisha

    ich hab meine Kurzaufklärung zum Thema Wissenschaft ehedem von unserem OA bekommen. Das hat viele Vorstellungen zurechtgerückt. Seitdem zweifle ich jede Studie erst mal an... wie man ja schon gemerkt hat. ;)

    Elisabeth
     
  12. knaegge

    knaegge Junior-Mitglied

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    Ich oute mich hier mal als komplett unwissender Neuling :lol1:

    Wie ist denn die Zeitschrift die Kinderkrankenschwester, darf ich glauben was in den Artikeln steht, oder lieber nicht?

    Gruß Knaegge
     
  13. Ingo Tschinke

    Ingo Tschinke Poweruser

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    Hallo Knaegge,

    beim Lesen von Artikeln muss man immer hinterfragen, woher die Kenntnisse und Aussagen beruhen.

    Bauen sie auf auf Erfahrungen, Try and Error oder wissenschaftlichen Erkenntnissen. Wenn es sich um eine wissenschaftliche Arbeit handelt, muß der Autor nachweisen, wie er denn zu dem Ergebnis gekommen ist.

    Ist er den quantitativen oder qualitativen Weg gegangen. Erster befasst sich mit klaren messbaren Werten (Zeiteinheiten, Statistiken etc.) mit einem klaren linearen Forschungsdesign oder wurde der qualitative Weg gewählt, um neuen Erkenntnisse zu gewinnen.

    Meist nimmt man quantitative Forschungsmethoden, um eine Hypothese zu beweisen und qualitative um neue Hypothese zu entdecken.

    Es muss in einem wissenschaftlichen Artikel erkennbar sein, worauf der Erkennisgewinn beruht.

    Cheers

    Ingo :dudu:
     
  14. Trisha

    Trisha Poweruser

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    Hi knaegge,

    nein, nicht jede Studie gilt als zweifelhaft, aber viele.
    Schau einfach mal vorne auf die Zeitschrift drauf auf das Titelblatt. Ist eine Fachzeitschrift gereviewt, so wird das meist schon da ersichtlich. Z.B. steht da, das die Artikel von einem unabhängigem Pflegewissenschaftler geprüft wurden oder so was ähnliches. Steht da aber nichts rufe doch einfach mal bei der Redaktion an und erkundige Dich. Da die ja ihre Zeitschrift weiter verkaufen wollen, wirst Du wahrscheinlich keine adäquate Auskunft erhalten, sofern sie nicht gereviewt ist!

    Oder mache einen Kurs mit zum Thema Pflegeforschung, Studiendesign und Studienanalyse. Sehr interessant und Du weisst beim Lesen der nächsten Studien Bescheid, ob zweifelhaft oder nicht!

    LG
    Trisha
     
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Pflegefachzeitschriften Literatur und Lehrbücher 30.04.2005

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