Generalisten oder Spezialisten - was ist die Zukunft?

Dieses Thema im Forum "Diskussionen zur Berufspolitik" wurde erstellt von Elisabeth Dinse, 13.07.2008.

  1. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Was brauchen wir in der Pflege?

    Generalisten mit einem breiten aber nicht sehr tiefen medizinischen Fachwissen- dafür aber einem tiefen Pflegefachwissen?

    Spezialisten mit einem hochspezialiserten medizinischen Fachwissen und einem hohen Pflegefachwissen?

    Spezialisten mit einem hochspezialisiertem medidizinischen Fachwissen und Spezialisten mit einem hochkompenten Pflegefachwissen?

    Wie müßte die Struktur in den verschiedenen Fachbreichen aussehen?


    Elisabeth
     
  2. Angus

    Angus Senior-Mitglied

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    Meiner Erfahrung nach:
    • Generalisten sind die Arbeiter in der Pflege. Sie stehen sehr gerne an der Front bzw. am Patientenbett, befassen sich jedoch weniger gerne mit theoretischem und schriftlichem.
    • Spezialisten sind die Denker. Sie befassen sich intensiver mit Pflegeproblemen, Dokumentation, Organisatorischem, usw.
    Meiner Meinung nach muss es auf jeder Station beides geben.
    Generalisten sowie Spezialisten (mit spezialiserten medidizinischen und pflegersichen Fachwissen.)

    Spezialisten mit einem hochkompenten Pflegefachwissen sind meiner Erfahrung nach eher Ausbildner, Praxisanleiter, Qualitätsheinis usw.

    Spezialisten mit einem hochspezialisiertem medidizinischen Fachwissen braucht es meiner Meinung nach weniger. Sonst bräuchte es ja keine Ärzte mehr. :D

    Wie wärs mit einer Umfrage?

    cheers Angus
     
  3. dieEv

    dieEv Poweruser

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    Herrje, Elisabeth! - Hier denke ich erstmal eine Weile drüber nach :gruebel:...
     
  4. Flocky

    Flocky Junior-Mitglied

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    Ich denke wir werden in Zukunft weiterhin beides brauchen
    Die Genrealisten , und da möchte ich meine Vorschreiberin widersprechen denn dass sind in meinen Augen die Denker und Lenker .Sie verfügen über eine breites aber nicht unbedingt tiefes medizinischen Wissen dafür aber sehr tiefes Pflegefachwissen Sie befassen sich mit der Pflegeplanung und der Organisation der Pflege , künftig denke ich vermehrt auch über den Klinikaufenthalt hinaus . Das sind die Pflegekräfte die auf den Allgemeinstationen mit Hilfe von Pflegeassistenten und Servicekräften die Versorgung der Patienten organisieren und durchführen.
    Und dann die Spezialisten mit hochspezialisiertem medizinischen Wissen und und hoch kompetenten Pflegefachwissen . Diese Spezialisten arbeiten nicht nur auf Intensivstationen
    und in den Funktionsbereichen sondern können auch auf den Stationen als Experten in ihrem Spezialgebiet eingesetzt werden . Wie die Struktur aussehen müsste hängt denke ich auch von der Größe der Kliniken ab . Ich könnte mir vorstellen dass diese Experten bei bestimmten pflegerischen und auch medizinischen Problemen (z.B. Wundversorgung) hinzugezogen werden und gemeinsam mit der zuständigen ( generalistischen ) Pflegekraft hierfür die Versorgung in die Pflegeplanung integrieren.
    Ich bin aber auch überzeugt dass hierfür die Ausbildung verändert werden müsste. Diese müsste in Form eines Studiums ablaufen. Ein Grundstudium und dann die Spezialisierung.
    L.G. Flocky
     
  5. Lin

    Lin Poweruser

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    Das brauchst du dir nicht vorstellen, dass gibts schon :-)

    Gruß,
    Lin
     
  6. Flocky

    Flocky Junior-Mitglied

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    Da habe ich zugegebenermaßen ein schlechtes Beispiel gewählt. Aber zum einen gibt es die Wundexperten noch lange nicht überall und zum anderen wenn dann der zuständige Arzt sich zum Experten erklärt hat die Pflegekraft oder vielmehr der Patient das Nachsehen.
    weitere Experten die ich mir vostellen kann wären die für Diabetes , Schmerzmanagement oder auch Herzinsuffiziens. Hier läge der Schwerpunkt auf Schulung und Beratung aber auch der Justierung der medikamnetösen Therapie.
    Gibt es auch schon ansatzweise ist mir klar aber ist bei weitem nicht der Regelfall.
    L.g. Flocky
     
  7. Lin

    Lin Poweruser

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    Urologie
    @Flocky: Da hast du recht, überall gibt es diese Experten noch nicht, aber es ist stark im Kommen.
    In meinem Haus gibt es für viele Bereiche Experten (besser gesagt Expertengruppen). Die Zusammenarbeit klappt sehr gut und ich könnte mir es nicht mehr anders vorstellen, vor allem bei Sachen, in denen man einfach als "normale" Schwester oder ein Arzt nicht mehr weiter weíß:
    Bei uns gibt es z.B.
    • Pflegeexpertin für Stomaversorgung, Sexual- und Kontinenzberatung: besteht aus einer DGKS und Vertretung
    • Überleitungspflege: mehrere DGKS
    • Diabetes: mehrere DGKS + Internist + Ernährungsmedizin
    • Wundbetreuung: DGKP + Plastische Chirurgin
    • Schmerzdienst: Anästhesieschwester + Anästhesist
    • Palliativmedizin: Palliativschwester + Palliativarzt (sind auch im Schmerzdienst geschult)
    • Hygiene: DGKP + Arzt
    • Beratung in Pflegefachfragen: Dipl. Pflegewirtin
    Ich hoffe ich hab alle :-). Auf den Stationen ist es so, dass jeder MA in einer bestimmten Kompetenzgruppe zugeteilt ist, z.B. Hygiene, Wundbetreuung, Palliativ, Kontinenzberatung (halt auf der Uro wichtig)... Diese besuchen vermehrt Fortbildungen zum jeweiligen Thema und somit kennt man auch Ansprechpartner auf der Station. Es ist ja schwierig, dass 30 Personen bei einer Hygienefortbildung im Haus oder gerade bei auswärtigen Fortbildungen teilnehmen, also nehmen eine oder mehrere, die in der Kompetenzgruppe sind, teil und informiert bei der nächsten Teambesprechen die anderen über Neuerungen. Natürlich kann ich auch die Fortbildungen auch besuchen, wenn ich nicht der Kompetenzgruppe angehöre.
    Also irgendwie auch wieder Spezialisierung :mrgreen:.

    Gruß,
    Lin
     
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