Gendersensible Pflege / (Kinder- und Jungend-)Psychiatrie / Filzen / Intimität Fixation ...

Dieses Thema im Forum "Pflegebereich Psychiatrie/Psychotherapie/Psychosomatik/Sucht/Forensik" wurde erstellt von whitepaper, 08.09.2013.

  1. whitepaper

    whitepaper Newbie

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    Hallo Ihrs! :-)

    Ich suche dringend Material zum Thema gendersensible Pflege in der Psychiatrie.
    Wenn es auffindbar ist, gar auch gleich aus der Kinder- und Jugendpsychiatrie.

    Konkret geht es etwa um folgende Fragestellung:

    Spielen Gender-Aspekte bei der Pflege hier eine Rolle oder sind diese zu vernachlässigen?
    Dabei geht es konkret um Intimpflege bei Zwangsmassnahmen / Fixationen und auch 'Filzen'.

    Meine Haltung dabei ist ganz klar:

    - Es ist ein Unding, eine fixierte (hier im Einzelfall: 13-jährige, hochpsychotische, mit Verdacht auf Missbrauchstraumata) Patientin in der Intimversorgung (Ausscheidung/ Körperpflege) von männlichem Personal pflegen zu lassen.
    - Ebenso ist es ein Unding, standardmässig auf Gender-Sensibilität beim Filzen zu verzichten.

    Ich denke und hoffe doch, dass dies die meisten hier ebenso sehen.
    In der Praxis zeigt sich leider bei mir vor Ort, dass es eben nicht alle so sehen.

    Jetzt suche ich recht angestrengt Studienmaterial zu dieser Thematik. Bin darin allerdings nicht wirklich geübt.

    ... Es kommt mir bisher nichts unter die Augen, was diese Thematik näher beleuchtet.

    Ich bin Euch für alles dankbar, was Ihr mir an Tips hierzu liefern könnt:
    - Direktverweise auf Studien / Texte
    - Vielleicht auch Suchtips dabei für die eigene Recherche
    - Direkte Verweise auf Buchinhalte, die sich damit auseinandersetzen

    ... Und alles, was Euch vielleicht noch in den Sinn kommt dabei.

    (Und wie es bei solchen Anfragen immer ist: am liebsten 'sofort' :knockin:)

    Dank und LG, Ingo
     
  2. -Ben-

    -Ben- Stammgast

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    Hallo Ingo,

    die Privats- und Intimsphäre ist in jedem Fall zu beachten und muss bestmöglichst gewährleistet und geschützt werden, bei erforderlicher Anwendung von Zwangsmaßnahmen erst Recht. In meinen Augen wird diese überall dort verletzt, wo weitere vermeidbare Maßnahmen zur Anwendung kommen, die nicht dem Willen des Patienten entsprechen, im konkreten Fall also auch bei unfreiwilliger Intimpflege in fixiertem Zustand durch das andere Geschlecht. Wenn Traumas durch Missbrauch o.ä. noch hinzu kommen, finde ich es umso schwerwiegender. Ernsthaft frage ich mich, weshalb du Studienmaterial zu einer Fragestellung suchst, die alleine den gesunden Menschenverstand richtig urteilen lassen sollte. Weshalb nehmen deine männlichen Kollegen die Pflege überhaupt vor?

    Viele Grüße
    Ben
     
  3. whitepaper

    whitepaper Newbie

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    Hallo Ben

    Es gibt sehr vieles, was sich in der Pflege schon durch den reinen Menschenverstand richten lassen könnte - und dann doch durch 'Profis' sonderbare Gestaltung findet.
    Letztlich ist es ja so, dass solche Fragen durch entsprechende Studien-/Literaturleistungen dann auch stichfest argumentiert und untermauert werden können. Der Vorteil der Verwissenschaftlichung unseres Berufsfeldes.
    Im Zweifelsfall müssen sie das ja auch für entsprechende QMs etc.

    Wenn es so einfach ist: Wäre ich Dir dankbar über entsprechenbde Verweise ;)
    Meine Auslese zu dem Thema ist nämlich bisher sehr spärlich ... und regt daher eher dazu an, selbst mal Entsprechendes zu entwerfen.

    Dass die meisten PP hier ähnlicher Meinung sind wie ich, hatte ich ja bereits vorangestellt vermutet. Und das ist auch gut so.
    Leider reichen 'Meinungen' allein eben nicht mehr unbedingt.
    Daher frage ich eben gezielt nach Literatur- und Studienmaterial hier.

    (An meinem jüngst verlassenen Schaffensort ist es das kleine - und etwas der Basis und dem Sinn der Sache entrückte - Kaderteam, das solche Prozesse durchdrücken möchte.
    Dies in beiden Fällen entgegen dem eigenen Hausstandard, der im QM hinterlegt war.
    Und dies entgegen der mehrheitlichen professionellen Haltung von ausführenden Angestellten.
    Letztlich auch entgegen meiner professionellen Haltung, der ich daraufhin auch noch damit ‚beglückt‘ wurde, diese Vorgehensweise in eigener Kaderfunktion an die Mitarbeiter meines Verantwortungsbereiches zu kommunizieren und für Umsetzung zu sorgen.

    Desweiteren erklärte man den Hintergrund wiederholt mehrfach mit der Betonung darauf, dass „diese ganze Gender-Thematik völlig überbewertet“ sei und man sich „allgemein davon lösen wolle“.

    Die Leitung Pflege/Pädagogik (Mitte 40, männlich) ergänzte die Begründung in anekdotischer Weise auch mehrfach damit, dass „sie sich auch vor kurzem auf der Chirurgie befunden hätte, weil eine nötige Operation anstand, dort auch nur Krankenschwestern vor Ort waren und man das ja auch über sich hat ergehen lassen müssen“. Überhaupt würde man „das in der allgemeinen Pflege längst nicht so pingelig nehmen, nur wir in der Psychiatrie das mit dem Gender-Gerede so aufblasen, dabei sei es doch alles das Gleiche, auch in der Fixation, unter Zwang etc. “.

    Im sehr kleinen Kaderteam der ebenso kleinen Klinik war ich dazumal tatsächlich der Einzige, der diese Begründung neben dem eigentlichen Entscheid als recht obskur wahrnahm – und blieb auch der Einzige, der für sich ein deutlich pflegefachlich-ethisches Problem darin sah, selbst ausführend zur Umsetzung dieses Entschlusses beizutragen bzw. dessen Ausführung gegenüber meinem Verantwortungsbereich an Mitarbeitern zu vertreten.)

    LG, Ingo
     
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