Gehaltsverhandlung nach Probezeit

Dieses Thema im Forum "Adressen, Vergütung, Sonstiges" wurde erstellt von pip2202m, 25.07.2010.

  1. pip2202m

    pip2202m Gast

    Hallo,
    ich bin examinierter Krankenpfleger und habe nun knapp ein Jahr nach meinem Examen meine Weiterbildung zur Klinischen Kodierfahkraft mit sehr gutem Erfolg abgeschlossen.
    Nun habe ich auch eine Anstellung in einer renommierten Privatklinik im Medizincontrolling und mein Einstiegsgehalt ist mit 2500,-€ brutto nicht schlecht würd ich sagen. Doch wenn man bedenkt, dass ich kein Urlaubs- oder Weihnachtsgeld bekomme, ist lediglich mein Monatsgehalt gestiegen, aufs Jahr umgerechnet bekomme ich aber das selbe wie davor als OP-Pflegekraft mit Einstufung 8a TV-L - ca 30000,-€/a.
    Nach 6 Monaten Probezeit soll mein Gehalt neu verhandelt werden. Ich weiss aber nicht wie hoch ich gehen soll, ohne unverschämt zu wirken...

    Sind 36000,-€/a mit Staatsexamen und Weiterbildung (welche ich mir im Übrigen auch selbst finanziert habe) zu hoch angesetzt? Kann ich diesen Betrag begründen mit:
    - 40h Woche
    - Bereitschaft zur (vom Haus finanzierten Weiterbildung) für GOÄ Abrechnung
    - Qualifikation (Staatsexamen + Weiterbildung)
    - teuere Weiterbildung selbst finanziert
    - Wert für die Klinik (wird sich natürlich erst nach ner gewissen Zeit herauskristallisieren)
    - Einsatz; muss mich ja auch in die Materie der Fachklinik einarbeiten
    - Wegfall von "sozialer Absicherung des öffentlichen Dienstes" hin zur Leistungsorientierung einer Privatklinik (kein Gewerkschaft)
    - Wegfall von Urlaubs- und Weihnachtsgeld
     
  2. sigjun

    sigjun Gast

    Das bedeutet, dass Du eine monatliche Lohnerhöhung von 500€ brutto forderst. Finde ich sehr gewagt.
    Dass Du Dir Deine Ausbildung selbst finanziert hast interessiert eher niemand. 40 Std./Woche sind nicht unüblich und ist m.E. keine Begründung.
    Die WB wird Dein AG Dir finanzieren, sicherlich auch die Freistellung, warum sollte er Dir dafür mehr Geld bezahlen?
    Deine Weiterbildung war sicherlich Voraussetzung um die Stelle überhaupt zu bekommen, warum sollte er dafür dann extra zahlen?
    Kannst Du bereits nach einem halben Jahr Probezeit heraustellen, dass Du für die Klinik einen so hohen Wertzuwachs bedeutest?
    Dass die soziale Absicherung wegfällt hast Du sicher vorher gewusst.
    Den Einsatz wird Dein AG erwarten, tut das nicht jeder neue AG, ohne diesen auch noch extra zu vergüten?
    Evt. kannst Du einen überdurchschnittlichen Einsatz ins Feld führen.
    Viele Häuser zahlen heute auch weder Urlaubs- noch Weihnachtsgeld und das war Dir sicher auch nicht unbekannt vorher.

    So ein bisschen habe ich das Gefühl, dass Du Dir entweder diese Dinge vorher nicht genug überlegt hast und nun Dein neuer AG bitteschön alles das leisten soll, was Du beim alten AG hattest, oder Dir fiel erst hinterher auf welche Einbußen Du wirklich hast.
    Da stellt sich mir die Frage, warum Du überhaupt gewechselt hast, wenn Du vorher diese ganzen Vorteile hattest?
    Dein Einstiegsgehalt finde ich übrigens schon im oberen Level angesiedelt.
    Dennoch viel Glück bei den Verhandlungen.
    Ich würde allerdings meine Argumente eher in der Richtung suchen, was Du für den AG leistest, als dass Du, in meinen AUgen, solche wählst, die fast nur Dir Vorteile bringen.
    Aber vielleicht hast Du ja Glück...
     
  3. ycassyy

    ycassyy Poweruser

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    Es kommt auch drauf an, wo du bist. Die Gehälter sind in vielen Regionen unterschiedlich. Und was deine Weiterbildung angeht: Bringt die deinem neuen AG etwas? Sonst hilft dir das gar nichts. Und andere Weiterbildungen werden durch die Freistellung sowie die (Schulungs-)Kosten durch den AG übernommen. Das bringt auch nicht mehr Gehalt.

    lg
     
  4. pip2202m

    pip2202m Gast

    >>Deine Weiterbildung war sicherlich Voraussetzung um die Stelle überhaupt zu bekommen, warum sollte er dafür dann extra zahlen?<<

    Naja, weil ich einer der wenigen eben mit dieser Fach-Ausbildung bin, so üppig sind Kodierfachkräfte hier in Obb. nicht gesät.
    Meine Mitbewerber waren im Übrigen "Medizinische Dokumentationsassistenten" mit einer dreijährigen Ausbildung - denen wurde ich vorgezogen.
    Ehrlich gesagt wusste ich das mit der sozialen Absicherung nicht, worauf ich aber auch ehrlich gesagt verzichten kann, wir leben nun mal in einer Leistungsgesellschaft und in keiner Betriebsratgesellschaft, und wenns hart auf hart kommt...ich kann mich nicht erinnern, dass unser Betriebsrat damals je irgendwas für uns Schüler getan hätte, auch wenn man von examinierten Pflegekräften hörte, die arbeitsrechtliche Probleme hatten, da hatte man nie gehört, der Betriebsrat hätte sich dafür oder dagegen eingesetzt...
    Meine neue Anstellung ging ratz fatz, von der Bewerbung bis zum ersten Arbeitstag vergingen keine zwei Wochen. Ich hatte tatsächlich keine Zeit darüber nachzudenken, musste ich aber auch nicht, weil ich sehr überrascht darüber war, dass mich eine so renommierte Klinik gleich kennenlernen wollte. Mir war nur klar, ich will da rein!

    >>So ein bisschen habe ich das Gefühl, dass Du Dir entweder diese Dinge vorher nicht genug überlegt hast und nun Dein neuer AG bitteschön alles das leisten soll, was Du beim alten AG hattest, oder Dir fiel erst hinterher auf welche Einbußen Du wirklich hast.<<

    Welche Einbußen bitteschön?? Ich habe keinerlei Einbußen. Das Geld ist das Gleiche, nur übers Jahr anders verteilt! Mir ist auch nicht klar, was Du mit "Vorteilen" meinst, ein Betriebsrat zeigte für mich persönlich noch nie irgendwie einen Vorteil...ob Urlaubsplan einfach umgeschrieben, Überstunden, unfaire Dienstplangestaltung, Mobbing, "aus dem Frei holen", Bettenschieben für schwangere Schülerinnen etc. da war nie ein übermäßiger Einsatz eines "Betriebsrates" zu sehen...

    >>Kannst Du bereits nach einem halben Jahr Probezeit heraustellen, dass Du für die Klinik einen so hohen Wertzuwachs bedeutest?<<
    Anders als in der Pflege im öffentlichen Dienst, wurde mir ausdrücklich nahegelegt, eigene Ideen einzubringen und auch umzusetzen, denn es sei kein "starres vor sich hinarbeiten" (wie ich es im übrigen von den öffentlichen gewohnt war; Eigeninitiative war noch nie gefragt, am besten das Gehirn am Eingang abgeben und nach Dienstende wieder mitnehmen) sondern vielmehr ein Entwicklungsprozess, um Arbeitsabläufe und Bürokratie zu minimieren. Und so konnte ich bereits in einigen EDV Programmen Änderungen vornehmen, um nicht jedes Dokument fünf mal abspeichern zu müssen oder Serienbriefe anders gestalten u. a. .... meine EDV Kenntnisse sind JETZT bereits ein kleiner Wertzuwachs für das Unternehmen.

    Also Deiner Meinung nach ist die Forderung zu hoch gegriffen, aber grundsätzlich soll man doch höher veranschlagen als man generell wünscht, ich sage ja nicht dass ich 36000/a verdienen will, würde mich mit 32000 schon mehr als zufrieden geben, aber wenn ich bei der Gehaltsverhandlung 32000€ angebe, wird er sich ins Fäustchen lachen und der Ansicht sein, ich verkaufe mich anständig unter Wert. Und wenns ganz dumm läuft reduziert er es vlt. gar noch auf 31000.:hicks:

    Also Deinen Beitrag fand ich jetzt allenfalls "suboptimal" und ausserdem die Ausdrucksweise mit einem etwas persönlich klingendem Unterton... :down:

    >>Bringt die deinem neuen AG etwas?<<

    Da ich im Medizincotrolling angestellt bin (nicht etwa in der Pflege) würd ich meinen, dass sie ihm was bringt, schliesslich wurde ich eben wegen dieser Weiterbildung eingestellt. Ich kann das DRG-System rauf und runter jonglieren und damit erheblich zur Erlössicherung des Hauses beitragen.
    Auch wenn die gesetzlich Versicherten Patienten in diesem Haus minimal sind.
    Deswegen mache ich ja eine weitere Schulung für die GOÄ Abrechnung
     
  5. ycassyy

    ycassyy Poweruser

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    Dann wurdest du ja bereits aufgrund deiner Weiterbildung eingestellt und kannst diese (leider) nicht mehr unbedingt in die neue Gehaltsverhandlung einbringen.

    Vielleicht bringt es aber was, wenn du vorweisen kannst, wieviel du deinem Betrieb bereits bringst und was für Ideen du für die Zukunft für deinen Betrieb hast.

    lg
     
  6. renje

    renje Poweruser

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    Mach dir keine so große Gedanken.

    Als Verhandlungsbasis finde ich das völlig o.k., denn das heißt jetzt wird verhandelt. Wenn dann zwischen 300-400€ übrig bleiben - bestens.

    Ich überlege mir auch nicht ob ich das vorher oder doch oder nicht gewußt habe.

    Argumentation beim AG xy bekomme ich, wenn ihr mich behalten wollt will ich das Selbe - natürlich gewählter ausgedrückt.
    Bist du in der Lage das so zu fordern, wie ist der Arbeitsmarkt im Umkreis, hast du wirklich eine Alternative?

    Ich meine ich bin das Wert weil ...

    Gehaltsverhandlungen haben immer was mit Pokern zu tun.
    1. muss ich Wissen was ich für ein Blatt habe
    2. wie weit ich gehen kann und will
    3. ich kann mit bluffen viel rausholen aber auch auf die Nase fallen.
    4. die Frage ist immer hat der Andere ein besseres Blatt
    5. kann ich es mir leisten evtl. zu "verlieren" und nach dem Motto neues Spiel neues Glück weitermachen

    Wenn dein AG dich frägt warum, dann würde ich ganz frech sagen, weil ich es Wert bin.

    Wenn der AG nicht zieht dann geh in die Offensive und lass den erklären warum du das nicht Wert sein solltest!

    Anschließend kannst du immer noch Begründen, warum du meinst, dass du es Wert bist. Nicht gleich das Pulver verschiessen!

    Viel Erfolg
     
  7. sigjun

    sigjun Gast

    Sorry, jetzt kann ich Dir nicht folgen. Zumindest verstehe ich nicht, was der Betriebsrat mit der soztialen Absicherung zu tun hat und an den habe ich dabei auch nicht gedacht, sondern Dinge wie zusätzliche Altersversorgung....sicherer Job.....ect.





    Genau eine solche Argumentation meinte ich um herauszustellen welchen Wert Du für das Unternehmen darstellst.

    Nein, ich meinte nur sie sei gewagt und dass Du eben gute Argumente brauchst um sie nicht überzogen klingen zu lassen. Einfach so zahlt Dir kein AG so viel mehr.
    Selbstverständlich sollte man nicht das fordern, was man haben möchte, sondern darüberhinaus gehen, aber Du musst dann auch gut pokern können und eben passende Argumente haben, so dass man sich evtl. in der Mitte einigen kann.


    Natürlich war mein Statement meine persönliche Meinung, ohne Anspruch darauf optimal zu sein. Die Beurteilung bleibt Dir überlassen. Wenn Du Dich persönlich angegriffen gefühlt hast, dann war das nicht beabsichtigt.
    Er sollte eher anregend wirken, Dir evtl. über eine noch bessere Argumentation Gedanken zu machen, von daher auch Vieles in Frageform formuliert.
    Nun, ging daneben, shit happen`s...
    Dennoch viel Erfolg
     
  8. Anna-Lena93

    Anna-Lena93 Newbie

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    Kann mir einer sagen wie man daran kommt als Normale Krankenschwester?
    Bzw kann man es auch Studieren?
     
  9. -Ben-

    -Ben- Stammgast

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    Fachpfleger für Psychiatrie, Student Pfl.-Manag.
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    Bayern
    Akt. Einsatzbereich:
    Allgemein-/Akutpsychiatrie
    Hier gem. TVÖD: Öffentlicher-Dienst.Info - TVöD
    Ja, du kannst z.B. Pflegewissenschaften studieren, bzw. Health Care Studies, auch dual (z.B. bei der HFH).
     
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