Gefährliche Pflege, arbeitsrechtliche Schritte

Dieses Thema im Forum "Gesetze und Rechtsfragen in der Altenpflege" wurde erstellt von Silas24, 18.03.2010.

  1. Silas24

    Silas24 Newbie

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    Hallo miteinander,
    kurz zum Hintergrund.
    Ich arbeite als WBL in einer stationären Einrichtung. Ablauf und Alltag laufen soweit akzeptabel, wobei Verbesserungen "immer" möglich sind.

    Mit zwei MA klappt jedoch sehr vieles nicht. Aufgaben werden nicht erfüllt, andere nur schlampig ausgeführt ect.

    Nun passierte folgendes.
    Kam zur Folgeschicht zur Übergabe, bei einer Bew. war der Notarzt gewesen, Infusion gelegt, Braunüle steckte noch.
    Die MA erklärte mir bei der Übergabe sie habe die Infusion entfernt, Braunüle aber nicht gezogen.

    Kurz nach der Übergabe meldete sich die betroffene Bew. per Rufsystem.
    Im Zimmer fand ich dann folgende Situation. Die MA hatte zwar das Infusionsbesteck entfernt, jedoch die Braunüle nicht verschlossen. Die anschließende Rückblutung hat zu einem nicht unerheblichen Blutverlust des Bew geführt die dieser erst spät bemerkte.
    Dem Bew. ging es soweit gut, auch wenn ein guter teil des bettes blutverschmiert waren.

    Dieses Bsp. ist nur das neueste in einer ganzen Reihe von Fällen von gefährlicher Pflege und schlampiger Arbeitsweise. Bisher hat jedoch nichts ausgereicht das unsere Leitung energisch durchgegriffen hat.

    Was ist eure meinung wie man mit betreffender MA und der beschriebenen Situation umgehen sollte.

    Liebe grüße,
    Silas
     
  2. Maniac

    Maniac Poweruser

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    Diesem als Einzelereignis würde ich keine soooo große Bedeutung beimessen.
    Wenn es aber tatsächlich so gehäuft ist, dass sie schlampig arbeitet und du das bereits auch öfter mal an deine PDL weitergegeben hast, klingt es nach einer Abmahnung.

    Ansonsten erstmal ein ernstes Gespräch mit deiner PDL/direktion, der MA und dir...
     
  3. Silas24

    Silas24 Newbie

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    Ich bin einfach absolut baff gewesen wie man das vergessen kann.

    Ein anderes Bsp: Weglaufgefährdete Bew. mit hoher Sturzgefahr war auf dem gang unterwegs und wurde dort von mir gefunden. Betreffender MA übergab ich die Bew. mit dem hinweis ihr bitte umgehend die Hüftprotektoren anzuziehen und zur GP ins zimmer zu begleiten, (es war Beginn des Frühdienstes)

    10min später findet ein Kollege die Bew, gestürzt, ohne Hüftprotektoren, Folge, starke Schmerzäußerung untere Extremitäten, Fraktur des o.Arms. Inzwischen zusätzlich einHämatom von knapp 25cm an der Hüfte.

    Ich könnte noch weitere Bsp. aufzählen. Fakt ist das die MA nicht aus ihren Fehlern lernt und ihre arbeitsweise in vielen punkten schlampig und aus meiner Sicht, Bew.gefährdend ist.

    Gespräche gab es schon einige. PDL, HL sind über die Vorfälle informiert.
    Aber wie nun weiter.

    Liebe Grüße,
    Silas
     
  4. Feli

    Feli Poweruser

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    Hallo Silas24,

    woran kann das denn liegen, dass sie aus ihren Fehlern nicht lernt? Und was sagt sie, wenn Du sie z.B. fragst, warum sie die Braunüle offen gelassen hat? Vergessen? Nicht besser gewusst? (Das wäre allerdings schon 8O ) Und wie lange ist die MA schon bei Euch? War sie schon immer so oder ist das jetzt erst neu aufgetreten?
     
  5. Maniac

    Maniac Poweruser

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    Wie gesagt:

    Gab es bereits Gespräche zwischen der Pflegedirektion und der MA?

    Wenn ja, wäre der nächste Schritt eine Abmahnung...
     
  6. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Welche Ausbildung liegt überhaupt vor? Welchen Aufgabebereich hat sie? Umfang des Aufgabenbereiches?

    Elisabeth
     
  7. Silas24

    Silas24 Newbie

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    Es handelt sich um eine Pflegefachkraft, ehemalige Praxisanleitung, Berufserfahrung 7 Jahre.
    Aufgaben sind die normalen behandlungs- und pflegerischen Aufgaben eine Fachkraft.

    Auf Ansprache äußerte die MA sich das sie aufgrund von zuviel Stress es nicht beachtet hätte. Ein übermäßiger Arbeitsauffwand war in dieser Schicht jedoch nicht feststellbar.

    leider sehe ich die MA in ihrer gesamten Arbeitsweise als unzuverlässig an und mit ihren Aufgaben heillos überfordert. Kündigung oder Runterstufung zur Hilfskraft wären Möglichkeiten, jedoch hängt das natürlich von der HL und PDL ab und nicht mir.

    Was für Erfahrungen habt ihr mit änlichen Fällen gemacht.

    Gruß,
    Silas
     
  8. hk-um

    hk-um Senior-Mitglied

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    Also in meinen Augen können Sie Verfehlungen der Person nur an die PDL und HL melden und wenn es völlig unmöglich wird den Dienst mit dieser Pflegefachkraft zu verrichten, diesen bei der der PDL und HL schriftlich zu verweigern um sich selbst keiner Strafverfolgung auszusetzen.
    Sie müssen sich dann aber bewußt sein, dass wenn alle anderen Mitarbeiter im Haus sehr wohl mit der Dame zusammenarbeiten können, es auch dazu führen kann, dass man von ihrer weiteren Mitarbeit abstand nimmt.
    Ich für meinen Teil habe als Pflegehelfer auch die Konsequenzen gezogen, wo in einem Haus die Pflegedokumentation schlampig, die freiheitsentziehenden Maßnahmen nicht dokumentiert und noch weitere Mißstände vorhanden waren. Da ich ansonsten nicht nur die Berechtigung zur Berufsausübung als Pflegehelfer, sondern auch die für mein Studium und die anschließende Berufsausübung in Frage gestellt werden könnte.
    Nur ich gehe davon aus, dass die Vorfälle nicht so gravierend sind, dass sich die PDL und HL gezwungen sieht zu reagieren. Denn in manchen Fällen sieht man als Kollege die Situation wesentlich schlimmer, als z.B.die PDL. Wobei manches Heim auch jeden hält um den Pflegeschlüssel zu erfüllen.
     
  9. Sr. isabel

    Sr. isabel Junior-Mitglied

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    Mir kommt das schon ein wenig so vor, als ob du ein persönliches Problem mit der Kollegin hast. Sorry, wenn ich das so deutlich sage.

    Wir sitzen doch alle in einem (voll stressigem) Boot, da passieren schonmal Fehler. Wer wirft da den ersten Stein?

    Ob eine Beschwerde bei der PDL der richtige Weg ist, möchte ich bezweifeln, unter Kollegen sollte man einen anderen Weg wählen. Ich persönlich würde immer zuerst das Gespräch mit der Kollegin suchen, die sicherlich nicht ohne Grund so unkonzentriert arbeitet.

    Vielleicht steht sie so dermaßen unter Stress, weil sie von ihren Kollegen bei der PDL angeschwärzt wird, denk mal drüber nach.
    Ich arbeite seit mehr als 30 Jahren im Krankenhaus, ich bin noch nie zur PDL gerannt um mich über jemanden zu beklagen (Grund wäre sicher mal da gewesen) und wenn einer sich über mich beklagen würde, ich wäre entsetzt, enttäuscht und schwer getroffen.:-?

    Mir selber ist es einmal passiert, dass eine unverschlossene Braunüle vor sich hin geblutet hat, ich hätte schwören können, dass ich sie verschlossen habe,meine Kollegin hat´s gesehen, wir haben das Bett neu bezogen und fertig. Im Nachhinein hat sich herausgestellt, dass der Pat. den Mandrin, selbst entfernt und in der Schublade versteckt hat.

    Unfälle mit Frakturen kommen immer wieder vor, vielleicht stürzt morgen ein Patient, den du mal kurz aus den Augen gelassen hast.

    Deine Andeutung, sie runterzustufen als Hilfskraft oder ihr zu kündigen, finde ich ganz schön krass.
     
  10. Mari1981

    Mari1981 Senior-Mitglied

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    Hallo!
    Also mir ist klar, dass alle mal Fehler machen können, dass mal
    Sachen passieren können, die so nicht passieren sollten,
    aber wenn die Kollegin so ist, wie sie hier beschrieben wird
    dann finde ich ist ihr Verhalten nicht zu entschuldigen!
    Ich meine, die PDL hat doch schon öfter mit ihr über
    ihre Arbeitsweise gesprochen und es ändert sich noch immer
    nichts. Wenn man sich soooo gestresst fühlt das man seine
    Arbeit nur noch schlampig und v.a. menschengefährdend aus-
    üben kann, dann sollte man sich was anderes suchen!!

    @Sr.Isabel: Also wenn du dauernd Fehler machen würdest und
    sich jemand über dich beschweren würde und du dann wirklich
    entsetzt, schwer getroffen und verletzt wärst deswegen, dann bist du nicht kritikfähig! Und wenn man Fehler macht sollte man doch daraus
    lernen und an sich arbeiten.
    Und man kann vor allem sich immer wiederholende Fehler nicht
    damit begründen das man Stress hat!! Denn dann passiert es
    irgendwann das jemand stirbt weil eine Pflegeperson fahrlässig
    gehandelt hat und dann hat man den Salat und vor Gericht intesessierts
    keinen ob du einen stressigen Tag hattest.
    Auch wenns hart klingt, aber entweder kann man mit dem stressigen
    Alltag auf Station, Pflegeheim/dienst etc. umgehen, wenn nicht
    sollte man den beruf wechseln.
     
  11. thorstein

    thorstein Poweruser

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    Für arbeitsrechtliche Schritte ist die Pdl oder HL zuständig. Als WBL sollte man aber solche Beobachtungen weiterleiten. Schließlich ist man für die sichere Pflege in seinem Bereich verantwortlich. Reagiert die Leitung nicht, wäre im Wiederholungsfall eine Überlastungsanzeige ratsam, dies auch zur eigenen Absicherung. Inwieweit du selbst Massnahmen ergeifen kannst, ergibt sich aus der Stellenbeschreibung.
    Bei fachlicher Überforderung der Kollegin wären vielleicht Nachschulungen sinnvoll. Bei persönlicher Überforderung könnte man auch über eine Versetzung oder eine Reduzierung des Deputats nachdenken.
    Bekanntlich gibt es immer eine Sympathie- und eine Sachebene. Sollte es auf der Sympathieebene auch Probleme geben, müssen entsprechende Kritikpunkte auf der Sachebene noch genauer angeschaut werden.
    Wenn man eine Bewohnerin ohne Protektoren findet, warum legt man diese dann nicht schnell selbst an? Ist die Übergabe der Bewohnerin nicht schon eine Provokation? Nach dem Motto:Hier, hast du wieder nicht aufgepasst? Mach jetzt mal deine Arbeit?

    Grüsse
     
  12. Joerg

    Joerg Poweruser

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    Isabel hat was von persönlichen Gesprächen gesagt.
    Ich wäre auch verärgert wenn mein Vorgesetzter gleich zur PDL rennen würde wenn ich Fehler mache, anstatt erstmal das Gespräch mir mir zu suchen.
    Das hat nichts mit fehlender Kritikfähigkeit zu tun, sondern mit Respekt.
     
  13. Joerg

    Joerg Poweruser

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    Na na, mal langsam mit den jungen Pferden.
    Eine Runtergruppierung ist ja nunmal so einfach nicht, das würde ja eine Änderungskündigung bedürfen und da würde ich jedem MA der sowas erhält erstmal den Gang vors Arbeitsgericht empfehlen.
    Das Thema Kündigung ist noch besser. Gibt es bereits Abmahnungen?? Wenn nein, könnte der AG vor dem Arbeitsgericht aber böse auf die Nase fallen. Ich glaube Deine PDL/HL sehen das Ganze ein wenig realistischer als Du.
    Du bist WBL, da sollte man doch annehmen, dass Du Dich im Arbeitsrecht soweit auskennst, dass Du weist, dass Deine Vorschläge sehr unrealistisch sind. Wenn nicht, wäre ein Arbeitsrechtsseminar sicher sehr hilfreich!
     
  14. Fearn

    Fearn Poweruser

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    Also ich weiß nicht, ob ich da persönlich aktiv werden müßte. Wenn mir das zu suspekt wäre, würde ich das schriftlich bei dem Vorgesetzten einreichen und damit wäre der im Zugzwang etwas zu unternehmen oder ein Gespräch zu führen. Arbeitsrechtliche Schritte einzuleiten, daß übersteigt die Kompetenzen in denen ich mich bewegen kann. Mit der Meldung an den Vorgesetzten ist der informiert und kann handeln. Tut er das nicht, dann wird er sicherlich irgendwann die Verantwortung für das Unterlassen Einzugreifen tragen müssen. Es hat keinen Sinn da selbst aktiv zu werden und außer einen Vorwurf Du das wäre Mobbing wird da zunächst nicht viel herauskommen. Ich hatte mal eine ähnlich gelagerte Sache. hab den Vorgesetzten informiert und man bekommt erstmal eine ganze Menge Ärger. Wie Du schon gelesen hast wird zunächst vermutet, man hätte persönlich etwas gegen den Mitarbeiter. Kurze Zeit später stellte sich eine neurologische schwere Erkrankung bei der Mitarbeiterin heraus, für die ein mehrmonatiger stationärere Aufenthalt und eine Behandlung notwendig war. Die Mitarbeiterin hatte diese Unterlassungen sicherlich alle tatsächlich begangen, aber nicht bösartig und absichtlich, sondern aus einer Krankheit heraus. Was man nur sehen konnte war: Da stimmt doch was nicht.-
    Es ist nicht so, daß sich irgendeiner nachdem die Behandlungsbedürftigkeit festlag sich irgendeiner bei mir entschuldigt hätte von den Vorgesetzten, die das überhaupt nicht fein fanden, daß ich ab irgendeinem Zeitpunkt etwas zu der Arbeitsweise gesagt hatte. Nun vielleicht kann man das auch nicht erwarten. Es ist auch nicht so, daß ich damals bösartig gegen die Kollegin gewesen wäre, sondern so, daß ich als es zu krass wurde gesagt hatte:" Da stimmt doch was nicht. Das geht so nicht weiter. Es wird gefährlich." Die Mitarbeiterin schrie lauthals. " Mobbing." und keine 2 Monate später stellte sich die Erkrankung heraus. Mir tat das eher leid. Es ist heutzutage nicht so, daß man mit so einer Beobachtung leicht durchdringt. Und man muß schon im Hinterkopf haben, daß dahinter nicht immer eine schlampige Arbeitsweise steckt. Je mehr Du nun schimpfst, desto schwerer wird es für die Mitarbeiterin die Fehler macht. Könnte man sie fragen, ob man helfen kann, oder ob es ihr körperlich und mental gut geht. Eine Hilfestellung ist sicherlich nicht das Schlechteste was einem in der Situation anbieten kann. Bei uns ging das ca 12 Monate und ich hab die Mitarbeiterin sicherlich darauf angesprochen: "Du was ist denn los, da ist doch was nicht in Ordnung. Schau doch mal." Die Mitarbeiterin war mit der Vorgesetzten befreundet und außer: "Das war früher nicht SO." bekam ich damals keine Antworten darauf, daß ich gesagt hatte:" Das da irgendetwas vorläge, und das Pensum nicht mehr bewältigt würde, das nötig sei." Man gerät da schon auf die Schiene, man wollte der Kollegin etwas Böse, auch wenn das nicht der Hintergrund ist. Du erlebst das ja auch als Reaktion hier. Natürlich ist man böse, wenn man nur noch "Mist " übernimmt oder bei seinen Aufgaben behindert wird, weil man die Schicht danach machen muß. Ich stand damals regelmäßig im Frühdienst ohne daß die Tabletten und Infusionen für den Frühdienst gestellt waren (was die kleinsten Fehler waren, die passierten.) Wenn ich dann morgens loslegen wollte, oops,- dann stand ich ohne die Medikamente da und ohne die Zeit das mal eben nachzuarbeiten. Ich bin damals morgens 1 Stunde früher zum Frühdienst, weil ich davon ausgehen konnte, daß ich das erstmal nacharbeiten mußte. Ich wäre sonst jämmerlich abgesoffen. Der Zustand ging über 2 Jahre,- und ich weiß nicht ob ihr Euch vorstellen könnt, wie man da steht, wenn man kein Zeitfenster mehr erhält die Medikamente für die Patienten nachzustellen in seiner Schicht.- Die anderen Mitarbeiter merkten das zwar auch, redeten darüber,- es war aber bei einigen dann so, daß was nicht da war, bekamen die Patienten dann einfach nicht. -Da ich damals die einzige Schwester war, die auf der Abteilung fest eingesetzt war, mit der Kollegin fiel mir das natürlich am meißten auf und ich hab dann die Arbeiten von denen ich wußte, daß die zu 90 % nicht erledigt waren, und die ich morgens jedoch benötigte möglichst noch in meiner Schicht mit erledigt. Das hieß täglich früher kommen, oder 1 Stunde länger bleiben und vorarbeiten. Manche Sachen konnte man nicht vorarbeiten.- Sicher macht das macht schon etwas böse und knurrig. Vor allem wenn man schon 100 mal gesagt hat:" Du das geht nicht!". Liebe Grüße Fearn.
     
  15. hk-um

    hk-um Senior-Mitglied

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    Fearn danke für den Fall. Denn sowohl so etwas kann vorkommen, als auch noch etwas schlimmer zumindest vom charakterlichen bei Mitarbeitern, dass bei einer DGKS häufi Medis fehlten usw.
    Logischer Weise bekommt die Schwester ziemlichen Ärger und sie stand deshalb kurz vor der Kündigung. Nur irgendwem kam es etwas spanisch vor weil die DGKS eher für Exaktkeit und ähnliches bekannt war und nicht für Schlamperei und gefährliche Pflege.
    Das Ergebnis hatte dann zwar auch Konsequenzen, nur nicht für die DGKS. Sondern jemand anders zog es vor sich in "Luft" aufzulösen, bevor es arbeit und strafrechtliche Folgen haben konnte.Weil noch nicht genau festgestellt werden konnte, welche DGKS sich an den Medis usw. beschäftigt hatte.
    Selbstverständlich war das Betriebsklima damit in der Einrichtung ziemlich gestört und die zuerst verdächtigte DGKS hatte eigentlich nur Glück, das jemand jemanden Kannte, welcher an sie glaubte.
    Von daher Vorsicht bevor man die Kettenhunde los macht. Überprüfen und Untersuchen ja, nur möglichst im Stillen sonst wird viel Porzellan zerschlagen und dann ist das Arbeitsklima im Haus meist nur mit drakonischen arbeitsrechtlichen und personalpolitischen Mitteln seitens der Geschäftsleitung wieder herzustellen.
     
  16. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Was mich sehr verwundert bei der Kollegin: sie ist ja laut deinen Angaben hochqualifiziert.
    Warum verändert sich da die Arbeitsleistung?

    Bevor du mit Sanktionen reagierst, weil sie deine Forderungen nicht umsetzt... wie wäre es erst mal mit einem persönlichen Gespräch, indem ihr mal nicht ihre Fehler um die Ohren gehauen werden sondern wo man einfach mal beleuchtet: was ist los? Manchmal macht der Ton schon die Musik... und vor allem der nciht laute Ton der Körpersprache.
    Eien Kritik ist dann schnell als persönlicher Angriff zu sehen.

    Ob der TE für so ein Gespräch geeignet bist, wage ich zu bezweifeln. Sie dürfte bereits zuviel Porzellan zerschlagen haben. Auch ein "Vorladen" zu einem gemeinsamen Gespräch bei der PDL halte ich unter den gegebenen Umständen für schwierig.

    Insgesamt scheint es eine verfahrene Kiste. Gibst bei in der Einrichtung sowas wie einen Betriebsrat, eine MAV? Ich könnte mir vorstellen, dass die Kollegin vielleicht dort das Vertrauen aufbauen könnte und ein klärendes Gespräch geführt werden kann... mit allen ev. Folgen.

    Hat man eigentlich mal über eine Burnout-Entwicklung nachgedacht? Bei dem Einbruch nach so einer Qualifizierungshöhe wäre das nicht undenkbar. In dem Falle ist es besonders schwierig sich einen Leistungseinbruch einzugestehen.

    Elisabeth

    PS Mich erschreckt übrigens die Härte und wenig sensible Aussage mancher Post hier. Niemand ist gefeit davor, unter welchen Umständen auch immer, die eigenen und fremde Anforderungen nicht mehr bedienen zu können. Dies kann man manchmal schneller kommen als man will.
    Bei manchen Post hat man den Eindruck, dass eher darüber nachgedacht wuird, wie man die Kollegin möglichst elegant loswird.
     
  17. Sr. isabel

    Sr. isabel Junior-Mitglied

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    @ Mari, Woran machst du "Kritikfähigkeit" fest? Bedarf es einer Kritik,oder reicht ein "Darauhinweisen" wenn man tatsächlich mal vergessen hat eine Braunüle abzustöpsel, ist es nötig einen Patienten "weiterzureichen" anstatt selber schnell die Protektoren anzulegen?

    Wenn ICH dauernd Fehler machen würde, würde ich mir wünschen, dass die Kollegen das Gespräch mit mir suchen, mal hinterfragen was mit mir los ist und ein Stück weit Verständnis zeigen. Alle die in der Pflege arbeiten kennen doch die ständige Überlastung, den ständigen Personalmangel, wie schnell geht da mal was unter.

    Ich hatte vor Jahren eine Situation im ND, die ich bis heute nicht vergessen habe. Damals haben wir grundsätzlich noch zu zweit gewacht.

    Meine Kollegin kam verspätest-- und völlig betrunken-- zum Dienst, sie hatte private Sorgen, ich wusste davon.
    Was sollte ich tun? Die PDL anrufen, mit dem Ergebnis, dass meine Kollegin tierisch Ärger bekommt und event. entlassen wird. Natürlich hätte man sie sofort nach Hause geschickt und ich wäre alleine im Dienst gewesen.

    Nein, ich habe sie "schlafen gelegt" und den Dienst alleine gemacht, ich habe sie "gedeckelt" und mich die Nacht über "krumm" gemacht. Natürlich war ich sauer, hatte aber doch Verständnis für sie.

    Natürlich habe ich sie zusammengestaucht, als sie kleinlaut in der Nacht aus der Versenkung kam. Wie dankbar sie mir war, könnt ihr euch ja vorstellen.Die PDL hat davon nie etwas erfahren.

    Ich arbeite Gott sei dank in einem Team , wo Hilfbereitschaft, Verständnis und Sorge um den anderen groß geschrieben wird.
    Wenn es mal jemandem nicht so gut geht, arbeiten die anderen für ihn mit. Unser Krankenstand ist trotz Überlastung sehr gering, nicht zuletzt weil wir uns alle "liebhaben", nach dem Motto: Alle für einen, einer für alle!:-)


    Dass das nicht überrall so ist, habe ich erfahren, als ich für einen Monat auf einer anderen Station ausgelagert war. Der "bissige Umgangston" dort hat mich richtig belastet.
    Ein Beispiel: Kollegin zum Kollegen: Vorwursvoll, du hast die Temperatur bei einem Patienten nicht eingetragen, der OA war stinkesauer und ich hab Ärger gekriegt wegen dir.
    Das hat der besagter Kollege nicht einfach hingenommen, sondern den ganzen Spätdienst über hat er sich nicht beruhigen können und krampfhaft gesucht um seiner Kollegin einen "Fehler" nachzuweisen. Er würde auch fündig, es fehlte ein kleiner roter "Puls-punkt" in der Kurve eines Patienten und am nächsten Tag hat er ihr das gnadenlos übergebraten.

    Soviel zur Kritikfähigkeit und zur Kollegialität mancher Menschen.Auf dieser Station läufts nach dem Motto: Wie du mir, so ich dir!!:streit:

    Wir haben einen sehr nervenaufreibenden anstrengenen Beruf,:nurse: da müssen wir uns nicht noch gegenseitig das Leben schwermachen.
    Wir können nur miteinander arbeiten, nicht gegeneinander
     
  18. Kabolmaus

    Kabolmaus Newbie

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    Mitglied in der AG Pflegestandards, sonst "normale" Krankenschwester
    Also Leute, wie ich sehe sind die Meinungen ja doch schon sehr unterschiedlich!
    Ich verstehe die eine Seite (die Verständnisvollen) aber auch die andere (die Genervten).
    Klar, jeder macht Fehler, gerade in unserem sehr stressigen Job. Aber es kommt darauf an was für Fehler das sind! Sind diese evtl. berdohlich für den Pat. oder Bewohner. Eine Flexüle nicht zu verschließen ist auf den ersten Blick nicht schlimm, aber was wäre wenn der Bew. Falithrom oder Macumar einnimmt? Kennt Ihr von all euren Pat oder Bew die Medikation auswendig? Ich arbeite auf einer 40 Betten-Station, und kenne sie nicht alle aus dem Kopf.

    Das Gespräch mit der Mitarbeiterin suchen, klar das ist korrekt. aber das ist ja schon alles passiert (wenn ich richtig gelesen habe). Meldung an die PDL auch!

    Ich hatte auf meiner ehemaligen station auch eine kollegin ( Krankenschwester) wo einige Sachen vorgefallen sind. Das Gespräch(e) wurde gesucht und geführt, aber es änderte sich nichts. Im Gegenteil, bei Vorkommnissen wurde dann gesagt "das war der und der" oder einige Arbeiten wurden dann erst gar nicht erledigt mit der Ausrede " das wußte ich nicht", obwohl es zum Teit Routinearbeiten sind.
    Die PDL unternahm nichts, "So ist sie halt! Wir müssen sie so nehmen wie sie ist. jede Station hat ihr schwarzes Schaf".

    Leute, das man dann zumSchluß nicht mehr mit der Kollegin zusammenarbeiten will, weil man dann selbst zu Verantwortung gezogen wird, ist doch klar. Und dann kann ich es verstehen, das diese Sache zur persönlichen Angelegenheit wird.

    Wenn es noch Abteilungen und Stationen gibt, wo Kollegialität groß geschrieben wird, dann können die sich mehr als glücklich schätzen. Früher war das gang und gebe! Heute ist sich jeder selbst der nächste, und man brauch nicht damit zu rechnen das die Kollegen hinter einem stehen, wenn es mal hart auf hart kommt. Schade eigentlich!

    Liebe Grüße
     
  19. Silas24

    Silas24 Newbie

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    Danke erstnmal für das Feedback.

    Isabel: es geht hier nicht um persönliche Problematiken. Sei versichert das diese hier nicht mitspielen. Rein die Fehleranheufung macht mir schwer zu schaffen. Das ganze reicht von Fehlern in der Dokumentation, (fehlende handzeichen bei behandlunsgpflege über Wochen, verzicht auf Erhebung von Vitalweren, med.Gabe bei bestimmten be. vergessen, Fehler im BTM-Buch ect. ich könnte da wirklich noch einiges schreiben.

    So gesehen sind einzelne fehler entschuldbar und ich wäre der letzte der da Kollegen angehen würde, nicht meine Art. Und sicherlich renne ich nicht wegen jedem problem zur PDL, das klären wir auf Stationsbene.

    Jedoch: Es nützt nix, weder gespräche mit mir als WBL auf kollegialer Basis, noch sachliche, noch bereits geführte Gespräche mit HL und PDL.

    Thorstein: Ich denke nicht das es eine Provokation war als ich die Bew am Gang gefunden habe und man daraus den Schluss ziehen könnte das jemand seine Arbeit nicht getan hat. Es war einfach der logische Schluss da die Bew im Bereich ihr Zimmer hatte in dem die Kollegin war und diese betreute.
    Verweise auf Arbeitsrechtschulungen sehe ich ebenfalls Fehl am platz. Und ich bezweifle das HL und PDL das ganze realistischer sehen als ich. Mögliche Schritte die ich oben genannt habe währen Arbeitsrechtlich möglich da die Rahmenbedingungen absolut vorliegen. meine Frage belief sich deswegen auch auf Erfahrungen die ihr mit derartigen Problemen gemacht habt, um eben solche "krassen" Folgen zu vermeiden.
    Gruß,
    Silas
     
  20. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Intensivüberwachung
    Ich möchte noch mal einen Aspekt aus der Diskussion aufgreifen.
    Wenn ich dich recht verstanden habe, bestand diese Problematik ja nicht schon immer sondern nimmt allmählich an Intensität zu..
    Sind jegliche krankheitsbedingten Leistungseinbußen abgeklärt? Sie erlebt eine massive Leistungseinbuße nach einer eigentlich sehr guten Qualifikation.

    Gespräche und Gespräche sind ja nicht unbedingt dasselbe. Darf ich fragen, wie ihr das Gespräch aufgebaut hattet? Stand im Mittelpunkt der Fehler, oder war es die Befindlichkeit der Kollegin? Was ist ein Gespräch auf kollegialer Basis?

    Zum runterstufen. Du wirst max. eine Einstufung als einfache GuK ereichen, mehr nicht. Eine Einstufung darunter ist nicht möglich. Das geben auch deine Rahmenbedingungen nicht her... selbst wenn das in eurer Sicht ein wirksames Erziehungsmittel wäre. Diese Art der Bestrafung führt euch ohne Umwege zum Arbeitsgericht.

    Elisabeth
     
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