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Dieses Thema im Forum "Leben und Tod im Krankenhaus, Umgang mit Sterbenden" wurde erstellt von Ute, 25.07.2004.

  1. Ute

    Ute Poweruser

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  2. Astaroth22

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    Hallo,

    da hab ich auch zwei schöne:

    1.
    Es sind die Lebenden
    Die den Toten
    Die Augen schließen
    Die den Lebenden
    Die Augen öffnen

    2.
    Im Angesicht des Todes

    Wenn es soweit sein wird
    Mit mir
    Brauch ich den Engel
    In dir

    Bleibe still neben mir
    In dem Raum
    Jag den Spuk der mich schreckt
    Aus dem Traum

    Sing ein Lied vor dich hin
    Das ich mag
    Und erzähle was war
    Manchen Tag

    Zünd ein Licht an das Ängste
    Verscheucht
    Mach die trockenen Lippen
    Mir feucht

    Wisch mir Tränen und Schweiß
    Vom Gesicht
    Der Geruch des Verfalls
    Schreckt dich nicht

    Halt ihn fest meinen Leib
    Der sich bäumt
    Halte fest was der Geist
    Sich erträum

    Spür das klopfen das schwer
    In mir dröhnt
    Nimm den Lebenshauch wahr
    Der verstöhnt

    Wenn es soweit sein wird
    Mit mir
    Brauch ich den Engel
    In dir
     
    #2 Astaroth22, 06.11.2004
    Zuletzt bearbeitet: 07.11.2004
  3. Nutella Woman

    Nutella Woman Poweruser

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    Das lange Sterben ….



    Du willst wissen was das Alter ist
    Nichts weiß ein Mensch vom Tod
    Aber vom Sterben kann ich dir erzählen
    Vom Sterben, das im Alter beginnt
    Leise, fast behutsam raubt es dir Alltägliches

    Keine Milch mehr im Kaffee
    Vergessen die Toilette zu spülen
    Wie schalte ich das Fernsehprogramm um?

    Das Sterben beginnt mit dem Sitzen, Liegen- ohne Müdigkeit
    Begleitet von den Wiederholungen am Vormittag
    Unterhalten von den Talkshows am Nachmittag
    Noch vor den 20 Uhr Nachrichten schläfst du

    Das Sterben findet vor dem Fenster statt
    Stunde um Stunde schaust du hinaus
    In ein Bild, in dem vielleicht nur ich nichts erkenne
    Es schmerzt mich nicht, dich sterben zu sehen, es verwundert mich

    Ich frage mich ob du dich vermißt
    Wie ist es, den Menschen zu verlieren, mit dem das Leben entstand?
    Glaubst du das der Schmetterling seine Raupe vermißt?
    Vielleicht bist du für dich immer noch du

    Manchmal wieder das Kind
    Das mit seinem Essen spielt
    Manchmal die Dame
    Die über ihrem Nachthemd ihren Pelzmantel trägt
    Manchmal das junge Mädchen
    Das verschmitzt über eine Bemerkung lächelt, ohne Zähne im Mund
    Manchmal das Baby
    Das in sein Bett näßt
    Manchmal die Frau
    Die ihren faltigen Körper schamhaft mit einem Handtuch umhüllt

    Das Sterben dreht das Leben
    Jetzt bringe ich dich ins Bett
    Decke dich zu und schaue später noch mal nach dir
    Wenn ich könnte würde ich dich zurückholen
    Aber ich weiß nicht wohin du gehst
    Zum Sinn des Lebens und des Sterben?
    Ich möchte dir helfen diesen Weg zu gehen
    Doch ob du das möchtest – das hast du vergessen ....
    © Undertaker



    Versuchung ....


    Wenn die Farben trostlos verblassen
    Wenn ein Schleier dir die Welt verschließt
    Wenn deine Ziele zu Staub verfallen
    Und du nicht mehr weinen kannst

    Wenn deine Überzeugungen bröckeln
    Wenn du nur der vergehenden Zeit nachrennst
    Wenn deine Lieblingsmelodie dir unerträglich wird
    Und du nicht mehr träumen kannst

    Wenn keiner dir mehr zuhört
    Wenn jeder dich belügt
    Wenn die Wirklichkeit erstickt
    Und du nicht mehr glauben kannst

    Wenn alles auf dich einstürzt
    Wenn jeder an dir zerrt
    Wenn keiner da ist der dich hält
    Und du nicht mehr hoffen kannst

    Dann laß dich einfach fallen
    In mein schwarzes Herz
    Ich werde sanft dich fangen
    Der Preis ist nur deine Ewigkeit

    Wenn alles dich bedroht
    Werde ich leichtens siegen
    Du fragst nach meinem Namen?
    Nenn mich einfach: Tod ....
    © Undertaker
     
    #3 Nutella Woman, 07.11.2004
    Zuletzt bearbeitet: 07.11.2004
  4. Lindarina

    Lindarina Senior-Mitglied

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    Häuslicher Intensivbereich
    Gedicht

    Habe auch noch ein Gedicht

    Der Weg

    Ist der Herr der Weg den du gegangen bist?
    Der Weg ohne Steine und Hindernisse?
    Ein Weg ohne Probleme?
    Und ohne deine Familie und Freunde?
    Vergessen die Zeit mit dir und deinen Träumen?Hab es gesehen, deinen Anfang vom Weg.
    Kann ich es jemals vergessen?Verstehen?
    Warum?
    Konnte ich den Weg verhindern? Mit Zeit?
    Hass der in mir lodert
    gegen Personen denen ich nicht mehr vertrauen kann.
    Und deine Träume?
    Keiner kann den Platz ersetzen den de eingenommen hattest!
    Wirst du über uns wachen und uns beschützen
    vor dem Weg den du gegangen bist?
    Uns helfen Probleme zu bewältigen oder ihnen aus dem Weg zu gehen?
    Vergessen die Zeit mit dir wollen wir nicht.
    Können wir auch nicht!

    Von Sina Hemmelmann
    In Liebe, Dankbarkeit und stillen Gedenken an meinen Opi.
     
  5. felonia

    felonia Junior-Mitglied

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    LRA, Azubi Gesundheits- und Krankenpflege
    Ort:
    Neuwied
    Vergangenheit

    Traurige Gedanken, die niemals enden wollen.
    Traurige Gedanken an einen Menschen, den ich weiterhin lieben werde.
    Schöne Erinnerungen, an sein Lächeln, das mir immer noch lebendig erscheint.
    Schöne Erinnerungen an unser schönes Leben, doch mein Herz – es weint.
    Schöne Vergangenheit, mit der ich mich trösten muss.
     
  6. nekskorpio

    nekskorpio Senior-Mitglied

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    Beruf:
    Gesundheits und Krankenpflegerin
    Ort:
    Niedersachsen
    Akt. Einsatzbereich:
    OP
    Der Tod hat keine Bedeutung,
    ich bin nur nach nebenan gegangen.

    Ich bleibe wer ich bin,
    und auch ihr bleibt dieselben
    Was wir einander bedeuten,
    bleibt bestehen.
    Nennt mich bei meinem vertrauten Namen,
    sprecht in der gewohnten Weise mit mir
    und ändert euren Tonfall nicht.
    Hüllt euch nicht in Mäntel aus Schweigen und Kummer
    Lacht wie immer über die kleinen Scherze, die wir teilten.
    Wenn ihr von mir sprecht,
    so tut es ohne Reue und ohne jegliche Traurigkeit.
    Leben bedeutet immer Leben ,
    - es bleibt bestehen - immer, ohne Unterbrechung.
    Ihr seht mich nicht, aber in Gedanken bin ich bei euch.
    Ich warte auf euch - irgendwo, ganz in der Nähe,
    nur ein paar Straßen weiter,
    ...drüben, auf der anderen Seite.
     
  7. Brady

    Brady Gast

    Auszug aus:

    "Das Eigentliche ist unsichtbar"
    -Der kleine Prinz tiefenpsychologisch gedeutet-
    von Eugen Drewermann - Ingritt Neuhaus
     

    Anhänge:

  8. Brady

    Brady Gast

    Sterben

    dschuang-dse
    Wahres Buch vom südlichen Blütenland
    in: Himmel und Erde, von Gerlind Reinshagen.
    Frankfurt: Verlag der Autoren (den Bühnen und
    Vereinen gegenüber als Manuskript gedruckt, p. 12, 1974)



    Dschuang-dse lag im Sterben, und seine Jünger wollten ihn
    prächtig bestatten. Dschuang-dse sprach: "Himmel und Erde
    sind mein Sarg, Sonne und Mond leuchten mir als Totenlampen,
    die Sterne sind meine Perlen und Edelsteine und die ganze Schöpfung
    gibt mir das Trauergeleite. So habe ich doch ein prächtiges Begräbnis.
    Was wollt ihr da noch hinzufügen?

    Die Jünger sprachen: "Wir fürchten, die Krähen und die Weihen möchten den Meister fressen."

    Dschang-dse sprach: "Unbeerdigt diene ich den Krähen und Weihen zur
    Nahrung, beerdigt den Würmern und Ameisen. Den einen es nehmen, um den anderen es zu geben: warum so parteiisch sein?"
     
  9. Brady

    Brady Gast

    Anthelme Brillat-Savarin
    Physiologie du Goút
    1825, Méditation XXVI, De la Mort

    Brillat-Savarin pflegte seine 93jährige Grosstante,
    als sie im Sterben lag. Sie hatte alle Fähigkeiten
    behalten und man merkte ihren Zustand nicht,
    ausser an ihrem geringen Appetit und an ihrer
    schwachen Stimme.

    "Bist du da, Neffe?"

    "Ja, Tante ich bin bei dir und ich glaube, es wäre
    eine gute Idee, wenn du etwas von diesem wunderbaren
    Wein zu dir nämest."

    "Gib ihn mir, mein Freund, Flüssigkeit geht immer gut
    herunter".

    Ich gabe ihr ein halbes Glas von meinem besten Wein
    zu trinken. Sie setzte sich unvermittelt auf und ihre
    einst so schönen Augen auf mich richtend, sagt sie:

    "Danke, für diesen letzten Dienst. Wenn du je mein Alter
    erreichen solltest, dann wirst du sehen, dass der Tod
    ein Bedürfnis ist wie der Schlaf."

    Dies waren ihre letzten Worte und eine halbe Stunde später
    schlief sie für immer ein.

    (Nach Illig, I.: Die Enteignung der Gesundheit,
    p. 161, Anmerkung 250. Reinbek bei Hamburg, Rowolt, 1975.)
     
  10. Brady

    Brady Gast

    Kurt Marti
    Dorfgeschichten 1960
    Zürich, Stuttgart: Flamberg, 1965

    Er hatte eine Bretterwand gebaut. Die Bretterwand entfernte die Fabrik
    aus seinenem häuslichen Blickkreis.
    Er hasste die Fabrik. Er hasste die Maschine, an der er arbeitete.
    Er hasste das Temo der Maschine, die er selbst beschleunigte.
    Er hasste die Hetze nach Akkordprämien, durch welche er zu einigen
    Wohlstand, zu Haus und Gärtchen kam.

    Er hasste seine Frau, sooft sie ihm sagte, heute nacht hast du wieder
    gezuckt. Er hasste sie, bis sie es nicht mehr erwähnte.
    Aber die Hände zuckten weiter im Schlaf, zuckten im schnellen Stakkato
    der Arbeit.

    Er hasste den Arzt, der ihm sagte, sie müssen sich schonen, Akkord ist nichts mehr für sie.
    Er hasste den Meister, der ihm sagte, ich gebe dir eine andere Arbeit,
    Akkord ist nichts mehr für dich.

    Er hasste soviele verlogene Rücksicht, er wollte kein Greis sein, er wollte
    keinen kleineren Zahltag, denn immer war das die Hinterseite von soviel
    Rücksicht, ein kleinerer Zahltag.

    Dann wurde er krank, nach vierzig Jahren Arbeit und Hass zum erstenmal krank.

    Er lag im Bett und blickte zum Fenster hinaus. Er sah sein Gärtchen, er sah
    den Abschluss seines Gärtchens, die Bretterwand. Weiter sah er nicht, nur den Frühling im Gärtchen und eine Wand aus gebeizten Brettern.

    Bald kannst du wieder hinaus, sagte die Frau, es steht jetzt alles in Blust.
    Er glaubte ihr nicht. Geduld, nur Geduld, sagte der Arzt, es kommt schon wieder. Er glaubte ihm nicht. Es ist ein Elend, sagte er nach drei Wochen zu seiner Frau. Ich sehe nur das Gärtchen, nehmt einmal zwei Bretter aus der verdammten Wand, damit ich was anderes sehe. Die Frau erschrak.

    Sie lief zum Nachbarn. Der Nachbar kam und löste zwei Bretter aus der Wand. Der Kranke sah durch die Lücke hindurch, sah einen Teil der Fabrik.
    Nach einer Woche beklagte er sich, ich sehe immer nur das gleiche Stück Fabrik, das lenkt mich zuwenig ab.

    Der Nachbar kam und legte die Bretterwand zur Hälfte nieder. Zärtlich ruhte der Blick des Kranken auf seine Fabrik, er verfolgte das Spiel des Rauches
    über dem Schlot, das Ein und Aus der Autos im Hof.
    Nach 14 Tagen befahl er, die stehengebliebene Hälfte der Wand zu entfernen.

    Ich sehe unsere Büros nie und auch die Kantine nicht, beklagte er sich.
    Der Nachbar kam und tat, wie er wünschte. Als er die Büros sah, die Kantine und das gesamte Fabrikareal, entspannte ein Lächeln die Züge
    des Kranken. Er starb nach einigen Tagen.
     
  11. Etana

    Etana Newbie

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    hab da eins von meinen gedichten...




    In Gedanken


    In einem Garten wunderschön,
    ging ich spazieren
    und sah dich an
    der großen Eiche stehn.

    Du lächelste zu mir daher,
    es erinnerte an rauschend` s Meer.
    Du glaubst gar nicht, wie ich mich freute,
    dich unterm Baume stehn zu sehn.

    Es war das schönste Bild,
    das je ein Mensch gesehn.
    Und sicher wird’s nie mehr gesehn,
    denn nur in meinen Gedanken
    Ist das letzte Bild, bevor du gingst.

    Ich schwöre dir, du lebst gewiss,
    obwohl ich mich längst von dir
    in stillem Ort verabschied` hab,
    und weiß, dass es dir gut gehn wird,
    immer in meinen Gedanken.

    (2004 copyright by Etana)




     
  12. ivandi

    ivandi Senior-Mitglied

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    Hallo,

    hab mir gerade mal die Texte durchgelesen. Hab auch noch einen.

    Das Gedicht wurde auf der Beerdigung eines Freundes von mir vorgelesen...

    (do not stand at my grave and weep)

    Do not stand at my grave and weep
    I am not there; I do not sleep.
    I am a thousand winds that blow,
    I am the diamond glints on snow,
    I am the sun on ripened grain,
    I am the gentle autumn rain.
    When you awaken in the morning's hush
    I am the swift uplifting rush
    Of quiet birds in circled flight.
    I am the soft stars that shine at night.


    Do not stand at my grave and cry,
    I am not there; I did not die.
     
  13. tochter46

    tochter46 Junior-Mitglied

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    Psychiatrie
    Ich hab da auch noch etwas,



    Denk dir ein Bild, weites Meer,
    Ein Segelschiff setzt seine weißen Segel und
    gleitet hinaus in die offene See.
    Du siehst, wie es kleiner und kleiner wird
    Wo Wasser und Himmel sich treffen,
    verschwindet es.
    Da sagt jemand: Nun ist es gegangen.
    Ein anderer sagt: Es kommt
    Der Tod ist ein Horizont,
    und ein Horizont ist nichts anderes als die Grenze
    unseres Sehens.
    Wenn wir um einen Menschen trauern,
    freuen sich andere, ihn hinter der Grenze wiederzusehen.






    Ihr sollt nicht um mich weinen,
    ich habe ja gelebt.
    Der Kreis hat sich geschlossen,
    der zur Vollendung strebt.
    Glaubt nicht, wenn ich gestorben,
    dass wir uns ferne sind.
    Es grüßt euch meine Seele,
    als Hauch im Sommerwind.
    Und legt der Hauch des Tages am Abend sich zur Ruh`,
    send ich als Stern vom Himmel
    euch meine Grüße zu
     
  14. Dura

    Dura Junior-Mitglied

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    Fachkrankenpfleger A/I
    Ort:
    Gelsenkirchen
    Akt. Einsatzbereich:
    Innere Intensivstation
    Funktion:
    stv. Stationsleitung
    Mal eines mit etwas Kritik - vielleicht auch Selbstkritik.

    Egon

    Egon möcht' gern sterben
    Doch leider darf er's nicht
    Die Ärzte in der Klinik,
    Die lassen Egon nicht
    Er kann nicht mehr laufen
    Auch sprechen geht nicht mehr
    Er würd' gern einen saufen
    Und sterben hinterher

    Egon hat sein Leben
    Sich nie um was geschert
    Er ließ sich nichts verbieten
    Wurd' oft schon eingesperrt
    Doch kein Knast war je schlimmer
    Als die Intensivstation
    Das Mensch-Maschinen-Zimmer
    Für Egon blanker Hohn

    Gebettelt hatte Egon
    Sein Leben lang noch nicht
    Doch siehst du jetzt die Augen
    Im faltigen Gesicht
    Dann steht da groß geschrieben
    Macht's mich doch endlich tot
    Nur wer stoppt die Maschinen?
    Wer spielt den lieben Gott?

    Die Lage der Gesetze
    Alle Lässt keinem eine Wahl
    Es darf niemand entscheiden
    Im gütigen Spital
    Was ist human, was Unmoral
    Der Grat bleibt leider schmal
    Drum muss Egon noch warten
    Bis irgendwann einmal

    Egon möcht' gern sterben
    Doch leider geht das nicht
    Sein Körper muss noch leben
    Seine Würde darf es nicht


    Oh, Egon...

    Irgendwie ne Hymne an die Intensivstation!
     
  15. Sakine

    Sakine Newbie

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    Ich hab auch noch eins:

    Es weht der Wind ein Blatt vom Baum,
    von vielen Blättern eines.
    Das eine Blatt, man merkt es kaum,
    denn eines ist ja keines.
    Doch dieses eine Blatt allein,
    war ein Teil von unserem Leben,
    drum wird dies' eine Blatt allein
    uns immer wieder fehlen.


    von Mascha Kalènko ( im Internet gefunden )
     
  16. catweazle

    catweazle Poweruser

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    Beruf:
    Krankenpfleger
    Ort:
    Münster
  17. dimaria

    dimaria Junior-Mitglied

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    Dir, meiner Begleiterin

    Dir, die neben mir steht,
    möchte ich etwas sagen
    Dich, die mich begleitet
    möchte ich etwas fragen.​
    Ist das für dich so schwer
    zu verstehen, warum ich dich
    ständig frage. Wohin soll ich gehen?​
    Als ich jung war, wie du,
    kannte ich meinen Weg,
    ich musste niemanden fragen-
    wann-wohin soll ich gehen?​
    Aber wie alles andere in Leben
    Ist ewig das Kommen und Gehen
    ich bin einmal gekommen, jetzt muss
    ich langsam gehen. Aus dem Grund
    Liebe Schwester versuch mich zu verstehen
    mich und meine Frage:
    Wohin soll ich gehen?​
    Ich brauche keine Antwort,
    ich brauche nur dich,
    bleib bitte in meiner Nähe
    las mich nicht im Stich​
     
  18. lolobea

    lolobea Junior-Mitglied

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    Pflegefachhelferin für Altenpflege (2008/2009, jedoch abgebrochen)
    Akt. Einsatzbereich:
    Altenheim
    Funktion:
    Praktikantin Pflege & Betreuung
    Ein Gedicht von mir.... nach meinem letzten Suizidversuch im Dezember 2009.
    Das Gedicht habe ich geschrieben als ich wieder so einigermaßen bei Kräften war.[HR][/HR]
    Die Tiefe

    Still und leise, gehe ich auf eine Reise.
    Ungewiss wohin sie mich führt.

    Das Mädchen im Garten nimmt mich an die Hand.
    Ihr Gesicht blass und fahl.

    Sie geht mit mir eine lange Weile,
    zeigt mir das was ich nicht sehen will.

    Ich will sterben,
    habe es satt zu Leben.

    Nehme das silberne Band.

    Setze es an auf meiner Seele,
    spüre wie ich müde werde.

    Ich werde fortgerissen,
    bin bereit für eine andere Welt.

    Plötzlich

    ...ein Schrei...
    ... ein Stich...
    ... ein kaltes Gefühl...

    Plötzlich

    ...alles weiß...
    ... alles verschwommen...
    ... alles beschämend...

    Was bin ich?

    Am Leben!?
    [HR][/HR]
     
  19. Sonnenschein20

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    28.06.2012
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    Der Engel

    "Kann ich jetzt hinunter?" fragte der Engel
    und diesmal sagte der größere: "Ja, jetzt darfst du hinunter,
    aber du kannst kein Engel bleiben, sondern musst, wenn du auf die
    Welt kommen willst, ein Menschenkind werden!
    Gib mir deine Flügel, ich hebe sie dir auf bis du wiederkommst."

    Der kleine Engel landete sanft auf der Erde und wurde ein kleines
    Menschenkind, das von seiner Familie sehr geliebt wurde.
    Es erlebte viel gutes aber auch manch schlechte Dinge.
    Nach einigen Jahren fragt der große Mensch den größeren Engel:
    "Darf ich jetzt meine Flügel wiederhaben? Ich bin sooo müde!"
    So gab ihm der größere Engel seine Flügel wieder.

    Der Mensch verabschiedete sich von seiner Familie,
    nahm seine Flügel und flog davon....
     
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