Gate Control

noelchen

Junior-Mitglied
Registriert
02.02.2003
Beiträge
92
Alter
37
Beruf
Gesundheits- und Krankenpflegerin
Hallo!
Kann mir jemand erklären wie das mit dem Gate Control-system geht?
Freue mich über eine Antwort!

Lg
Noelchen
 

flexi

Administrator
Teammitglied
Registriert
11.02.2002
Beiträge
7.892
Ort
Großraum Hannover
Beruf
Krankenpfleger
Hallo noelchen,

im internet gefunden:

Ein erweitertes Modell des Schmerzes​

Jahrhunderte lang galten religiöse Erklärungen als wichtiger Zugang zum Schmerzerleben, z.B. die Vorstellung der göttlichen Bestrafung in Form harter Prüfungen oder Schmerzen. In den sechziger Jahren dieses Jahrhunderts entwickelten dann ein Psychologe (Ronald Melzack) und ein Arzt (Patrick Wall) die sogenannte "Gate-Control-Theorie", die besagt, daß Schmerzinformationen auf dem Weg von der gereizten oder geschädigten Stelle über Schaltstellen (mit Toren vergleichbar; gate = Tor) zum Gehirn wandern, wo der Schmerz dann wahrgenommen wird. An diesen Toren werden die Schmerzinformationen durch andere Informationen aus dem Körper verstärkt oder abgeschwächt. So kommen zum Beispiel Informationen über den Grad der Muskelanspannung in den Armen zu den Schmerzinformationen hinzu. Verspannte Arme können den Schmerz eher verstärken, entspannte Arme können den Schmerz eher abschwächen. Auch vom Gehirn gibt es Bahnen zu diesen Toren, die durch ihre Information Schmerz wiederum beeinflußen, so daß auch die Bedeutungsgebung des Schmerzes eine Rolle spielen kann: ein Mädchen kann die erste Regelblutung als Herausforderung oder als etwas Bedrohliches erleben, und wahrscheinlich hat dies eine Auswirkung auf die Schmerzen. Auch die vegetative Situation eines Menschen hat über die Schaltstellen einen Einfluß auf das Schmerzerleben: nervöse Unruhe oder Angst lassen Schmerzen eher stärker werden. Die "Gate-Control-Theorie" hat wesentlich zum Verständnis des Schmerzerlebens beigetragen. Neuere sogenannte kybernetische Modelle berücksichtigen noch mehr die Komplexität von Regelungskreisläufen und Rückkopplungen, die im Körper ablaufen.​


Für mehr musst du mit google suchen: gate control therapie
 

Mellimaus

Poweruser
Registriert
13.07.2002
Beiträge
708
Alter
39
Ort
NRW
Beruf
Krankenschwester, BA Anleitung und Mentoring
Akt. Einsatzbereich
Kardiologie
Ich muss gestehen - ich hab sie bis heute nicht verstanden :emba:
 

noelchen

Junior-Mitglied
Registriert
02.02.2003
Beiträge
92
Alter
37
Beruf
Gesundheits- und Krankenpflegerin
Flexi:
Danke für die schnelle und tolle Antwort!

Mellimaus:
Irgendwie beruhigt mich das,das ich nicht die einzige bin die das nicht versteht!Nur leider muss ich das bis Do. kappieren,da steht die ZW-Prüfung vor der Tür! :knockin:

Lg
Noelchen
 

Nutella Woman

Poweruser
Registriert
25.06.2004
Beiträge
546
Ort
Ruhrgebiet
Beruf
GuKP; B.A. Pflege- & Gesundheitsmanagement, QMB, M.A. Sozialmanagement
Akt. Einsatzbereich
QM, Chefin für FSJler
Ich habe das während des Unterrichts so verstanden:

Schmerz geht über Schmerzbahnen zum Gehirn. Ist eine bestimmte "Menge" an Schmerzintensität erreicht, kann diese auch nicht mehr steigen. Im Klartext: Schmerz ist Schmerz und ab einer bestimmten Intensität gibt es keine Steigerung mehr, die von den Schmerzbahnen weitergeleitet werden kann.
Ich hoffe das war einigermaßen verständlich...:gruebel:
 

Manu5959

Senior-Mitglied
Registriert
01.10.2005
Beiträge
198
Beruf
Krankenschwester
Funktion
Praxisanleitung/ PN
Hallo Flexi,

Hallo noelchen,

im internet gefunden:

Ein erweitertes Modell des Schmerzes​

Jahrhunderte lang galten religiöse Erklärungen als wichtiger Zugang zum Schmerzerleben, z.B. die Vorstellung der göttlichen Bestrafung in Form harter Prüfungen oder Schmerzen. In den sechziger Jahren dieses Jahrhunderts entwickelten dann ein Psychologe (Ronald Melzack) und ein Arzt (Patrick Wall) die sogenannte "Gate-Control-Theorie", die besagt, daß Schmerzinformationen auf dem Weg von der gereizten oder geschädigten Stelle über Schaltstellen (mit Toren vergleichbar; gate = Tor) zum Gehirn wandern, wo der Schmerz dann wahrgenommen wird. An diesen Toren werden die Schmerzinformationen durch andere Informationen aus dem Körper verstärkt oder abgeschwächt. So kommen zum Beispiel Informationen über den Grad der Muskelanspannung in den Armen zu den Schmerzinformationen hinzu. Verspannte Arme können den Schmerz eher verstärken, entspannte Arme können den Schmerz eher abschwächen. Auch vom Gehirn gibt es Bahnen zu diesen Toren, die durch ihre Information Schmerz wiederum beeinflußen, so daß auch die Bedeutungsgebung des Schmerzes eine Rolle spielen kann: ein Mädchen kann die erste Regelblutung als Herausforderung oder als etwas Bedrohliches erleben, und wahrscheinlich hat dies eine Auswirkung auf die Schmerzen. Auch die vegetative Situation eines Menschen hat über die Schaltstellen einen Einfluß auf das Schmerzerleben: nervöse Unruhe oder Angst lassen Schmerzen eher stärker werden. Die "Gate-Control-Theorie" hat wesentlich zum Verständnis des Schmerzerlebens beigetragen. Neuere sogenannte kybernetische Modelle berücksichtigen noch mehr die Komplexität von Regelungskreisläufen und Rückkopplungen, die im Körper ablaufen.​



Für mehr musst du mit google suchen: gate control therapie
ich habe auch danach gegoogelt, und bin dabei auf deinen Beitrag gestoßen. Dank ihm begreif ich diese Theorie nun auch so langsam:lol1: , vielen Dank!

Grüßle Manu
 

Arastona

Newbie
Registriert
29.01.2009
Beiträge
3
ich verstehs leider immer noch nicht

ich weiß das durch "gute berührungen" das schmerztor geschlossen wird (durch die dicken nervenstränge) und das durch "schmerzhafte berührungen" das tor geöffnet wird. und das alles passiert im rückenmark

wir haben allerdings in der klausur ein bespiel bekommen und das kann ich nicht anhand der theorie belegen :(

Beispiel: ein kleines mädchen fällt vom klettergrüst und schlägt sich das knie auf. sie fängt erst an zu weinen als sie die wunde sieht. als dann allerdings die mutter zu ihr kommt und über das knie streichelt ist alles wieder gut....

was hat das damit zu tun? könnt ihr mir vielleicht helfen?

würde mich freuen

liebe grüße
 

schlauberberger

Junior-Mitglied
Registriert
27.05.2009
Beiträge
51
Ort
Sundern
Beruf
Gesundheits-und Krankenpflegerin
Akt. Einsatzbereich
interdisziplinäre ITS
Hey !
Ich habe so eine Idee was die Hören wollen !
Kann auch sein das ich mich täusche aber ich würde es mal so interpretieren :
Der Schmerz durch die Wunde ist nicht sehr stark! Als das Mädchen die Wunde aber sieht ist das eine psychologische Reaktion weil das Gehirn denkt "Wunde= Schmerz " ! Dadurch fängt das Mädchen erst an zu weinen als Sie die Wunde sieht !

Ist etwas salop erklärt aber besser ging es leider nicht !
Sorry fals ich vollkommen daneben liege ! Muss dabei sagen das ich die Ausbildung zum GuP erst im Oktober anfange !

MfG Schlauberberger
 

Maniac

Poweruser
Registriert
09.12.2002
Beiträge
10.388
Akt. Einsatzbereich
[inaktiv]
Funktion
[inaktiv]
Jedenfalls hat das nichts mit "Gate COntrol" zu tun - in meinen Augen. Hier ist die Zielsetzung anders!
 

Toolkit

Poweruser
Registriert
11.07.2008
Beiträge
910
Ort
Essen
Beruf
Atmungstherapeut (DGP)
Akt. Einsatzbereich
Medizintechnik
Funktion
Vertrieb
Ein Beispiel:
Ich schneide mir in den Finger. Ich bin schon den ganzen Tag wütend, weil ich mit dem falschen Bein aufgestanden bin.
Folge: Ich empfinde den Schmerz stärker, der Tag war eh schon ******e und jetzt noch sowas.

Ich schneide mir in den Finger. Eigentlich ein schöner Tag, doch dann rast direkt neben mir ein Auto in ein anderes Auto.
Folge: Der Schmerz in meinem Finger verschwindet, weil in mir Adrenalin ausgeschüttet wird (obwohl das ja nicht in den afferenten aus der peripherie kommenden Regionen wirkt).

Warum? Weil Emotionen Schmerz beeinflussen und mein Gehirn überlappende Empfindungen dem Schmerz voranstellt.

MfG
Tool
 

Arastona

Newbie
Registriert
29.01.2009
Beiträge
3
vielen dank :-) also ich hatte in der klausur geantwortet das das mädchen durch "gute gefühle" von dem schmerz abgelenkt wurde. da andere handlungen gefühle stärken oder abschwächen... wie z.B eben adrenalin aber auch nähe usw... ich habe dafür 0 von 5 pünkte bekommen ^^ :(
liebe grüße Davina
 

Über uns

  • Unsere Online Community für Pflegeberufe ist eine der ältesten im deutschsprachigen Raum (D/A/CH) und wir sind stolz darauf, dass wir allen an der Pflege Interessierten seit mehr als 15 Jahren eine Plattform für unvoreingenommene, kritische Diskussionen unter Benutzern unterschiedlicher Herkunft und Ansichten anbieten können. Wir arbeiten jeden Tag mit Euch gemeinsam daran, um diesen Austausch auch weiterhin in einer hohen Qualität sicherzustellen. Mach mit!

Unterstützt uns!

  • Unser Team von www.krankenschwester.de arbeitet jeden Tag daran, dass einerseits die Qualität sichergestellt wird, um kritische und informative Diskussionen zuzulassen, andererseits die technische Basis (optimale Software, intuitive Designs) anwenderorientiert zur Verfügung gestellt wird. Das alles kostet viel Zeit und Geld, deshalb freuen wir uns über jede kleine Spende!