FSJ Innere Medizin - Erfahrungsberichte?

Dieses Thema im Forum "Tätigkeitsberichte" wurde erstellt von Niamh, 12.05.2004.

  1. Niamh

    Niamh Newbie

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    Hallo zusammen! :-)

    Im Herbst mache ich ein FSJ in einem Krankenhaus in der inneren Medizin. Ich bin schon total gespannt auf neue Erfahrungen, obgleich ich mir nicht wirklich vorstellen kann, was mich dort wohl erwarten wird.

    Ich würde mich sehr freuen, ein bisschen mehr über anfallende Tätigkeiten zu hören, die man wohl (teilweise) einer FSJlerin übergibt oder was euch sonst noch im zusammenhang dazu einfällt.

    Wie sehen allgemein als Krankenpfleger die Arbeitszeiten aus? Ich weiß, Schichtdienst..., aber da gibt es ja auch unterschiede, so weit ich weiß.

    Wie gut packt ihr das Schichten? Ich kann mich nicht so gut in die physischen und psychischen Belastungen reinversetzten, die das mit sich bringt. Ist das gut zu packen oder eher belastend für euch?

    So viele Fragen...

    Grüßle
     
  2. Julia1988

    Julia1988 Junior-Mitglied

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    Hallo an alle,

    Für Niamh kommt mein Beitrag wahrscheinlich schon ein bischen spät. Aber vielleicht verirrt sich ja doch mal der ein odere andere hier her, dem es interessiert:

    Mein Name ist Julia, ich bin 16 Jahre jung und arbeite seit September 04 in einem Bayrischen Krankenhaus. Dort absolviere ich ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ). Ich wurde von der Pflegedienstleitung auf die Station 7/2 geschickt, einer Inneren. Die meisten unserer Patienten haben ein Magen-Darmleiden, darunter viel Diabetes und Krebs.

    Ich komme jeden Morgen um 7.00 Uhr. Im Schicht und Wochenenddienst bin ich nicht eingeteilt, denn ich wohne zu weit weg um schon früh am Morgen oder Sonntags im Krankenhaus erscheinen zu können. Kaum habe ich mich umgezogen schließ ich mich schon dem ersten Durchgang an. Ich schnappe mir das Blutdruckmessgerät und das Stethoskop, stürme mit einem lauten „Guten Morgen“ in das Zimmer und beginne Blutdruck, Puls und bei Bedarf Blutzucker zu messen. Danach schmiere ich die Werte (wenn ich sie in Zwischenzeit nicht schon wieder vergessen habe) in die Kurven (am Anfang kam ich mir dabei richtig cool vor). Jenachdem was es dann noch zu tun gibt oder was mir die Schwestern und Brüder so auftrage, bringe ich die Betten in Ordnung, begleite Patienten in die Waschkabine, helfe ihnen auch mal beim Duschen oder wasche ich pflegeleichte Patienten. Sobald wir dann mit dem Durchgang fertig sind, helfe ich beim Essenausteilen. Zuvor bringe ich den ein oder anderen Patienten zum Tische, setzte ihn an die Bettkante oder richte einfach nur sein Kopfteil auf. Teilweiße bring ich dann noch das Essen etwas schwächeren oder älteren Menschen in eine Mundgerechte Form und füttere sie gegebenenfalls. Die paar Minuten, bis ich die Essentabletts wieder einsammle und den Container wieder fortschicke vertreibe ich mir meistens die Zeit mit auf Glocken gehen, also die Wünsche der Patienten erfüllen. Dann geht die erste Schicht in Pause und ich bleibe mit einer Vollkraft auf Station. Ab und zu übernehme ich auch mal eine Fahrt, wenn unsere zwei Zivis überlastet sind (an dieser Stelle mal nen schönen Gruß an unsern Gerd und Thomas ;)) Zwischendurch erledige ich solche Dinge wie Patienten auf die Bettpfanne tun, Strümpfe anziehen, Wasser oder einen Tee vorbeibringen oder mal ein Protokoll anlege und ggf. führen. Ich darf auch des öfteren mal den Boten spielen und Blut ins Labor bringen, von der Apotheke Medikamente abholen, dem Patienten vom Arzt das aus richten und nem andren Patienten jenes. Jenachdem was für arbeit gerade anfällt. Nachdem auch ich dann wieder von der Pause komme mache ich mich dann (Illegalerweise) an die Tropfen. 20 Tropfen Novalgin hier, 15 Tropfen Paspertin dort....... Manchmal gehe ich auch den zweiten Durchgang mit. Also z. B Abokets verbinden, Blutzuckersticks machen... usw. Dann ist es auch schon wieder halb 12 und das Mittagessen will ausgeteilt und wieder eingesammelt werden. Ab und zu kommen auch Container hoch, die eingeräumt werden wollen. Z. B der Wäschecontainer oder der Apothekencontainer. Um 13.00 Uhr geht’s auch schon mit den 1-Uhr-sticks weiter. Über Mangel an Diabetikern auf unserer Station kann ich mich nicht beklagen. Also kann das schon mal ein bisschen Zeit in Anspruch nehmen. Schnell noch alle Werte eintragen und den Schwestern alle über 300mg% melden. Dann teile ich noch den Kaffee und den Tee aus und kommen dann so meist kurz vor zwei in meine Mittagspause. Ich als FSJlerin bekommen mein Essen bezahlt. Also kann ich mich dann erst einmal ohne meinen Geldbeutel lehren zu müssen in unserer Kantine bedienen. Nach meiner Pause geht’s auf Station dann für mich eher Stressfrei zu. Erstmal schau ich mir den Kaffee- wagen an. Füll den Tee auf, koch bei bedarf neuen Kaffee, hohl neues Wasser und wisch evt. Mal über den Wagen. Zwischendurch fahr ich dann mal ein Bett raus, Wärme Essen auf, informiere Schwestern über lehre Infusionsflaschen oder erfülle irgendwelche Patienten- und Schwesternwünsche. Dann schau ich meist in unseren unreinen Arbeitsraum, desinfiziere Infusionsständer und Incas (Ivacs), putz eventuell noch mal ein Nachtschränkchen (muss ich eigentlich nicht, dass machen normalerweise unsere Putzfrauen, die aber um diese Uhrzeit nicht mehr anwesend sind. Wenn es viele Nachtkästchen sind stören sie aber und stehen im Weg rum).Mit solchen Arbeiten verbringe ich meine letzten Minuten auf Station bis es dann (manchmal auch endlich) viertel vier und somit Feierabend ist.

    FAZIT:

    Ich finde die Arbeit auf Station wirklich klasse. Am Anfang war ich wirklich überrasch, dass die Schwestern mir so viele Dinge zu trauen. Eigentlich kam ich mit der Vorstellung, dass ich eher so die Hol- und Bringfrau sein werde und eher mehr Putzen muss. Aber das ist nicht eingetroffen. Ich darf viel in der Pflege arbeiten. Dadurch, dass mir die Schwestern bis jetzt schon einiges beigebracht haben, kann ich auch viel selbstständig arbeiten, was echt klasse ist. Ich versuche den Schwestern so viel wie möglich unter die Arme zu greifen und fühle mich auch wirklich gebraucht.

    Ich denke, dass ein FSJ wirklich zu empfehlen ist. Vor allem für diejenigen, die wie ich, einmal Krankenschwestern werden möchten, aber noch Zeit zum überbrücken haben.

    Ich hoffe mein kleine Beitrag hat euch gefallen und evt. dem ein oder anderem geholfen einen kleinen Einblick in den Tagesablauf einer FSJ’lerin zu bekommen.

    Schöne Grüße

    Julia
     
    #2 Julia1988, 10.11.2004
    Zuletzt bearbeitet: 10.11.2004
  3. Mellimaus

    Mellimaus Poweruser

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    Also mir persönlich geht sein Aufgabengebiet an vielen Stellen einfach entschieden zu weit. Okay es ist dir erlaubt worden - aber würde ich auf der Station arbeiten - ich würde dich viele Dinge nicht tun lassen...........

    Aber es ist ja zum Glück nicht meine Verantwortung. Aber ich staune immer wieder was manche Schwestern so erlauben..............
     
  4. Cyan

    Cyan Junior-Mitglied

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    Beruf:
    Krankenpfleger
    Durchführungsverantwortung

    hallo

    Ich kann mich da Mellimaus nur anschließen,denn die Durchführungsverantwortung liegt nicht ausschließlich bei dem examinierten Personal!
    Bei uns war auch eine Fsj-lerin auf Station eingesetzt und ihr wurde am Anfang genau gesagt was sie darf und was nicht!Bestimmt hat sie auch mal Blutzucker gemessen oder ähnliche Sachen gemacht,aber nur im Beisein einer exam. Pflegekraft!
    Sie hat uns den Arbeitsalltag wirklich erleichtert und es war ein schönes arbeiten mit ihr.
    Sie macht jetzt auch die Krankenpflegeausbildung.
    Ich hoffe es gefällt dir auch noch in Zukunft.

    Gruß
    Cyan
     
  5. Steffi1984

    Steffi1984 Poweruser

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    Gesundheits-und Krankenpflegerin
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    Regensburg
    Akt. Einsatzbereich:
    FKS für Onkologie, Praxisanleiterin, aktuell Weiterbildung "Fachwirt im FSG"
    hallo,

    also ich kann mich julia1988 nur anschließen. Ich durfte eigentl.genausoviel machen. und hätt eich nicht so eine super station erwischt, wer weiss, ob ich diesen Beruf überhaupt erlernt hätte...
    Obwohl mir des ganze für meine spätere Ausbildung nicht unbedingt von Vorteil war. Dann schulisch zu arbeiten besonders bei der Grundpflege fiel mir wirklich verdammt schwer
     
  6. E.Coli

    E.Coli Newbie

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    Ich hab vor der Ausbildung auch ein FSJ auf der gastro gemachr, und ich denke das war das ausschlaggebende dafür dass ich die Ausbildung gemacht habe, denn ursprünglich wollte ich Hebamme werden.

    Meine Einsatzsstation war einmalig, ich habe die ganze Ausbildung durch keine erlebt, wo das Team auch so gut zusammen geschafft hat.

    Bei mir wurde Anfangs relativ viel Zeit darauf verwendet mir Sachen zu zeigen, mich immer zu Untersuchungen mit zu nehmen, und erklären erklären erklären.

    Dann wurde mein Aufgabenbereich immer größer, und ich war richtig miteinbezogen, durfte bei der grundpflege fast alles machen, natürlich wurde mir anfangs auf die Finger geschaut.
    Ganz am Ende des FSJ durfte ich an stressigen Wochenenden schon auch mal alleine einen Rundgang machen, Vitalzeichenkontrolle,Ats, Bz usw...
    Und auch einige Übergaben habe ich gemacht, die Examinierte Kraft war dabei und hat ergänzt wenn etwas fehlte.

    Es hat mir wirklich viel geholfen, und viel Spaß gemacht.
    Eine solche Sation wünsche ich jedem FSJ ler, und mir wünsche ich dass ich mal einen Arbeitsplatz auf einer soclhen finden werde! :roll:
     
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