Frust der Schüler

Liliein123

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ich glaube jeder schüler kennt das, man ist auf einer station und wird einfach nicht warm mit dem team, ist frustriert oder fühlt sich ausgenutzt.... sei es wegen so manch einer exam. person, der fachrichtung, das arbeitsklima oder was auch immer. während gesprächen mit mitschülern, egal aus welchem kurs, hört man oft den frust herraus weil man sich von einer schwester nicht akzeptiert fühlt, die arbeit auf station nicht so erfolgt wie es sein sollte oder man kilometergeld erstatten müsste weil ein schüler allein den ganzen tag zur klingel rennt während sich die schwestern mit den neuesten angeboten von tchibo auseinandersetzen....ich ( u-kurs ) habe mich am anfang über oberkursschüler gewundert wie locker sie doch damit umgehen wenn es mal wieder zu unrecht ärger gibt, sie ihre meinung unverblümt zum besten geben und wegen der beurteilung am ende auch nicht besorgt sind.
Ich glaube wir schüler haben noch ein idealbild von der pflege und wenn es dann auf station anders abläuft, noch personalmangel oder unmotivierte kollegen hinzukommen führt das schnell zu frust.
Das alles hat natürlich 2 seiten, einmal "unsere" und dann die von dem exman. personal....mich würde interessieren wie ihr, egal ob schon fertig oder noch in ausbildung, das seht....
es ist doch schon seltsam, dass sich schüler oft über stationen beschweren....haben wir schüler zu hohe ansprüche oder sind die stationen oft wirklich nicht das wahre?!

oh und natürlich muss ich noch klar stellen, dass sich der text NICHT auf die allgemeinheit bezieht und ich niemanden auf den schlips treten möchte:hicks: es gibt durchaus sehr engagiertes pp und auch faule schüler (ich bin auch nicht JEDEN tag top motiviert) und die subjektive wahrnehmung spielt ja auch immer eine kleine große rolle :emba:

lg lili
 
....haben wir schüler zu hohe ansprüche oder sind die stationen oft wirklich nicht das wahre?! ...

Wenn Du mich fragst- sowohl, als auch. Mache Schüler haben sehr hohe Ansprüchen, für die ist der Aufprall auf den Boden der Realität sehr hart, auf manchen Stationen sind die Rahmenbedingung, z.B. Besetzung, Mentalität der Ärzte (besonderst die des Chefarztes), Verhältnis im Team, usw. sehr ungünstig und da ist dann die Station oft nicht das Wahre.

Schüler hören in der Schule, wie es sein soll und erleben auf Station oftmals ein andere Welt. Die Kollegen auf den Stationen sind meistens überlastet und manche werden dadurch immer frustrierter, was sich auf die Ausbildungsbereitschaft auswirken kann. Ein guter Schüler ist dann oft der, der "funktioniert", den man schicken kann und der wenig Wünsche und Fragen äußert.
Aber es gibt auch jede Menge andere Kollegen, die sich Mühe geben, die Schüler anzuleiten, ihnen interessante Lernmöglichkeiten anbieten und dafür auch selber auf die Klingeln rennen. Das war auch schon zu meiner Schülerzeit so (Ausbildung 1986-1989).

Im Zusammenhang mit Deiner Frage finde ich außerdem bemerkenswert, dass sich ein Schüler über eine Station total beschwert und der nächste davon schwärmt, wie toll es auf ebendieser Station war.
Das hat, denke ich, viel mit dem persönlichen Verhältniss zu den Kollegen und auch mit der Fachrichtung zu tun. Aber als Schüler hat man zumindest den Trost, dass die Zeit auf der (individuell) schlimmen Station in ein paar Wochen vorbei ist.
 
Ich bin jetzt auch im Mittelkurs und muss sagen ich hatte bisher noch nie mit einer Station probleme...

Obwohl ich vor manchen Einsätzen schon davon ausging dass es der schlimmste Einsatz meines Lebens wird, wurde es dann ganz anders.
Man darf sich erstmal nicht von den meinungen der Mitschüler beeinflussen lassen,sonst geht man schon am 1. Tag völlig gefrustet und genervt auf die Station und der erste Eindruck ist dann natürlich recht schlecht.

Ich selber mach mir auch relativ wenig Gedanken über die Bewertung.
1. Frag ich hin und wieder wie der Eindruck der Schwestern von mir ist, was ich noch ändern/verbessern könnte.

2.Wenn ich eine schlechte Bewertung krieg dann will ich natürlich auch die Argumentation dahinter hören, schlechte Argumentationen werden einfach widerlegt und wenns wirklich gerechtfertigt ist, dann nehm ich das einfach hin und hab Punkte an denen ich halt arbeiten muss.

Dafür ist die Bewertung doch da oder irre ich mich?!

Wenn mir was wirklich nicht passt, dabei ist es mir egal ob Arzt/Chefarzt, Pflegepersonal, Putzfrau whatever, dann sprech ich das recht schnell an und wenn es geht mit der Person unter 4 Augen.

Niemand will seine Fehler vor Kollegen oder Patienten eingestehen müssen und das erwähn ich auch immer im Vorgespräch, damit die Leute das auch wissen...

Da kanns auch schonmal zu etwas lauteren Streitereien kommen aber ich setz einfach voraus dass man darüber hinwegschauen kann, ist ja selten persönlich gemeint...

Man muss sich als Schüler auch durchsetzen können, sonst kriegt man nur selten die "tollen" sachen zu sehen.

Die Sorte der Pflegekräfte die einem alles erklären ist recht rar gesäht und man sollte es sich mit denen echt nich verscherzen.
Selbst wenn sie einem nen Verbandswechsel erklären,den man schon 100 mal gemacht hat sollte man da einfach dankbar sein und nicht pampig werden, denn bei denen hat man es wirklich gut und man bekommt auch mal die tolleren Sachen zu sehen.

Die Schwestern die einen als Sklave halten muss man einfach ein wenig überzeugen und versuchen mit ein wenig Fachwissen zu glänzen :D .
Wenn da irgendwas interessantes ist muss man halt fragen ob man das unter Anleitung machen darf, wenn sie nein sagt geht man trotzdem mit und lässt sie nachher eine Anleitung fürs Zuschauen schreiben.
Wenn man da nur beharrlich ist wird man auch irgendwann mal die tollen Sachen machen dürfen.
Ansonsten kann man auch mal ein Gespräch mit der Stationsleitung in Erwägung ziehen...

Und für alle denen das nun zuviel Text ist das ganze noch in Kurzfassung :D :
Liebe Schüler, setzt euch einfach durch und seid nich so zimperlich ;)

Noch eine Frage von meiner Seite aus:
Kann es sein dass männliche Azubis besser angenommen werden als weibliche?
Ich hab so das Gefühl dass Männer von vorneherein eine bessere Position auf den Stationen haben als Frauen, kann auch sein dass der Eindruck einfach täuscht.

Gruß Tobi
 
@ Tobi

Kann dir da nur zustimmen.Und zu deiner letzten Frage
, ich und einige meiner Kurskollegen hatten öfters das Gefühl das männliche Schüler "anders" behandelt wurden.Wir nannten das dann den Sch....-Bonus:|.
 
Es ist mir jetzt auch zu mühselig alles raus zu suche, aber allein hier im Forum gibt es von beiden Seiten schon so einige Threads zu dem Thema, bzw welche die in die Richtung gedriftet sind...

Ist doch überall ähnlich, und von beiden Seiten kommen diverse Faktoren mit rein.
Mal mehr, mal weniger...
 
Ja, ich denke als Schüler ist man noch idealistisch wenn man auf Station kommt. So war das zumindest bei mir in der Ausbildung. Die kalte Dusche Realität habe ich mir dann im ersten Einsatz auf einer Allgemein- und Viszeralchirurgie geholt mit 35 Betten. Da ich das Klinikum nicht kannte war mir auch der Ruf der Station nicht klar. Und die 3 Monate waren soooo lang. Aber wahnsinnig lehrreich wie ich später mal nicht sein möchte & nicht arbeiten will.

Weiterhin muss ich Tobi recht geben, Schüler müssen mehr das einfordern was ihnen zusteht. Situativ abhängig wie man da vor geht. ;)
Und nen Männer Bonus gibt es. Das ist mir auch schon aufgefallen. Außerdem konnte man das bei meiner nun berenteten Kursleitung beobachten. Die männlichen Kurskollegen wurden einen ticken anders behandelt als wir.

Aber ich hab's überlebt und bin auch groß geworden. Nach vorne schauen wenn es mal nicht so läuft.

Grüßle
 
Ich glaube, das Ideal: alle haben sich lieb und sind nett zueinander- zeugt m.E. eher von Naivität.

Auch in der realen Welt kann man niemals mit allen. Auch dort gibt es Menschen, die einen nicht mögen. Es gibt nur einen Unterschied- außerhalbd er Arbeit geht man solchen Menschen aus dem Wege.

Ich denke, dass es auch mit zur Sozialisation gehört, sich in Situationen einpassen zu können, wo einem nicht 100% wohlgesonnen sind. Es kann Situationen im Leben geben, wo nicht mal 20% erreicht werden. Als Azubi hat man das Glück und weiß, die Zeit ist begrenzt. Als Examinierter muss man die Konsequenzen ziehen.

Zu dem Laufen müssen. Die Tchibosache ist wohl nicht die Norm sondern eher die Ausnahme. In der Regel wird ja bemängelt, dass die Examinierten sich nur mit Kurven etc. beschäftigen.
Vielelicht sollte man sich nochmal mit dem Berufsbild bechäftigen. Dies sieht Arbeit mit Menschen vor. Eigentlich sind Azubis im ersten Leherjahr noch in der glücklichen Situation, dieses Berufsideal voll auszuleben. Kein Papierkram oder sonstiges behindert hier.

*grübel* Aber manche scheinen da andere Vorstellungen vom Beruf zu haben. Der Wert der Pflege steigt halt mit der Übernahme patientenferner Tätigkeiten aller coleur.

Elisabeth
 

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