Fragen zu Agnes Karll

crazy86

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Hab in etwas mehr als einem Monat mein schriftliches Examen und häng an ein paar Fragen noch fest....

Agnes Karll vertrat im Streit um die Berufsbezeichnung gegen den Widerstand anderer BO-Mitglieder den Begriff "Schwester" als Berufsbezeichnung, obwohl es im weltlichen Pflegebereich den Begriff Bruder nicht gibt. Welche Gründe könnte Karll gehabt haben, an der Bezeichnung Schwester festzuhalten?

Worin lag die wesentliche Schwierigkeit zur Zeit Agnes Karll, sich als freie Schwester durchzusetzen??

Würde mich sehr über Antworten freuen...........
 

MiniBonsai

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Hallo!

Also mir sagt der Name erst mal nix...hab aber ein wenig gegoogelt ;)

Diese Seite über Agnes Karll Wer war Agnes Karll ?
fand ich recht informativ...aber da steht nix wegen der Bezeichnung Schwester.

Auf dieser Seite Kaiserreich (1871 - 1918) findest du ein wenig darüber, warum die freien Schwestern es Ende des 19./Anfang des 20. Jahrhunderts so schwer hatten.

Vielleicht hilft dir das ja schon weiter?
 

Lillebrit

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Hallo,
zur zeit Agnes-Karll`s begann die Frauenbewegung...Frauen erlangten zum ersten Mal das Abitur und studierten ( auch Agnes-Karll hat vor dem ersten Weltkrieg bereits einen Pflegestudiengang eingeführt...).

Pflegekräfte waren kaum sozial abgesichert....diejenigen, welche einem Mutterhaus zugehörten, hatten wenigstens eine Absicherung für das Alter. Anders hingegen die freien Schwestern....diese waren weder bei Krankheit noch für das Rentenalter (welche viele allerdings gar nicht erst erreichten) abgesichert.

Agnes-Karll (welche in einem Rot-Kreuz-Haus lernte und später dort austrat, um als freie Schwester zu arbeiten) musste Anfang des 1900 aus gesundheitlichen Gründen mit der Pflege aufhören. Sie arbeitet bei einer Versicherung...was sie dann irgendwann auf die Idee brachte, die freien Schwestern in einer Organisation zusammen zu fassen und ihnen eine besserer Absicherung zu verschaffen.

Dieser Berufsverband war der erste Zusammenschluss von Pflegekräften als Berufsverband (also unabhängig von kirchlichen Trägern...); im Vorstand waren nur Krankenschwestern.

Hab gerade mal das Buch "Agnes Karll-Die Reformerin der deutschen Krankenpflege";Sticker, A. (1984): Kohlhammer. 3. Auflage. durchgeblättert.
Wenn Du eine umfassende Antwort willst, dann schau mal, ob Du das in einer Bib (oder einem Buchantiquariat) besorgen kannst.

Lillebrit
 

Philistine

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Hallo!

Weiterhin kannst du die an der FH-Frankfurt am Main informieren, soweit ich weiss haben sie das einzigste Agness K. ARCHIV!!!!!!!!!
Viel Glück :up:
 

Thanco

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Hallo crazy86!

Sicher kennst du die Zeitschrift PFLEGE AKTUELL vom DBfK. Dort war Ende vorigen Jahres bzw. Anfang diesen Jahres ein sehr ausführlicher mehrseitiger Artikel zum Thema Agnes Karll drin.( Leider weiß ich die genaue Ausgabe nicht mehr, da ich die Zeitschriften nur geliehen hatte.) Wenn du mit dem Thema noch nicht weiter bist, vielleicht kannst du dir die Zeitschriften besorgen oder beim DBfK nachfragen (DBfK - Deutscher Berufsverband für Pflegeberufe)
Ich wünsche dir viel Erfolg!
 

ping

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Hallo,

zum Begriff "Schwester":

zu dieser Zeit gab es das Mutterhaussystem. In den Orden, bei den Diakonissen und auch beim Roten Kreuz gab es im weitesten Sinne, dass der Beruf der Krankenschwester ... die weiblichste aller Künste ... die Verwirklichung der besonderen weiblichen Bestimmung... ist.

Männliche Pflegekräfte waren zu der Zeit "nur" als Lohnwärter tätig und vorwiegend im Heer und in Irrenhäusern beschäftigt.

Agnes Karl bezeichnete die Krankenpflege 1913 als weiblichsten aller Berufe, ein "Frauenberuf par exellence"

Erst in den 60-er Jahren wurde die Pflege moderner und versuchte Männer als "gleichberechtigt" zu integrieren.

vielleicht hilft dir das weiter... :gruebel:

Mir fällt gerade noch etwas ein:
Die Schwesternheime, in denen die Schwestern wohnten, waren an dem Bild einer Familie aufgebaut:
Eltern
Kinder/Töchter -> Schwestern...

nur mal so daher gesponnen...
 

riesop

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Hab in etwas mehr als einem Monat mein schriftliches Examen und häng an ein paar Fragen noch fest....

Agnes Karll vertrat im Streit um die Berufsbezeichnung gegen den Wiederstand anderer BO-Mitglieder den Begriff "Schwester" als Berufsbezeichnung, obwohl es im weltlichen Pflegebereich den Begriff Bruder nicht gibt. Welche Gründe könnte Karll gehabt haben, an der Bezeichnung Schwester festzuhalten?

Worin lag die wesentliche Schwierigkeit zur Zeit Angens Karll, sich als freie Schwester durchzusetzen??

Würd mich sehr über Antworten freuen...........


Dann guck mal da: Pflegegeschichte

 

tina1785

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Es ging ihr um die Gleichstellung von Ordensschwestern und um die Anerkennung der freiberuflichen Schwestern
 

any89

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die ordenscwester haben ja alles aus liebe getan und nichts für geld

ich glaube anges karll wollte damit verdeutlichen das die schwestern auch aus liebe handeln aber auch um berufliche annerkeung zu bekommen und geld....


deshlab der weitere begriff schwester



mhh stimmt das ?? =)
 

pffanja

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riesop

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Agnes Karll ist aus heutiger Sicht sehr umstritten. Es ist richtig, dass sie aus der Frauenbewegung kam, jedoch aus der bürgerlichen Frauenbewegung. Und das war mehr als deutlich. Die Berufsbezeichnung "Schwester" war auch innerhalb der B.O.K.D. ein Zankapfel. Mit ihren Ansichten, gerade auch zu den Arbeitszeiten, war sie für die Gewerkschaften ein rotes Tuch. Dass sie einen Pflegestudiengang einrichtete, ist mir neu. Was sie mitinszenierte, war ein Forschungsbericht zu den Arbeitsbedingungen der Krankenschwestern, so etwas gab es aber bereits auch schon. Verbitterung löste sie in den eigenen Reihen betreffs der Anstellung im Staatsdienst aus. Dann wären ihre Versicherungen auch überflüssig gewesen.

Pflegegeschichte Die links Privatpflege, Agnes Karll. B.O.K.D, Schwester, Arbeitsbedingungen, Kriegsbremse.

Von vielen geschichtlich Interessierten wird sie heute sehr angegriffen. Weil sogar insgesamt ein Herr Streiter fortschrittlicher dachte. Ihr Einsatz für eine geregelte dreijährige Ausbildung war auch nicht ihre Idee, sondern wurde auch von den Mutterhäusern und Gewerkschaften gefordert. Und ihre Anhänger betreiben reichlich Personenkult und Legendenbildung. Die wirklich wichtigen internationalen Beziehungen im ICN werden aufgebauscht und dabei vergessen, dass auch Gewerkschaften internationale Plattformen hatten. Ihre Gegner stehen dem Personenkult nicht nach. Denn Agnes Karll selber ließ sich nicht von den Nazis vereinnahmen, dass machten andere B.O.K.D.-Funktionärinnen, sie selber ist in diesem Punkt überhaupt nicht einschätzbar, da sie vorher starb.

Anhänger und Gegner übersehen bei den ganzen Auseinandersetzungen leider stets ihre wahren Verdienste: um die Geschichte der Pflege. also letztendlich unsere Berufsgeschichte.
 

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