Fragen als Neukunde an den Pflegedienst

Dieses Thema im Forum "Ambulante Pflege / Private Kranken-Altenpflege zu Hause" wurde erstellt von narde2003, 03.07.2013.

  1. narde2003

    narde2003 Board-Moderation
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    Liebe Kolleginnen und Kollegen,

    derzeit suche ich für meine Mutter einen Pflegedienst für Medikamentengabe und wöchentlich duschen.

    Jetzt habe ich mir heute einen angesehen und gefragt:

    Qualitätsstandards - welche Leitlinien gibt es?
    Haben sie die nationalen Expertenstandards auf ihre Einrichtung umgesetzt?
    Wieviele unterschiedliche Pflegekräfte würden kommen?
    Welche Ausbildung haben diese?
    Wenn nicht Deutsch die Muttersprache ist, auf welchem Niveau sprechen die Pflegekräfte? Wir erwarten in der Klinik ein B2 Niveau
    Wielange bleibt ihr Personal im Schnitt bei Ihnen? Wie hoch ist der Wechsel?

    Ein Pflegedienst ist mir jetzt recht sympathisch, auch wenn diese ein bisschen seltsam geschaut haben wegen meiner Fragen.

    Was fragt man eigentlich normalerweise wenn man einen Pflegedienst auswählt?
     
  2. stormrider

    stormrider Poweruser

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    Meine persönlichen Erfahrungen dazu nach etlichen Jahren in verschiedenen ambulanten Pflegediensten.
    Die mit den dicksten Leitlinien sind oft die, bei denen der Patient nur eine Nummer ist und entsprechend behandelt wird.
    Das heißt noch lange nicht, dass auch danach gearbeitet wird.
    Da wird enorm viel versprochen aber meist nichts eingehalten.
    Auch hier wird oft gelogen.
    Glaubst du wirklich, ein Pflegedienst gibt dir gegenüber zu, dass er Personalprobleme hat?

    In all den Jahren habe ich 7 Pflegedienste von innen gesehen. 1 entsprach wirklich dem, was ich von einem guten Pflegedienst erwarte.

    Mir geht es vor allem auch darum, dass der Patient wirklich angenommen wird, so wie er ist und nicht in eine Struktur gepresst wird, die vorne und hinten seine Bedürfnisse nicht berücksichtigt. Es wird zwar immer wieder davon geredet, dass der Patient in seiner Individualität gesehen und behandelt werden sollte, aber genau das ist meistens nicht gegeben.

    Ich würde versuchen an Informationen von anderen Angehörigen heran zu kommen. Das ist meist viel objektiver, aber natürlich auch schwierig zu bewerkstelligen. Mund zu Mund Propaganda taugt meist mehr als viele Fragen stellen.
     
  3. narde2003

    narde2003 Board-Moderation
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    Es geht hier lediglich um 2 mal täglich Tabletten geben und einmal wöchtenlich duschen - vorerst.
    Sollte meine Mutter eine Pflegestufe bekommen (eher unwahrscheinlich), kann man ggf. über andere Verrichtungen noch diskutieren ob diese dann nötig sind.
    Meine Mutter hätte gerne eine "Tagespflege" wobei sie diese als eine Pflegekraft von morgens bis abends bei ihr definiert, die ihr neben dem Haushalt und der teilweise notwendigen Pflege auch noch Gesellschaft leistet und für sie einkaufen geht.

    Ich kenne keine Angehörigen die einen Pflegedienst haben/brauchen. Somit fällt das weg.

    Den Pflegedienst den ich kenne von einem Bekannten den möchte ich nicht haben, weil die Qualität des Personals sehr zu wünschen übrig lässt.
     
  4. Beetlejucine

    Beetlejucine Stammgast

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    Hallo narde

    die Expertenstandards müssen umgesetzt sein, diese sind Bestandteil der gesetzlichen Anforderungen und werden auch jährlich vom MDK geprüft.

    Ich würde noch fragen, ob z.B auch Rezepte geordert werden und die Medikamente besorgt werden, denn das gehört nicht zu der Leistung der Kasse dazu.

    Wird auch ein Notrufsystem angeboten und einen dazugehörigen Rufdienst?

    Für manche ist die Note wichtig, die jährlich vergeben wird. Die Note wird anhand der Tranzparenzkriterien vergeben. Sie sind in den Qualitätsrichtlinien zur ambulanten Pflege zu finden.

    Zu finden sind die Noten bei Pflegelotse

    Ich persönlich würde nicht zu viel auf die Note geben. Allerdings wäre ich bei einer 4 auch skeptisch.

    Ich finde wichtig, dass dem Personal genügend Zeit gegeben wird! Es macht nämlich einen Unterschied ob ich aktivierend pflege oder alles übernehme (geht schneller).
    In meiner Weiterbildung zur PDL gab es für die Medgabe bei manchen Pflegediensten nur 2 Minuten. Rein, Medis reinwerfen, raus.
    5 Minuten reichen dagegen bereits aus um noch ein Glas Wasser anzubieten, kurz mal zu sprechen.

    Gibt es feste Besuchszeiten? Bezugspflege?
    Werden Pflegevisiten durchgeführt?

    Wenn Pflegehelfer kommen, wer ist für den Pflegeprozeß verantwortlich? Wird alles im Büro von den Fachkräften proforma erledigt, damit alles korrekt in der Mappe ist oder wird der Pflegeprozeß gelebt?
     
  5. stormrider

    stormrider Poweruser

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    Ich stimme dem Beitrag von beetlejuicine vollständig zu.

    Bei deiner Mutter ist derzeit offensichtlich kein kontinuierlicher Pflegeauftrag (damit meine ich jetzt das Duschen, nicht die Medigabe) vorgesehen. Für das Duschen muß eine entsprechende Zeit vorgegeben werden. Bei der Tourenplanung werden solche Einsätze in der Regel als Lückenfüller verwendet. Manchmal sogar unabhängig von der Medigabe. Kann durchaus sein, dass die Arbeiten einsatzmäßig getrennt werden, weil Medigaben durch exam. abgearbeitet werden und die reinen Pflegesituationen auch durchaus durch nicht 3 jährig exam. stattfinden können. Kommt auch immer auf die Vorgaben des MDK im betreffenden Bundesland an.

    Ich persönlich finde die gesamte Situation aber nicht ungeschickt. So kannst du doch die Situation nach ein paar Einsätzen gut beurteilen und ggf. bei einem Fehlgriff des Pflegedienstes auch schnell mal wechseln.
     
  6. narde2003

    narde2003 Board-Moderation
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    Danke - für eure Tipps.

    Die Medikamentengabe darf angeblich in Bayern auch durch Pflegehelfer mit Zusatzquali erfolgen.

    Die Pflegedienste die in der engeren Wahl sind, haben die Noten 1,0 und 1,2 - in der Umgebung ist nur ein Pflegedienst mit 2,2.
    Ich lasse mich mal überraschen, noch ist auch nicht gewiss, dass meine Mutter überhaupt einen Pflegedienst akzeptiert. Allerdings können/wollen wir die Tablettengabe nicht mehr durchführen.

    Letze Woche wollte sie noch in ein Heim, diese Woche blos nicht...

    Pflegestufenantrag geht morgen auf den Weg zur Krankenkasse - allerdings mache ich mir keine Hoffnung, da sie bei der Begutachtung sich garantiert von ihrer besten Seite zeigt und dem MDK dann vermutlich auch noch einen Kuchen backt :(
     
  7. stormrider

    stormrider Poweruser

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    Genauso ist es.

    Die Noten sind wirklich nicht grundsätzlich ausschlaggebend. Der MDK stellt auch gerne mal Forderungen, die nicht angebracht sind. Ich denke da z.B. an Formulare, die der MDK gerne in einer bestimmten Form hätte, aber keine zwingende Vorgabe vorhanden ist. Wenn man sich dann gegen solche ungerechtfertigten Forderungen wehrt, kann das durchaus dazu führen, dass die Note ein wenig schlechter ausfällt.

    Ich sehe da auch kein Problem drin. Es wird zwar immer wieder dagegen gewettert, aber Argumente wie Krankenbeobachtung sind in der ambulanten Pflege bei einer Medigabe eigentlich völlig fehl am Platz, weil dazu die Zeiten garnicht gegeben sind.

    Wenn du einen Pflegedienst nimmst, der nicht in der Umgebung ist, kommt auch noch das Problem mit der erhöhten Fahrzeit hinzu.

    Wenn ihr in der Familie die Medikamentengabe nicht mehr durchführen wollt oder könnt, setzt euch durch. Es ist schwer, ich kenne das Problem sehr gut, da erst vor kurzem meine Schwimu aufgrund von Demenz ins Heim gekommen ist und sie völlig uneinsichtig war. Mittlerweile fühlt sie sich übrigens total wohl dort, es war die richtige Entscheidung. Ihr geht es auch insgesamt etwas besser, da sie sich nicht mehr eigenständig um ihre Versorgung kümmern muß.
     
  8. Nordlicht

    Nordlicht Poweruser

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    Beetlejucine hat eigentlich schon alle wichtigen Punkte erwähnt. Kläre ab, wer für VO, Rezepte anfordern und einlösen zuständig ist. Manche PD bieten diese Dienstleistung unterschiedlichst kostenpflichtig an. wenn Du letztendlich hinter jedem Rp oder Vo hinterher laufen mußt, wird es keine Entlastung.

    Zum Pflegevertrag, wenn's dann zum Duschen kommt: als ich selbst ambulant gearbeitet habe, haben wir nur abgerechnet, was erbracht wurde. Als meine Mutter in einem anderen Ort einen PD benötigte, wurden dort vereinbarte Leistungen abgerechnet, d.h. 1 x wö Duschpflege wurde immer abgerechnet, aber nie durchgeführt, da die Zeiten so geschickt lagen, dass die demente Dame mit Hut und Mantel sich nicht mehr ausziehen wollte.... Sollte ich noch einmal einen PD benötigen, würde ich solche Dinge auch vorher klären, denn das geht ins Geld ohne Nutzen.

    Lt. unserer MDK-Begutachtung ist ein Team von 6 MA für eine Tour (d.h. bei morgens und abends 12 Personen) ok, da erübrigt sich dann die Frage nach der Vielzahl der Pflegekräfte, die vor der Tür stehen werden.

    Tja, was fragt man, wenn ein PD gesucht wird? Bei einer Medigabe kannst Du eigentlich bei jeder neuen VO auch Wechseln, da es nur für die reinen Pflegeleistungen einen Pflegevertrag gibt. Notfalls erst einmal nur Medigabe übernehmen lassen und schauen wie es läuft und dann erst später in die Pflege einsteigen, wenn Du und Deine Mutter ein gutes Gefühl habt.

    Deine Anfragen waren ja schon sehr speziell und zielten auf das QM. Die Umsetzung all des Papierkrams muß jeder PD erfüllen (s.Transparenzprüfung) aber Sympathie steht nun mal nicht in den Flyern.

    Und vielleicht fragst Du noch nach Beratungsgesprächen (die Du auch schon in Anspruch nehmen kannst, wenn die Pflegestufe beantragt ist). Da unterscheiden sich die PD dann doch manchmal.

    Ich wünsche Dir Kraft, denn auch das Abgeben muß man lernen!
     
  9. stormrider

    stormrider Poweruser

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    Das wird aber von den Krankenkassen nicht bezahlt. Man muß also damit rechnen, dass solche Serviceleistungen entweder zusätzlich bezahlt werden müssen, oder die eh schon extrem knappe Zeit am Patienten noch mehr reduzieren.
     
  10. Nordlicht

    Nordlicht Poweruser

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    Manche PD bieten diese Dienstleistung unterschiedlichst kostenpflichtig an .:deal:

    Eben! Wie ich schrieb bieten die PD dies unterschiedlichst kostenpflichtig an, (von €5,-- im Monat bis zu €35 im Quartal schon erlebt). Je nachdem, wie eingespannt man selbst ist und wie entfernt man von den Angehörigen wohnt, kann sich dieser Service durchaus lohnen.
    Wenn ich alle 14 Tage loslaufen muss, weil nicht auf Vorrat bestellt wird, nervt das auch.

    Ich habe allerdings nicht erlebt, dass die Zeit vom Pat. abgezogen wird, sondern nur, dass Service bezahlt wurde.
     
  11. Fearn

    Fearn Poweruser

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    Die Medikamentengabe muß nicht unbedingt vom Pflegegeld bezahlt werden.
    Mit einer Verordnung des Arztes werden diese Kosten unter Umständen von
    der Krankenkasse erstattet. Dann wird nur eine Selbstbeteiligung fällig.
    Dasselbe gilt für Verbände, Thrombosestrümpfe anziehen und ähnliche Leistungen.

    Die Verordnungen für meine Pflegefälle bestelle ich ca. alle 3 Monate und
    gebe sie beim Pflegedienst ab, der auch die Grundpflege übernimmt.

    Für das Duschen oder Baden alleine wird man schwer eine Pflegestufe durch
    bekommen, weil für die Pflegestufe 1 folgende Vorraussetzungen erfüllt sein
    müssen:
    Erheblicher Pflegebedürftigkeit gilt, wenn mindestens einmal täglich Hilfe bei mindestens zwei Verrichtungen aus einem oder mehreren Bereichen der Grundpflege (z.B. Körperpflege und Ernährung) erforderlich ist und mehrfach in der Woche eine Haushaltshilfe benötigt wird. Auf die Woche gerechnet muss der Zeitaufwand täglich mindestens 90 Minuten betragen, wovon mindestens 45 Minuten auf die Grundpflege entfallen müssen.

    Vielleicht ist ja über die Pflegestufe 0 ein Altersbegleiter für Deine Mama drin.

    ,-)) Meine hat sich zusätzlich zum Pflegedienst der 2-3 mal täglich kommt, die Gemeindeschwester und
    den Altersbegleiter organisiert. Dh. sie hat mich dafür losgejagt. ;))
    und sie hat alle Nachbarn für sich " unter " ihre Kontrolle gebracht und am Laufen für sich. ;)))



    Liebe Grüße Fearn
     
  12. Fearn

    Fearn Poweruser

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    Mir war es zb. wichtig, daß der Pflegedienst ein angeschlossenes Notrufsystem hat, damit
    ich im Notfall nicht von der Arbeit aus selbst sofort losfahren muß.
    Das geht ja nicht immer.
    Über Leitlinien usw. läßt sich viel beim Erstgespräch erzählen.
    Deshalb wäre mir die Zahl der angestellten Mitarbeiter wichtig und wie lange diese
    in diesem Pflegedienst schon beschäftigt sind. ( Bei ständig wechselndem Personal,
    würde ich hellhörig werden, wenn es keine langjährigen Mitarbeiter gibt) und mich
    fragen: Was stimmt in dem Betrieb nicht?
    Einige langjährige Mitarbeiter müßte der Pflegedienst einem schon namentlich
    benennen können.
    Etliche Pflegedienste kamen aus organisatorischen Gründen nicht infrage, weil die
    ihre Gebiete aufgeteilt haben und die Touren nicht ausweiten konnten.
    Dh. es gab zwar am Ort etliche Pflegedienste, die hätten aber den Wohnort nicht
    angefahren.
    Bei vielen Mitarbeitern hatte ich das Gefühl, ich würde unter "Amnesie " leiden.
    Von denen hörte ich immer wieder: "Die Tochter möchte das nicht." obwohl mich
    auf das entsprechende Thema überhaupt keiner angesprochen oder gefragt hatte.
    ( ich bin die einzige Tochter ).


    Bei meinem Schwiegervater, hörte sich alles sehr nett an, was der Pflegedienst angab. Die
    bekamen ihn leider trotzdem nicht in den Griff und die Pflege geregelt.
    Das war teilweise sogar gefährlich, was ich da erlebte und ich mußte auf eine 24 Stundenpflege
    umorganisieren, obwohl die wirklich sehr lieb und bemüht waren.

    Die Schwiegermutter war leider überhaupt nicht mehr ambulant oder zuhause zu pflegen.

    Ich denke, daß es sehr individuell ist welche Pflege bzw. welcher Pflegedienst für die verschiedenen Pflegefälle
    letztlich wirklich passend ist.
    Vielleicht kannst Du eine Probezeit ausmachen?

    Der Pflegedienst meiner Mutter besteht darauf, wenn er Medikamente gibt,
    daß diese auch vom Pflegedienst gestellt werden, ( was ich nachvollziehen kann.)
    Dann allerdings entfällt die Kontrolle ob ausreichend Medikamente zur Verfügung stehen,
    schwerer, weil leider nicht jeder bescheid gibt, wenn ein neues Medikament bestellt
    werden muß. Andere bestellen obwohl noch etliche Packungen da sind und Du bezahlst
    dann ständig neue unnütze Medikamentenrechnungen, während sich das Zeug langsam
    stapelt.

    Am übelsten ist meine Morphium- Sammlung, die mir Mutter und der Pflegedienst
    eine ganze zeitlang aufs Auge gedrückt hatten.
    Mama nimmt das Morphium überhaupt nicht ein, weil sie denkt davon würde sie sterben.
    Sie versteckt die Packungen, jammert aber ausführlich über Schmerzen.

    Der Pflegedienst, der Arzt , hinzugerufene Notärzte usw. stellten mir wie ein Boomerang
    immer neue Morphiumpackungen hin.
    Natürlich hatte ich den Arzt und den Orthopäden darüber informiert, mit dem Ergebnis:

    Der einzige, der ständig gesagt bekam, daß er mit dem Morphium aufpassen sollte war ich.

    Alle anderen bestellten monatelang fleißig uneingeschränkt weiter.
    Das habe ich dann alle 2-3 Monate gesammelt und zurück zum Arzt getragen mit dem Hinweis:
    Ich wollte mich damit nicht am Bahnhof selbstständig machen....

    Das Zeug kam ständig wieder zurück wie ein Boomerang.

    Liebe Grüße nochmals Fearn
     
  13. Nordlicht

    Nordlicht Poweruser

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    Hi Fearn,
    eine Anm: für jede VO musst Du bezahlen, wenn keine Befreiung vorliegt. Bei dauerhaften Einschränkungen kannst Du eine VO über 6 Monate oder eine Jahres-VO ausstellen lassen. dann wirds günstiger und das Gelaufe fällt weg :-)

    Bei unserem PD hatten wir für jeden Patienten ein eigenes Kästchen mit Medis im Büro und die, die stellte, hatte so einen guten Überblick, was zu ordern war. BTM's wurden beim Pat. gelagert. Bei verwirrten Pat. oder wenn z.B. die Enkel dort spielen, findet sich eigentlich immer ein abschließbarer Schrank dafür.

    Die Medikamentengabe muß nicht unbedingt vom Pflegegeld bezahlt werden.... das wird gar nicht vom Pflegegeld bezahlt, da es sich hier nicht um Leistungen der Pflegekasse sondern der Krankenkasse handelt.
     
  14. stormrider

    stormrider Poweruser

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    Das muß aber auch der Arzt mitmachen. In vielen Praxen kapiert man nicht, das VOs auch durchaus quartalsübergreifend ausgestellt werden können.

    Die Problematik ist ja auch nicht die Medigabe an sich, sondern das ganze drumherum. Hinzu kommt, dass viele alte Menschen nicht zuzahlen wollen oder können. Das Thema Medikamentenorganisation wird von allen Stellen meist ignoriert, sodaß letztendlich der Pflegedienst ohne Medikamente dastehen würde, wenn er sich nicht automatisch drum kümmert.
     
  15. amezaliwa

    amezaliwa Poweruser

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    Habt ihr (sofern vor Ort vorhanden) über eine Tagesbetreuung nachgedacht?

    Eine Freundin hat dort eine zeitlang gearbeitet. In dem Fall war es ein AH welches in einem Nebengebäude die Tagespflege anbietet.
    Hier vor Ort gibt es inzwischen aber weitere Möglichkeiten, mehr Auswahl.
    Die Kunden werden geholt und wieder heimgebracht,
    man wählt wie oft in der Woche derjenige dort hin geht, kann das auch ändern;
    es wird regelmäßig gebadet.
    Wer kann hilft bei der Vorbereitung der Mahlzeiten.
    Gesellschaft gäb es dort - jede Menge.:mryellow:

    Der Prophet bewegt sich? Eine 1:1 Betreuung über den ganzen Tag - wünscht sie sich, würd ich auch mal wollen, um daheim zu bleiben; aber ist das auch realistisch?
     
  16. sr.c.b.

    sr.c.b. Senior-Mitglied

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    Ich arbeite ja selbst in der ambulanten Pflege, und glaub mir, die schönsten Leitbilder und Pflegenoten sagen nicht wirklich was aus....
    Ich würde einen Pflegedienst wählen, der nicht ganz neu aufgemacht hat, der überwiegend examiniertes Personal beschäftigt und mir vom Gesamteindruck am sympathischten wäre. Medikamentenbestellungen werden meist "nebenher" erledigt, oft gibt es auch Apoteken die die Rezepte abholen und dann liefern.
    Die Pflegeleistungen kannst du jederzeit ohne Frist kündigen, falls du unzufrieden bist.
     
  17. Nordlicht

    Nordlicht Poweruser

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    s. dazu den jeweiligen Pflegevertrag! So ohne Weiteres kommst Du nicht überall raus - leider!

    @stormrider: steter Tropfen hölt den Stein. Auch bei uns dauerte es etwas, aber die "umliegenden" Ärzte habe es irgendwann begriffen.
    und zu dem Thema,automatisch drum kümmern: auch da kenne ich einen PD, der ganz drastisch sagte, wenn nix da ist, kann ich nix stellen, also kümmern Sie sich gefälligst, wir machen das ja nicht umsonst auch noch mit. Die sind von Florence weit entfernt und "erziehen" sich die Angehörigen von Anfang an.....kann man sehen, wie man will.....
     
  18. Robby

    Robby Senior-Mitglied

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  19. stormrider

    stormrider Poweruser

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    Es kommt ja immer darauf an, was ihr von den Praxen einfordert.
    Bei mir ist dann Ende, wenn ich z.B. Verordnungen oder Rezepte ausstellen soll, ohne das eine gültige Krankenkassenkarte vorgelegt wurde.
    Die Krankenkassen fordern, dass ohne Vorlage der KK-Karte keine Leistung erfolgen darf. Und das hat auch durchaus Hand und Fuß.
     
  20. narde2003

    narde2003 Board-Moderation
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    Ja, haben wir, aber das ist derzeit nicht aktuell.
    Aktuell ist die Depression mit Panikattacken und einer Pseudodemenz.

    Momentan ändert meine Mutter ihre Vorstellung regelmässig, auch wenn ich eine Vollmacht habe will ich sie (noch) nicht in einem Heim unterbringen.

    Realistische Vorstellungen hat meine Mutter momentan nicht - aber das ist wieder was anderes. Ein Bekannter von ihr hatte monatlich noch ca. 3000 Euro an einen Pflegedienst zusätzlich der abgedeckten Leistungen bei Pflegestufe 2 bezahlt und eben eine "fast" Tagespflege zuhause. Pflegedienst hat ihn 5 mal täglich angefahren und seine Wünsche erfüllt.

    Ausgestattet ist meine Mutter auch mit einem Hausnotruf und mit dem Essen wird sie von uns versorgt, einkaufen tue ich auch.

    Wenn sich nach der Neueinstellung der Medikamente nix ändert, werden wir weitersehen.

    Jetzt bekommt sie erstmal das was sie will: ihre Wohnung.
     
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