Frage zur pAVK

Dieses Thema im Forum "Pflegebereich Innere Medizin" wurde erstellt von morrison, 04.02.2009.

  1. morrison

    morrison Junior-Mitglied

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    Hallo alle zusammen,

    ich bin heute auf station in in pat.zimmer gekommen und habe bei einem pat. der eine pavk grad 3 hat eine hochlagerung des betroffene beins gesehen. Da ich gelernt habe, dass dies eine absulute kontraindikation bei einer pavk ist. Habe ich die lagerungsschiene entfernt und habe das bein flachgelagert. Ich habe den pat. gefragt wer das bein hochgelagert hat, da ich am erstem moment an die neuen schüler dachte, die es nicht besser wissen können. Der pat. sagte, dass der arzt es angeordnet hat. Danach bin ich zum doc. gegangen und habe ihn gefragt was er mit der hochlagerung bezwecken wollte. Was ich noch dazusagen muss ist, dass der pat. an dem bein ein ödem hat. Der arzt sagte mir, dass er durch die hochlagerung das ödem wegbekommen will. Und ich solle doch die hochlagerung wieder einsetzen.
    Dies habe ich dann auch gemacht. Was ist eure meinung dazu. Wie hättet ihr reagiert?
    kann ich durch eine hochlagerung der beine das ödem in den griff bekommen? und was ist mit der avk?
    danke für die antworten
     
  2. tutut

    tutut Junior-Mitglied

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    Wo arbeitest Du?
    Wenn der Patient ein Ödem nach einer Gefäßchirurgischen Intervention hat, ist das Problem pAVK nicht mehr das dringlichste. Meist schwillt das betroffene Bein dann an, weil die arterielle Versorgung wieder gut ist, der venöse Abfluss aber noch darauf eingestellt ist.
    Zum anderen wird der Patient sehr schnell sich melden, wenn er durch die Hochlagerung Schmerzen kriegt. Und er wird im Zweifelsfall diese auch verweigern.
    Das Beim wird deshalb nicht hochgelagert, da mit Tieferhängen die arterielle Versorgung besser gewährleistet ist.
    Bei Ödemen stimmt aber was mit der venösen Versorgung nicht. Die Hochlagerung ist bei venösen Problemen aber indiziert.


    Richtig oder falsch kann man somit nicht sagen. Im Einzelfall entscheidet halt die Dringlichkeit des Problems...
     
  3. triangel

    triangel Newbie

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    Da ich auf einer diabetischen Fussstation arbeite,kann ich dir sagen das du es richtig gemacht hast!Das Bein kann ganz normal gelagert werden,nur muss es dann aufgrund Ödeme speziell gewickelt werden!Docs sind nicht immer neu info!:knockin:Gruss Triangel
     
  4. Maniac

    Maniac Poweruser

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    Ich denke nicht, dass du von hier so sagen kannst, dass das Bein "gewickelt werden MUSS". Der Pat hat ne AVK.
    Morrison ist nicht dumm und denkt mit, aber wer anders liest das vielleicht und geht demnächst alle PAVKs wickeln ;)
     
  5. morrison

    morrison Junior-Mitglied

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    danke für das kompliment. auf meiner station haben die mich meisten schwestern angemacht, wie ich es wagen kann dem arzt in seine therapie rein zureden. hat mich dann doch etwas verwirrt.
    die pat. hatte pavk stadium 3.
    ich würde das nächste mal das bein einfach nicht wickeln und nicht hochlagern. dies teile ich dem arzt mit und dokumentiere das ganze. kann ich so handeln?
    kann es auch sein, dass der arzt es einfach nicht besser wusste?
     
  6. Lutz76

    Lutz76 Newbie

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    Moin,

    du kannst Anweisungen des Arztes, welche du für kontraindiziert hältst nicht ohne weiteres verweigern oder unterbrechen. Entsteht daraus ein Schaden, weil der Arzt nun mal doch richtig behandelt hat, bist du im Zweifel haftbar. In solchen Fällen bist du sicherlich verpflichtet, den Arzt auf deine Bedenken hin zu weisen, und das auf jeden Fall schriftlich dokumentiert. Ist der anordnende Azrt nicht greifbar muss der Diensthabende oder der Hintergrunddienst(OA, CA) entscheiden, ob die Maßnahme weiter geführt werden soll oder nicht.

    Bei der Bundeswehr gibt es so einen schönen Spruch, der kann gar nicht besser passen: Melden macht frei.

    Im Zweifelsfalle bist du aus der Schusslinie, und der Arzt muss seine Anordnung rechtfertigen. Dabei wird er Hilfe von seinen Standeskollegen bekommen, seinen Proffs und der Klinikleitung. Wenn die ihm nicht helfen sollten , dann hat der echt Mist gebaut.
    Andersrum wenn du, und sei es in guter Absicht, die Behandlung unterbrichst oder auch nur modifizierst. Deine Standeskollegen sind nicht organisiert, es wird auch keiner wirklich zu dir halten, erst recht nicht die Klinikleitung.

    Erst wenn die Behandlung eindeutig zu einem unerwünschten Ergebniss führt, in deinem Falle z.B. der Stillstand der Blutversorgung in der betroffenen Extremität mit eindeutigen Ischämiezeichen (wie von Tutut genannt) kannst du davon ausgehen, daß der Arzt diesen Zustand nicht wissendlich und absichtlich herbei führen wollte. Erst jetzt kannst du als examinierte Pflegefachkraft ( die du ja erst wirst...), am besten zusammen mit einem Teamkollegen, die Entscheidung für die Unterbrechung der Behandlung selber fällen. Eine umgehende Arztinfo ist hierbei obligatorisch !

    Ob uns die Behandlung gefällt oder nicht, solange ein Arzt uns zu bestimmten Behandlungen anweist können wir nicht viel dagegen machen, es sei denn sein Handeln ist rechtswiedrig oder (für einen Laien) klar erkennbar de lege artis. In diesen Fällen ist immer der OA oder CA hinzu zu ziehen, im Zweifel (bei rechtswiederigen Absichten) die Polizei.

    Ich habe bewust auf eine Beurteilung der Richtigkeit der Maßnahmen des Arztes oder deinerseits verzichtet. Mir geht es nur darum dir klar zu machen, daß du dich in einem nicht rechtssicheren Raum befindest, und das zunächst ohne Not. Und wenn der Arzt es versemmelt haben sollte, der ist entsprechend versichert, du nicht.

    Mit kollegialem Gruß

    Lutz
     
  7. martius

    martius Junior-Mitglied

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    :knockin:
    Huhu!
    So einfach ist es nicht. Der "rechtssichere Raum" steht hier erst einmal gar nicht zur Debatte.

    Im Stadium III einer pAVK besteht ein Ruheschmerz, da durch die Verengung der arteriellen Gefäße es zu einer Unterversorgung mit O2 und Nährstoffen im Gewebe kommt. Diese Unterversorgung kann durch die Hochlagerung des Beines eventuell verschlechtert und somit die Schmerzen steigern. Ist der Patient aber über längeren Zeitraum diesen Ruheschmerz "gewohnt", bleibt eine Steigerung der Schmerzen aus.
    Also sollte andere Symptome zu Bewertung herangezogen werden (Hautfarbe, -temperatur, Fußpulse, ...).

    Einem Ödem muss nicht zwangsläufig ein venöses Defizit zugrunde liegen.
    Ödeme können lokal aus zig Gründen entstehen.

    A) Ein Auszubildender hat sich vor Abänderung einer Maßnahme mit der Bereichspflegekraft abzusprechen.
    B) Wenn die Bereichspflegekraft vom zuständigen Arzt nicht über die Maßnahme informiert wurde, müssen sich beide an den Arzt wenden.
    C) Die Erklärung des Arztes ist im geschilderten Fall missverständlich.
    (Bildung wiegt Einfältigkeit nicht immer auf!:-)) Vielleicht kann er mit der oben angeführten weiteren Symptomatik, falls sich etwas verschlechtert hat, mehr anfangen und sich umstimmen lassen.

    Ich sach nur "Erst enken, dann pflegen!" (oder kürzer "Pflegeprozessieren!)
     
  8. Elo735

    Elo735 Newbie

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    hallo,

    ich hab eine Fragen: Darf man wenn man pavk grad 3 den venösen rückfluss fördern z.b durch beine ausstreichen?
     
  9. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Was meinst du? Wie funzt das mit der pAVK? Was passiert mit dem arteriellen Zufluss und dem venösen Abfluss?

    Gib mal deine Idee vor und wir korrigieren dann ev., wenns nicht ganz richtig ist.

    Elisabeth
     
  10. Elo735

    Elo735 Newbie

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    meine frage war ja Darf man wenn man pavk grad 3 den venösen rückfluss fördern z.b durch beine ausstreichen?
    damit meine ich, z.b beim waschen die beine herzwärts ausstreichen!
    -> thromboseprophylaxe
    ob man das bei einem patienten mit pavk grad 3 machen darf?
    oder ist das kontraindiziert?
     
  11. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Wenn du etwas machen willst oder nicht- müsstest du dann nicht überlegen können ob es sinnvoll ist? Der Doc macht ne Diagnose und entscheidet dann über die Therapie. Die Pflegekraft kennt die Erkrankung und kann kausale Zusammenhänge herleiten.
    Was passiert wenn du die Beine ausstreichst mit dem Blut? Ist das vereinbar mit einer pAVK?

    Wenn du allerdings die Antwort á la Drehbuchstandard möchtest: rückstromfördernde Maßnahmen- egal welcher Art- sind nicht angezeigt und sollten nur in Abspraceh mit dem Arzt erfolgen.

    Elisabeth
     
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