Frage zum "fast" Verstorbenen

Dieses Thema im Forum "Leben und Tod im Krankenhaus, Umgang mit Sterbenden" wurde erstellt von Misspoem, 27.05.2014.

  1. Misspoem

    Misspoem Newbie

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    Hallo,

    ich hoffe, dass es hier das richtige Unterforum ist, weil es ja im gewissen Maße auch um den Tod geht.

    Ich bin im 1. Ausbildungsjahr zur GuK und hatte heute meinen 2. praktischen Tag auf der Inneren (Gastroenterologie).

    Kurz nach 12:00h hatte einer unserer Patienten (77, Kontrakturen am ganzen Körper, COPD, Demenz im Anfangsstadium, etc.) eine, wie wir alle dachten, starke Panikattacke. Wir haben ihm dann Tavor Expedit gegeben, das hat aber nicht gewirkt, also noch Attosil (Intravenös) dazu.
    Hat leider auch nichts gebracht.
    Nach Vitalzeichenkontrolle, haben wir nur 38,6°C Fieber feststellen können.

    Er fing dann an zu sagen, dass er fällt und das die ganze Zeit. Leider konnten wir ihn nicht beruhigen.
    Irgendwann kam dann auch eine Ärztin, die auch versucht hat ihn zu beruhigen.

    Ich hatte "das Glück" alleine mit ihr bei dem Patienten zu sein, was mich dann auch dazu gebracht hat, ganze viele Fragen zu stellen.
    Sie hat dann abgeklärt, dass wir nicht reanimieren und so konnten wir uns voll auf die letzten Minuten konzentrieren.

    Er bekam Atemnot und wurde immer gräulicher. Wir haben es noch mit Sauerstoff probiert, aber das hat nichts mehr gebracht. Die Ärztin wollte dann Morphin geben, damit er es besser erträgt, aber wir hatten beide das Gefühl, dass es gleich vorbei ist.
    Nach gefühlten 5 Minuten ist er dann in sich zusammengesackt, seine Zunge ist angeschwollen (war grau-bläulich), hat nochmal Stuhl gelassen und hat nur noch Atemausstösse von von sich gegeben.
    Er sah irgendwie zufrieden aus.

    Ich hatte mich eigentlich für ihn gefreut, weil er echt starke Schmerzen und durch die Kontraktion keine Lebensqualität mehr hatte.

    Nun ja, irgendwie hat er dann wieder angefangen zu atmen bzw. zu schnarchen. Er ist also ganz normal eingeschlafen.

    Jetzt frage ich mich irgendwie, ob ich und auch die Ärztin, ein falsches Gefühl hatten oder ob er wirklich kurz vor dem Tod war und es aber doch noch geschafft hat? Mich beschäftigt das die ganze Zeit.

    Könnt ihr mir was dazu sagen, habt ihr sowas auch schon erlebt, ist das normal?

    Ich bin wirklich froh, sowas miterleben zu dürfen und das auch noch alleine mit einer Ärztin und ich glaube sie war auch total fertig und ist dann zur Übergabe gegangen, so hatte ich keine Zeit mehr sie danach zu fragen. ^-^
     
  2. Schwester Rabiata 2

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    Wo war die zuständige Pflegekraft?
     
  3. Misspoem

    Misspoem Newbie

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    Die eine wollte das Morphin fertigmachen und die anderen waren bei der Übergabe. :-)

    Also, bis die Ärztin da war, waren auch 2 Pflegekräfte mit im Raum und dann haben die sich verdrückt, keine Ahnung warum.
     
  4. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Zur Todesursache kann dir nur die behandelnde Ärztin was sagen. Ebenso, warum auf die Reanimation verzichtet werden konnte. Und in dem Zusammenhang würde ich auch gleich fragen, warum er so starke Schmerzen haben musste und man nicht die Schmerztherapie optimiert hatte.

    Ansonsten erinnert mich die Beschreibung an Pat, die an einer fulminanten Lungenembolie verstorben sind. Die Panik in den Augen dieser Pat. vergisst man nie.

    Elisabeth
     
    Lotte26 gefällt das.
  5. Misspoem

    Misspoem Newbie

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    Hallo Elisabeth,

    also er ist ja noch nicht gestorben, das wundert mich ja so. Kurz nachdem er aufgehört hat zu atmen, ist er ganz normal eingeschlafen und hat wie ich schon geschrieben habe, geschnarcht und auch wirklich normal geatmet.
    Deswegen frage ich. ^^
     
  6. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Axo- ja dann... musst den Arzt fragen, wie sich das erklärt. Ferndiagnosen sind net möglich.

    Elisabeth
     
  7. Elfriede

    Elfriede Poweruser

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    Lorazepam plus Atosil geben mit Sicherheit jedem das Gefühl,
    ins Bodenlose zu fallen.
    Die Aufarbeitung im Team inkl. Arzt ist das einzig Sinnvolle.

    Frieda
     
  8. amezaliwa

    amezaliwa Poweruser

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    Was kann das Tavor u.a. bewirken?
    http://www.pfizer.de/fileadmin/pfizer.de/documents/gi/Tavor_Expidet_Plaettchen_GI.pdf
    Seite 3

    Was kann das Atosil u.a. bewirken?
    http://www.narkosearzt-hamburg.de/NEF-Medikamente/Promethazinhydrochlorid-Atosil.pdf
    Seite 2, 1. Spalte, 3. Absatz
    Kombi aus Tavor per os und dann noch Atosil i.v. - ???

    Auch wenn das nicht an Dich, Miss Poem, gerichtet ist, dem schließe ich mich an.






     
  9. Misspoem

    Misspoem Newbie

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    Hallo Frieda,

    Tavor und Atosil hat er bekommen, nachdem er geäußert hat, dass er fällt, weil alle gedacht haben, es wäre eine Panikattacke.

    _

    Jetzt wo ich das lese mit Atosil und Tavor frage ich mich auch, warum man das alles geben musste. Keine Ahnung.

    Stand von heute ist, dass er immer noch schläft bzw. in einem komatösen Zustand ist. Er reagiert nicht mehr, atmet nur noch ganz flach, ist verschleimt und macht keinen guten Eindruck.
    Ich habe gefragt, warum er nicht auf die Intensivstation verlegt wird, aber sie sehen keinen Sinn mehr darin. Nun ja, muss ich mit leben.

    Wir werden sehen, wie es morgen aussieht.

    Liebe Grüße
     
  10. amezaliwa

    amezaliwa Poweruser

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    Lies Dir doch auch das mal durch
    Benzodiazepine Wirkdauer : Wie lange wirkt eine Schlaftablette

    Die Halbwertzeit für Lorazepam:10-20 Stunden
    Mein Fachbuch, der Klinikleitfaden für Neuro/Psych schreibt: 13-18h.

    Atosil, das gefunden, mein Buch gibt da nix zu an
    Neuroleptika-Übersicht :: Dr. med. Michael Pelz
    hier wird die Halbwertzeit mit 12h beziffert.

    Die Halbwertzeit kann variieren, deswegen: Sie kann auch kürzer oder länger sein!

    Anhaltend Tiefschlaf, flache Atmung, zus. COPD + Fieber - welche Auswirkungen hat das auf die Atemtätigkeit, Schutzfunktionen- ?
     
  11. Elfriede

    Elfriede Poweruser

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    Gute Schlußbemerkung zum Thema / zur Frage.

    Alles Weitere sollte das Stationsteam intern klären.
     
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