Frage zu einer Aufgabe zum Down-Syndrom

Dieses Thema im Forum "Fachliches zu Pflegetätigkeiten" wurde erstellt von Tintin, 02.12.2009.

  1. Tintin

    Tintin Junior-Mitglied

    Registriert seit:
    26.02.2009
    Beiträge:
    42
    Zustimmungen:
    0
    Ort:
    Alzey
    Hallo zusammen :o

    Ich bräuchte mal euren Rat bei einer Aufgabe.
    Diese Aufgabe ist eine orginal Examensfrage^^

    Kurze Erklärung zu mir und meiner vielleicht fehlenden Weitsicht: ich bin erst seit einem halben Jahr in der Ausbildung...

    Zusammenfassung des Beispiels:
    - türkische Patientin, 23 Jahre alt, mit Down-Syndrom
    - eine Epilepsie-"Art" bekannt, zur Diagnose einer zweiten "Art" und
    Einstellung auf die Medikamente dafür auf Station
    - Eltern versorgen Patientin zuhause (kein Kontakt von den Eltern zu
    Fremden erwünscht)
    - Mutter kann wegen einem hochfieberhaften Infekt nicht mehr auf Station
    kommen und sich um die Tochter kümmern
    - Patientin reagiert mit Schreien und Unruhe

    Nun soll ich vier Pflegemaßnahmen planen und hier hänge ich geistig. Der Rest der Aufgabe klappt wunderbar...

    Meine Pflegemaßnahmen die mir eingefallen sind:
    - Körperpflege mit vertrauten Sachen um so etwas Vertrautes zu haben
    - richtige Kostform, da Down-Patienten zu Obstipation neigen
    - Gewichtsstabilisation, damit sie in der Klinik nicht zunimmt (durch die
    gestörte Schilddrüsenfunktion) und man so eventuelle
    Wassereinlagerungen besser frühzeitig erkennt (vielleicht durch
    Medikamente)
    - Dekubitusvermeidung, die Patientin ist unruhig, da sie aber keinen/kaum
    Kontakt zu Fremden hatte, wird sie vielleicht lieber im Bett bleiben, als
    sich auf unbekanntes Gebiet zu wagen wo noch mehr Fremde sind.

    Ich frage mich nun:
    habe ich zu oberflächlich gedacht?
    Oder habe ich irgendwas übertrieben?
    Was habe ich vergessen?

    vielleicht habt ihr ja einen Tipp für mich, welche Pflegemaßnahme ihr hier planen würdet?

    vielen Dank fürs Lesen und noch mehr Dank für eventuelle Tipps :-)

    tintin
     
  2. Neuron

    Neuron Stammgast

    Registriert seit:
    20.11.2009
    Beiträge:
    285
    Zustimmungen:
    0
    Den Rest habe ich gelesen, aber nicht zitiert.

    Ja was macht denn zuweilen ein sehr junger Mensch, sagen wir 1-2 Jahre alt, der da s plötzlich von einer fremden lieben
    Tante mal auf den Arm genommen wird? Er könnte es toll finden oder schreien, fremde Umgebung, falsche Bezugsperson....

    Vorschlag: Versuche eine psychologische Brücke zu bauen, welche die Mutter wenigstens kurzfristig ersetzen kann. Menschen mit Down-Syndrom sind sehr sensibel sowohl was aktive als auch passive Handlungen und Ausdrucksformen betrifft. Das habe ich mir mal vor sehr langer Zeit während einer praktischen Tätigkeit von sehr professionellen Betreuern erklären lassen.
     
  3. Tintin

    Tintin Junior-Mitglied

    Registriert seit:
    26.02.2009
    Beiträge:
    42
    Zustimmungen:
    0
    Ort:
    Alzey
    Die Brücke wollte ich durchs Bereichspflege aufbauen (eine Fragestellung über der genannten), weil sich da eben nur eine Pflegekraft um alles kümmert und so am Anfang so wenig wie möglich Fremde zu ihr gehen.

    Klar, kann eine Pflegekraft die Mutter nicht ersatzen, aber vielleicht wird so so etwas besser für die Patientin...

    aber vielen Dank für deine Antwort :D
     
  4. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

    Registriert seit:
    29.05.2002
    Beiträge:
    19.812
    Zustimmungen:
    167
    Beruf:
    Krankenschwester, Fachkrankenschwester A/I, Praxisbegleiter Basale Stimulation
    Akt. Einsatzbereich:
    Intensivüberwachung
    Ich verstehe nicht, warum du nach einem halben Jahr Ausbildung eine Examensfrage lösen willst. Wenn es so einfach ist mit dem bis hierhin gesammelten Wissen bereits komplexe Aufgaben zu lösen- warum muss dann die Ausbildung drei Jahre dauern?

    Anamnese bedeutet nicht gleichzeitig: Pflegeproblem. Die Maßnahmen beziehen sich nur gering auf die Angaben in der Pflegeanamnese. Es fehlen Ressourcen. Ziele wurden nicht benannt.

    Der Pflegeprozess scheint noch nicht bekannt bzw. geübt zu sein.

    Vielleicht wäre es sinnvoller klein anzufangen und bei jeder Tätigkeit den Pfad des prozessotientierten Denkens zu beschreiten: Problem/Ursache/Symptom-Ressource-Ziel-Maßnahme-Auswertung.

    Elisabeth
     
    #4 Elisabeth Dinse, 02.12.2009
    Zuletzt bearbeitet: 02.12.2009
  5. Tintin

    Tintin Junior-Mitglied

    Registriert seit:
    26.02.2009
    Beiträge:
    42
    Zustimmungen:
    0
    Ort:
    Alzey
    @Elisabeth Dinse
    Weil wir die von unserer Leherin bekommen haben haben um mal zu schauen wie weit wir kommen und damit wir einmal eine Examensfrage im Bereich "Behinderung" gesehen haben. Freiwillig würde ich das nicht machen, muss ich gestehen.
     
  6. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

    Registriert seit:
    29.05.2002
    Beiträge:
    19.812
    Zustimmungen:
    167
    Beruf:
    Krankenschwester, Fachkrankenschwester A/I, Praxisbegleiter Basale Stimulation
    Akt. Einsatzbereich:
    Intensivüberwachung
    Pflegeanamnese:
    + türkische Patientin, >>> Versteht sie deutsch?
    + 23 Jahre alt, mit Down-Syndrom
    + eine Epilepsie-"Art" bekannt, .... und Einstellung auf die Medikamente dafür auf Station >>> welcher Anfalltypus und welche Nebenwirkungend er Medis?
    + Eltern versorgen Patientin zuhause (kein Kontakt von den Eltern zu Fremden erwünscht)
    Mutter kann wegen einem hochfieberhaften Infekt nicht mehr auf Station
    kommen und sich um die Tochter kümmern
    + Patientin reagiert mit Schreien und Unruhe >>> reagiert sie immer so und wie wird sonst in der Häuslichkeit verfahren?

    Pflegeprobleme:
    P: Kommunikationsproblem ???
    U: Fremdsprachlerin
    S: reagiert nicht auf deutsche Ansprache

    P: Sturzrisiko
    U: Anfallsleiden
    S: ???

    P: ???
    U: Nebenwirkungen der "Anfallmedis"
    S: ???

    P: Kommunikationsproblem
    U: ???
    S: nur nonverbale Äußerungen

    P: ???
    U: mangelnde soziale Kontakte
    S: Schreien und Weinen

    Ressourcen: ???

    Ziele: ???

    Maßnahmen:
    Körperpflege mit vertrauten Sachen um so etwas Vertrautes zu haben
    ???
    ???
    ???
     
  7. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

    Registriert seit:
    29.05.2002
    Beiträge:
    19.812
    Zustimmungen:
    167
    Beruf:
    Krankenschwester, Fachkrankenschwester A/I, Praxisbegleiter Basale Stimulation
    Akt. Einsatzbereich:
    Intensivüberwachung
    Gut. Dann ist es besonders wichtig, nicht Behinderung gleichzusetzen mit "kann und macht nix".

    Kein Down-Syndrom ist wie das andere. Kinder können sich ganz unterschiedlich entwickeln. Bei deiner Vorgabe an Info findest du nirgends, dass diese Frau so immobil ist, dass sie ein Dekubitusrisiko hat.

    Mir erschließt sich auch nicht, wie du anhand der Infos auf eine gestörte Schilddrüsenfunktion kommst.

    Eine infolge Schilddrüsenfunktionsstörung aufgetretene Gewichstzunahme hat m.E. nichts mit einer Ödembildung zu tun.

    Versuch bei der Behinderung zu bleiben und diese zu definieren/ festzulegen: was kann sie und was kann sie nicht und plane daran... nicht an den Erkrankungen.

    Elisabeth
     
  8. Tintin

    Tintin Junior-Mitglied

    Registriert seit:
    26.02.2009
    Beiträge:
    42
    Zustimmungen:
    0
    Ort:
    Alzey
    @Elisabeth Dinse

    Vielen Dank für deine ausführliche Antwort.

    Aus dem Fallbeispiel geht nicht hervor ob sie deutsch spricht.

    Es sind generalisierte tonisch-klonische Anfälle.
    Der zweite Anfallstypus wird folgendermaßen beschrieben: 2vorwiegend morgens, erzeugt die Patientin selbst ein lautes Geräusch (zB Zerreißen von Papier) welches von generalistierten Myokklonien, teilweise mit STurz und Einnässen gefolgt ist. Die Eltern haben den Eindruck das die Patientin offenbar willkürlich die Auslösesituationen des Reflexmyokolien herbei führt."##Wie sie zuhause reagiert wird nicht erwähnt, nur das ihre Eltern nach Problemen in einer Fördergruppe sie zuhause allein versorgen.

    ich versuche mich mal an der Behinderung entlang zu hangeln.

    Hab vielen, vielen Dank für deinen vorletzten Post :-)
     
  9. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

    Registriert seit:
    29.05.2002
    Beiträge:
    19.812
    Zustimmungen:
    167
    Beruf:
    Krankenschwester, Fachkrankenschwester A/I, Praxisbegleiter Basale Stimulation
    Akt. Einsatzbereich:
    Intensivüberwachung
    Schau dir die Anfallstypen noch mal an und überlege, welches Risiko sich hier ergibt. Was fällt an Pflegearbeiten während und nach dem Anfall an?

    Kannst du aus dem Beispiel noch heraus ableiten, was sie selbst kann bezüglich der Alltagsaktivitäten: Körperpflege, Kleiden, Bewegung, Nahrungsaufnahme, Ausscheidung?

    Ist etwas zu den Nebenwirkungen der Antiepileptika angegeben?

    Elisabeth
     
  10. Tintin

    Tintin Junior-Mitglied

    Registriert seit:
    26.02.2009
    Beiträge:
    42
    Zustimmungen:
    0
    Ort:
    Alzey
    Sie wird in "Alltagsbedürfnissen" untersützt - mehr steht da leider nicht.
    Ist die Frage wie weit die Unterstützung reicht.

    Zu den Nebenwirkungen der Antiepileptika steht darin nichts.

    Die Anfallstypen überprüfe ich gerade noch mal, um sicher zu gehen, dass ich die Einordnung richtig gemacht habe.
     
Die Seite wird geladen...
Ähnliche Themen - Frage einer Aufgabe Forum Datum
Umfrage zu einer Bachelorarbeit Talk, Talk, Talk 11.09.2016
Eine Frage zu einer Diagnose Pflegebereich Neurologie / Neurochirurgie 28.11.2015
Bitte um Hilfe zu meiner Hausarbeit: Onlineumfrage zur Integrativen Validation Der Alltag in der Altenpflege 07.03.2015
Fragen zu einer Demenz Wohngemeinschaft Fachliches zu Pflegetätigkeiten 17.10.2013
Umfrage mit mehr als einer Frage einstellen... wie nur? Hilfe, Lob, Kritik und Anregungen zur Website 06.09.2013

Diese Seite empfehlen

  • Über uns

    Unsere Online Community für Pflegeberufe ist eine der ältesten und mitgliederstärksten im deutschsprachigen Raum (D/A/CH) und wir sind stolz darauf, dass wir allen an der Pflege Interessierten seit dem Jahr 2000 eine Plattform für unvoreingenommene, kritische Diskussionen unter Benutzern unterschiedlicher Herkunft und Ansichten anbieten können. Wir arbeiten jeden Tag mit Euch gemeinsam daran, um diesen Austausch auch weiterhin in einer hohen Qualität sicherzustellen. Mach mit!

    ©2000-2016 - www.krankenschwester.de - Die Online Community für Pflegeberufe

  • Schnellnavigation

    Öffne die Schnellnavigation

  • Unterstützt uns!

    Unser Team von www.krankenschwester.de arbeitet jeden Tag daran, dass einerseits die Qualität sichergestellt wird, um kritische und informative Diskussionen zuzulassen, andererseits die technische Basis (optimale Software, intuitive Designs) anwenderorientiert zur Verfügung gestellt wird. Das alles kostet viel Zeit und Geld, deshalb freuen wir uns über jede kleine Spende!

Ich stimme zu Weitere Information

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.