Frage an "die alten Hasen im Job"...

Dieses Thema im Forum "Fachliches zu Pflegetätigkeiten" wurde erstellt von Mandarin, 07.04.2009.

  1. Mandarin

    Mandarin Junior-Mitglied

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    ...würde gerne mal eure Meinung hören zu dem Thema: wie war es früher, was ist heute anders. Sowie Pro und Contra Punkte.
    Muss mir auf meiner stat. oftmals solche Aussagen anhören: ach, damals, war eh alles anders/ besser....

    Was war denn damals soviel anders oder besser? :gruebel:

    Danke freue mich auf Antworten

    Greez :mrgreen:
     
  2. alesig

    alesig Poweruser

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    Hallo
    Früher vor ca. 30 Jahren- hatte ich viel mehr Zeit am Patienten
    ich konnte ihn kennenlernen und auf seine Bedürfnisse eingehen.
    Es gab nicht für jedes und alles einen Zettel der ausgefüllt werden musste.
    Aufgeschrieben (dokumentiert) wurden nur die wichtigen Sachen, und nicht zwanghaft in jeder Schicht irgend ein Eintrag.
    Wenn ein Patient sterbenskrank war, dann durfte er auch sterben.
    Die meisten Untersuchungen wurden nur gemacht wenn es einen Sinn ergab, also keine Colosokopie bei einem 90 Jährigen Pflegefall der in keinem Fall OP fähig wäre. Als "Schwester" wurde ich von den Patienten mit sehr viel mehr Respekt und Höflichkeit behandelt.
    Dinge wie Disziplin,Pünktlichkeit,Ordnung etc. waren Selbstverständlich und mussten nicht erst eingefordert werden.
    Früher vor ca. 30 Jahren- sind manche Patienten so lange auf Station gelegen daß man sie schon nicht mehr sehen konnte.
    Wir mußten viel Zeit opfern um die Betten und die Nachtkästchen der entlassenen Patienten zu putzen und wieder aufzubereiten.
    Es wurden im Dienstplan die Arbeitstage pro Monat gezählt, ob dieser Tag 8-10-12 oder 14 Stunden hatte war unerheblich, es gab keine Überstunden.
    Geteilter Dienst war an der Tagesordnung.
    Wir durften 14-30 Nächte a`12 Stunden, am Stück wachen, je nach Laune der Stationsleitung. Dafür gab es dann aber auch für jede Nacht einen Tag frei.Es gab auf den meisten Stationen nur Funktionspflege.
    Theoretisch könnte ich Stundenlang weiterschreiben, leider fehlt die Zeit.
    Das ist es was ich am meisten bedaure, die Zeit die mir wegen der vielen (überflüssigen) Zettel und Dokumentation am Patienten verloren geht.
    Alesig
     
  3. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Wie passt das zusammen?

    Elisabeth
     
  4. narde2003

    narde2003 Board-Moderation
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    Früher, war alles besser?

    • die Stationsleitung führte die Kurven
    • wir hatten Funktionspflege, was ich gemessen hatte, hab ich auf einen Zettel geschrieben, den die SL dann in die Kurve eingetragen hat.
    • Das BTM-Buch wurde von dem geführt, der die schönste Schrift hatte, entnommene BTM wurden in ein Heft eingetragen und die Schönschreibschwester durfte es dann weitertragen
    • Früher habe ich meine Zeit mit Eisen und fönen verbracht
    • Früher bekam der Arzt die nötige Ehrfurcht vom Pflegepersonal
    • Früher musste ich die Apotheken- und Lagerbestellung per Hand machen
    • Früher hatten wir keine Höhenverstellbaren Betten
    • Früher hatten wir einen Wiege, Heparin, Insulin, Tropfen, Tabletten, Dienst, Speiseplan
    • Früher musste ich Patienten selbst zu Untersuchungen fahren
    • Früher war man der SL gegenüber auch noch ehrfürchtig sie hatte ihren Stammplatz am Tisch, ihre eigene Kaffeetasse incl. Teller und Besteck.
    • Pünktlichkeit war keine Zier
    • Es durfte auf Station geraucht werden, dementsprechend roch es auch
    • Früher hatten wir Quecksilberthermometer und konnten das lustige Quecksilberkügelchen-Einfang-Spiel spielen, wenn wir sie zerdeppert hatten
    • Früher hatten wir 8 Bettzimmer
    • Früher war der Patient nicht so anspruchsvoll, wenn er nur Kaffee und Kuchen am Nachmittag bekam.
    • Früher sprach man von einem Pflegenotstand, weil nämlich, das Früher davor vieeeel besser war.
    Früher war alles besser? - Nein, es war anders aber auch nicht schlechter oder besser als heute.

    Narde - die früher mit den geteilten Diensten nciht vermisst
     
  5. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    *lol*

    Früher haben wir die Spritzen und Kanülen aufarbeiten müssen: einweichen, reinigen, spülen, trocknen und in Kästen einlegen. Bei Kanülen mussten ggf. die Widerhaken "abgeschliffen" werden.

    Platten legen und Tupfer drehen war Nachtdienstarbeit. Die dafür benötigten Mullabschnitte mussten selbst zugeschnitten werden.

    Windeln legen gehörte ebenfalls in jede freie Minute. Pampers u.ä. gabs damals noch nicht.

    Früher haben wir zur Überwachung oft nur die Pulsuhr und das Stethoskop zur Verfügung gehabt.

    Infusionen mussten beobachtet werden und die Tropfgeschwindigkeit nachgestellt werden. Es gab weniger "dicke" Arme und Hände, da das Gewebe nur begrenzt Flössigkeit aufnimmt bei Schwerkraftinfusion.

    Überstunden gabs früher auch. Bei manchen hätte es auch für einen zweiten Jahresurlaub gereicht. Meistens wurde ausbezahlt.

    Stationsfamilie: SL= Mutter, Doc= Vater, KS= Kinder, Babys= Pat. - die Hierarchie war bekannt. Die Verantwortungsübernahme geklärt. Die Verantwortung für das Tun der Kinder lag bei der SL.

    Wir haben weniger gejammert, weil uns weniger Zeit dafür zur Verfügung stand??? Wir haben mehr zusammen gefeiert??? Wir haben uns mehr für den Kollegen interessiert???

    Es war nicht besser- aber es war anders.

    Elisabeth
     
  6. Damals hatte ich eine Stationsschwester, die darauf bestand, daß ich den Patienten Zäpfchen gebe und die das auch nicht auf Wunsch selber machen durften. Falls doch, gab´s einen Ansch... mit der Begründung: "Der Patient hat gar nichts zu sagen."
    Ob ich bei Patienten, die sich die Dinger selbst einführen wollten, Gewalt anwenden sollte, habe ich oft gefragt und bekam nie eine Antwort.
    Früher gab es viele Kolleginnen, die behaupteten: "Das haben wir schon immer so gemacht."
    Die, die sich damals über diesen Satz aufregten, benutzen ihn heute. (Nicht alle!)
    Es gab Wasserkissen und Fellschuhe und Gummiringe und ein Kollege aus meiner Ausbildung hatte mal im Praxiseinsatz einen Patienten gelagert. (Das war im Jahr 1979.) Als er am nächsten Tag zur Arbeit kam, lag der Patient auf dem Rücken und er wurde gefragt: "Herr P., haben Sie die ganzen Kissen ins Bett gelegt?"
    Angefangen zu arbeiten habe ich in einer kleinen Filiale eines akademischen Lehrkrankenhauses, das einst ein britisches Militärlazarett war, inzwischen abgerissen und neu aufgebaut wurde. Als städtisches Mutter-Kind-Heim. Nachmittags war der Schweineeimer auszuleeren, was immer lecker spritzte, die Sterbequote in diesem Haus war enorm hoch, weil es das Krankenhaus war, das die Ortsansässigen kannten, in das sie gingen, wenn sie krank waren und in das sie gingen, wenn sie sterben mußten. Es gab Sechsbettzimmer, Zimmer ohne Waschbecken, bei Aufnahme gab´s ein Besteck und ein Trockentuch, denn Besteck war vom Patienten selbst zu spülen. Es gab kein Tablettsystem, sondern Hordentöpfe, aus denen mittags eine Schwester die Teller füllte, die Schüler/-innen oder Hilfskräfte (ich) dann verteilten.
    Und es gab keinen Nachtpförtner und keinen Raucherraum. Den einen brauchte man nicht, weil die Nachtwache die Pfortenarbeit von 22 bis 6 Uhr mit erledigte, und den anderen brauchte man nicht, weil überall gepiefkert wurde.
    Nur einen Zigarettenautomaten gab´s nicht im Haus, was mir, der ich das nicht wußte, eine Frühschicht verdarb. Ich dachte nämlich, da wäre einer, und hatte sogar Kleingeld mit (Zwei Mark übrigens; falls einer noch weiß, was das ist.)
     
  7. narde2003

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    Noch was vergessen:


    • Früher hatten wir ganz tolle Bronchitiskessel, damit konnte man die Patienten dann auch gleich noch ein bisschen verbrühen - war das ein toller Job für Praktikanten und Schüler mit dem Inhalierplan und dem Bronchitiskessel über die Station zu ziehen
    • Manche Stationen hatten schon die "modernen" Ultraschallvernebler, damit konnte man die Patienten dann nur noch "nasstropfen"
    • Beatmet wurde mit dem Bird und in der Anästhesie stand die gute alte Sulla mit ihrem Sauerstoffmangelalarm im Kammerton A
    • Früher hatten wir für den Hebe-Senk-Einlauf auch ganz tolle Töpfchen mit Schlauch - leider hab ich den Namen vergessen, die durfte man nach Gebrauch dann reinigen
    • Für das Klysma gab es einen Gummiballon mit Ansatz, natürlich auch wiederverwendbar.
    • Früher war man auch noch stolz auf sein Häubchen, zog sich im Zimmer des Schwesternwohnheims morgens an und war auch auf seine Tracht so richtig stolz.
    • Früher hatte die Nachtwache auch noch immer ihr Strickzeug dabei
    • Früher mussten Schülerinnen alleine Nachtdienst machen
    • Früher gab es wenig Anleitung für Schüler
     
  8. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Beatmung bis 1989 noch häufig unter Einsatz von: http://www.dotmed.com/images/listingpics/586461.jpg

    http://www.bodymarkt.ch/catalog/images/irrigator-sanor.jpeg

    Alles wurde wieder aufbereitet.
    Darmrohre, DKs, Absaugkatheter, Trachealkanülen, Tuben, Magensonden: ausspülen, desinfizieren, trocknen.
    Handschuhe: waschen, spülen, aufhängen zum trocknen, wenden, aufhängen zum trocknen, pudern, verpacken, sterilisieren.
    Herstellung von Redonflaschen: Glasflaschen erhitzen, abgeknoteten Fingerling einlegen, Flasche zuschrauben. Der entstehende Unterdruck entfaltete den Fingerling.

    Elisabeth
     
  9. Sanne3

    Sanne3 Stammgast

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    Da kommt doch so einiges wieder in Erinnerung!:-)

    Früher haben wir alle Urine "gespindelt", eine Schwester war die erste Stunde nur mit den Urinen beschäftigt.
    Früher saß unsere "Oberschwester" tatsächlich noch mit Häubchen und weißer Kittelschürze im Dienstzimmer.
    Früher wurde, wenn Chefarztvisite war, jedes Bett frisch und faltenfrei bezogen, die Zimmer gründlich gesäubert.
    Früher gab es keine AT-Strümpfe sondern Binden, die gewaschen wurden und von uns wieder aufgerollt.
    Früher ging eine Schwester alle RR`s und Temperaturen messen (36 Patienten) und zwei Schwestern machten die Betten.
    Früher gab es keine PC`s, alle Aufnahmen wurden per Hand geschrieben, ebenso die Laborzettel.
    Früher gingen wir alle zwei Stunden mit unerem Steckbeckenwagen durch die Zimmer.
    Gab es eigentlich schon Antidekubitusmatratzen? Kann ich mich nicht daran erinnern. Weiß noch, dass wir bei Patienten, die zu dem damaligen Zeitpunkt nicht "Lagerungsfähig" waren Löcher in eine Schaumstoffmatratze geschnitten hatten und einen Topf darunter gestellt hatten. Ich glaube bei Pat. im Gipsbett.
    Früher gab es zwei Damen-und zwei Herrentoiletten am ende des Flures, ebenso zwei Duschen.
    Früher lagen die Patienten ewig lange auf Station, besonders über die Feiertagen. Die sogenannten Versorgungsprobleme.
    Man waren das Zeiten!
    Aber der Zusammenhalt unter den Kollegen war um einiges besser.
    Viele Grüße
    Sanne
     
  10. narde2003

    narde2003 Board-Moderation
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    die ersten die ich gesehen habe, waren den Luftmatratzen nicht unähnlich, dafür lag der Patient auch im eigenen "Saft" War Ende der 70er Jahr...
    - das gibt es immer noch...
     
  11. Maniac

    Maniac Poweruser

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    Gibts immernoch!!!
     
  12. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    - zur "Antidekubitusmatratze": zwei Matratzen übereinander.
    - zum nicht höhenverstellbaren Bett: zwei Matratzen übereinander.
    - zum nicht in Trendelenburglage verstellbaren Bett: Bett anheben und Hocker unterschieben, ggf. mussten auch Holzklötze untergeschoben werden.
    - zum Aminomix u.ä.: Überleitsysteme zwischen Glucose und Eiweißlösung
    - O2 Sensor: Krankenbeobachtung

    GAP u.ä. wurde im Eimer in warmen Wasser aufgetaut.

    Mindestens 3 x tägl GKW bei Intensivpatienten: einer wäscht, einer trocknet damit es schneller geht.

    Elisabeth
     
  13. -Claudia-

    -Claudia- Board-Moderation
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    Und das hat geholfen? :gruebel:

    Konnte man dies (also die dreimalige Wäsche) begründen oder wurde das auch damals "schon immer so gemacht"?
     
  14. narde2003

    narde2003 Board-Moderation
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    ganz klarer Fall - bei euch hat sich bestätigt - Früher war doch alles besser...:gruebel:

    Ich nass - du trocken? das war die Devise beim waschen, ging ja auch viel schneller zusammen, vorallem konnte man sich austauschen und der Patient hatte eine kostenlose Unterhaltung über das Wochenende oder ob Doktor XY besondere Vorlieben hat - natürlich nur bei Anordnungen, nicht was ihr denkt...
     
  15. Sr.Hilde

    Sr.Hilde Newbie

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    Wo ich hier das jetzt alles so lese, werden meine Erinnerungen auch wieder wach...

    - da sind wir abends noch einmal durchgegangen und haben mit den Patienten ein kleines Pläuschchen gehalten...

    - da hat Lernschwester Heike Stunden in der Spüle verbracht und musste Schienen wickeln, Binden aufrollen, Tupfer drehen und Zellstoff schneiden, weil sie wieder versehentlich auf dem Flur gepfiffen hatte...

    - da gab es nach dem Waschen und vor dem Frühstück der Patienten bei der Küchenfrau eine selbstgemachte Milchsuppe...

    - da hat unsere Pflegedienstleitung uns verboten in die angesagtesten Discotheken zu gehen...

    - da gab es die besten Feten im Schwesternwohnheim...

    - da wurde der Aszitis-Bauch im Zimmer punktiert und die Flüssigkeit in einem Eimer aufgefangen...

    - da konnte man die Lernschwestern an ihren gestärkten Schürzen erkennen...

    - da sind (fast) immer die Schüler zur Klingel gegangen...

    - haben mich immer die KollegInnen genervt, die immer von "früher" geredet haben...:nurse:


    Herzliche Grüße!
    Sr.Hilde
     
  16. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Es gab wohl weniger Dekubiti... aber wohl nicht wegen der Matratzen sondern wegen der mangelnden Möglichkeiten der Lebensverlängerung.

    Begründung: Keine Ahnung. Früher wurde nicht begründet, da wurde gehandelt.

    Elisabeth
     
  17. morrison

    morrison Junior-Mitglied

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    so ist es in meinem KHH immer noch
     
  18. Maniac

    Maniac Poweruser

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    Wie, das gibts teilweise auch nicht mehr!?

    :-)
     
  19. Fearn

    Fearn Poweruser

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    Ich bin seit 30 Jahren Krankenschwester.
    Was sich vor allem zum Nachteil verändert hat, ist der Stellenplan. Im Laufe der Jahre wurden immer mehr Aufgaben von anderen Bereichen auf die Pflege umverteilt,- Das Personal wurde jedoch weiter abgebaut. Mit dem Ergebnis, meine "Pflege" sieht ganz anders aus als früher zu Lasten der Qualität. Wir machen alles nur noch im " Rennen", führen 10 Gespräche gleichzeitig, keine Aufgabe kann in Ruhe ausgeführt werden, gegessen und getrunken wird auch nur noch im Laufen, trotz Pause. Ich kann mittlerweile schon ganze Kartoffeln wie eine Eierschlange herunterwürgen. Wo früher morgens 3 Schwestern arbeiteten und mittags 2 , ist man nur noch Alleinunterhalter und mittags sowie im Nachtdienst bekommt man nicht selten noch die Nebenstation hinzu. Ein Trost: Noch weiter reduzieren geht nicht mehr.- Dann ist nämlich überhaupt keiner mehr da der arbeiten könnte. Dafür brüstet sich der neue Klinikbesitzer er habe in 1 Jahr 20 Mio. Schulden abbauen können,eine Aktiengesellschaft.- Am besten kaufe ich nun ganz viele Aktien, denn die Aktionäre werden sicherlich in Zukunft aus einem System, daß sich in den roten Zahlen befand riesen Gewinne auf diese Art ausgeschüttet bekommen. Früher war ich der Meinung, ich sei in einem sozialen Beruf tätig. Heute bin ich " Fabrikarbeiter am Patienten-Fließband." Wir haben jahrzehnte für eine Gleichbehandlung aller Patientenklassen gekämpft. Seit 1 Jahr sind wir zurück in der Vergangenheit! Bravo! Die P´s erhalten alles. 3 Hostessen halten sich am Servicewagen mit Zeitungen und Süßigkeiten fest und 1 Schwester versucht indess die Leute die nicht alleine essen können zu versorgen bzw. die Patienten die Pflege benötigen würden. Thats Live ! Liebe Grüße Fearn
     
  20. definurse.bs

    definurse.bs Senior-Mitglied

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    Ich liebe diesen thread :mrgreen:
    So viele Erinnerungen werden wach...nicht nur Gute!
    Während der Chefarztvisite durften die Schüler keinesfalls den Fäkalienraum verlassen und es mußten alle Blasenkatheder abgeklemmt werden, damit der Herr Professor keinen Augenkrebs bekam
    Als jahrgangs ältestete Schülerin durfte man die Stationschwester um Punkt 7Uhr mit frisch gebrühtem Kaffee empfangen und ihr das Stuhlgangbuch aushändigen. Mit dem und der Schülerin, die die Zimmertüren öffnen durfte, ist sie dann um 715Uhr durch die Zimmer gegangen: " MORGEN! STUHLGANG?"
    Einige der alten RK Schwestern mit Häubchen trugen diese auf einer Perücke. Ab und an hatten auch diese mal das Problem mit dem Wecker und dem Frühdienst dann saßen die Häubchen auf "halb acht"
    Eisen und föhnen habe ich gehasst, ebenso mit einem 10l Eimer über Station rennen und sämtl Kathederbeutel leeren. Bei den schon erwähnten "Topfzeiten" bin ich auch nicht traurig, dass diese mittlerweile individuellen Bedürfnissen angepasst sind. Die 8 Bett Zimmer fand ich gruselig und auch chirurgische Stationen mit 30 Betten aber nur einem WC pro Geschlecht. Auf meiner IPS waren Patienten mit einem arteriellen System oder noch schlimmer mit einem PA Kath. dem Tode geweiht, weil es so exotisch war. Die Druckdome der art. Systeme mußten wir selbst zusammenbauen. Es gab Basilicakatheter, die völlig unsteril geschoben wurden und an deren Ende ca 6-10 drei - Wege - Hähne die Bewegungsfreiheit der Hand doch stark beeinträchtigten. Wir hatten uralte Monitore und weil wir oft zu wenig Betten hatten, hingen zwei Patienten an einem Monitor. Die Patientenkurven wurden per Pflaster auf die ein Pfeil gemalt war und die am Monitor klebten, dem Patienten zugeordnet.
    Mir fallen noch ganz, ganz viele andere ganz schlimme Dinge ein :mrgreen:
    Heute sterben mehr als doppelt so viele Patienten bei uns auf Station. Die CT Transporte haben sich verzwanzigfacht. Das Durchschnittsalter ca 10 Jahre höher als noch vor 20 jahren. Ein Patient ohne arterielles Drucksytem ist pumperlgesund und die Patienten sterben auch mit IABP, Picco, ECMO etc, nur ein paar Tage im schlimmsten Fall auch Wochen später....
    WAS SICH ABER GOTT SEI DANK NICHT GEÄNDERT HAT (der Mensch braucht einfach ein wenig Kontinuität ;) ):
    UNSER STELLEPLAN!!!!
    Beate
     
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