Fixateur externa bei 13jährigem Kind. Brauche Hilfe!

Dieses Thema im Forum "Fachliches zur Kinderkrankenpflege" wurde erstellt von Nadeja, 15.08.2006.

  1. Nadeja

    Nadeja Junior-Mitglied

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    Hallo alle lieben KinderschwesternPfleger

    Arbeite nebenher (bin exam Gesundheits-Krankenpflegerin) in der ambulanten Pflege. Haben da seit einigen Wochen einen kleinwüchsigen 13jährigen Jungen dazubekommen. Muß demnächst das Kind anfahren um ihm in einer fast ein stündigen Sitzung die Pintracks des fixateur externas zu reinigen. Lt meiner Kolleginnen ist dies immer der absolute Horror. Das Kind weint extrem und lässt sich nicht beruhigen.
    Da ich noch nicht mit Kindern in dieser Weise pflegerisch tätig war wäre ich für jede denkbare Vorgehensweise dankbar. Lt meinem noch recht frischen Examenswissens gibt es da ja die Möglichkeit der psychologischen "Ablenkungstechniken" . Kombiniert mit Wissen und entsprechendem Ablenkungsmanöver für das Kind. Ich bin mir nur nicht so sicher wie ich das vor Ort anwenden soll. Ich kenne den jungen Pat nicht und weiß nicht, was er mag o.ä.
    Ich würde natürlich in erster Linie ruhig und ehrlich mit ihm sein. Fragen wovor er denn genau Angst habe etc. Ob er weiß warum er das ganze durchmachen muß , eben um wieder laufen zu können. Er hat übrigens , wegen seines Kleinwuchses beide Beine "gestreckt"bekommen. Die Externa soll ein halbes Jahr belassen werden. Es wäre also sinnvoll einen ´positiven Weg für uns und das kind zu finden um die ganze Behandlung so stressfei wie möglich zu gestalten.
    Wäre es sinnvoll ihn mit Geschichten abzulenken - wo er involviert wird?? Oder wenn er die Konzentration aufbringen kann und MIR was vorliest??
    Wäre Euch sehr dankbar für jegliche Tips!
    vielen Dank im Vorraus. LG Nadeja
     
  2. annawelle

    annawelle Junior-Mitglied

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    Hallo Nadeja,

    die von Dir schon genannten Ablenkungsmanöver sind prinzipiell alle sinnvoll; Du hast geschrieben, dass Du das Kind nicht kennst, dann ist es schwer so etwas im voraus zu planen, wenn Du die Gesamtsituation nicht kennst, ist er vielleicht auch geistig behindert, wie arbeiten die Eltern mit..., usw. Alles was Du selbst vorgeschlagen hast, kann da helfen.
    Da die Reinigung ja wahrscheinlich auch schmerzhaft ist, kann es evtl. auch nötig sei, dass die Eltern vor der Reinigung ein Schmerzmittel verabreichen; vieleicht brennt auch das Desinfektionsmittel, man könnte auf ein anderes Präparat umsteigen.
    Allgemein reagieren Kinder, die lange/chronisch krank sind, oft auf Pflegende und Ärzte negativ, da sie von ihnen meist Schmerzen und Unangehmes kennen, da hilft es manchmal, nicht in "weiß" zu erscheinen, sondern "normale" Sachen anzuziehen.
    Ein Gespräch vorher ist sicher auch sinnvoll und bei einem altersgerecht entwickelten 13-jährigen kann man da auch viel erreichen, also nicht direkt auf die Arbeit "stürzen".
    Man kann ganz viel machen, wichtig ist die Situation individuell zu gestalten.

    Viel Glück bei Deinem Einsatz, liebe Grüße
    Anna
     
  3. Nadeja

    Nadeja Junior-Mitglied

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    Hallo liebe Anna!
    War heute bei meinem kleinen Patienten und hatte mir ein Smilieshirt angezogen, kam gut an bei ihm. Er liebt Affen und ich habe erst mal nach all den Namen gefragt. Er war sehr zugänglich und wirklich sehr lieb! Das Kind hat wirklich Angst vor dem Brennen des Octinisepsts. ER hat dann wirklich bei den zwei entzündeten Stellen geweint und gesagt, das tut so weh. Es brach mir fast das Herz und ich habe mit ihm gesprochen... Also wir haben es gemeinsam geschafft und ich habe ihm für seine Tapferkeit eine Urkunde versprochen (da muß ich mir bis Sonntag was einfallen lassen, da ich dann wieder hinfahre). Nun zum Abschied haben wir uns auch umarmt und ich freue mich wieder zu ihm zu können und gemeinsam mit ihm das schlimme Saubermachen seiner Stifte durchzustehen!
    Was für ein Mittel könnte ich denn ersatzweise anwenden - oder brennen echt alle Mittel? Octinicept hat eigentlich von meinen Erwachsenen noch niemand als brennend dargestelllt.
    Das Kind hat echt Panik vor den Schmerzen und ich möchte ihm echt helfen diese so gering als möglich zu halten. Kannst Du mir einen Tip geben mit dem Desinfektionsmittel?? wir fahren dasKind noch ein halbes Jahr an.

    Danke nochmals für Eure /Deine Antwort.
    LG Nadeja
     
  4. Piratte

    Piratte Gast

    Vielleicht Lavasept?

    Und vor dem VW eine Paracetamol?
     
  5. ebel

    ebel Junior-Mitglied

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    Hallo Nadenja!
    Prontosan wäre noch eine Alternative zu Octenisept. In der Klinik ist Octenisept aber Standard (Kinderklinik BZ Aschau, übliche Reinigung bei Ilisarov Ringfixateur).
    Mein Tipp: Wickele eine Octenisept (oder besser Prontosan) getränkte kleine Kompresse um den Pin, dass die Krusten aufweichen. Dann kannst Du diese leichter mit einer Pinzette wegzupfen, fast ohne Schmerzen.
    In Aschau erlebe ich öfters Kinder, bei denen Octenisept brennt. Aber meist ist das mehr Angst, Stress und Schmerzen bei der Reinigung als ein Brennen, auch wenn es als solches benannt wird. Wenn eure pflegerische Beziehung sich weiter so gut entwickelt, lässt vielleicht das Brennen nach auch wenn Du weiter Octenisept verwenden musst, weil der HA kein Prontosan verschreibt ..
    Weiter viel Erfolg!
    Gruß ebel
     
  6. annawelle

    annawelle Junior-Mitglied

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    Hallo Nadenja,

    schön, dass die Reinigung schon relativ gut geklappt hat. Tipps für weitere Desinfektionsmittel haben die Kollegen/innen ja schon genannt. Zum Aufweichen der Krusten könntest Du auch Steriles NaCl 0,9% nehmen. Die Idee mit dem T-Shirt ist wirklich gut, vielleicht hast Du ja auch eins mit einem Affen:mryellow:

    Viel Spaß noch mit der Pflege Deines kleines Patienten.
    Liebe Grüße Anna
     
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