Falsche Berufswahl?

Dieses Thema im Forum "Talk, Talk, Talk" wurde erstellt von totallybanana, 03.11.2012.

  1. totallybanana

    totallybanana Newbie

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    ambulante Pflege
    Hallo,

    habe ich mir heute angemeldet, weil ich mir erhoffe, dass mir evtl. jemand einen Tipp geben kann....

    Arbeite seit 3 Jahren in der ambulaten Pflege, nach dem examen direkt angefangen.
    Folgende Situation vor ca. 3-4 Wochen: Kam bei einem Kunden rein der eigentlich mobil, ansprechbar ist, sicht eigentlich soweit selbstständig versorgt. Als ich reinkam lag er komatös im Bett. Habe RTW gerufen, bis er da war hat es 12min gedauert also gefühlte 20, ganz schrecklich......ich kann ja dann auch nichts machen, wir haben ja auch nichts mit. Gut Vitalwerte etc.

    Der Herr kam ins Krankenhaus und für mich war alles ok erstmal. Nachdem er dann nach 2 Wochen wieder entlassen wurde, fingen die Probleme bei mir an. Als ich das erstemal wieder zu ihm hin musste war es schon ganz schlimm habe immer damit gerechnet, dass er wieder da liegt. Habe nach einer Woche mit meiner Chefin gesprochen, dass ich eine andere Tour fahren möchte, weil ich damit nicht zurecht kam. War auch kein Problem.

    Gut andere Tour aber meine Probleme blieben. Habe jetzt plötzlich bei einigen unserer Kunden "Panik", dass ich sie so vorfinde oder sie verstorben sind.

    Meine Kollegen sagen mir ich muss loslassen können wenn er tot ist ist er tot usw....ich glaube da liegt nicht das Problem sondern, dass mir Leichen einfach Angst machen.....während der Ausbildung im Krankenhaus hatte ich keine Probleme damit. In der ambulanten hatte ich bisher nur einmal den Fall und da war eine Kollegin mit, da es schon abzusehen war und ich es nicht so schön fand, eine sterbende Person alleine durch das Bett zu "rucken", also für die sterbende nicht so schön. Als wir ankamen war sie bereits verstorben. Musste dann alleine da warten, bin irgendwann aus der Wohnung geflüchtet, weil ich Panik bekomm hab. Blöd oder?

    Naja meine Frage ist einfach ob es jemanden mal genauso ging/geht. Ich hoffe, dass es sich mal langsam wieder legt. Vielleicht bin ich nur zu sensibel oder weil ich selbst angst vorm sterben habe....evtl. sollte ich daran mal arbeiten oder? Also zur Zeit ist ganz schönes durcheinander in meinem Kopf. Grundsätzlich macht mir mein Job auch spaß die Pflege.....

    Fällt mir nicht unbedingt leicht darüber zu sprechen, man kommt sich schon leicht inkompentent vor, wäre aber für Tipps sehr dankbar....
     
  2. BettyBoo

    BettyBoo Poweruser

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    Gefühlte Inkompetenz hat damit nichts zu tun, meiner Meinung nach.
    An deiner Stelle würde ich mal ganz entspannt einen Termin bei einem Psychologen vereinbaren, vielleicht kann dir jemand dabei helfen, mit dem "Durcheinander im Kopf" und den Panikattacken klar zu kommen.

    Die Berufswahl würde ich da nicht gleich anzweifeln....außerdem gibt es GSD ja auch noch andere Einsatzorte für dich als in der ambulanten Pflege, wo du alleine deine Touren abfährst.........

    Für jedes Problem gibt es mindestens eine Lösung, also Kopf hoch, wenn der Hals auch dreckig ist.
     
  3. Marty

    Marty Poweruser

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    unavailable...
    Hi, totallybanana,

    (netter nick übrigens:lol:) ich kann mich BettyBoo nur anschließen. Wenn du nach dem Ereignis mit dem älteren Herrn massiv Symptome hast, könnte es sowas sein: Berufsbedingte Traumatisierungen (PTBS) bei Soldaten, Sanitätern, Polizisten | Schön Klinik BITTE BEACHTEN: ich schrieb könnte!
    Wenn du aber generell mit dem Thema "Sterben und Tod" mehr gefühlte Ängste hast, auch dann lohnt sich ein Gang zum Fachmann. Du schreibst nicht, wie massiv deine Symptome sind und in welchem Umfang sie dein Arbeitsleben beeinträchtigen, aber es wäre doch schade, vielleicht irgendwann einen sonst sehr geschätzten Beruf aufgeben zu müssen.
    Nur Mut, hol dir ein bißchen Hilfe,
    Gruß, Marty
     
  4. kallio

    kallio Newbie

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    Ich denke auch, dass man nicht gleich falsch im Beruf ist, sondern, dass es da vielleicht wirklich helfen würde mich einer Fachperson zu sprechen oder auch mal Kollegen zu fragen, wie sie damit umgehen. VG
     
  5. DAMA1

    DAMA1 Senior-Mitglied

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    Beruf:
    20 J. exam. Krankenschwester mit Abitur; PDL; Pflegemanagement (FH/B.A.)
    Ort:
    München
    Akt. Einsatzbereich:
    stationäre Pflege
    Funktion:
    Pflegedienstleitung

    Meiner Tochter ging es im ersten Lehrjahr zur GuK ebenso, sie wurde innerhalb der Ausbildung auch im ambulanten Pflegedienst eingesetzt. Kurzum, nach wenigen Tagen schon gänzlich allein mit dem Fahrrad unterwegs.
    Dort fand sie nach wenigen Besuchen bei einer netten älteren Dame ebenso nur noch den Tod vor.

    Sie hatte etwas leichter, da ich sie mental indirekt immer darauf vorbereitet habe, da dieses zu unserem Beruf gehört. Trotzdem trug sie dieses Ereignis mehrere Wochen in sich und war froh, als dieser Ausbildungsabschnitt beendet war.

    In Ihrem Fall sehe ich das Problem, des "Alleinseins" in der Pflege. Vielleicht sollten sie eben einfach in die stationäre Pflege eines guten Hauses wechseln?
    Dort ist einfach ein mehr an bewegte Umgebung und Kollegen fangen sich gegenseitig auf.

    Im Übrigen spricht es für Sie, dass Sie eben nicht inkompetent sind, sondern mit Gefühlen reagieren, die Ihnen den Abschied schwer machen. Der Tod gehört eben zum irdischen Leben und kann auch Erlösung sein. Oft hilft auch ein wenig Glaube und inneres Gebet.
    Bleiben Sie einfach der Pflege treu, weil noch viele bedürftige Menschen Sie brauchen!

    Lg. aus München
     
  6. tinnie

    tinnie Newbie

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    Ich denke ebenfalls, dass Ihre Beschreibung nicht etwas damit zu tun hat, dass Sie unfähig sind. Vermutlich hilft es wirklich einfach darüber zu reden und so zu lernen damit umzugehen.
     
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