Fahrlässiger Kollege

Dieses Thema im Forum "Arbeitsrecht / Gesundheitsrecht / Krankenpflegegesetz" wurde erstellt von Jiny90, 19.02.2014.

  1. Jiny90

    Jiny90 Newbie

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    Hallo!
    Ich arbeite auf einer neurologischen Station mit 38 Betten. Es ist also gut verständlich, dass es bei uns genug zu tun gibt. Leider gibt es einen Kollegen, der es mit der Patientenfürsorge nicht ganz so genau nimmt. Da werden schonmal Blutdrücke von über 220, entgleiste Blutzucker, auf einmal eingetrübte Patienten und auch sterbende Patienten und ihre Angehörigen ignoriert. Hinzu kommen grobe Fehler beim Ausarbeiten der Visiten, vermeindlich vergessene Antibiosen, die am Ende in den Müll wandrn und noch nie einen Patienten gesehen haben und grober, lauter Umgang mit Patienten und einem letzendlichen Rausschmiss der Angehörigen, wenn sie etwas sagen. Innerhalb des Teams ist er unfreundlich, hört nicht in Übergaben zu, beschimpft Mitarbeiter (auch Ärzte und andere Berufsgruppen), kommt IMMER zu spät und lehnt jegliche Hilfsangebote ab.
    Die Situationen eskalieren immer mehr, die Stimmung im Team bricht. Mehrfach sind Abteilungsleitung und Stellvrtretungen auf dieses Verhalten hingewiesen worden. Man wird vertröstet, man könne so einfach nichts machen. Sowohl alte als auch neue PDL weiß Bescheid. Hat ihm eine Fortbildung aufgebrummt zur "spirituellen Kommunikation". Lachhaft. Man hat ihm eine Frist gesetzt in der er sein Verhalten ändern sollte. Zwei Monate hat er sich zusammengerissen, dann war die Frist um und er arbeitet wie vorher. Assistenzärzte haben sich zusammengesetzt und mit dem Oberarzt ein Schreiben an die PDL gerichtet und die Abteilunsleitung indem Fehler aufgezeigt wurden und die weitere Beschäftigung als Zumutung benannt wurde. Der Chefarzt hat sich eingeschaltet. Es passiert nichts... Wir werden vertröstet, es heißt, wir müssten ihn vrsuchen zu vrstehen und akzeptieren wie er ist.
    Was können wir noch tun? Gibt es Möglichkeiten Anzeige zu erstatten oder können das nur die beschädigten Personen selbst?
    Ich danke euch für eure Antworten!
     
  2. matras

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    Das hat mit Farlässigkeit nix zu tun. Der Mensch ist unverschämt und/oder es besteht eine Suchtproblematik.
    Da Euch das nix nutzt, könnt Ihr nur den Stein duch den stehten Tropfen Eurer Kritik bei den Verantwortlichen höhlen.....
     
  3. aquarius2

    aquarius2 Poweruser

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    Matras hatte die gleiche Idee, eine Suchtproblematik. Meine Frage, war er schon immer so? Wie lange ist er schon bei euch?
    Ihr könnt und müsst was unternehmen, die PDL hält sich zurück, typisch, aber wenn sie die Beschwerden von Mitarbeitern und Patienten und deren Angehörige häufen wird sie aktiv werden müssen.
    Einfach weiter jeden Vorfall dokumentieren, am besten mit Zeugen und nicht vergessen, alls unterschreiben und dem reizenden Kollegen eine Kopie zukommen lassen und natürlich auch dem Betriebsrat, die Stations/Abteilungsleitung und der PDL. So merkt er, daß ihr ihn beobachtet. Ihr müsst euch genausowenig beleidigen lassen wie die Patienten und Angehörigen.
    Hattet ihr schon mal eine Mediation oder Supervision? Das könnte auch noch hilfreich sein und wenn der Kollege sich weigert, dann kann der Vorgesetzte Anwesenheitspflicht anordnen.
    Wenn ihr Vorfälle und Beleidugungen oder Ausraster dokumentiert, bitte sehr korrekt formulieren nicht Kollege Frank Meier rastete aus und beschimpfte mich und Patient aufs übelste, eher so:


    Als ich zu Schichtbeginn zum Patienten Meier kam fiel mir auf, dass er sehr aufgeregt war. Ich stellte mich vor, fragte wie es ihm geht. Er antwortete mir, dass er immer noch sehr aufgeregt ist, weil mein Kollege Frank ihn gegenüber sehr ungeduldig war. Er sollte seine Medikamente nehmen wofür er sehr lange brauchte, da er unter Schluckstörungen leidet. Deshalb bat er darum, dass mein Kollege ihn an die Bettkante setzt, damit er sich leichter tut und ihm den Becher voll einschenkt, so wie es uns die Logopädie empfielt. Dies verweigerte der Kollege und räumte das Essenstablett mit den Tabletetten drauf wieder ab, ohne dem Patienten zu helfen.
    Als ich meinen Kollegen auf diesen Vorfall ansprach sagte er mir "Ich solle mich nicht um Dinge kümmern von denen ich keine Ahnung habe und mich lieber um meine Kinder kümmern, auf Teilzeit schubsen wie mich könne er verzichten."
    Am Abend sprach mich der Sohn des Patienten an und sagte, "Ich werde mit dem Hausarzt von meinem Vater reden, dass der meinen Vater das nächste mal in eine andere Klinik schickt, hier hat er ja Angst vor einigen Pflegekräften." Außerdem wollte er sich schriftlich über diesen Vorfall beschweren.
     
    #3 aquarius2, 20.02.2014
    Zuletzt bearbeitet: 20.02.2014
  4. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Manchmal hilft es, wenn man entsprechende Urteile mit anfügt. Die PDL scheint nicht ganz die Brisanz der Problematik zu verstehen. Man könnte auch an ihre Fürsorgepflicht gegenüber dem Kollegen appellieren. Sie wäre- zumindest moralisch- für einen Schadensfall mit verantwortlich. Und wer will sowas schon.

    Nebenbei- viele Kollegen scheuen eine länger AU, die ev. nötig ist, um ein psych. Problem zu heilen. Auch das kann eine Rolle spielen, warum ein entsprechender Weg von dem Kollegen verweigert wird.

    Elisabeth
     
  5. aquarius2

    aquarius2 Poweruser

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    Hallo Elisabeth, die PDL spielt auf Zeit und ignoriert das Problem erst mal und erst, wenn das Team und die SL und AL aktiv werden und Patienten und Angehörige sich massiv beschweren, dann werden alle Beschwerden in einen Ordner getan, der Kollege vor vollendete Tatsachen gestellt und abgemahnt bzw gekündigt.
    Psychische Probleme oder ein Suchtproblem engagiert und wertschätzend mit dem Betroffenen anzugehen ist den meisten viel zu anstrengend.
    Das ist meine leidvolle Erfahrung in dieser Sache. Sollten die Kollegen des auffälligen Kollegen sich weiterhin beschweren, den Betriebsrat hinzuziehen oder in großer Anzahl kündigen dann erst wird was getan. Oder es kommt zu einem Zwischenfall...
     
  6. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Das würde zu kurz greifen, denn sie läuft Gefahr, dass ihr der Ordner in die Hacken fällt. Wie schon geschrieben- Urteile mit anfügen. Da müsste sich doch was finden lassen- und wenn es um die Straftaten der letzten Jahre geht: Berlin, Sonthofen usw..

    Elisabeth
     
  7. aquarius2

    aquarius2 Poweruser

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    Ich würde es über den Betriebsrat versuchen, Thema: Gewalt in der Pflege, Leute beschimpfen ist Gewalt, Patienten Medikamente vorenthalten ist Gewalt. So einen Mitarbeiter wissentlich weiter auf Patienten loszulassen ist Gewalt...
    Wie gesagt, in Sonthofen und Berlin sind ja weitaus schlimmere Sachen passiert, das ist dort hoffentlich noch nicht der Fall gewesen.
    Der Arbeitgeber hat eine Fürsorgepflicht. Die folgenden Zeilen habe ich aus einem Ratgeber rausgezogen:

    Verbale Angriffe, Provokateure
    Grenzen setzen, kontern, sachlich bleiben, nicht
    auf den Inhalt des Angriffs eingehen, sondern
    die Form kommentieren, z. B.: „Würden Sie bit
    te sachlich bleiben, so wie alle anderen...“
    Betont ruhig bleiben, sich demonstrativ unbeein-
    druckt zeigen.

    Naja, aber alles hilft nicht, wenn eben von den Vorgesetzten nichts kommt. Auch die Gerichtsurteile kennen sie da wette ich mir dir.

    Als wir einmal eine suchtkranken Kollegen hatten und der ernsthaft wieder in unsere Abteilung wollte (und die Droge von der er abhängig war für sie relativ leicht zugänglich) haben wir auf ein Gespräch mit der PD gedrängt. Die stimmte zu und stzte den betroffenen Kollegen mit an den Tisch (Dachte wohl, dass wir dann den Mund nicht aufmachen).
    Das haben wir aber doch und zwar so, indem wir Vorfälle mit ihm sachlich, ohne Emotionen angesprochen haben. Nur gesagt haben, was passiert ist und wie wir uns dabei gefühlt haben und das wir Angst um ihn und um die Patienten haben, der PD entgleisten die Gesichtszüge und auch dem Kollegen der einer Versetzung auf eine andere Abteilung zustimmte, wo er nicht an die Medikamente die er aus dem Schrank genommen hat rankam.
     
  8. Jiny90

    Jiny90 Newbie

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    Danke für eure Antworten. Wenn man der Abteilungsleitung Glauben schenkt, existiert bereits ein solcher Ordner über den besagten Kollegen. Eine Versetzung gab es schon vor ca 5 Jahren auf unsere Station. Zuvor hatte er auf einer Geriatrie gearbeitet und ist eben wegen dieser Vorfälle zu uns versetzt worden. Die Abteilungsleitung ist die gleiche gewesen. Mittlerweile sind bereits zwei Kollegen und auch zwei Ärzte wegen ihm gegangen und aktuell gibt es fünf Versetzungsanträge in Bearbeitung. Wir als Team fühlen uns machtlos. Wir sind bereits jeden uns möglichen Weg mehrfach gegangen, dokumentieren, beschweren uns, suchen nach weiteren Möglichkeiten. Aber wir haben das Gefühl, dass alles von jeder Seite ignoriert wird. Abmahnungen hat er schon drei, leider aber wegen "zu oft rauchen ohne sich abzumelden". Ist schon etwas ernüchternd... An eine Suchtproblematik haben wir auch schon gedacht, können aber natürlich nichts beweisen und wollen auch nichts unterstellen...
     
  9. aquarius2

    aquarius2 Poweruser

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    Hm, interessant drei Abmahnungen und immer noch da? Hat er dagegen geklagt? Also, wie gesagt er ist schon länger so, weil man nichts dagegen unternommen hat. Aber da heißt es, hartnäckig bleiben und immer wieder dokumentieren war war, immer wieder nachharken und wie reagiert euer Betriebsrat? Hat der mal mit dem Kollegen geredet?
    Hattet ihr mal eine Supervison oder Mediation?
     
  10. Joerg

    Joerg Poweruser

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    Das kann der BR zwar tun, aber er ist dem Kollegen gegenüber nicht weisungsbefugt, noch kann er dem Kollegen arbeitsrechtliche Sanktionen androhen.
    Der BR muss aber aktiv werden, wenn sich ein oder mehrere Kollegen bei ihm beschweren, in diesem Fall ja auch zurecht.
    Dann fordert der BR die Geschäftführung auf, für Abhilfe zu sorgen. Kommt die Geschäftsführung diesem Aufforderung nicht nach, kann der BR vor die Einigungsstelle (eine Art des Arbeitsgerichts) gehen. Spätenstens wenn diese Drohung kommt, wird die GF sicher aktiv, denn so eine Einigungstelle kostet richtig Geld und das bezahlt auf jeden Fall der Arbeitgeber.
     
  11. Jiny90

    Jiny90 Newbie

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    Eine Supervision habe ich bereits vorgeschlagen, ist aber von der Abteilungsleitung nicht gewünscht.
    Einen Betriebsrat in dem Sinne haben wir nicht. Es gibt nur eine Mitarbeitervertretung, diese handelt im Sinne der Mitarbeiter und hat sich bisher nicht zu den Vorfällen geäußert. Es heißt, man würde schlichten. Schlichten bringt in diesem Falle aber wohl nichts mehr...
    Dazu kommt, dass wir ein christliches Krankenhaus sind und unser Leitmotiv die Nähe am Menschen thematisiert... Das spürt man bei uns besonders... :-/
     
  12. aquarius2

    aquarius2 Poweruser

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    Wo die christliche Nähe ist sehe ich nicht... Aber Kopf hoch, trotzdem auch die MAV nerven, ebenso die Abteilungsleitung und mir von dem unverschämten Kollegen auch keine Unverschämtheiten gefallen lassen, vielleicht kommt ja auch eine Anzeige in Frage.
    Einfach ein Tagebuch mit seinen Entgleisungen führen, dass in regelmäßigen Abständen der AL und Klinikleitung zukommen lassen, je mehr Leute von dem Problem wissen umso besser und auch die Ärzte ins Boot holen, auch die müssen der MAV und Abteilungsleitung sagen was sie stört. Am besten auch das immer lückenlos dokumentieren.
    Wenn nämlich die Klinikleitung nichts macht und es kommt zu einem Zwischenfall dann wird es eng, das werden die nicht riskieren. Aber auch ihr müsst aktiv bleiben. Es kann ja nicht sein, dass Sachen wie hoher Blutdruck ignoriert werden oder Leute ihre Medikamente nicht bekommen, wenn die Klinikleitung von den Vorfällen weiß und das hinnimmt, ohne Worte.
    Es muß sich niemand nötigen und beleidigen lassen. In einem anderen Krankenhaus war ein Arzt, der genauso drauf war der hat mal einen Kollegen im OP attackiert, der wollte das auch nicht hinnehmen und war beim Anwalt, der hat einen leicht erpresserischen Brief an die Klinikleitung geschrieben, die dann den Vertrag von dem Choleriker einfach nicht verlängert hat. Wenn das nicht hilft, Anzeige erstatten wenn der Tatbestand der Nötigung oder Beleidigung erfüllt ist.
    Bist du in der Gewerkschaft, oder einer eurer Kollegen? Da kann man sich auch Rat holen.
    Aber zu guter letzt lasst euch von dem Kollegen nicht provozieren und seid immer korrekt aber klar und unmißverständlich eurem Kollegen gegenüber.
     
  13. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Um so länger ich darüber nachdenke... und wo ich "Tagebuch" lese... liegt der Fall vielleicht anders herum? Es gibt bekanntlich verschiedene Wege Mitarbeiter loszuwerden. Man muss nur genau genug hinschauen und penetrant bleiben.

    Elisabeth
     
  14. aquarius2

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    Also Elisabeth können wir bitte die Kirche im Dorf lassen? Was ist mit den Patienten, die Schaden nehmen, weil Medikamente nicht gegeben werden oder auf hohe Blutdrücke und Blutzucker nicht reagiert wird?
    Wenn solche Vorfälle gehäuft vorkommen kann man sowas eben auch in Tagebuchform dokumentieren.
    Würdest du Dich oder deine Angehörigen von so einem Pfleger versorgen lassen???
    Es geht hier um Pflegefehler auch gefährliche Pflege und dazu ein nicht angemessener Kontakt zu Kollegen Ärzten, Patienten und Angehörigen und nicht darum ich mag Kollege X nicht und will ihn loswerden...
    Zusammengefasst, die Situation kann so wie sie ist nicht bleiben und muss verändert werden, sei es dass der Kollege sein Verhalten ändert, oder in Zukunft nicht mehr dort arbeitet, oder wie der Eröffner des Threads sagt andere sich versetzen lassen, weil sie auf Dauer so nicht arbeiten können/wollen, geht natürlich auch....
    Ich glaube nicht, dass die ihn einfach nur loswerden wollen, aber einfach Augen zu und durch ist hier auch nicht angebracht.
    Wer sich als einzlner oder als Team so ein Verhalten bieten lässt, der ist selbst schuld und ich an seiner Stelle würde mir sowas auf Dauer auch nicht bieten lassen, ich tauge eben nicht als Opfer...
     
  15. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Wir kennen nur diese Aussage. Wir wissen aber, dass Mobbingopfer zunehmend mehr Fehler machen. Die Versetzung vor 5 Jahren erfolgte angeblich wegen derselben Probleme. Er hat also bereist einen Makel mitgebracht, der die Aufmerksamkeit ev. lenken kann.

    Findest du es z.B. nicht bedenklich, dass selbst die angebliche Beschwerde des Chefarztes keinerlei Folgen zeitigt? Hat der Kollege ev. angefangen sich zu wehren und mit einer Klage gedroht? ... I-wie ist das Ganze nicht stimmig.

    Wie geschrieben- um so länger ich darüber nachdenke, um so mehr Zweifel kommen an den Aussagen der TE:

    Elisabeth
     
  16. aquarius2

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    Sicher kann auch Mobbing im Spiel sein, aber ich habe auch schon einige Fälle erlebt, wo Kollegen so ein Fehlverhalten an den Tag gelegt haben und ewig nichts unternommen wurde. Natürlich wird es mit der Zeit immer schwieriger dann noch was an der Situation zu ändern.
    Leider kenne ich mehr als einen Fall, wo ein Kollege/ Arzt anfing so ein Fehlverhalten an den Tag zu legen. Statt gleich zu Anfang an Grenzen zu setzen und zu sagen, mit mir nicht haben viele erst stillgehalten und wenn der Kollege sich dran gewöhnt, es passiert nichts, egal wie ich mich anderen gegenüber verhalte.
    Auch ich habe mir anfangs sehr viel gefallen lassen, aber irgendwann habe ich angefangen Grenzen zu setzen und es hat funktioniert, solche Leute sind nicht blöd, wenn die merken, dass sie jemanden vor sich haben, der sich wehrt, dann suchen sie sich ein anderes Opfer. Ändern werden die sich nicht...
    Wenn dann irgendwann, nachdem einfach viel zu viel passiert ist erst halbherzig reagiert wird werden die anderen entweder gehen, oder immer massiver gegen den Kollegen vorgehen. Denn irgendwann kommt jeder an seine persönliche Schmerzgrenze.
    Ich habe mal eine Fortbildung zu dem Thema gemacht da lernte ich, dass es mehrere Konfliktstufen gibt und es oft erst um Kleinigkeiten oder Einzelfälle geht, die aber dann hinterher eskalieren, wenn dann irgendwann keiner mehr miteinander redet und sich Grüppchen bilden etc.
    Oft verkennen Vorgesetzte anfangs die Situation, tun es ab, unternehmen nichts und so eskaliert es munter weiter. Das der Kollege schon mal abgemahnt wurde und von einer anderen Station wegversetzt wird kannfür beides sprechen, er kann gemobbt worden sein, aber es kann auch sein, dass er sich da genauso verhalten hat, wie auf seiner jetzigen Station.
    Es gibt auch Kollegen, die sich schwer in Teams integrieren und Schwierigkeiten im Umgang mit anderen Menschen haben. Ich glaube dem Threaderöffner erst mal. Merkwürdig finde ich, dass bei solchen Vorfällen weder ein Mediator geholt, noch eine Supervision gemacht wurde.
    Ich arbeite einfach zu lange schon in der Pflege und nichts menschliches ist mir fremd. Aber solche Situationen sind irgendwann so verfahren, dass entweder der Kollege geht, oder das Team auseinanderbricht.
     
  17. Jiny90

    Jiny90 Newbie

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    Ich arbeite jetzt seit einem Jahr auf dieser Station, kam völlig unvoreingenommen, da ich auch das Haus nicht kannte. Ohne großartig von anderen Kollegen beeinflusst zu sein, habe ich bereits in meinen ersten sieben Arbeitstagen von ihm Dinge zu hören bekommen, die mit Sicherheit alles andere als ein normaler Umgang sind. Dazu kamen massive Pflegefehler etc. Wie sich ein Kollege mir gegenüber verhält ist nur die eine Sache, ich kann damit leben. Patienten können sich aber nicht wehren. Und ich habe dieses Verhalten bei der Abteilungsleitung bereits nach einigen Wochen angemerkt, natürlich habe ich es vorher in einem persönliche Gespräch zwischen dem Kollegen und mir versucht. Mir geht es nicht darum, jemanden loszuwerden. Wenn es um Mobbing gehen würde, würden nicht die Kollegen gehen.... Den Schuh mag ich mir nicht anziehen. Bekannt ist u ser Kollege ja sogar in der Krankenpflegeschule. Schüler haben Angst vor ihm, lehnen Einsätze bei uns ab und dürfen nicht mit ihm im gleichen Dienst geplant werden, hat die Schule beschlossen. Nur um ein Beispiel zu nennen: Wir sitzen in der Pause, der Kollege ist ein trockenes Brötchen, die Schülerin legt Aufschnitt auf den Tisch und sagt, jeder könne sich was nehmen. Daraufhin wird er laut, schreit sie an und fragt, was ihr einfiele einfach den Schinken da hinzulegen und ihm auch noch etwas anzubieten. Also beim besten Willen, aber sowas muss ich nicht tolerieren und dann ist das auch kein Mobbing... Leider denkt heute jeder sofort an Mobbing, da kann man nicht einmal mehr Bedenken äußern...
     
  18. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Bedenken kann man immer äußern. Man muss aber auch damit leben, dass andere es vielleicht hinterfragen. Wie schon geschrieben. wir wissen nicht, was da abläuft. Möglich ist alles und nichts.

    Elisabeth
     
  19. Jiny90

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    Klar kann jeder irgendwas hinterfragen. Das ist ja auch richtig und vernünftig. Aber ich glaube kaum, dass sich jemand einen Rat zum Mobben sucht. Wenn ich das wollte, könnte ich ja auch allen erzählen, er hätte ein Suchtproblem. Aber wie bereits erwähnt, möchte ich ihm nichts unterstellen. Ich gebe dir auch Recht, dass jemand sicherlich mehr Fehler macht, wenn er unter Druck steht. Das mag bei ihm auch so sein, aber es gibt Dinge, die dürfen nicht passieren. Und einen Blutdruck zu ignorieren, der jenseits von Gut und Böse ist z.B. trotz mehrfacher Hinweise und den Pat erzählen, das wäre alles in Ordnung so, hat nichts mehr mit Flüchtigkeits- oder Stressfehlern oder wie auch immer zu tun.
    Wie auch immer... Ich habe für Mittwoch einen neuen Termin mit der MAV. Mal schauen, was dabei rumkommt.
     
  20. aquarius2

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    Ich kann dir nur raten weiterzumachen, denn ich denke der Kollege hat ziemliche Probleme, dass du oder das Team ihn mobben glaube ich weniger.
    Ich finde es schon aus moralischen Gründen schwer, da gar nichts zu machen. Zugucken, wie er täglich mehr Fehler macht und sich dritten gegenüber im Ton vergreift...
    Wenn mehrere Leute eine Situation wie die die du beschreibst erleben dann stehen viele tatenlos rum und sagen, da kann ich nichts machen und denken, soll doch der andere was unternehmen, ich setz mich nicht in die Nesseln. So eskalieren Konflikte und wenn eure Abteilungsleitung und Krankenhausleitung das Problem einfach ignorieren stehen die die zuerst dagenen vorgehen ganz alleine da, aber warte bis die Dinge ihren Lauf nehmen und das werden sie dann waren plötzlich alle von Anfang an dabei.
    Ich wünsche Dir viel Erfolg bei dem Gespräch am Mittwoch.
     
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