Extremer Blähbauch

Dieses Thema im Forum "Pflegebereich Innere Medizin" wurde erstellt von AMBULANTINTENSIVSCHWESTER, 26.10.2012.

  1. AMBULANTINTENSIVSCHWESTER

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    Ich arbeite seit 3 Jahren bei einer ambulanten Intensivpflege.

    "Meine" Patientin hat als Hauptdiagnose LewiDemenz, Epilepsie, Tracheostoma und bekommt 2 Liter Sauerstoff darüber, Ernährung über anfangs PEG und PEJ- PEJ wurde vor 3 Jahren entfernt nun über PEG (diese liegt ca 4 Jahre), Obstipation, Dauerkatheter.

    Seitdem ich Sie kenne ist sie komplett immobil und wird durch uns 24 h betreut. Nun unser Problem. Sie hat seit ca 1 Jahr einen extremen Blähbauch auch ein Kh aufenthalt brachte keine neuen Erkenntnisse. Dort wurde CT, Röntgen, Sono, Koloskopie durchgeführt. Latoseintolleranztest und Stuhlproben negativ.

    Maßnamen die wir in Absprache mit diversen Ärzten (zu ihr kommen 1 Hausarzt, Verbandsarzt, Neurologe, Anästhesist, HNO und Krankenhausärzte) probiert haben- Abführmittel: Lactulose, Isomol, Iberogast, Einläufe, verschiedene Tee`s Abführtee, Wermuttee, Buttermilch, Säfte wie Apfelsaft und Karottensaft,
    weitere Medi`s: Lefax, Domperidon, Hylak,
    weitere Mittel: Heilerde, Kümmelölmassage, Milchzucker, Ernährungsumstellung (mehrfach zur Zeit bekommt sie Hipp Sondenkost) PEG Öffnen um Luft abzulassen, Sekretablaufbeutel, Fenchel-Kümmeltee.

    Als Dauermedi bekommt Sie: Tavor, Keppra und Bisoprolol und ein Schmerzpflaster( hatte erst Fentanyl jetzt Norspan).

    Nun meine Frage hat noch jemand eine gute Idee zur Bekämpfung des Blähbauches? Leider wird dadurch immer mal wieder die Spontanatmung erschwert eine dauerhafte Beatmung soll sie nicht erhalten da sich alle Einig sind nur noch palliativ zuhandeln. Aber leiden soll sie nicht.

    Über Antworten würde ich mich sehr freuen. Katja
     
  2. -Claudia-

    -Claudia- Board-Moderation
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    Bekommt sie die Lactulose oder den Milchzucker noch? Sollte man bei Opioiden möglichst vermeiden, weil es Blähungen verursacht, anstatt abzuführen.
     
  3. AMBULANTINTENSIVSCHWESTER

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    Nein zur Zeit bekommt Sie Buttermilch und Fencheltee und die Dauermedi.
     
  4. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Viel hilft net immer viel.

    Mechanische Ursachen für die Obstipation sind augeschlossen worden... nur dies ist bekanntlich net der einzigste Grund. Im ff. Link findet sich einiges dazu: http://www.rosenfluh.ch/rosenfluh/articles/download/786/Chronische_Obstipation.pdf -

    Der Meteorismus kann u.a. auch eine Folge der Lactulose sein. Hier gibt es ein paar Tipps: **Hier stand ein Link... diese Verlinkung war defekt und wurde vorübergehend entfernt**

    Elisabeth
     
  5. AMBULANTINTENSIVSCHWESTER

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    Viel hilft net immer viel.

    Die Maßnahmen wurde in einem Zeitraum von 4 Jahren ausprobiert da sie aufgrund der BTM und immobilität ständig Stuhlverhalt hat und die Familie eine Anus praeter Anlage ablehnt. Soweit klappt die Stuhlentleerung (mal mehr mal weniger) nur der Blähbauch macht uns Sorgen. Lactulose hat sie vor 2.5 Jahren zuletzt bekommen.

    Danke für die Links.
     
  6. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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  7. Eisenbarth

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    den arzt mal auf orales naloxon ansprechen? um der opioid-induzierten obstipation entgegenzuwirken.
     
  8. -Claudia-

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    Gibt's ein Naloxon-Präparat, dass über die PEG verabreicht werden kann?

    Mich wundert, dass Laxans und Macrogol in der doch recht langen Liste der Laxantien fehlen. Meine Patienten haben ja sehr häufig Opioide - diese Präparate sind zurzeit die erste Wahl bei der opioidinduzierten Obstipationsprophylaxe.
     
  9. mary_jane

    mary_jane Poweruser

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    Unsere Apotheke stellt den Naloxon-Saft selber her.
     
  10. Eisenbarth

    Eisenbarth Poweruser

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    hm, norspan = buprenorphin = ist doch ein partial-antagonist. frage: ist die obstipation gesichert opioid-induziert?
    wobei ein therapieversuch mit naloxon (wenn keine kontraindikationen vorliegen, wie ne schwere
    leberinsuffizienz) da ja nach wenigen tagen klarheit bringen müsste...
     
  11. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Das Opioid wird ja net aus Spaß an der Freud gegeben. Was passiert mit der erwünschten Wirkung, wenn Naloxon gegeben wird?

    Was mich auch interessiert: warum kommt man auf die Idee das ein Anus praeter das Problem des Stuhlverhaltes lösen könnte?

    Elisabeth
     
  12. Eisenbarth

    Eisenbarth Poweruser

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    kein problem, das naloxon wird den ersten leberdurchlauf nicht überstehen & antagonisiert in nennenswertem ausmaß nur die rezeptoren im darm.



    (allerdings, wie schon erwähnt: cave -> leberinsuffizienz)

    (vgl. auch: naloxon <-> naltrexon [beides oral in d. kontext])
     
  13. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Axo- danke für die Antwort. Wieder was dazugelernt.

    Elisabeth
     
  14. -Claudia-

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    Das passt schon. Es gibt sogar ein Kombi-Präparat mit Oxycodon und Naloxon, eben um mit der antigonistischen Wirkung die Nebenwirkungen zu senken: Targin 5/2,5mg Retardtabletten - Beipackzettel / Informationen | Apotheken Umschau

    Die Anästhesisten waren zuerst ziemlich kritisch, aber es wirkt sich tatsächlich nicht negativ auf die Kontrolle der Schmerzsymptomatik aus.
     
  15. AMBULANTINTENSIVSCHWESTER

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    Danke für die Antworten. Nun versuch ich mal ein paar Sachen zu beantworten.

    Bei der Patientin ist keine orale Aufnahme möglich, sie kann den Mund überhaupt nicht mehr öffnen und hat dazu "Schluckprobleme", schluckt also häufig auch nur Luft.

    Die Ursache der Obstipation ist nicht geklärt wird aber auf den Allgemeinzustand zurückgeführt. D.H keinerlei eigenständige Bewegung und eben das Opioid.

    Laxans hat Sie ebenfalls schon Probeweise erhalten aber leider auch ohne Erfolg, ist mir in meiner Liste untergegangen. Sorry

    Die AP Anlage war mal im Gespräch um 1 den Weg zu verkürzen und 2 da ja nicht 100% gesagt werden kann ob nicht doch irgendwo eine Stenoe oder ähnliches sich befindet.

    Wie werden zum nächsten Hausbesuch am 5.11 durch die Anästhesistin die genannten Präparate vorschlagen.

    Also nochmals Vielen Dank
     
  16. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Eine mögliche Ursache des Meteorismus. Was man aber dagegen tun kann? Keine Ahnung.

    Elisabeth
     
  17. Eisenbarth

    Eisenbarth Poweruser

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    mich würde gerade noch interessieren, wie viel buprenorphin sie genau bekommt.

    die neugier treibt mich um! :-)
     
  18. bisauf

    bisauf Gast

    Mehylnaltrexoniubromid kann man subcutan geben (Opioidantagonist.)
     
  19. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Zur Obstipation- versteifen wir uns hier net zu sehr auf das Problem Opioid? was mich stutzig macht: es erfolgte eine ausgiebige Diagnostik bei der am Ende ein Anusprater empfohlen wird. Nach meinen Recherchen wird das bei therapieresistenten Obstipationen durchaus in Erwägung gezogen. http://www.enddarm-zentrum.de/publikationen/Obstipation06-02.pdf .

    Vielleicht sollte man erst mal versuchen an die Diagnostikergebnisse zu kommen um dann zu entscheiden, welche Therapie die sinnvollste ist. Die Pflege handelt zwar gerne anders herum, gemäß der Devise: auch ein ein blindes Huhn findet mal ein Ei- aber das dürfte kaum sinnführend bei dem Leidensweg der Pat. sein.

    Elisabeth
     
  20. Eisenbarth

    Eisenbarth Poweruser

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    tja, hm, weißjanicht.


    hätte sie ein 100er fentanylpflaster kleben, dann wäre das z.b. so offensichtlich, dass bei abwesenheit geeigneter gegenmaßnahmen mE genau das auch das problem wäre, es sei denn, andere ursachen sind wahrscheinlicher.

    will sagen: je potenter das opioid (oder die dosis - oder beides), desto wahrscheinlicher ist es, dass das auch die ursache sein könnte.

    hier gilt allerdings auch: orales naloxon (wahlweise saft via sonde) könnte man schon fast als diagnostischen versuch werten: denn wenn das die ursache ist, ist sie danach (je nach dosis) mehr oder weniger schlagartig weg -> das brächte klarheit bei einem minimum an UAW und in kurzer zeit (0,5 bis drei tage?)
     
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Blähbauch Fachliches zu Pflegetätigkeiten 10.04.2012

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