Expertenstandard Dekubitusprophylaxe

Dieses Thema im Forum "Wundmanagement" wurde erstellt von lexi, 03.03.2008.

  1. lexi

    lexi Senior-Mitglied

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    Hallo

    ich arbeite in der ambulanten Pflege und frage mich was mir der Expertenstandard Dekubitisprophylaxe bringt.

    Laut Standard müssen innerhalb von 12 h Druckreduzierende Hilfsmittel zur Verfügung stehen.

    Nun war ich heute morgen bei einem Pat. der schon einen Dekubitus Grad II hat.
    Ich habe mich direkt mit HA in Verbindung gesetzt und Rezept für eine Wechseldruckmatratze besorgt.
    Dann direkt Krankenkasse angerufen und es dringend gemacht,da einfach eine häufige Lagerung der Pat. im häuslichen Umfeld nicht gegeben ist.

    Nun kommt erst am Mittwoch jemand von der KK zum Pat.,entscheidet dann ob es wirklich nötig ist.
    Dann kommt der Witz:
    Das wird erst einmal ins Internet gesetzt und das Sanitätshaus ,das dann das günstigste Angebot macht,bekommt den Zuschlag.

    Nun was wird aus meinen 12 h.
    Bis er eine geeignete Matratze hat,bei dem AZ,kann ich mir ausmalen,was für ein Dekubitus in kürzester Zeit entsteht.
     
  2. mary_jane

    mary_jane Poweruser

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    Hi lexi,

    besteht denn wirklich eine Indikation für eine WDM?
    Also ich hoff die Matraze wird nicht nur gewählt wegen den Deku und weil man den Patienten dann nicht mehr so oft lagern muss. Dies ist nämlich sicherlich nicht der Fall. Aber über dieses Thema gibts glaub ich schon nen Thread.
    Im ambulanten Bereich ist es sicher schwierig diese zeitliche Grenze einzuhalten mit den 12h, aber da sollte man sich doch zu helfen wissen.
    Kann sich der Patient wohl nicht selbstständig positionieren?
    Wie oft kommt Ihr zu dem Patienten?
    Hat er Angehörige die eine regelmäßige Druckentlastung erwirken können?
    Sind leider nur wenige Informationen von dir, zur Situation.
    Ehrlich gesagt, weiß ich jetzt garnicht was du für eine Antwort dazu brauchst.:mrgreen:.

    lg mary_jane
     
  3. lexi

    lexi Senior-Mitglied

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    Eigentlich hatte ich mir gedacht das dies alles wieder gefragt wird,wollte auch schon vorgreifen,dachte aber lass es mal.

    Also:

    Wir gehen 2x tägl.zum Pat.
    Angehörige über 80 Jahre,nicht in der Lage Pat.alleine zu lagern,dazu kommt keine Compliance des Pat. für Lagerung.
    Wenn es nach ihm geht,läge er nur auf dem Rücken.
    Pat. nicht in der Lage sich selbstständig zu lagern.

    Häufiger Besuch des Pflegedienstes können sich die meisten nicht leisten und Pflegegeld reicht nicht aus.

    Ich hab auch die Erfahrung gemacht,das Weichlagerungsmatratzen und Microstimulationssyteme bei Pat.ohne Eigenbewegung nicht ausreichen.
     
  4. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Warum begründet ihr mit der niedrigen Besuchsfrequenz? Welche Risikofaktoren sind gegeben?

    Nach deiner Aussage finde ich lediglich: Hautzustand dünn, atrophisch infolge Alter.
    Der Pat. scheint über eine Eigenbewegung zu verfügen: er dreht sich stets in Rückenlage.

    Als Krankenkasse würde ich hier auch eher zurückhaltend sein. Die Beiträge der Kassenmitglieder sollen ja sinnvoll ausgegeben werden.

    Ergo: handfeste Begründung liefern anhand der Risikofaktoren.

    Elisabeth
     
  5. mary_jane

    mary_jane Poweruser

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    hallo lexi,
    Ich steh auf dem Schlauch. Mir erschließt sich keine Indikation für eine WDM.
    Schonmal die Nachteile und Risiken der WDM bedacht?
    Aber ich glaub das ist in diesem Thread ja auch nicht die Frage.
     
  6. lexi

    lexi Senior-Mitglied

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    Wie soll ich den dann einer Verschlechterung des Dekubitus entgegen wirken,wenn ich nicht lagern kann?
     
  7. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Derjenige hat also einen Dekubitus. Wo hat er ihn und was sind die Risikofaktoren?

    Elisabeth
     
  8. lexi

    lexi Senior-Mitglied

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    nun er hat ihn am Steiß,

    da ist Rückenlage ja besonders gut,gell.

    Lassen wirs,es hat hier einfach keinen Zweck
     
  9. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Du kannst über die Aufführung erschwerender Risikofaktoren den Bedarf begründen. Der Deku als solcher wird kaum ausreichen. Ich würde als MDK sogar mutmaßen, dass da ein Intertrigo als Deku gesehen wird.

    Ergo: Konkrete Beschreibung des Befundes (nicht nur Deku 2. Grades) + Risikofaktoren (siehe oben) = Dringlichkeit der WDM.

    Wo liegt nun das Problem? Kannst du die erschwerenden Risikofaktoren nicht eingrenzen und benennen?

    z.B. Wundliegen tut weh. Wenn der Pat. diesen Schmerz toleriert, nimmt er ihn eventuell nicht wahr. Warum? Psychopharmaka? Schmerztherapie? Sensibilitätsstörungen?

    Elisabeth
     
  10. westend

    westend Junior-Mitglied

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    hallo lexi,

    verstehe dein problem, aber hier ist es eigentlich auch keine prophyl. maßnahme mehr, sondern eine therapie, darauf kann sich eigentlich niemand von den kassen beziehen.

    verstehst du?
    kann mich schlecht reinversetzen, da im KH tätig aber wie gesagt es ist therapie und daher ist der standard nicht maßgebend.
    zumindest meiner meinung nach.

    LG
     
  11. lexi

    lexi Senior-Mitglied

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    Verstehe westend

    Danke dir.
    Du bist immer so nett :daumen:

    Wir haben eben die Erfahrung gemacht das wir schlimmeres verhindern können,wenn Pat.auf WDM liegen,besonders im häuslichen Bereich.
    Im KH wo eine 2 stündl. Lagerung gewährleistet ist,würde ich sie auch nicht verwenden.
    Die Pat bei uns liegen am nächsten Tag noch so,wie wir sie gelagert haben.
    Früher war es so,man hat angerufen und am nä. Tag war Hilfsmittel da.
    Heute wo alles nur noch über irgendwelche
    Zentralen läuft und eben neuerdings zum Bieten ins Internet gesetzt wird,kann man warten bis aus einer Rötung,ein Grad III wird.
     
  12. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Wie soll eine Krankenkasse entscheiden, was ein hohes Risiko ist und was eine Gefährdung- sprich: wie dringlich ist die Matratze- wenn wir nicht in der lage sind zu differenzieren und entsprechende Aussagen zu machen?

    Elisabeth
     
  13. lexi

    lexi Senior-Mitglied

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    Liebe Elisabeth,

    ich kann dir versichern das ich durchaus in der Lage bin,wenn ich den geeigneten Gesprächspartner habe,mich gewählt auszudrücken.

    Auch bin ich mit Sicherheit in der Lage zu differenzieren und entsprechende Aussagen zu treffen.

    Da ich nach langer Erfahrung weiß,welches Hilfsmittel für meine Patienten geeignet ist,ärgert es mich nur das andere darüber entscheiden wollen,die keine pflegerischen Kenntnisse besitzen.
    Darüber hinaus ärgert es mich das ein dringend benötigtes Hilfsmittel erst ins Internet gesetzt wird und darauf geboten wird.
    So kann man auch sinnlos Zeit verstreichen lassen.

    Frage mich nur was teurer ist,ein geeignetes Hilfsmittel oder die Wundbehandlung.

    Naja denke man muß auch in der ambulanten Pflege arbeiten, um mitreden zu können.

    Ich stelle hier Fragen und äußere mich über Probleme,denke benötige keine unnützen Belehrungen.

    Schließen wir dieses Thema
     
  14. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Muss man sich an dem Fachwissen des Gesprächspartners orientieren oder umgekehrt? Ich denke, der Mitarbeiter der Krankenkasse hat andere Aufgaben als sich einer Pflegeausbildung zu unterziehen damit er die Aussagen von Pflegekräften nachvollziehen kann.

    Übrigens: die besonders erschwerenden Risiken, die einen sofortigen Einsatz des Hilfsmittels (welche Matratze ist eigentlich nötig) notwenig macht, hast du uns bis jetzt verschwiegen. Ein bestehender Dekubitus und mangelnde Compliance wirds ja allein nicht sein.

    Elisabeth
     
  15. jackdanielsx84x

    jackdanielsx84x Gesperrt

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    Hallöle,



    Die Essenz dieses Textes bedeutet für mich:

    Jeden bettlägrigen "häuslichen" Patienten auf eine Wechseldruckmatratze legen, seine dadurch negativ beeinflusste Fühlsphäre bedenkenlos hinzunehmen und die Alternativen (zum Teil auch billiger, aber das nur mal am Rande) zu ignorieren.
    Oder verstehe ich das jetzt falsch? Kann ja sein.

    Ich muss im Krankenhaus einen Patienten nicht 2 stündlich lagern und ich wäre froh, wenn dieser Käse endlich mal verschwinden würde. Wieso sollte ich jemanden 2 stündlich traktieren, der auch in (einfach mal eine Zahl) 4 Stunden noch einen tip top Hautzustand hat? Diese Logik kommt bei mir nicht so ganz durch, aber ich stehe Erklärungen dazu sehr aufgeschlossen gegenüber.

    Gruß
    Dennis
     
  16. lexi

    lexi Senior-Mitglied

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    ok,dann nennt mal Alternativen.

    Wie verhindere ich denn einen Dekubitus bei einem über 80 jährigen Pat. mit schlechtem AZ und EZ ohne Lagerung.
    Der Pat.liegt den ganzen Tag auf einer billigen Schaumstoffmatratze auf dem Rücken.
    Einmal am Tag wird er vom Pflegedienst seitlich gelagert,kurz darauf entfernt Ehefrau Lagerungskissen,da Pat. lieber auf dem Rücken liegt.

    Ehefrau,selbst über 80 ist nicht in der Lage Pat. zu lagern.

    Also ich hab vor kurzem noch gelernt: Druck x Zeit usw.

    Bei einer Fortbildung,nach spezieller Nachfrage,wurde uns noch empfohlen,bei Risikopat. auf WDM zu wechseln,da Weichlagerungsmatratzen nicht ausreichen,wenn Pat. immobil sind.

    Das von jemandem der Expertenstandard Dekubitusprophylaxe lehrt.
    Genau so ist auch unsere Erfahrung.

    Wenn man dann noch über Jahre eine Pat. mit Muskeldystrophie betreut,die alle Hilfsmittel durch hat und diese dann auf eine WDM schwört,muß ich weiter nichts sagen.

    Durch sie kann ich auch Roho-Sitzkissen wärmstens empfehlen,denn da hat sie auch alles durch.
    Dadurch das wir auch Beratungseinsätze machen müssen und mich mit vielen Pat. unterhalte,kann ich glaub ich schon mitreden was empfehlenswert ist.
    Auch Querschnittsgelähmte raten mit zu Roho-Kissen,denn sie haben auch schon alles probiert was an Hilfmitteln angeboten wird.
     
  17. mary_jane

    mary_jane Poweruser

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    aber ich fände es sehr bedenklich alle Patienten die sich nicht selbststsändig positionieren können auf eine WDM zu legen.
    Da kann ich auch die KK verstehen da würden ja die Kosten explodieren.


    Ach lexi bitte fühl dich nicht immer so angegriffen will dich sicher nicht beleidigen. Wenn du nicht diskutieren willst dann solltest du nicht in einem Diskussionsforum posten.
     
  18. lexi

    lexi Senior-Mitglied

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    Ihr denkt aber anscheinend man hat keinerlei Ahnung und steht vor dem Bett und schreit um Hilfe,was soll ich denn nur tun.

    Was soll jemand von der KK den großartig entscheiden?
    Das ist doch nur Zeitverzögerung,denke bin kompentet genug zu sagen was was notwendig ist und was nicht.

    Ich darf nun jeden Tag zuschauen wie sich der Decu verschlechtert.
    Bis eine geeignete Matratze da ist vergehen noch wertvolle Tage.

    Was hat sie getan als sie beim Pat. war.
    Nichts,kurz in die Doku geschaut und gesagt,ok,er bekommt eine WDM.
    Das wars.

    Komisch das es aber Leute hier gibt,mit denen man normal diskutieren kann und die dann Vorschläge für mich haben ohne Kenntnisse in Frage zu stellen.

    Das sind leider meistens nur Männer.
    Frauen zicken ja immer schon gerne.

    Mir reichts auch.
     
  19. jackdanielsx84x

    jackdanielsx84x Gesperrt

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    Früher waren auch Risikopatienten individuell zu betrachten.............Risiko = stur WDM ist nicht sehr individuell oder?

    Ich denke über die Suchfunktion findet man hier schon einiges an Alternativen. Ich habe ja auch nichts gegen WDM, aber für mich ist es einfach zu starr darauf ausgerichtet "Risikopatienten" generalisiert eine zu "verpassen".


    Gruß
    Dennis
     
  20. mary_jane

    mary_jane Poweruser

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    Sorry muss mich doch nicht so beleidigen lassen.
    Überleg dir doch bitte wer hier zickt.

    Hab dich nicht beleidigt und nicht als inkompetent bezeichnet.
    Hab hier meine Meinung kundgetan.
     
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