Examen abnehmen

Dieses Thema im Forum "Praxisanleiter und Mentoren" wurde erstellt von Eisprinzessin1988, 13.01.2013.

  1. Eisprinzessin1988

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    Ich habe im Dezember erfolgreich die Praxisanleiterschulung beendet und werde in knapp 2 Wochen somit mein erstes Examen als Zweitprüfer abnehmen.

    Den Schüler lerne ich morgen kennen, habe allerdings schon von den Kollegen gehört, dass er wohl ein Überflieger sein soll. Ob das jetzt so gut ist, oder nicht, werde ich wohl morgen dann sehen :-)

    Im Rahmen der Schulung haben wir viel theoretisch über Bewertungen gesprochen und einmal mit Videoaufnahme ein Bewertunggespräch geübt. In meiner Prüfung musste ich bei einer Schülerin eine Leistungsüberprüfung machen, da war ich ziemlich nervös, immerhin weiß man ja nicht so recht, ob das alles richtig ist, oder nicht.

    Jetzt werde ich also bald mein erstes Examen abnehmen und fühle mich, als ob ich nicht wirklich weiß wie es geht. Beurteilen muss ich den Schüler nach den 4 Hauptpflegerischen Handlungskompetenzen (Sozial- & kommunikative Kompetenz, Fachkompetenz, Methodenkompetenz, Personale Kompetenz) und den dazugehörigen Unterpunkten. Dazu muss ich den Pflegeablauf schriftlich festhalten, sowie zu den einzelnen Unterpunkten etwas verschriftlichen.

    Wie der Ablauf so ist, weiß ich. Ich muss alles haargenau festhalten, das kann ich auch auf Extrablättern machen, die müssen dann halt hinterher zum Protokoll. Lehrerin sowie ich müssen eigentlich unabhängig voneinander Beurteilen und dann unsere vergebenen Noten vergleichen und eventuell noch darüber reden und uns einig werden.

    Davor hab ich allerdings irgendwie Angst. Mach ich alles richtig? Bewerte ich den Schüler fair? Beurteile ich nur den Tag, oder beurteile ich den Verlauf von Station mit?

    Ich fühle mich sehr unsicher, ich freu mich zwar schon, aber die Angst es zu versauen, ist mega groß :|

    Es gibt doch hier viele, die bereits lange Zeit PA sind, gibt es gute Literatur, die mir ein wenig die Angst nehmen kann?
    Aufjedenfall wollte ich morgen mit der Lehrerin telefonieren, die ebenfalls die Prüfung mit abnimmt, ob sie noch Tipps für mich hat.

    Danke für eure Hilfe :-)
     
  2. hypurg

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    Du wirst ganz sicher nicht alles richtig erkennen und bewerten. Den Druck solltest Du Dir erstmal nehmen. Du wirst es nach bestem Wissen und Gewissen tun und Dir mögliche Beurteilungsfehler dabei bewußt machen. Was ansonsten durchrutsch.. ist der Tatsache geschuldet, daß eine praktische Prüfung eben eine Momentaufnahme ist - und der Prüfer ein Mensch.

    Ich habe zwar lange schon keine Prüfungen mehr mit abgenommen, weiß aber noch sehr gut, daß es mir sogar echt lange ähnlich wie Dir ging. Bei einer meiner ersten Prüfung wich meine Bewertung auch ziemlich von der Bewertung der "Lehrerin" ab.. und sie hatte eigentlich Recht ;)
    Am Ende bekam der Auszubildende den Mittelwert, hat bestanden, und ich habe mich 3 Wochen lange schlecht gefühlt... Im Normalfall weicht man aber maximal eine Notenstufe ab und das ist nun auch kein Drama. Der Prüfungsvorsitzende hat eh das letzte Wort. Schon rein intuitiv wirst Du merken, ob das eine gute oder nicht so gute Leistung war - und ob das zu den einzelnen Beurteilungskriterien paßt.

    Ich habe zu meinen Mitarbeitern, die ich mal geprüft haben, heute irgendwie ein besonderes Verhältnis.. irgendwie väterlich ;)

    Ich finde es wichtig, daß sie weiß, daß Du dich unsicher fühlst. ABER

    Einig muß man sich ja nicht werden und was man nicht selbst beobachtet hat, sondern nur der andere, kann man auch schlecht einfließen lassen...
     
  3. Lillebrit

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    Die Meinung der Station ist das eine- der Eindruck in der Prüfung zählt! Einige Schüler können sich ziemlich gut "verkaufen" und hinterlassen einen kompetenten Eindruck. Selbstbewusstsein, an den richtigen Stellen angebrachtes Hintergrundwissen und vermeindlich schnelles Arbeiten lassen diese Auszubildende sehr "fit" wirken (und viele sind es dann ja auch). Allerdings kann es eben auch Fassade sein...zumal sich Kollegen auf Station von einer solchen täuschen lassen und die geleistete Arbeit nur rudimentär überprüfen.
    Auch ich hatte schon "Überflieger", die in der praktischen Prüfung lediglich Leistungen im ausreichenden Bereich gezeigt haben!




    Eine Mitschrift des Ablaufes hilft auch mir, mich später zu "sortieren" und zu einer Note zu kommen.



    Die Notenfindung erfolgt tatsächlich unabhängig. Ich habe es allerdings noch nie erlebt, dass es große Abweichungen zwischen den beiden Fachprüfern gab!



    Du beurteilst immer nur die Momentaufnahme! Ob das fair ist, darüber liesse sich trefflich streiten...es sind aber die gesetzlichen Vorgaben.
     
  4. Jacaranda

    Jacaranda Stammgast

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    Mir erging es anfangs ähnlich, als ich noch mit auf Station arbeitete. Ich hatte auch immer die Befürchtung, ich würde "Falsches" nicht als solches erkennen, weil die Neuerung evtl. noch nicht auf meiner Station angekommen ist. Aber ich bemerkte schnell, dass das nicht schlimm ist und es umgekehrt auch vorkommen kann!!! ;) So können beide Seiten voneinander lernen und mit zwei Prüfungspersonen wird es dann schon sehr viel gerechter. Ich habe die Zeit, als ich dann schon entspannter war, einfach genossen. Das war so ne schöne Abwechslung zum Stationsalltag. Auch heute bin ich bei Prüfungen und besonders Examen noch oft "hippelig", dann denke ich wieder dran, dass der Schüler wohl noch viel aufgeregter ist und ich mein Examen schon lange hinter mir hab und dann bin ich nur noch aufmerksam. Was ich nicht sehe, sieht der andere Prüfer und umgekehrt. Und bei guten Schülern freuen wir uns, wie gut sie sich doch in den drei Jahren entwickelt haben.
    Bei den Noten sind wir uns meistens sehr einig. Ich habe aber auch den Vorteil, dass ich sehr eng mit der Schule zusammen arbeite und mich dann auf meine Kollegen auch freue, die ich sonst leider auch nicht so häufig sehe. Wie vorhin schon jemand geschrieben hat, sind auch die Prüfer Menschen und dürfen zugeben, wenn sie etwas nicht bemerkt haben.
    Ich wünsche Dir viel Spass beim Examen, freu Dich drauf!
     
  5. Eisprinzessin1988

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    Ich danke euch Dreien für eure aufmunternden Beiträgen :-)
    Ich hab also heute den Schüler kennengelernt, er hat sich dann auch direkt an meine Fersen geklemmt :-) Er ist ein ganz netter, auch wenn ich heute dachte, dass er teilweise fragwürdige Fragen oder Antworten gab (Beispiel: Er wusste nicht was eine Easy - Flow - Drainage ist, oder wo sie liegt, bei einem allgemeinchirurgischen Pat.). Ich glaube, er ist auch ein sehr guter "Anfängerkanidat" für mein erstes Examen.

    Ihr habt mich aufjedenfall aufgebaut.

    Die Lehrerin habe ich heute leider nicht erreicht, morgen habe ich aber noch ein Gespräch mit unserem freien Praxisanleiter, er gibt mir auch nochmal Hilfestellung in Bezug auf die Pflegeplanung (warum wird die eigentlich in jedem Haus anders aufgebaut :?:). Zum Glück arbeite ich jetzt bis nächste Woche durchgehend mit dem Schüler zusammen, sodass ich zudem einen guten Eindruck vom Schüler bekommen werde.

    Ich werde euch, wenn gewünscht, auf dem laufenden halten und von den Erfahrung berichten :-)
     
  6. Eisprinzessin1988

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    So, dann möchte ich euch mal von meiner Erfahrung berichten.

    Vorweg, ich hatte vor dem Examen alle Dienste mit dem Schüler zusammen und konnte ihn somit gut kennen lernen, schon in dieser Zeit habe ich ihn viel Anleiten können.
    Mit der Lehrerin hatte ich ihm Vorfeld noch telefoniert, sie hatte mich schon ein wenig beruhigt. Sie sicherte mir zu, dass wir die Beurteilung zusammen machen werden (und nicht, wie in der Schulung gelernt, jeder für sich) und sie mir auch zwischendurch immer wieder Dinge erklären wird.
    Unser freier Praxisanleiter hat mich auch noch sehr aufgebaut.

    Somit bin ich also dann doch recht entspannt in das Examen gegangen.

    Die Rolle als Beobachter war zwar sehr ungewöhnlich, aber daran gewöhnt man sich bestimmt mit der Zeit.
    Nach dem der Schüler fertig mit seiner Arbeit war, hatte dieser 30 Minuten Zeit sich Gedanken über seine Reflexion zu machen. In der Zeit hab ich mit der Lehrerin auch schon gesprochen, sie hat mir noch ein wenig den Ablauf ab jetzt erklärt.

    Wir haben uns also erstmal Gedanken gemacht, ob der Schüler überhaupt Bestanden hat oder nicht, unabhängig von der Note. Dann fingen wir schonmal an, die einzelnen Punkte (Insgesamt sind es 12 Punkte) zu bearbeiten. Zu jedem Punkt muss man ja was schreiben, zu Pat. 1 und Pat. 2. War garnicht so schwer, mit Hilfe :-)
    Nachdem der Schüler uns seine Reflexion mitteilte durfte er schonmal nach Hause gehen. Mit der Lehrerin hab ich dann noch knapp 2 Stunden im Büro gesessen und den Schüler beurteilt.

    Mein Fazit: Ich hätte bei weitem nicht so nervös sein brauchen. Es hat mir unheimlich viel spaß gemacht. Ich muss den Ablauf noch genauer Dokumentieren (die Lehrerin hatte sich teilweise auch Aussagen oder Fragen der Patienten notiert, was garnicht schlecht gewesen ist). Es ist genau das, was ich schon immer machen wollte.

    Gestern habe ich dann meine Bewerbung als freie Praxisanleiterin abgegeben und hoffe, dass ich auch trotz meiner Unerfahrenheit genommen werde. Irgendwann muss man ja mal anfangen :-) Der Job kommt bei der Bewerbung für einen Studienplatz für Pflegepädagogik sicherlich sehr gut :-)
     
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