Evangelisch im katholischen Krankenhaus?

sandra86

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Hallo Ihr Lieben,

habe am 26.1. mein erstes Vorstellungsgespräch zur Kinderkrankenschwester in meinem Wunsch-Krankenhaus. Dem entsprechend setz ich mich auch irgendwie voll unter Druck, da meine ersten Vorstellungsgespräche erfahrungsgemäß immer voll im Sand verlaufen sind.

Also, was kann man auf die Frage antworten, warum haben sie sich in einem katholischen Krankenhaus beworben (ich bin evangelisch)?

Bitte helft mir!

Liebe Grüße, Sandra
 

Nutella Woman

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Eins vorneweg: Ich bin auch evangelisch & habe in einem katholischen Haus gelernt.

Zu deiner Frage: Da solltest Du dir deine Antwort schon vorher überlegen. Im Zweifelsfall sag' einfach die Wahrheit: Du hast Dich überall beworben, wo Du dir eine Ausbildung vorstellen konntest.

Vielleicht hat ja hier im Forum eine bessere Idee??

Alles Gute,
Nutella Woman
 

Liz

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Ich habe morgen in einem evangelischen Krankenhaus ein Vorstellungsgespräch und bin katholisch.:roll:
Werde sagen (sollte ich wirklich gefragt werden), dass ich 1. weiß, dass in diesem Krankenhaus auch andere katholische Mitarbeiter sind und deshalb dachte das wäre kein Problem. Ich glaube, dass ist es auch nicht; Hauptsache du bist christlich getauft, hat mit eine Krankenpflegerin von dort gesagt.

lg
liz
 

Mobitz

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Ich denke, dass es nicht so wichtig ist.
Habe in einem katholischen Haus gelernt und ich hatte auch einige Protestanten im Kurs, auch ganz anders Gläubige und auch nicht getaufte (wobei DAS wirklich nicht gern gesehen wird). War kein Problem. Wichtig ist die christliche Gesinnung. Und Du musst halt dem christlichen Menschenbild entsprechen können und danach arbeiten können. Darauf legen die Arbeitgeber dann schon wert. Wenn Du ihnen vermitteln kannst (vorausgesetzt, dass dem auch so ist), dass Du dazu eine professionelle Einstellung hast und auch die katholischen Prinzipien vertreten kannst, dürfte das keine Probleme geben.
Aber es kommt halt auch zum Teil auf die Einrichtung drauf an. Manche älteren Ordensschwestern legen da schon wert drauf. Lass es auf Dich zukommen.
Viel Erfolg
 

sandra86

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bloß wie lebt denn ein christ anders, als jemand der nicht getauft/konfirmiert wurde? also konkret : wie lebt sich die christliche gesinnung, wie ist das christliche menschenbild?
...beten?...lebt man nach den 10 geboten? ....
ich lebe ehrlich gesagt nicht intensiv den evangelismus
 

Liz

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Ich lebe auch nicht katholisch, Sandra...
Gehe auch nicht jeden Sonntag in die Kirche, aber das müssen die ja nicht wissen, dass wird auch, denke ich, niemand fragen.
 

Mobitz

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Ich halte es auch nicht für entscheidend, dass man immer in die Kirche rennt oder etwas in diese Richtung.
Es geht dem katholisch geprägten Arbeitgeber aber auch darum, die man mit den Sakramenten umgeht. Wie ist die Einstellung zu Gott. Kann ich in der Sterbebegleitung mit den Patienten beten, bin ich in der Lage zu erkennen, wann eine Krankensalbung indiziert ist (ich meine damit leite ich sie nach Absprachen mit dem Menschen in die Wege) und vieles mehr.
Ich hab ja nie gesagt, dass man als praktizierender Christ eine bessere oder schlechtere Pflegekraft ist.
Aber Bayer wird nicht gerne sehen, wenn die Angestellten Werbung für Ratiopharm oder andere machen, wenn ein VW-Vorstand Mercedes fährt usw.!
Es geht um den Idealismus des Christentums. Wem es völlig widerstrebt oder wer "praktizierender Atheist" ist, sollte halt vielleicht einen öffentlichen Arbeitgeber vorziehen.
 

Liz

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Ich habe über dieses Thema während meines Vorstellungsgespräches mit einer sehr netten Pflegedienstleitung gesprochen. Zumindest ist es bei diesem Krankenhaus so, dass sie darauf wert legen, dass man überhaupt einer Religion angehört - also die Patienten versteht wenn sie sagen sie Glauben an etwas (bezogen auf Religion) :beten: :roll:
So sieht es dieses Krankenhaus zumindest. Hab ganz offen und nett mit ihr gesprochen (war echt super klasse) und hab sie einfach gefragt ob es ein Problem ist wenn man katholisch bzw. evangelisch ist und in einem jeweils anderen Krankenhaus arbeitet. Und das oben war halt ihre Antwort.
 

Soraya

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Ich habe auch in einem katholischen Haus gearbeitet und bin selbst evangelisch, und hatte mein Vorstellungsgespräch sogar bei einer älteren Ordensschwester. Das war überhaupt kein Problem, sie meinte damals, dass sie auch Leute einstellen die nicht getauft sind. Nur man soll nicht aus der Kirche austreten, das wird gar nicht gern gesehen.
Habe mich jetzt auch wieder in einem katholischen Haus beworben, und hoffe, dass das da auch kein Problem ist


Lg soraya
 

AnnKathrin

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Gyn
So ein Quatsch!!!!

Hi,
die sollen sich mal nicht so anstellen!
Bin auch Schülerin in einem streng katholischen Haus, mit Kloster und nur Nonnen usw. Weißt du wieviele Nicht-Katholiken hier arbeiten? Habe auch Moslems im Kurs! Es wurde damals nur gesagt, daß es erwünscht ist, daß man einer der großen Weltreligionen angehört. Solange du dich an die "Regeln" hälst ist das kein Thema. Ich musste auch so'n Zettel unterschreiben als ich angefangen habe, von wegen, daß ich mich nicht für eine Abtreibung äußern werde, sprich Patienten nicht zur Abtreibung raten usw., usw.
Dürfte also kein Thema sein daß mit dem Vorstellungsgespräch.
Viel Erfolg
AKI
 

Ninimaus

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Hatte auch in 2 katholischen Krankenhäusern mein Vorstellungsgespräch. Das eine hat großen Wert darauf gelegt, das Dinge wie Hilfsbereitschaft, Nächstenliebe etc. großgeschrieben werden.
Bei dem anderen, wo ich nun auch meine Ausbildung beginne, wurde gar nicht danach gefragt. Ich denke es ist nur wichtig, das man einer Religion angehört.
 

sun1812

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Oh man bei mir wurde so eine Frage garnicht gestellt... Also es wurde schon gefragt welche Konfession ich hab (angeblich nur für die Statistik), ja und das wars auch schon... Keine weiteren Fragen mehr dazu.

Allerdings steht dafür wortwörtlich im Vertrag " Die Parteien stimmen darin überein, dass ein Verstoß gegen Grundsätze der katholischen Glaubens- und Sittenlehre Grund für eine Kündigung sein kann...." :fidee:
 

Kleine Welle

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Bei uns (evangelisch) ist es wichtig, dass man einer anerkannten Weltreligion angehört. Es ist kein Problem Jüdisch oder Muslim zu sein.
Wenn Schüler bei uns ohne Konfession anfangen, machen wir sie darauf aufmerksam, dass sie bis zum Ende der Probezeit eine gefunden haben müssen, sonst werden sie gekündigt. Ich habe diese Regel auch schon diskutiert, aber da kann ich nix dran machen. Das katholische Krankenhaus in unseren Nähe macht es übrigens auch so.
Wir haben in der PDL sogar eine Liste liegen welche Religionen z.B. zum christlichen Dachverband gehören.
 

jadte

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Mich haben sie beim Vorstellungsgespräch gefragt "Stört es sie gar nicht das wir katholisch sind und sie evangelisch?!" Da habe ich geantwortet. " Nöö, solange es sie nicht stört das ich evangelisch bin und nicht katholisch!"

So falsch kann die Anwtort nicht gewesen sein. Eine Woche später hatte ich die Zusage und nun stehe ich kurz vor dem Examen. :daumen:
 

tunix

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Hi!

Aus meiner aktuellen Erfahrung heraus (ich arbeite als evangelischer Christ seit 5 Jahren in einem katholischen Krankenhaus) wuerd ich sagen, mach dir keinen allzu grossen Kopf darueber.

Bei uns im Team sind von Muslim ueber ev. u. kath bis hin zu freikirchlich - evangelikalen Kollegen sämtliche Glaubensspektren vetreten die unser Land hergibt.

In unserer Krankenpflegeschule sieht das auch nicht viel anders aus.
Da ist immer im Schnitt sogar 1/4 Moslems mit dabei.

Die Zeiten des "Hardcorekatholizismus" sind glaub ich schon seit laengerem vorbei.

Ok, mit anti-christlichen / satanistischen Symbolen würde ich nicht grad ueber Station laufen *eg*


Gruss


Tunix


p.s. Latuernich steht auch bei mir im Arbeitsvertrag der hier schon erwaehnte Passus von wegen Verstoß gegen die katholische Glaubens- und Sittenlehre drin :-)
 

Maniac

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Kleine Welle schrieb:
Bei uns (evangelisch) ist es wichtig, dass man einer anerkannten Weltreligion angehört. Es ist kein Problem Jüdisch oder Muslim zu sein.
Wenn Schüler bei uns ohne Konfession anfangen, machen wir sie darauf aufmerksam, dass sie bis zum Ende der Probezeit eine gefunden haben müssen, sonst werden sie gekündigt. Ich habe diese Regel auch schon diskutiert, aber da kann ich nix dran machen. Das katholische Krankenhaus in unseren Nähe macht es übrigens auch so.
Wir haben in der PDL sogar eine Liste liegen welche Religionen z.B. zum christlichen Dachverband gehören.
Ist ja schon ne Frechheit das so offen zu sagen :-/

Sind wir noch im Mittelalter?!?!!
 

tunix

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Maniac schrieb:
Ist ja schon ne Frechheit das so offen zu sagen :-/

Sind wir noch im Mittelalter?!?!!
Wo ist das prinzipielle Problem??
Kirchliche Betriebe sind nun mal vom Grundsatz her Tendenzbetriebe.

D.h. kann ich das Ziel (z.B. im Leitbild der Einrichtung formuliert) nicht mittragen, dann bin ich da scheint´s fehl am Platze.

Ich glaub ja kaum (um mal eine Analogie zu benutzen) das man als ueberzeugter Anti-Demokrat einen Job bei einer der 4 großen Volksparteien bekommen wuerde. Oder ein bekennender Fleischesser als Abteilungsleiter in ´nem Vegetarierbetrieb unterkaem. *eg*

Gruss

Tunix
 

Mobitz

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Eben. So seh ich das auch.
Und wenn ich die Leitbilder meines Arbeitgeber nicht tragen kann muss ich mich halt wo anders bewerben.
In diesem Fall, kann ich das christliche Leitbild nicht tragen, dann muss man sich halt in einer öffentlichen Einrichtung oder einem privaten Träger bewerben.
Ich find das echt nicht schlimm.
 

Maniac

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Das traurige an der Geschichte ist aber das man anscheinend der katholischen (oder meinetwegen evangelischen) Kirche angehören muss um das "christliche" Leitbild zu erfüllen... :fidee:
 

Kleine Welle

Newbie
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Maniac schrieb:
Das traurige an der Geschichte ist aber das man anscheinend der katholischen (oder meinetwegen evangelischen) Kirche angehören muss um das "christliche" Leitbild zu erfüllen... :fidee:
Falsch. Das Zauberwort dabei heißt anerkannte (Welt)religion.
Und Mobitz hat den richtigen Grund genannt. Wir haben ein Leitbild.
 

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