Euthyrox® vor dem Essen - warum?

Dieses Thema im Forum "Pharmakologie" wurde erstellt von bussi-jaz, 07.06.2007.

  1. bussi-jaz

    bussi-jaz Stammgast

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    Schilddrüsentabletten soll man ja bekanntlich immer 30 min. vor dem essen geben, mach ich auch immer brav, jedoch konnte mir bisher niemand den Grund dafür erklären. könnt ihr mir weiter helfen?
     
  2. Gego

    Gego Poweruser

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    Ein möglicher Grund könnte die etwas bessere Resorption sein:
    • nüchtern eingenommen: 75-80%
    • mit dem Essen eingenommen: 60-70%
    (Daten aus: Berthold, "Klinikleitfaden Arzneimitteltherapie", Fischer, 1999. S. 588 )
     
  3. bussi-jaz

    bussi-jaz Stammgast

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    hm, klingt logisch, aber warum die bessere Resorption?
     
  4. Maniac

    Maniac Poweruser

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    Die physiologische Ausschüttung der Schilddrüsenhormone ist morgens - deshalb die Einnahme morgens.

    Vor dem Essen, da Calcium, Eisen und Soja die Aufnahme hemmen und somit nicht alles an Wirkstoff ins Blut gelangt.
    Die biochemischen Zusammenhänge hab ich aber nicht drauf.
     
  5. Rita86

    Rita86 Newbie

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    hallo,

    also man sollte Euthyrox 1/2 stunde vor dem Essen nehme wegen der Resorption.Da es meistens um eine genaue Dosierung geht kommt es auf jedes Gramm an,dies kann zb:durch das Frühstück verhindert werden das die Hormone komplett Resorbiert werden,das sie quasi vorbei rutschen, auch manche Milchprodukte "stören" die Aufnahme von Hormonen.Also der Darm sollte die Möglichkeit haben in Ruhe die Hormone zuresorbieren.


    grüße Rita:P
     
  6. Gego

    Gego Poweruser

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    Wie auch schon den vorherigen Postings zu entnehmen ist:
    1. Das Levothyroxin wird mit Hilfe bestimmter Albumine im Blut resorbiert und im Körper "weiterverteilt". Bei Nahrungsaufnahme wird ein Teil der Albumine durch die resorbierten und in der "Weiterverteilung" befindlichen Nahrungsstoffe belegt und fällt somit für die Resorption und Weiterleitung des Levothyroxin aus. Das hat zur Folge, daß weniger davon "im Körper ankommt".
    2. Der Magensäuregehalt hat auch einen Einfluß auf das Resorptionsverhalten von Levothyroxin. Bei höherem Säuregehalt findet auch eine bessere Resorption statt. Durch Nahrungsaufnahme wird ein Teil der Magensäure "verbraucht" und steht somit für die Steigerung der Resorption von Levothyroxin nicht mehr zur Verfügung.
    Quellen dazu:


    Fachinfo Euthyrox
    Address : <http://www.madeasy.de/6/euthyrox.htm>
    Date Visited: Thu Jun 07 2007 20:59:02 GMT+0200
    13.3 Pharmakokinetik

    Oral appliziertes Levothyroxin wird in deutlicher Abhängigkeit von der Art der galenischen Zubereitung bis zu maximal 80 % bei Nüchterneinnahme vorwiegend aus dem Dünndarm resorbiert. Maximale Plasmaspiegel werden ca. 6 Stunden nach der Einnahme erreicht. Der Wirkungseintritt erfolgt bei Beginn einer oralen Therapie nach 3 - 5 Tagen. Das Verteilungsvolumen errechnet sich auf 1/2 l/kg. Levothyroxin ist zu mehr als 99 % an Plasmaproteine gebunden. Die metabolische Clearance liegt bei etwa 1,2 l Plasma pro Tag, der Abbau erfolgt hauptsächlich in Leber, Niere, Gehirn und Muskel. Schilddrüsenhormone erscheinen wegen der hohen Proteinbindung nur in geringen Mengen im Hämodialysat.


    Deutsches Ärzteblatt: Archiv "Magensäure und Thyroxinbedarf" (19.01.2007)
    Address : <http://www.aerzteblatt.de/v4/archiv/artikel.asp?src=suche&id=54181>
    Date Visited: Thu Jun 07 2007 20:57:15 GMT+0200

    Magensäure und Thyroxinbedarf
    Deutsches Ärzteblatt 104, Ausgabe 3 vom 19.01.2007, Seite A-130 / B-120 / C-116
    MEDIZIN: Referiert

    Patienten mit einer eingeschränkten Salzsäureproduktion der Magenschleimhaut haben einen erhöhten Thyroxinbedarf bei der Behandlung von Schilddrüsenerkrankungen, berichten italienische Autoren. Sie untersuchten 248 Patienten mit einer Knotenstruma und ermittelten den Thyroxinbedarf, der notwendig ist, damit ein Thyreotropinspiegel von 0,05 bis 0,20 mU/L erreicht werden kann. Dabei zeigte sich, dass Patienten mit einer Helicobacter-pylori-Gastritis beziehungsweise einer chronisch atrophischen Gastritis einen 22 Prozent bis 34 Prozent höheren Thyroxinbedarf aufweisen. Ähnliches traf für zehn Patienten zu, die mit Omeprazol behandelt wurden. Hier war eine Steigerung der Thyroxindosis von 37 Prozent erforderlich, um den Thyreotropinzielwert zu erreichen. Offensichtlich ist eine normale Magensekretion erforderlich, damit oral verabreichtes Thyroxin effektiv resorbiert werden kann.

    Centanni M, Gargano L, Canettieri G et al.: Thyroxine in goiter, Helicobacter pylori infection and chronic gastritis. N Engl J Med 2006; 354: 1787–95. Dr. Centanni, Department of Experimental Medicine and Pathology, Policlinico Umberto I, Viale Regina Elena 324, 00161 Rom, Italien. E-Mail: marco.centanni@uniroma.it

    Die genauen biochemischen Details kenne ich allerdings nicht. Aber vielleicht kann das ja euer Kh-Apotheker beantworten?
     
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