Eure Erfahrungen mit Mobbing?

Waida

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Hallo zusammen!
Sagt mal habt ihr erfahrungen mit Mobbing?
Und wie kann man sich gegen Entscheidungen die von der PDL beschlossen werden(mit der Leitung abgesprochen) wehren?
Zumal fast das ganze team dagegen ist!
Ich danke euch mal im Voraus! :lol:
 

chrissy

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Hallo,

bei uns ist dafür der Personalrat zuständig. Wenn es diesen
bei euch gibt, wende dich an ihn. Mitarbeiter prüfen dann
die Rechtslage und setzen sich für Angestellte ein. (So sollte
es zumindest sein! :roll:

Ist es ein sehr schwerer Fall von Mobbing?

Gruß Chrissy
 

Angel64

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Waida schrieb:
Hallo zusammen!
Sagt mal habt ihr erfahrungen mit Mobbing?
Und wie kann man sich gegen Entscheidungen die von der PDL beschlossen werden(mit der Leitung abgesprochen) wehren?
Zumal fast das ganze team dagegen ist!
Ich danke euch mal im Voraus! :lol:


Hallo,

an deiner Stelle würde ich mich an eine Gewerkschaft wenden und mir da Rat einholen.

Der AG hat Grundpflichten. Die besagen das er verpflichtet ist, die erforderlichen Maßnahmen des Arbeitschutzes unter Berücksichtigung der Umstände zu treffen, die Sicherheit und Gesundheit der MA bei der Arbeit beeinflussen.Er muss die Maßnahme auf ihre Wirksamkeit überprüfen und erfordernfalls ändern oder anpassen
d.h er hat die pflicht nachzugehen ob Mobbing vorliegt, falls ja......erforderliche Schritte gegen die Betrefffenden einzuleiten, falls er das nicht tut, mobbt er/sie selbst mit
 

missedpig

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Nach meiner Erfahrung ist das so 'ne Sache mit dem Mobbing, vor allem wenn Vorgesetzte mobben. Sicher ist der Betriebs- bzw. Personalrat da die erste Anlaufstelle aber oft traut sich keiner an das Thema ran. Ich kann nur empfehlen ein sogenanntes Mobbing-Tagebuch zu führen. Damit hat man dann auch rechtskräftig etwas in der Hand.
Lg Misse
 

idi

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Ich bin in meinem Beruf früher innerhalb von 5 Jahren einmal weg-vom-Fenster gemobbt worden, weil ich zu gutmütig war und versucht habe, eine Kollegin zu trösten, deren Stelle gestrichen werden sollte wegen Mittelknappheit und die noch in der Probezeit war bzw. gerade ein paar Tage darüber hinaus, die aber so geschickt war, dass nachher ihre Kündigung aufgehoben wurde und mir dafür gekündigt wurde, weil sie ständig gegen mich gearbeitet hat und mir dauernd Steine in den Weg gelegt hat. Eine ganz miese Tour. Aber sie war halt gerissener als ich.
Das erntet man dann für seine Freundlichkeit. :smlove2:

3 Jahre später bei einem anderen Arbeitgeber wieder das Gleiche. Diesmal eine Kollegin, die mir unterstellt hat, die mich aber beim Einarbeiten so geschickt ausgefragt hat, dass sie in Kürze meine ganzen langjährigen Tricks raushatte - man weiß halt nach ein paar Jahren, wo der Hase entlangläuft - aber aufgrund meiner Naivität hat sie dann meine Schwäche ausgenutzt und sich in kurzer Zeit so aufgespielt, dass sie mir vorgesetzt wurde. Ich wurde zurückgestuft.
Wieder das Gleiche. Ich habe dann selber gekündigt, unter anderem, weil ich aus privaten Gründen sowieso wegziehen wollte.
Aber doof war es trotzdem - das hätte nicht sein müssen.:kloppen:

Manches von solchem Fehlverhalten würde mir jetzt, 10 Jahre später, nicht mehr passieren -
vor allem seit den rauhen Erlebnissen mit meinen jüngeren Kolleginnen jetzt in der Ausbildung.

Die haben mich manchmal ganz schön fertig gemacht...und ich war auch ein paar Mal den Tränen nahe bzw. hatte sie schon in den Augen...

Jetzt weiß ich mich besser zu schützen, mehr anzupassen usw. und bin auch überzeugter von mir selber...
Wofür doch eine späte Ausbildung noch so alles gut ist...

Zwar sind mir viele immer noch überlegen, aber ich mache zur Zeit ein Persönlichkeitstraining - wo ich merke, dass ich, wenn mich jemand im Gespräch aushorchen will, ich schon ganz schön gut gelernt habe - für den anderen viel Interessantes zu sagen, was auch nicht gelogen ist,
aber womit ich im Grunde nur an der Oberfläche bleibe :aetsch: und
keine Schwachpunkte offenlege,
im Gegenteil sogar noch Stärke zeige und
was den anderen beeindruckt.

Wenn es dann heißt, doch ein bisschen ehrlicher zu werden, dann gehe ich ganz behutsam vor - und schleiche wie eine Katze um den heißen Brei... :sdreiertanzs:
...und nicht wie früher: immer das Herz auf der Zunge zu tragen - :lovelove:

kein Wunder, wenn jemand anders es einem dann aus dem Leibe reißt und darauf herumtrampelt...:boxen:
 
S

sigjun

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Hallo zusammen!
Sagt mal habt ihr erfahrungen mit Mobbing?
Und wie kann man sich gegen Entscheidungen die von der PDL beschlossen werden(mit der Leitung abgesprochen) wehren?
Zumal fast das ganze team dagegen ist!
Ich danke euch mal im Voraus! :lol:
Ich verstehe den Zusammenhang nicht. Was hat Mobbing mit Entscheidungen von Vorgesetzten zu tun, auch wenn das gesamte Team dagegen ist?
Es gibt eine Menge Entscheidungen, die getroffen werden müssen, aus vielen Notwendigkeiten heraus, dahinter Mobbing zu vermuten ist weit hergeholt, auch wenn das gesamte Team dagegen ist.
Ob und wie Du Dich gegen Entscheidungen wehren kannst hat entscheidend damit zu tun WELCHE Entscheidungen das sind. Dementsprechend gibt es auch viele verschiedene Wege.
Habe ich was verpasst, oder warum raten hier einige gleich zu, Personalrat/ Gewerkschaft oder erwähnen die Fürsorgepflicht des AG ggü. den MA?
 

Elisabeth Dinse

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Gerade in Hinsicht auf die Mobbingopfer möchte ich darum bitten, den Begriff nicht so infaltionär zu gebrauchen. Nicht jede Gemeinheit ist gleich Mobbing.

Mobbing oder Mobben (von englisch mob „Meute, Gesindel, Pöbel, Bande“ und to mob „anpöbeln, angreifen, über jemanden herfallen“) steht im engeren Sinn für „Psychoterror am Arbeitsplatz mit dem Ziel, den Betroffenen aus dem Betrieb hinauszuekeln.“[1] Im weiteren Sinn bedeutet Mobbing, einen Kollegen ständig zu schikanieren, quälen und verletzen,[2] beispielsweise in der Schule, am Arbeitsplatz, im Sportverein, im Altersheim oder im Gefängnis.[3] Typische Mobbinghandlungen sind Verbreitung falscher Gerüchte, Zuweisung sinnloser Arbeitsaufgaben, Gewaltandrohung, soziale Isolation oder ständige Kritik an der Arbeit.
...

Das Instrument führt insgesamt 45 Handlungen auf. Gemobbt gilt nach dem LIPT jemand, der mit einer oder mehreren der 45 Handlungen mindestens einmal in der Woche und mindestens über ein Jahr hinweg belästigt worden ist.

Mobbinghandlungen
In einer qualitativen Interviewuntersuchung (n=300) stellte Heinz Leymann 45 Mobbinghandlungen fest, die er als relevant ansah.[4] Martin Wolmerath und Axel Esser identifizierten ohne Anspruch auf Vollständigkeit über 100 verschiedene Mobbinghandlungen.[9] Typische Mobbinghandlung betreffen etwa organisationale Maßnahmen (zum Beispiel Kompetenzentzug oder Zuteilung sinnloser Arbeitsaufgaben), soziale Isolierung (zum Beispiel Meiden und Ausgrenzen der Person), Angriffe auf die Person und Ihre Privatsphäre (etwa Lächerlichmachen der Person), verbale Gewalt (zum Beispiel mündliche Drohung oder Demütigung), Androhung oder Ausübung körperlicher Gewalt und Gerüchte.
Mobbing – Wikipedia
Die Handlungen sind in 5 Kategorien aufgeteilt:

Angriffe auf die Möglichkeiten zu kommunizieren (z. B. jemanden unterbrechen, anschreien)
Angriffe auf die sozialen Beziehungen (beispielsweise jemandem das Gespräch verbieten)
Angriffe auf Qualität und Perspektiven der Arbeit (verletzende Kritik an der Arbeit, jemandem sinnlose Aufgaben übertragen oder bewusst überfordern usw.)
Angriffe auf das soziale Ansehen (z. B. Gerüchte verbreiten, Intrigen spinnen)
Angriffe auf die körperliche Unversehrtheit und das psychische Wohlbefinden (beispielsweise jemanden schlagen, sexuell belästigen, beleidigen oder anpöbeln) Leymann Inventory of Psychological Terror – Wikipedia
Elisabeth
 

alesig

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Hallo
Mobbing
ein Wort das auch Mißbraucht wird. Ich weiß wovon ich rede ich wurde gemobbt. Habe daraufhin ein Mobbingtagebuch geführt, Gespräche gesucht und geführt. Die mobbende Person hat daraufhin mit einverständis der PDL gekündigt.
Letzte Jahr wurde ich beschuldigt zu mobben.
Ältere Kollegin, die mir unterstellt war und zuarbeiten sollte, deren Überzeugung war - Ich mache dies seit 30 Jahren so, und werde es auch die nächsten 30 Jahre machen-. Der Umgang mit den Patienten war äußerst grenzwertig, ging bis zur körperlichen Mißhandlung und Verletzung der Patienten. Gespräch mit ihr brachte nichts, Gespräch mit Vorgesetzten brachte auch nichts, da dieser es nicht für notwendig hielt zu reagieren, Gespräch mit Stellvertretung brachte nichts dafür seidie Leitung zuständig.
Also weigerte ich mich die Kollegin mit zu den Patienten zu nehmen.
Daraufhin kam ein Breif der PDL besagte Kollegin hätte sich über mich beschwert ich würde sie mobben. Eine ganze Liste von Vorwürfen lägen ihr vor. Es gab ein Gespräch in einer größeren Runde,in der die Punkte abgearbeitet wurden, ich wurde vom Vorwurf des Mobbing freigesprochen.
Schön und gut. Die Tatsache daß die Frau Patienten durch grobes und unsachgemäßes anfassen verletzte und sie auch verbal attakierte wurde zwar zu Kenntnis genommen, aber es hatte keinerlei Konsequenzen.
Ich habe das Glück mit dieser Kollegin kaum noch arbeiten zu müssen, und wenn dann führe ich Tagebuch was ich wann und wie gesagt und gemacht habe, damit ich das nächste mal besser vorbereitet bin.
Alesig
P.S. Sehr viele Kolleginnen wissen um die Umgangsweise mit dieser Person, haben aber Bedenken (Angst?) etwas zu unternehmen, schließlich ist sie ja so lange im Haus und sie sind auf ihre Hilfe angewiesen. Bei Personen die ihr nicht passen verweigert sie ihre Hilfe mit der Begründung síe sei anderweitig beschäftigt( Was in den meisten Fällen nachgewiesener Weise nicht stimmte).
 

der Matze

Stammgast
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(nicht mehr hier aktiv)
Entschuldigung, aber ist das hier im Board nicht an der falschen Stelle?

"Fachliches zu Pflegetätigkeiten" - ist ja kein "HowTo Mob"-Thread...
 

Maniac

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Ausserdem gerät hier einiges durcheinander.

In ein Ausgangspost zum Mobbing von 2002, deren Erstellerin sich seit 6 Jahren hier nicht mehr hat blicken lassen, wird eine Geschichte, fernab vom Mobbing herein gepostet.
Es wird Stellung auf die ursprungsgeschichte genommen, und jetzt wieder ein Erfahrungsbericht (das Einzig sinnvolle, ausser der zum schmunzeln anregenden "HowToMob-Bemerkung" ^^)
 

Bambussprosse

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Bei einem Mobbingfall ist es wichtig ein sogenanntes Mobbingtagebuch zu führen..
Das heißt jeden Vorfall zu dokumentiern mit Zeit,Ortu.Personenangaben.ebenso ist es sinnvoll eine Beschreibung der Situation hinzuzufügen.
Sinnvoll ist es auch sich mit dem Betriebsrat zu unterhalten.
Dieser darf nichts unternehmen ohne das eigen Einverständnis.
Da er aber das Haus und die beteiligten Personen ev.kennt kann er wertvolle Tipps geben.
Blöd nur wenn der Betriebsratvorsitz mit den betreffenden "gut kann".
Ev. den Hausarzt einschalten.
 

idi

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Bei einem Mobbingfall ist es wichtig ein sogenanntes Mobbingtagebuch zu führen..
Schade, dass ich das damals noch nicht gewusst habe...
Das hätte mir s e h r v i e l geholfen. :troesten:
Obwohl wir keinen Betriebsrat hatten...
Aber mit Tagebuch hätte ich besser mit Freunden und vor allem sachlicher darüber reden und
hilfreiche Tipps bekommen können...

Na ja, vielleicht sollte ich jetzt mal damit anfangen...mit nem Tagebuch für Ausbildungsprobleme...:boxen:
Denn die erforderliche Distanz zur Selbst- und Fremdbeobachtung fehlt mir, gerade jetzt, wo ich in einem Monat das Semester wiederholen werde...

Ich werd jetzt zwar nicht mehr gemobbt, aber hab doch massive Schwierigkeiten...die ich vielleicht besser mal klar formulieren sollte...:lamer:

Danke für den Tipp...werde ich weitergeben
idi
 

Trienehund

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Hallo, auch ich bin neu und habe Probleme mit Mobbing...

Hallo,

auch ich bin neu und möchte mich gerne vorstellen:

Bin seit 16 Jahren Krankenschwester, dazu zähle ich 3 Jahre Ausbildung, 3 Jahre Tätigkeit auf einer inneren Normalstation. Dann folgen 2 Jahre auf einer thoraxchirurgischen Intensivstation, 2 Jahre Weiterbildung zu Anästhesie - und Intensivkrankenschwester und seit 2001 arbeite ich auf einer Inneren Intensivstation in einem sehr großem Haus.

Ich bin 33 Jahre alt, verheiratet und habe 5 Katzen die mein Leben sind.

Jetzt zu meinem eigentlichen Problem:

Seitdem ich denken kann, wird auf dieser Station Mobbing betrieben, bzw. es wird seit Jahrzehnten betrieben, auch schon vor meiner Zeit...
Ich hatte irgendwie Glück, mich haben sie in Ruhe gelassen, weiß aber nicht warum. Mobbing wird von einer sehr großen Gruppe betrieben, immer gegenüber weiblichen, neuen Kolleginnen. Es gibt eine Person, die den Ton angibt - sie hat aber mehr als die Hälfte der Station als Anhänger.

Die Leitung wechselte vor 2 Jahren, sie unterstützt noch diese Gruppe. Die alte Leitung hat auch nichts unternommen. Es sieht so aus, daß sich die neuen Kolleginnen beschweren, danach wird das Mobbing schlimmer und die Neuen gehen. Und so setzt sich das Spiel jetzt schon über Jahre hinweg. Der PDL sind sämtliche Namen bekannt, sie unternimmt nichts.

Jetzt zu meinem Problem: Ich versuche die Neuen zu unterstützen, ihnen zu helfen wo es nur geht. Sie sind einem richtigen Psychoterror ausgesetzt, können nicht mehr. Einer von ihnen setzt man so oft zu, daß sie fast jeden Abend Alkohol trinkt um wenigstens für eine kurze Zeit zu vergessen ( so erzählt sie ). Eine Andere hat gekündigt, sie konnte auch nicht mehr. Ich weiß nicht mehr, wieviele in meinen fast 7 Jahren gekommen und gegangen sind, eine ganze Menge, und nur wegen Mobbing...

Ich beschwere mich bei der Leitung regelmäßig über die Zustände, sie sagt, sie könne nichts machen.
Letztens ist mir mal wieder der Kragen geplatzt und ich habe einem Kollegen erzählt, daß die Zustände mit dem Mobbing wirklich zu weit gehen - er hatte nicht besseres zu tun als zu der Mobbinganführerin zu gehen und ihr das zu erzählen.
Seitdem werde ich auch ignoriert und man hat mir durch die Blume gesagt, wenn ich meinen Mund nicht halte wird die Mobbinganführerin mich schnappen und mir mal richtig Bescheid geben...
Am gleichen Tag erzählte schon wieder eine neue Kollegin, daß sie dem Psychoterror nicht standhalten kann und vor hat zu gehen...

Ich habe jetzt seit 2 Wochen Urlaub und ich steigere mich so da rein. Alle (Stationsleitung, PDL, Mitarbeitervertretung ) wissen was da abgeht, und keiner tut etwas. Seit dem ich aut Station bin, beschweren sich die neuen Kolleginnen - die Masse ist nur seit 2 Jahren größer geworden, weil wir auch mehr Betten aufgemacht haben...

Ist wirklich die einzige Möglichkeit die Kündigung? Ich will es mir nicht mehr ansehen, es tut mir im Herzen weh, manchmal zweifele ich schon an meiner Sichtweise aber ich habe eine Kollegin, sie ist weit über 50 und sie sieht es genauso...
Die Neuen trauen sich dann vor der Mobbingtruppe nichts zu sagen, sie gehen dann lieber.
Jetzt habe ich so Angst, weiß aber nicht warum...
Was kann man nur tun?
Entschuldigt, daß es so lang geworden ist, aber ich könnte Romane schreiben. Ich mußte es mir von der Seele schreiben. Es ärgert mich so, daß mein Urlaub vorbei rennt und diese furchtbaren Menschen meinen Kopf besetzt haben, und sie erzeugen wirklich Angst in mir...

Kann mir jemand helfen:cry:

Liebe Grüße

Lissy
 

alesig

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Hallo
Das einzig Wahre, mehrere Wochen ein Mobbintagebuch führen, Kopien mit Begründung an Verwaltung,PDL,Betriebsrat senden, eine Frist zur Klärung setzen. Erfolgt keine Reaktion - Anzeige.
Geht`s an die Gesundheit- psychologoische Hilfe suchen, die speziell für Mobbingopfer ausgerichtet ist, Krankschreibung.
Nur so als Denkanstoß- nicht jeder der sich gemobbt fühlt wird auch gemobbt.
Wer ein Tagebuch führt hat die Möglicheit sich in ruhigen Momenten sich die Situationen noch einmal vor Augen zu führen und sich überlegen ob es sich tatsächlich um Mobbing handelt oder einfach nur um eine andere Wahrnehmung der Dinge.
Es gibt überlastete, abgearbeitete,ausgebrannte Schwestern (manchmal einfach nur dumme und faule) die mit der Arbeitssituation nicht zurecht kommen, sich Neuerungen verschließen und jede Kritik, Arbeitsaufforderung oder Anweisung alte Zöpfe zu verändern als Mobbing empfinden, sich in eine Opferrolle flüchten (ohne kritisch über sich und ihr Verhalten nachzudenken), Angst entwickeln, Fehler machen, sich noch mehr Kritik ausgesetzt sehen usw. usw. Ein Kreislauf der nur schlecht unterbrochen werden kann.
Es gibt genug Seiten im Internet die einem Rat geben was man bei Mobbing bzw Mobbing verdacht tun kann.Seit Erwachsen, nehmt Euer Leben in die Hand.
Alesig
"Du kannst einen Menschen nicht ändern, aber Du kannst Deine Einstellung zu ihm ändern"
 

Lin

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Urologie
@ Lissy:

Das finde ich aber heftig, was deine Kollegen betreiben :eek1:
Wie hast du es geschafft dich zu "behaupten"?
Mich würde sehr interessieren, wie und warum mobben deine Kollegen?

Leider kann ich nicht sagen, an wen du dich wenden kannst, weil ich das deutsche "Hierarchie"system nicht so gut kenne. Habt ihr einen Betriebsrat, an den du dich wenden kannst oder so etwas wie eine Arbeiterkammer?
Ich kann mir gar nicht vorstellen, wie du das so lange ausgehalten hast. Ich würde an deiner Stelle wirklich eine Kündigung in Erwägung ziehen. Irgendwann sind deine Nerven auch am Ende und du begibst dich in ein Burn-Out. Deine Gesundheit geht vor und ich denke, bei so einem eingeschworenen Team hat man wenig Chancen, etwas zu verändern.

Ich wünsche dir alles Gute.
Gruß,
Lin
 

Elisabeth Dinse

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Man kann anderen nicht helfen, sie müssen es selbst tun. Du kannst ihnen Wege aufzeigen (siehe alesigs Tipp: Mobbingtagebuch). Wer sich nicht wehrt, wird immer Opfer bleiben.

Welche Art Mobbing wird denn angewandt? Nicht jede Kritik an der Arbeitsweise von Kollegen ist gleich Mobbing.

Elisabeth
 

Trisha

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Hallo Lissy,

ich wurde vor mehreren Jahren ebenfalls "raus gemobbt".
Ich arbeitete in einer Uniklinik auf einer neurologischen Station - ich kam neu auf diese Station.
Ich hatte bereits einige Jahre mein Examen, war also schon ein wenig praxiserfahren.
Anfangs auf der neuen Station lief alles toll. Die PDL versprach mir bei meiner Arbeitsleistung eine Versetzung auf eine andere Station, die "besser" war.
Nun waren da einige Dinge auf Station die mir nicht so passten - z.B. Übergabe fand nie richtig statt, man erfuhr über die neuen Pat. fast nichts. In den Stuhl der Stationsleitung durfte man sich nie setzen, selbst während ihrer Abwesenheit nicht. Visite durfte nur Stationsschwester oder Stv. mitgehen und ausarbeiten. Wir "normalen" Krankenschwestern durften nur die typischen eher unliebsamen Aufgaben verrichten (Vitalzeichenmessungen, unreiner Raum, Essen austeilen, Grundpflege etc.). Was mich generell nicht störte, aber meine Qualifikation reichte für deutlich mehr aus.

Ich hatte mich dann tatsächlich erdreistet, den Mund aufzumachen und habe meine Wünsche geäußert bzw. "Verbesserungs"vorschläge gemacht.
Tja. Da sie mir DAS nicht zur Last legen konnten, haben sie verschiedene Äußerungen von mir so verdreht, dass ich eine extrem schlechte Bewertung innerhalb der Probezeit erhielt. das führte zur Kündigung. Als die PDL mir die Bewertung der Kolleginnen (von Stationsleitung, Stv., und noch eine andere langjährige MA) gab, fiel ich aus allen Wolken als ich das alles las. Mir fehlten die Worte. Die PDL fragte mich nur:"Wollen Sie kündigen, oder sollen wir Ihnen kündigen?". Ich sagte nur:"Ich kündige!" Ich war aber total neben der Spur, der extrem schlechten Bewertung wegen. Einen Tag später rief ich bei der PDL an und sagte, dass sie mir bitte kündigen möchte. Nach kurzem Schweigen fragte sie, ob ich denn vor hätte zu klagen.

Ich war einfach so dermaßen naiv. Wenn ich geklagt hätte, wäre ich damit durch gekommen. Schon allein die Frage, ob ich klagen wolle, zeigt ja, dass das nicht ganz sauber war und ein abgekartetes Spiel.

Von daher kann ich nur jedem Mobbingopfer anraten: Mobbingtagebuch führen, evtl. wirklich einen Anwalt aufsuchen.

Mobbing beginnt schleichend, man nimmt es oft erst wahr, wenn es schon eine ganze Zeit von statten geht. Deswegen: die ersten Sticheleien ruhig schon dokumentieren.

LG
Trisha
 

Trienehund

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Hallo,

vielen Dank für Eure Antworten...
Ich frage mich immer ob es schon immer Mobbing gab, z.B vor 50 Jahren?
Oder ist es eine Tat, die immer "moderner" wird?

@Trisha

Ich finde es furchtbar, solche Erfahrungen zu machen, und ich finde es unfassbar, daß soetwas in einem sozialen Beruf geschieht.Es tut mir sehr leid, was Dir wiederfahren ist und hoffe, daß Du jetzt eine schöne Stelle hast.


@Elisabeth

Ja, sie müssen sich selbst helfen. Aber wenn man dabei zusieht, die Leitung daneben sitzt und nichts macht, dann finde ich es erbärmlich. Fast immer sind es junge Kollegen mit kaum Berufserfahrung, sie werden dann so mürbe gemacht, daß sie nicht mehr wissen was richtig oder falsch ist.

Und wenn sie etwas unternehmen, dann kommt es zu einem Gespräch zwischen Leitung und der Verantwortlichen und dann wird das Mobbing noch schlimmer. So schlimm, daß sie es nicht mehr aushalten und gehen. Sie erzählen es der PDL und es passiert nichts! Und das waren keine Einzellfälle. Natürlich haben es nicht alle die gegangen sind der Pdl erzählt, manche waren nur froh, daß sie weg waren.

Es werden einige Arten von Mobbing angewand, natürlich über die komplette Dauer des Aufenthalts der Kolleginnen auf Station bis sie gehen
und von mehreren Kolleginnen die sich abgesprochen haben - das jedoch ist eine Unterstellung, das habe ich selbst noch nie mitbekommen.

- die Arbeit wird ständig kritisiert
- die Betroffenen werden ignoriert
- wenn sie Hilfe brauchen, geht niemand hin, Hilfe wird auch verweigert
- wenn ihre Pat. klingeln, wird dieses auch ignoriert
- wenn Monitoralarm geht, wird bei den Betroffenen nicht danach geschaut
- wenn sie Fragen haben, werden sie nicht beantwortet, bekommen nicht mal eine Antwort
- können sich die Pat. nicht aussuchen ( was bei uns normal ist ), bekommen sie zugeteilt, obwohl sei gestern noch andere Pat. hatten z.B Isolierte Pat, die nicht so gerne gemacht werden
- man redet nur schlecht über sie
- man macht sich lustig über sie
-man verbreitet Gerüchte, z.B über eine Betroffene wurde erzählt, daß sie geküngigt hat, obwohl es überhaupt nicht stimmte
- Drohungen werden mündl. unter 4 Augen übermittelt: wenn Du jetzt nicht die Klappe hälst, dann...
- wir sind zu 4 im Nd - dann hat sich z. B eine Kollegin ein MP3 Player migebracht und den die ganze Nacht anbehalten - wollte mit den anderen nichts zu tun haben, ließ sich nicht ansprechen, weil sie alle 3 auch von ihr gemobbt werden
- man wird lächerlich gemacht
- wir haben eine Urlaubswunschliste- bei den Betroffenen klappen die Wünsche fast nie - das sehe ich jetzt über Jahre
- sie werden immer negativ beurteilt
- bekommen oft blöde Sprüche an den Kopf geschmissen
- bei der Übergabe werden grundsätzlich die Augen verdreht
- ein einziges Mal habe ich erlebt, daß die "Anführerin" einen Stuhl nach einer Betroffenen getreten hat - der Stuhl hat sie aber nicht getroffen
- die Leitung unterstützt die Gruppe der Mobbenden, nimmt sie immer in Schutz, auch vor der Pdl

Mehr fällt mir im Moment nicht ein...

@Lin

auch Dir vielen Dank für Deine Worte...

Warum sie es machen? Ich weiß es wirklich nicht...




Grüße

Ela
 

aquarius2

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Gerätebeauftragte
Mobbingerfahrung habe ich schon mehrere, irgendwann hat auch mal eine Chefin gegen mich gehetzt, sie hat es sogar geschaft, dass ich kündige, und mit mir sind in 1,5 Jahren 12 Leute da weg.
Später hat sie einen Kollegen gemobbt der hatte angeblich Dipidolor mißbraucht. Natürlich war er mit dieser Anschuldigung außen vor, wer stellt so einen ein? Er ging vor Gericht und ich habe ihm so einiges von ihren Machenschaften erzählt und auch, dass auf dieser Station schon mal BTM´s und Schlaftabletten verschwunden ist genauso wie Tilidin Tropfen. Ich musste sogar als Zeugin aussagen und die Behauptung wurde zurückgenommen.
Der Richter hat sich gewundert, dass zu diesem Zeitpunkt niemand diese Vorfälle zur Anzeige gebracht hat...

Meine (vor) letzte Chefin hat das auch versucht, aber ich habe ein Tagebuch angelegt, den BR eingeschaltet und ihr Spielchen offengelegt und gezielt die Öffentlichkeit eingespannt, die zeigten dass sie ein Rückrat haben und irgendwann ist sie dann von der Station gegangen.
Wichtig ist auch, wenn du erkennst das Mobbing im Gang ist geh dazwischen und zeige Flagge, habe ich auch schon das eine oder andere Mal gemacht, auch bei dieser Chefin.
Sobald nämlich einer was sagt reden alle anderen.
 
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