ETS - was ist das genau?

Dieses Thema im Forum "Intensiv- und Anästhesiepflege" wurde erstellt von indy J, 23.11.2009.

  1. indy J

    indy J Poweruser

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    HalloIch habe eine Frage zu einem bestimmten Beatmungsparameter. Und zwar geht es um die expiratorische Trigger-Sensitivität (ETS). In der Einweisung wurde dieser Parameter leider nur kurz angesprochen. Und auf weitere Nachfragen erhielt ich eine Antwort, die ich nicht genau verstand. Auch die Suche im Internet war bisher erfolglos, da ich keinen Link gefunden habe, der einem Beatmungsneuling wie mir verständlich erklärt, was das genau ist.Was ich bisher weiß, ist die Tatsache, dass dabei in Prozent angegeben wird, wieviel von dem P-Support tatsächlich verabreicht wird. Aber dann hört es auch schon auf. Relevant ist das wohl vor allem, wenn man z. B. das Lungenvolumen einer 80jährigen kachektischen Damen und das eines Hochleistungssportlers vergleicht.Meine Bitte: Kann mir jemand möglichst verständlich in eigenen Worten erklären, was es damit genau auf sich hat? Danke schon mal.PS: Die Suchfunktion hat leider nichts ergeben.Sorry für die be******ene Textformatierung. Sitz am PC bei der Arbeit und hier klappt nichts so, wie es sollte.
     
  2. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Schon gegoogelt? Die Suchergebnisse fangen mit Unterlagen zur WB Beatmung an.

    Elisabeth
     
  3. AndyW

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    Servus, hatte auch während meiner Intensivweiterbildung so meine Schwierigkeiten mit dem Begriff ETS. Aber ich will mal versuchen mein Wissen weiterzugeben!
    ETS= exspiratorische Trigger Sensitivität
    Ist ein Umschaltkriterium während der inspiratorischen Druckunterstützung. D.h. nach eingestellter ETS (in%) kann die Exspirationsphase eingeleitet werden.
    Eine Verringerung der ETS (in %) bewirkt eine längere Inspiration und somit ein grösseres Tidalvolumen.
    Der Schlüssel zur korrekten ETS-Einstellung liegt im Synchronisieren zwischen Patient und dem Beatmungsgerät.
    ETS arbeitet nur in Spontanatmung und unterstützter Beatmung.
     
  4. mostbirne

    mostbirne Gast

    gibts beim bennet 840 oder?! Ist das gleiche wie E-Sense oder???
     
  5. Dirk Jahnke

    Dirk Jahnke Poweruser

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    Moin indy J

    Gerade bei Begrifflichkeiten rund um Respiratortechnik ist es hilfreich auch den Respirator zu erwähnen. Hersteller wählen häufig selbst erdachte Begriffe für gleiche Einstellungen oder Messwerte. Dies hat sicher patentrechtliche aber auch Vermarktungs Gründe.

    So kann man auch Vergleiche bei anderer Technik / anderem Hersteller anstellen.
     
  6. AndyW

    AndyW Junior-Mitglied

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    Tut mir leid, ich hatte mich einfach auf die Begrifflichkeit der Frage bezogen. Es handelt sich um den Galileo, Galileo Gold von Hamilton Medical. Und ETS ist einzustellen in den Modi SPONT (CPAP) und ASV!
     
  7. indy J

    indy J Poweruser

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    Hallo

    Sorry, das Gerät ist der G5 von Hamilton.
    Die Erklärung von AndyW hat mir gut geholfen, danke dafür.
     
  8. DerStudent

    DerStudent Stammgast

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    Ja, beim Bennett 840 heißt das Ding "E-Sens" bzw. Expirationstrigger.

    Genaugenommen ist es so: Bei jedem Spontanatemzug atmet der Patient mit einer bestimmten "Geschwindigkeit" die Luft ein. Man spricht hier dann vom sog. "Flow", welcher in l/m bemessen wird.
    I.d.R. nimmt dieser Flow zum Ende der Inspration hin ab - man atmet "langsamer" ein, wenn man so will.
    Der Expirationstrigger macht nun folgendes: Das Gerät misst den höchsten flow einer (spontanen) Inspiration - und der Trigger sagt, bei wieviel Prozent diesen Maximalflows das Gerät von Inspiration auf Expiration umschaltet - um wieviel der Patient also "langsamer" die Luft ansaugt. Die Atembemühungen des Patienten werden so (theoretisch) erleichtert.

    Bei einem E-Sens von 80% muss der Patient also nur ein wenig (20%) weniger "schnell" einatmen damit das Gerät denkt "aha, der will ausatmen" (ergibt also eine eher kurze Inspiration)...bei einem E-sens von 1% muss der Patient im Prinzip völlig aufhören zu inspirieren, damit das Gerät umschaltet. Die Inspiration wird verlängert.

    Ich hab an dem E-sens schon wirklich viel rumgespielt, und meiner Erfahrung nach kann man damit bei einigen Patienten durchaus "etwas" erreichen (meist versucht man ja die Atmung zu beruhigen oder die Tidalvolumen in die eine oder andere Richtung zu korrigieren) - bei anderen nutzt es rein gar nix. Oftmals adaptiert sich der Patient allerdings auch an den veränderten Trigger...und macht dann wieder was er will. (Wie die sich bloß immer unterstehen können..! Undankbares.... ;) ).

    Vorsicht trotzdem. Man kann schon auch Unfug damit machen. Aber das gilt ja egtl. für jedes Rädchen am Beatmungsgerät.

    Gruß,

    DS
     
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