Erwachsene Patienten in der Kinderklink

Dieses Thema im Forum "Fachliches zur Kinderkrankenpflege" wurde erstellt von Stupsi, 02.11.2007.

  1. Stupsi

    Stupsi Stammgast

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    Hallo, mich würde mal interessieren, ob es in anderen Kinderkliniken oder auf Kinderstationen auch immer wieder mal erwachsene Patienten zu betreuen gibt?

    Normalerweise, heißt es ja Kinder bis 17 Jahre, kommen in eine Kinderklinik; nun kommt es aber bei uns immer wieder vor, daß auch über 30 bzw. 40 Jährige in der Kinderklinik behandelt werden müssen, nur weil sie, aufgrund eines frühkindlichen Hirnschadens behindert sind oder aufgrund ihrer Behinderung vielleicht nur so groß/schwer, wie ein Kind sind oder aus welchem Grund auch immer.

    Erwachsene Mukoviscidose-Patienten, sind ja mittlerweile schon ein Normalfall in der Kinderklinik. Da sag ich ja auch nix, weil es nun mal in der Kinderklinik mehr Erfahrung gibt mit dieser Krankheit.

     
  2. bkh-brothers

    bkh-brothers Junior-Mitglied

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    Hi Stupsi,
    ich glaube du hast dir die Frage selber beantwortet,
    Ja genau so ist das. Das weiß ich von einer Freundin von mir, die die Ausbildung in einem solchen Haus macht.
    Ich glaube sie hat so gar des selbe Beispiel genannt *gg*:boozed:

    Liebe Grüße
     
  3. Michl

    Michl Gast

    Ich kann Dir nicht sagen aus welchem Grund bei Euch die Patienten der Kinderklinik zugeteilt werden. Ich weiß nichtmal, ob es da bei uns eine klare Regelung gibt.

    Ich habe aber schon öfters Erwachsene mit frühkindlichem Hirnschaden auf Erwachsenenstation betreut und es stellte uns stets vor immense Probleme.

    Es gibt kein Beschäftigungsangebot, die Station ist "offen" und überall liegen "gefährliche" Dinge herum. Über die Desinfektionsflasche im Zimmer bis zum Kanülenabwurf auf dem Verbandswagen. Hier ist eine Normalstation einfach nicht auf "Kinder" (oder Behinderte, die sich noch auf einem kindlichen Stand befinden) ausgerichtet.
    Gibt es eine Begleitperson, lässt sich das auf Erwachsenenstation handeln, ansonsten wirklich extrem schwierig.

    Im Sinne der Patienten sollten sie dorthin zugewiesen werden, wo die kompetenteste Betreuung gewährleistet ist....
    ....und nebenbei noch Platz ist. (heute nicht unwichtig)

    Grüße
    Michl
     
  4. soulfire

    soulfire Senior-Mitglied

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    Auf der Kinder-KMT hatten wir auch immer mal wieder patienten, die Mitte zwanzig waren.
    Einfach weil diese seit jahren in der Kinderonkologie bei den Ärzten und Schwestern bekannt waren und man einen solch schwerwiegenden Eingriff lieber in bekanntem Umfeld machen lässt...und von Medizinern, die den eigenen Körper fast so lange kennen, wie man selbst.
     
  5. Stupsi

    Stupsi Stammgast

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    Klar, wenn Patienten im Haus schon bekannt sind und schon jahrelang, wegen einer bestimmten Sache im Kinderkrankenhaus betreut werden (z.B. KMT, Muko, oder auch behinderte Patienten die schon seit frühster Kindheit immer wieder wegen ihrer Behinderung in der Klinik bekannt sind und mittlerweile das Erwachsenenalter erreicht haben), da sag ich ja nix dagegen.

    Aber muß ein behinderter Mensch, der sonst nie in der Kinderklinik war, wegen z.B. einer Zahnsanierung oder irgendeiner anderen OP unbedingt in die Kinderklinik.

    Und das mit der Beschäfigungsmöglichkeit oder das gefährliche Dinge umeinanderstehen, finde ist noch lange keine Notwendigkeit, den Erwachsenen auf eine Kinderstation zu verlegen.
    Auch bei uns gibt es Händedesinfektionsmittelspender in den Zimmern. Und wir haben auch nicht immer die Zeit, den Patienten hinterherzulaufen.
     
  6. junni

    junni Stammgast

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    Hallo!

    Bei uns gibt's das auch immer mal wieder, das ältere Patienten bei uns in der Kinderklinik betreut werden. Auch hier sind es meistens behinderte Menschen. In vielen Fällen aber auch schon seit Jahren bekannt. Oder bekannte Diabetiker die seit Jahren in der Kinderklinik betreut werden (einer ist schon Ende 30)
    Wie sinnvoll es ist, Erwachsene (egal wie die geistige Entwicklung ist) in der Kinderklinik zu betreuen, kann ich net sicher sagen. Aber ich kann sagen, das wir (auf Intensiv) schon manchmal an unsere Grenzen stoßen (z.B. beim Gewicht), genauso wie bei Jugendlichen über 14, da wir eigentlich in der Hauptsache Früh- und Neugeborenen oder Kinder bis 10 haben. Das ist dann schon ne Umstellung.

    VG junni
     
  7. Brady

    Brady Gast

    Hallo zusammen,

    ich weiß jetzt auch nicht "die Lösung", aber möchte doch mal zu bedenken geben, wie schwer es diese Menschen überall haben.

    Keiner will sie haben, dies lese ich hier aus den Zeilen. Weder Kinderklinik noch Klinik für Erwachsene. Überall passen sie anscheinend nicht hin.....

    Kenne dieses Problem auch aus der Psychiatrie. Dort sind sie auch in ihren Möglichkeiten sehr beschränkt, können der Therapie, den Angeboten der Behandlung nicht folgen. Brauchen besondere Betreuung, werden von Mitpatienten oft auch ausgegrenzt.

    Sie fallen durch jedes Raster und nun, sollten wir nicht gerade deshalb auch versuchen ihnen einen Platz zu geben?

    Da wir doch wissen, wie schwer und wie ungern sie jemand nimmt.

    Liebe Grüße Brady
     
  8. Stupsi

    Stupsi Stammgast

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    Ich möchte mit diesem Beitrag, nicht sagen, daß ich sie nicht will; in der Kinderklinik hat man weiß Gott mit sehr vielen behinderten Patienten in jeder Altersstufe zu tun.

    Es fällt nur immer wieder auf, wenn man es auf einer Früh-und Neugeborenen plötzlich mit einem 40Jährigen zu tun hat und manchmal hat es leider tatsächlich den Anschein, als würden diese Patienten tatsächlich in ein Kinderkrankenhaus abgeschoben.

     
  9. narde2003

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    Hallo Stupsi,

    das würde ich nicht so sehen, wir haben bei uns desöfteren Patienten, die aus einem Wohnheim kommen die sehr wohl bei den Erwachsenen liegen.
    Allerdings haben wir auch immer wieder Patienten, da besteht sogar die Kinderklinik darauf, dass sie zu ihnen verlegt werden, da sie dort "Stammkunden" sind.


    Liebe Grüsse
    Narde
     
  10. Brady

    Brady Gast

    Ja, das kann sein. Deshalb habe ich das ja auch geschrieben. Noch nicht aufgefallen, dass es immer weniger Behinderte gibt?

    Durch unsere Hightech-Möglichkeiten, muss kaum einer mehr ein behindertes Kind auf die Welt bringen. Natürlich passieren auch Dinge die nicht geplant sind und ein Kind ist plötzlich behindert. Aber dies wäre jetzt auch ein Thema für Ethik.

    Natürlich ist es heutzutage in unserer so durchstrukturierten Arbeitswelt schwer, jemanden zu pflegen der alle Raster sprengt.

    Sollten wir uns da nicht stark machen? Nicht einpressen lassen von Standards?

    Liebe Grüße Brady
     
  11. panki

    panki Senior-Mitglied

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    Hallo,

    Ich würde der Behauptung widersprechen, dass es immer weniger Behinderte gibt - was nicht nur damit zu tun hat, dass ich schon sehr lange in der Behindertenpflege arbeite und auch zur Zeit ambulant schwerst-mehrfach-behinderte Kinder pflege - sondern, dass gerade auch durch die erwähnte High-Tech-Medizin und die heutigen Möglichkeiten in der Frühgeborenenmedizin immer kleinere "Extrem-Frühchen" behandelt werden und sich erst später herausstellt, dass die Kinder in ihrer Entwicklung verzögert sind und teilweise schwere Hirnschädigungen vorliegen (habe täglich damit zu tun)

    Zum eigentlichen Thema möchte ich sagen, dass zwar viele erwachsene Patienten aufgrund ihrer Behinderung oder chronischen Erkrankung in den Kinderkliniken bekannt sind und auch dementsprechend adäquat behandelt werden können - allerdings sind eben in den Erwachsenen-Pflegebereichen die meisten Stationen auf die Pflege, Betreuung und die Bedürfnisse behinderter Menschen nicht/schlecht eingestellt und das nicht nur personell (Kinderkliniken haben ja auch keine besseren Personalschlüssel), sondern auch räumlich, baulich und betreffend der Erfahrung.
    Darauf verweisen auch Artikel im Pflegekolleg "Pflege behinderter Menschen" der Fachzeitschrift "Heilberufe" (Ausgaben Juli-September 2007). Heilberufe online: die Fachzeitschrift für alle Pflegeberufe, ambulant und stationär
    Des weiteren wird in der Fachzeitschrift "Dr.med. Mabuse" (Ausgabe Nr. 170) in einem Artikel aufgezeigt, dass die Assistenz für behinderte Menschen bei einem Krankenhausaufenthalt nicht bezahlt wird, da von den Leistungszahlern (Krankenkassen, wer sonst...:knockin:) argumentiert wird, dass ja im Krankenhaus schon Pflege erbracht wird. Mabuse-Verlag - Empfehlungen aus: "Dr. med. Mabuse"
    Das Personal im Krankenhaus kann dem hohen und speziellen Pflegebedarf aber garnicht gerecht werden und eine persönliche Assistenz (meist ja auch ausgebildetes Pflegepersonal) wäre natürlich sehr arbeitserleichternd und kann als Kooperationspartner für das Krankenhauspersonal wichtig sein. Schließlich werden z.B. bei kranken Kindern ja auch Eltern als Bezugspersonen mit aufgenommen.

    Als Problem-Beispiel stelle ich mir vor, wie es ist, wenn eins meiner zu pflegenden Kinder, die über uns ambulante Kikra-Schwestern lange betreut werden, in ein Krankenhaus kommt. Es ist körperlich und geistig schwerbehindert, ist autistisch, auf seine Bezugspersonen fixiert, bekommt unzählige Medikamente, wird wegen Verdauungsproblemen in kleinen Abständen sondiert, hat eine sehr lange Krankheits-Vorgeschichte, lässt kaum Körper-Kontakt zu, hat Sauerstoffbedarf, etc. ...also sehr aufwendig.
    Die Kinderstation möchte ich sehen, die personell und ablaufmäßig so ausgestattet ist, dieses Kind adäquat zu pflegen ohne dass die Mutter oder die bekannte Pflege-/Betreuungsperson dabei ist.

    Leider kenne ich zu viele Fälle, wo behinderte Patienten als zusätzliche Belastung angesehen und nur mit Mißfallen gepflegt werden.:cry:

    panki
     
    #11 panki, 16.11.2007
    Zuletzt bearbeitet: 16.11.2007
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