Erreichbarkeit

Dieses Thema im Forum "Arbeitsrecht / Gesundheitsrecht / Krankenpflegegesetz" wurde erstellt von balthar7/3, 19.08.2012.

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  1. balthar7/3

    balthar7/3 Gast

    Hallo,

    ich arbeite als Stationsleitung in einer 6Tage Woche mit 38,5h WAZ.

    Nach meinen Tagdiensten (7,7h) erwartet mein AG, dass ich per Handy erreichbar bin um eventuelle Krankheitsausfälle, die häufig anfallen, zu regeln. IdR werde ich mehrmals in der Woche nach Ende der Arbeitszeit angerufen.

    Eine Vergütung der "Bereitschaftszeit" erfolgt nicht, der AG toleriert jedoch, dass ich mir die reine Zeit der Tätigkeit als Arbeitszeit aufschreibe.

    Ich bin, ausser bei Krankheit oder Urlaub, rund um die Uhr erreichbar, was die Lebensqualität doch sehr stark einschränkt. Was kann ich tun? Hat jemand einen Tipp?
     
  2. Maniac

    Maniac Poweruser

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    Nutz mal die Suchfunktion. Das Thema wurde schon häufig diskutiert.
    Das was du da machst nennt sich Rufbereitschaft! Und das gehört vergütet.

    Das man maaaal angerufen wird, ist schon OK (mMn), aber das es erwartet wird un d gehäuft vorkommt nicht.

    Also: Vergüten lassen oder nicht erreichbar sein!
     
  3. renje

    renje Poweruser

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    @maniac:

    genau so ist es.

    Ob ich erreichbar bin im Frei entscheide einzig und alleine ich und nicht der AG.
     
  4. alesig

    alesig Poweruser

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    Hallo
    Im Dienstplan für jede Schicht eine Schichtleitung kennzeichnen. Sollte diese Funktion im Haus unbekannt sein zusammenschreiben was eine Schichtleitung zu tun hat. Die Mitarbeiter schulen, informieren, einweisen etc. Und schon ist für jede Schicht jemand verantwortlich der sich um Ausfälle und kleinere Probleme kümmert. Die großen Probleme warten dann bis die Stationsleitung wieder da ist.,l
    Vorteil-> es fallen für die Leitung keine Mehrarbeitsstunden an, die Mitarbeiter lernen Verantwortung zu übernehmen und eine zusätzliche Bezahlung für eine Schichtleitung gibt es auch nicht.
    Für die Freiziet empfehle ich jedem sein Handy (das für die NUR der Arbeitgeber die Nummer hat)auszuschalten. Das Freizeithandy weiter entspannt nutzen.
    Alesig
     
  5. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Die ständige Verfügbarkeit gilt mittlerweile als einer der Bausteine die in ein Burnout führen. Siehe hierzu den Artikel aus dem Stern... Der neue stern: Arbeit ist der neue Sex - Stern Abo | STERN.DE .

    Selbst mit einer vergütung dürftest du keine Verbesserung deiner Lebensqualität erfahren. Man kann nicht alles kaufen. Net umsonst heißt es: man arbeitet um zu leben und nicht anders herum.

    Elisabeth
     
  6. Bluestar

    Bluestar Poweruser

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    Dem AG klar sagen was du möchtest und nach Feierabend Handy ausschalten oder nicht rangehen.
     
  7. balthar7/3

    balthar7/3 Gast

    naja, das ist glaube ich nicht die aufgabe von mitarbeitern - die sind ja mit der pflege beschäftigt.
     
  8. Bluestar

    Bluestar Poweruser

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    Dialyse
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    Zuständig für Dialyse, Hygiene, Wundversorgung
    Hast du eigentlich keine Stellvertretung ?
     
  9. renje

    renje Poweruser

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    @balthar
    du bist ja nun mal nicht DER MA, sondern Leitung, wie du schreibst.

    Wer ist denn DER AG?

    Die PDL, der PD?

    Natürlich ist es Aufgabe der SL zumindest einen Vorschlag zu machen, wie in der Abwesenheit der SL der Betrieb weiter läuft.
    Ob der der Gehör findet...?

    Ich sehe das allerdings als primäre Aufgabe der PDL, wenns die nicht macht, dann muss ich selbst aktiv werden.

    Wenn du SL bist, gibts doch sicher ne Stv.?

    Und nochmal - ob du Erreichbar bist entscheidest einzig und alleine DU und sonst niemand!
     
  10. opjutti

    opjutti Poweruser

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    OP-Managerin + -Leitung
    Hallo balthar!

    Deine Antwort zeigt mir, dass du dich für unersetzbar hälst und deine Mitarbeiter nicht fähig sind deine Arbeit zu machen.
    Das verlangt auch niemand, aber sobald du das Haus verlassen hast, bist du eine Privatperson und nicht mehr im Dienst. Und das solltest du deinem AG ganz schnell klar machen, wenn er noch länger was von dir als Arbeitskraft will.

    Als eine OÄ von uns abends um 22:30Uhr privat, wegen einer dienstlichen Angelegenheit, bei meiner Leitungskollegin angerufen hat, gab es am nächsten Tag einen riesen Wirbel, weil meine Kollegin die GF darüber informiert hat.
    Diese hat den Chef der OÄ informiert und es wurde ihr untersagt, die OP-Leitungen nach Dienstschluss anzurufen.

    Da wir sowieso immer etwas länger da sind, muss Frau OÄ so planen, dass sie ihre OP-Änderungen während der Dienstzeiten der OP-Leitung regelt.

    Wir geben auch unsere Piepser und das Telefon ab, wenn wir außerhalb des OP´s bei einer Besprechung sind und wenn wir Mittagspause! machen. Dann muss der auserwählte Mitarbeiter das Tagesgeschäft regeln und alles aufschreiben, was nicht sofort und von ihm/ihr selber geregelt werden kann.Diese machen das sehr gerne und auch gut. Ansonsten stehen bei uns die Anästhesie-CÄ für die OP-Koordination bereit, wenn wir nicht anwesend sind.
    Wenn wir Feierabend haben bekommt ein SD-MA auch den Piepser und das Telefon, weil unser SD bis 20:00 Uhr anwesend ist.
    Das läuft sehr gut so.

    LG opjutti
     
  11. BettyBoo

    BettyBoo Poweruser

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    Du bist die Leitung, dann hast du hoffentlich auch eine Stellvertretung und noch ein bis zwei Schichtleitungen.
    Bist du nicht da, ist deine Stellvertretung der nächste Ansprechpartner.
    Kann ja nicht sein, dass du in ständiger Rufbereitschaft lebst!
     
  12. thorstein

    thorstein Poweruser

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    Vor ein paar Wochen habe ich eine Karrikatur gesehen zum Thema Erschöpfungssyndrom.
    Der Text lautete:

    Endlich konnten alle nicht mehr und hörten auf.
    Wer mit was?
    Alle mit allem.
    Wann?
    Hoffentlich bald.
     
  13. Claudia B.

    Claudia B. Poweruser

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    Hallo,

    ich habe mir dieses Buch angeschafft (Der Pflege eine Stimme geben):

    Verlag Hans Huber - Fachverlag für Psychologie, Psychiatrie, Medizin, Pflege, Gesundheit

    Genau "unsere" Sprachlosigkeit, wenn tauschen wir uns nur untereinander aus und unser Arbeitsverhalten, still, unauffälig, immer einsatzbereit und dazu nicht erwähnenswert, weil "selbstverständlich", kickt uns selbst aus.

    Zu lange, zu selbstverständlich bedeutet für den AG, da geht noch etwas, wenn nicht die oder der, dann jemand anderes.
    "Sie" machen das schon in ihrem Rudel aus und ich, der Leitwolf brauche nur den richtigen Knochen hin schmeißen.

    Ich denke, die Pflege schafft sich selbst ab, wenn wir so weiter machen und ja, da gibt es Angst (den Job zu verlieren, die Kolleginnen/Kollegen beißen....). Nur wenn wir verschweigen was wir, wie, wo leisten, keine Grenzen setzen "kann" sich nichts ändern.

    Das ist so ein Spruch wie: Stelle Dir vor es gäbe Krieg und keiner geht hin.
     
  14. thorstein

    thorstein Poweruser

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    In dem Buch wird der absolut richtige Ansatz vertreten.
    Wenn nur 10 % der Pflegekräfte einmal in der Woche in irgendeiner Form (leserbrief in der Lokalzeitung, e-mail an den Bundestagsabgeordneten, Teilnahme an einer Protestaktion...) öffentlich äussern würden, hätten wir in diesem Land eine ganz andere Diskussion.
    Ich habe lange gebraucht, um diesen inneren Schweinehund zu überwinden und eine ausreichende Frustrationstoleranz aufzubauen. Und es gibt ja keine Kontrollinstanz: lohnt sich das oder nicht, liest das überhaupt einer oder nicht.
    Politik reagiert auf Öffentlichkeit. Die Pflege kann aufgrund ihrer schieren Masse ihre eigene Lobby sein.
     
  15. squaw

    squaw Poweruser

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    Ist nur blöd, daß sie das seit jahrzehnten hartnäckig ignoriert!
     
  16. Claudia B.

    Claudia B. Poweruser

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    Genau, ein sehr interessantes Buch mit einigen Tipp`s fürs "reale" Leben. Wir müssen nur unser Schweigen brechen, jeder wie er kann, hauptsache er macht sich bemerkbar.
    Vergangenheit!!!! Lasst uns in der jetzigen "Gegenwart" die "Zukunft" sichern.
     
  17. squaw

    squaw Poweruser

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    Wiesooo??? Weißt Du was, was ich nicht weiß??
     
  18. Claudia B.

    Claudia B. Poweruser

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    Ja, für "mich" ist es Vergangenheit und balthar 7/3 weiß was sie/er machen kann (oder nicht).

    Warum tun wir uns immer "frei"willig die Vergangenheit an?
    Warum schauen wir rückwärts und nicht "vor"wärts?
    Warum warten wir auf das "wir"?

    Warum soll ich mir Sorgen über morgen machen wenn ich "heute" noch nicht gelebt habe?

    Egal wie, es liegt an jedem von uns selbst: Ich + Sie + Du + Sie = "Wir" !!!! Da braucht man noch nicht mal in ein und den selben Betieb sein.
     
  19. squaw

    squaw Poweruser

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    Diesen Optimismus hatte ich auch einmal... Mal sehen, wie viele Du zusammenkriegst und was Ihr dann auf die Beine stellen könnt. Ich hoffe und wünsche Dir sehr, daß es so wird, wie Du Dir das vorstellst!! Ich glaube nicht mehr daran.
     
  20. Claudia B.

    Claudia B. Poweruser

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    Schade, dabei bist Du doch eine wertvolle Persönlichkeit "in" der Pflege und Du hast noch einen langen Weg bis zur Rente.

    Danke für Deinen Wunsch, er ist teilweise schon erfüllt und ich gehe weiter.
    Ich sammel nicht, ich mache mein Ding, gehe "meinen" Weg. Ich "er"warte nicht, weil ich nicht warte, sondern lebe im Hier und Jetzt.
    Mein Weg muss aber noch lange nicht der einzige, wahre Weg sein.
    Ich treffe Wegbegleiter, einige bleiben, andere verlassen den Weg. Wer mit geht, gut, wer nicht, ist auch gut.
    "Der Weg ist das Ziel."
     
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