Ernährung und Bradenscala?

Dieses Thema im Forum "Pflegestandards und Qualitätsmanagement" wurde erstellt von narde2003, 04.02.2011.

  1. narde2003

    narde2003 Board-Moderation
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    Liebe Kolleginnen und Kollegen,

    könnt ihr mir erklären, warum ein Patient, der voll parenteral ernährt wird, incl. Substitution von Mineralstoffen und Spurenelementen, nur einen Punkt erreicht, sobald dies mehr als 5 Tage läuft?

    Genauso frage ich mich, warum jemand der mittels Sonde ernährt wird nur einen Punkt bekommt.

    Ich zitiere mal:
    Schönes Wochenende
    Narde
     
  2. -Claudia-

    -Claudia- Board-Moderation
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    Unterscheidet die Braden-Skala vielleicht nicht zwischen "voller" und unzureichender Ernährung - wie sie ja z.B. beim Kostaufbau der Sondenernährung für einige Tage vorkommt?

    Mangelernährung wäre ja ein Risikofaktor.

    Oder hängt es damit zusammen, dass solchermaßen ernährte Patienten oft in ihrer Beweglichkeit eingeschränkt sind, weil der Infusionsständer ihr ständiger Begleiter ist?
     
  3. narde2003

    narde2003 Board-Moderation
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    Das ist hier die Frage.

    Die Beweglichkeit, ist ein eigener Punkt und zählt nicht bei der Ernährung mit.

    Laut der Braden bekommt ein Patient bei der Ernährung fünf Punkte und ist somit gut ernährt, wenn er/sie keine Nahrungsergänzungskost benötigt.

    Ausreichend ernährt werden Patienten, wenn sie über eine Sonde ernährt und so die meisten erforderlichen Nährstoffe erhalten - das sind dann 4 Punkte.

    Wahrscheinlich unzureichend ernährt wird ein Patient, der weniger als die erforderliche Menge Flüssigkost bzw. Sondenernährung.

    Schlecht ernährt ist eben der wie anfangs geschrieben. Ausreichend ernährt und schlecht ernährt - wodurch unterscheidet sich das?

    Sondenkost ist ja eine nährstoffdefinierte Kost und somit sind alle Mineralien uns Spurenelemente vorhanden.

    Vielleicht habe ich auch einen Denkfehler, oder es fehlt einfach noch eine Angabe darin.

    Ich persönlich würde jemanden als schlecht ernährt empfinden, der nicht voll über die Sonde ernährt wird, oder die Sondenkost immer wieder erbricht.
    Jemand der total parenteral ernährt wird, der bekommt auch alles was dazu gehört und hat in der Regel nicht das Problem, dass er diese erbricht.
     
  4. Maniac

    Maniac Poweruser

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    Hmm, ich bin nicht sicher ob das so für einen Punkt bei uns drin steht wie bei dir, aber ich weiß genau, dass es 3 Puntke gibt für "kann über Sonde oder intravenös die meisten Nährstoffe zu sich nehmen"

    Kein 1:1 Zitat, aber so aus dem Kopf...
     
  5. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Was steht denn im Original? hat da jemand vielleicht einen Link oder kann mal in seinen Unteralgen nachschauen?

    Elisabeth
     
  6. narde2003

    narde2003 Board-Moderation
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  7. Susi_Sonnenschein

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    Hallo Narde,

    NPO heißt lt. dem englischen Wikipedia auf Deutsch "keine orale Zufuhr".
     
  8. narde2003

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    sag nicht google hat geholfen... *duck und weg*
     
  9. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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  10. narde2003

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    ausser NPO kannte ich die Abkürzungen ja...

    Ach Elisabeth, wir hatten es doch mit den Portionsgrössen vor kurzem.
    Ich denke man geht von der normalen Gastronomie/Krankenhausportions aus.
    100 bis 125g Fleisch oder Fisch
    200 g Gemüse
    ca. 100 g Sättigungsbeilage
    30 g Salat

    ca. 100 g Nachtisch (Joghurt/Quark/Kompott)
    150 bis 200 ml Suppe
     
  11. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Ich hab google nochmal ein bischen arbeiten lassen bezüglich der Textpassage. Es scheint im deutschsprachigen Raum zwei Übersetzungsvarianten zu geben.

    Original:
    Variante 1:
    Ähnlich bei: http://www.coloplast.de/Services/Downloads/Wundversorgung/Documents/Braden_Skala.pdf
    http://www.systam.com/de/pdf/braden-kissen.pdf

    Variante 2:
    Ähnlich bei: Braden-Skala ? PflegeWiki
    http://www.aok-gesundheitspartner.d...ge_ambulant_musterdoku_16_bradenskala_neu.pdf

    Zu den Nahrungsmengen:
    200 ml Suppe: 1,5%ige Milch mit Maizena angedickt und mit Zucker gesüßt... *grübel* Ich glaube unsere Küche jat das mal mit 100 kcal/100ml angegeben. Müsste man also mind 1,5 l Suppe und mehr geben.

    Ich finde die Angaben sehr wage. Es wird die Gesamtsituation net betrachtet. Der Pat. kann seine vorgeschriebene Menge zu sich nehmen- hats du eine Aufnahmestörung im Darm oder einen erhöhten Bedarf (z.B. bei Fieber), reicht die Menge u.U. net.

    Elisabeth
     
  12. narde2003

    narde2003 Board-Moderation
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    Du kannst nicht jeden damit glücklich machen, das ist klar.
    Aber es ist ein Anhaltspunkt...

    Für meine Grossmutter war noch die Semmel in der Milch das vollkommene Frühstück, mich kannst eher mit Obst glücklich machen, andere brauchen ein Glas Nutella.

    Wer auch nicht berücksichtigt wird bei Frau Braden sind Veganer, die also weder Milch noch Fleisch zu sich nehmen und ihren Eiweissbedarf über z.B. Tofu oder Hülsenfrüchte decken.
     
  13. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Mir gings eher um den unterschiedlichen Bedarf bei den unterschiedlichen Erkrankungen. Bist z.B. von vornherein schon kachektisch siehts anders aus, als wenn du "Pölsterchen" mitbringst. Hast ne Infektion brauchst mehr Kalorien. Bei ner Malbsorptionsstörung siehst noch wieder anders aus. usw. .

    Die Skala bleibt hier eindimensional und fordert kein komplexes denken, stellt keine kausalen Zusammenhänge her.

    Elisabeth
     
  14. narde2003

    narde2003 Board-Moderation
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    Sie ersetzt ja auch nicht das "Hirn" der Pflegekraft, sondern soll auch nur unterstützend tätig werden.
     
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