Ernährung einstellen bei palliativen Patienten

Sollte man den Patientenwunsch akzeptieren oder parenteral ernähren?


  • Umfrageteilnehmer
    11

stormrider

Poweruser
Registriert
10.02.2006
Beiträge
1.273
Beruf
ex. Krankenschwester + MFA
Akt. Einsatzbereich
Psychiatrie-Praxis und. amb. Pflege
Funktion
Praxisleitung
Klar ist ja auch in Ordnung. Mir ging es nur darum, dass dies nicht unreflektiert gemacht wird.
 

Susanne2807

Junior-Mitglied
Registriert
21.07.2015
Beiträge
65
Alter
50
Funktion
OMB
Es gibt noch mehrere Gründe die im Einzelfall gegen Fentanyl sprechen.

Letztlich legt doch aber auch der Arzt die Therapie fest.
 

stormrider

Poweruser
Registriert
10.02.2006
Beiträge
1.273
Beruf
ex. Krankenschwester + MFA
Akt. Einsatzbereich
Psychiatrie-Praxis und. amb. Pflege
Funktion
Praxisleitung
etztlich legt doch aber auch der Arzt die Therapie fest.
Manchmal muß man aber auch dem Arzt auf die Füße treten, spätestens dann wenn sich Patient vor Schmerzen windet weil das fentanyl nicht vernünftig aufgenommen werden kann. Wir sind ja nicht hirnlos geboren worden.
 
  • Like
Reaktionen: pepita-sheep

Baumst

Newbie
Registriert
13.06.2016
Beiträge
13
Alter
28
@Baumst
ich steh grad auf'm Schlauch
Du bist Azubi, richtig? GuK, Generalist oder Altenpflege?

Das war mein Fehler tut mir leid. Ich bin zwar GuK im Krankenhaus, das Fallbeispiel jedoch handelt im Altenheim.
Zum Lernstand: ich bin momentan noch im Mittelkurs und das dritte Jahr beginnt im September.

Das ist primär sicherlich richtig. Hier wäre, wenn die Dame nicht mehr schlucken kann, beispielsweise ein Pflaster für die Basismedikation angezeigt und für Schmerzspitzen und ggf. auch Ängste ein Sublingual-Präparat

z.B.

Fentanyl Pflaster und Abstral Tbl.

Tavor expidet hat sich bei Ängsten bewährt.

Hinzu kommen noch nichtmedikamentöse Angebote.

susanne

Danke. Die Lösung ist so naheliegend und trotzdem kam ich nicht drauf, weil bei uns ja eigentlich jeder, der was braucht einen i.v. Zugang hat oder bekommt.
Irgendwie hab ich da andere Alternativen vollkommen ausgeblendet.

Nur mal am Rande sind denn periphere Zugänge wie auch ZVK im Altenheim grundsätzlich nicht erlaubt oder gibt es da Ausnahmen?
 

-Claudia-

Board-Moderation
Teammitglied
Registriert
04.09.2004
Beiträge
13.211
Ort
Ba-Wü
Beruf
Gesundheits- und Krankenpflegerin
Akt. Einsatzbereich
Chirurgie
Funktion
Pflegeexpertin ANP
Off-Topic: Es gibt kein Verbot für ZVKs oder periphere venöse Zugänge, die Handhabung ist aber schwierig, da der Hausarzt keine so engmaschige Betreuung gewährleisten kann wie im Krankenhaus.

Deutlich einfacher (durch längere Liegezeit und geringere Paravasat-Gefahr) wäre eine Versorgung über einen Port; es wird auch Deinem Fallbeispiel jedoch nicht deutlich, ob die Patientin darüber verfügt oder zuerst operativ damit versorgt werden müsste. Schmerzmittelapplikation könnte, wenn nötig, auch über eine Subkutan-Nadel erfolgen.

Wie Du eine parenterale Ernährung ohne venösen Zugang gewährleisten möchtest, müsstest Du mir näher erläutern! :lol:
 

Baumst

Newbie
Registriert
13.06.2016
Beiträge
13
Alter
28
Wie Du eine parenterale Ernährung ohne venösen Zugang gewährleisten möchtest, müsstest Du mir näher erläutern! :lol:
Ich hatte mich schon gefragt warum das keiner anspricht.
Im Fall sprechen sie von parenteraler Ernährung oder mittels Sonde. Das hatte ich aber am Anfang so nicht gelesen und war auf die parenterale Ernährung fixiert.
Die Sache mit der Sonde habe ich erst später gesehen, wobei z.b. ne PEG-Anlage in dem Alter und bei dem AZ auch wirklich Blödsinn ist.

Meiner Meinung nach war das Thema für ein richtiges Streitgespräch, was es hätte werden sollen, ohnehin blöd gewählt.
Es wäre deutlich leichter zu Diskussionen bei ner schwer kranken, jedoch nicht palliativen Patientin mitte 40 gekommen als bei unserem Fall.
 

stormrider

Poweruser
Registriert
10.02.2006
Beiträge
1.273
Beruf
ex. Krankenschwester + MFA
Akt. Einsatzbereich
Psychiatrie-Praxis und. amb. Pflege
Funktion
Praxisleitung
Meiner Meinung nach war das Thema für ein richtiges Streitgespräch, was es hätte werden sollen, ohnehin blöd gewählt.
Es wäre deutlich leichter zu Diskussionen bei ner schwer kranken, jedoch nicht palliativen Patientin mitte 40 gekommen als bei unserem Fall.
Ich finde das Thema sehr gut, denn der Umgang mit solchen Fällen ist oft wirklich katastrophal. Da werden Menschen regelrecht gequält nur um eine Pseudoethik aufrecht zu erhalten.
 

-Claudia-

Board-Moderation
Teammitglied
Registriert
04.09.2004
Beiträge
13.211
Ort
Ba-Wü
Beruf
Gesundheits- und Krankenpflegerin
Akt. Einsatzbereich
Chirurgie
Funktion
Pflegeexpertin ANP
Meiner Meinung nach war das Thema für ein richtiges Streitgespräch, was es hätte werden sollen, ohnehin blöd gewählt.
Es wäre deutlich leichter zu Diskussionen bei ner schwer kranken, jedoch nicht palliativen Patientin mitte 40 gekommen als bei unserem Fall.
Wäre aber weniger realistisch.

Der freiwillige Verzicht auf Nahrung kommt bei terminalen Patienten regelmäßig vor; er ist ein Zeichen dafür, dass der Körper die Nahrung nicht mehr verwerten wird. Die Familie kann dies häufig nicht akzeptieren. Kennst Du den Spruch: "Essen und Trinken hält Leib und Seele zusammen"?

Ein freiwilliger Verzicht auf jegliche Nahrungszufuhr in einem nicht-terminalen Stadium wäre eine komplett andere Situation und würde möglicherweise auf eine psychiatrische Behandlung mit Zwangsernährung hinauslaufen.
 

Susanne2807

Junior-Mitglied
Registriert
21.07.2015
Beiträge
65
Alter
50
Funktion
OMB
Manchmal muß man aber auch dem Arzt auf die Füße treten, spätestens dann wenn sich Patient vor Schmerzen windet weil das fentanyl nicht vernünftig aufgenommen werden kann. Wir sind ja nicht hirnlos geboren worden.]

Unbedingt! Aber die niedergelassenen Ärzte lassen sich nicht immer "beraten". Da wird ja auch mal Fentanyl mit Tramal verordnet, etc.


Ich finde das Thema sehr gut, denn der Umgang mit solchen Fällen ist oft wirklich katastrophal. Da werden Menschen regelrecht gequält nur um eine Pseudoethik aufrecht zu erhalten.

Genau, oder aber mit der Begründung ist ja schon 75+ ins Pflegeheim verlegt.



sophie
 

amezaliwa

Poweruser
Registriert
13.12.2007
Beiträge
2.151
Ort
Franken
Beruf
Krankenschwester mit WB Stroke Unit, RbP
Akt. Einsatzbereich
Stroke Unit mit Frühreha
Finde das Beispiel auch nicht blöd gewählt.
Dass es um eine alte Frau geht, die bereits im Altenheim lebt, obwohl Du GuK-Azubi bist - soll vielleicht auch dazu anregen, sich über Alternativmöglichkeiten Gedanken zu machen. Der Arzt (Du sollst die behandelnde Ärztin sein) ist nicht ständig vor Ort, man hat nicht die Möglichkeiten wie in der Klinik.
K.A. ob das auch alles relevant ist, kann ja sein.
 

Miriam46

Newbie
Registriert
19.06.2016
Beiträge
6
Akt. Einsatzbereich
Palliative Care inpatient team
Funktion
Krankenschwester, BSN, RN, Certified Hospice and Palliative Nurse
Es geht um die häufige ethische Debatte "Autonomie" gegen "Fürsorge".

Die Patientin kann und darf darüber entscheiden, was mit ihrem Körper geschieht. Dies wäre auch in einer nicht-palliativen Situation der Fall; hier jedoch entspricht ihr Wunsch sogar dem medizinischen und pflegerischen Empfehlungen. Die Lebensqualität wäre durch die Nahrungszufuhr stärker eingeschränkt als durch den Verzicht darauf.

Der Sohn will verständlicherweise seine Mutter nicht verlieren, auch wenn sie 97 Jahre alt ist. Ihm scheint nicht klar zu sein, dass die Ernährung ihr nur Nachteile bringen würde, möglicherweise weil er selten Kontakt zu ihr hat. (Sie muss eine Spätgebärende gewesen sein, wenn er immer noch nicht in Rente ist ;)). Er verbindet "Nahrung" mit "Weiterleben" und besserer Lebensqualität - beides stimmt in diesem Fall nicht.

Die Sorge in der palliativen Versorgung gilt sowohl der Patientin als auch den Angehörigen. Was also benötigt die Patientin in der beschriebenen Situation, was der Sohn?


Hier stimme ich Claudia 100% zu. Die ethischen Prinzipien sind Autonomie, Schaden vermeiden, Wohl des Patienten, und Gerechtigkeit. Krankenschwestern sollen sich auch am ICN Ethik Kodex orientieren.
In diesem Beispiel ist es klar dass die Patientin keine kuenstliche Ernährung wünscht (autonomy).
Der Wunsch des Patienten is in diesem Fall paramount, der Wunsch des Sohns oder des Arztes ist zweitrangig.
Wenn jemand am Lebensende angelangt ist, schadet kuenstliche Ernährung mehr als das es nützt. Eine Verweigerung von Essen-Trinken kann als eine akzeptable Alternative zum assisted suicide angesehen werden (recht zu sterben). Wenn jemand in der og Situation nicht mehr isst-trinkt, führt das zu einem natürlichen Tod durch austrocknung-dehydration.
 
  • Like
Reaktionen: Susanne2807

pepita-sheep

Poweruser
Registriert
07.07.2016
Beiträge
542
Alter
55
Ort
Völlig verzogen
Beruf
staatl. anerk. Altenpflegerin
Akt. Einsatzbereich
Beatmungs - WG
Funktion
Altenpflegerin
Ich frage mich, was in der Zwischenzeit passiert ist, der letzte Eintrag ist ja schon lange her.
Lebt die Frau noch und wenn ja, hat sich das Verhältnis zwischen Mutter und Sohn jetzt geändert?
 

ludmilla

Poweruser
Registriert
09.09.2011
Beiträge
2.354
Ich frage mich, was in der Zwischenzeit passiert ist, der letzte Eintrag ist ja schon lange her.
Lebt die Frau noch und wenn ja, hat sich das Verhältnis zwischen Mutter und Sohn jetzt geändert?
Ich hatte es so verstanden dass es sich um ein theoretisches Fallbeispiel handelt!
 

pepita-sheep

Poweruser
Registriert
07.07.2016
Beiträge
542
Alter
55
Ort
Völlig verzogen
Beruf
staatl. anerk. Altenpflegerin
Akt. Einsatzbereich
Beatmungs - WG
Funktion
Altenpflegerin
Sorry!!! Ich war zu müde und habe nicht wahr genommen, das es sich hier um ein hypothetisches Beispiel handelt. Ich werde in Zukunft, die Beiträge tagsüber lesen und kommentieren. Macht für mich persönlich mehr Sinn.
 

omcha

Newbie
Registriert
31.10.2022
Beiträge
1
Beruf
Altenpfleger
Akt. Einsatzbereich
auserklinische Beatmung
Funktion
pflegeexpert
Hallo zusammen.
Die Frage: Mein Patient hat Ogilvie Syndrom + GERD.
Zusammen mit dem HA finden wir im Unter Schwerkraft + Bolus System SK Applikation probieren.
SK ist hochkalorisch. Wieviel tropfen pro min. ausstellen soll
Gibt's ein Formel? Im Internet habe ich gesehen, 1ml (als Beispiel- SabSimplex 15 - 20°).
Um richtig zu rechnen soll ich mit präzise wissen , wieviell tropfen in 1ml Hochkalorischer SK?
Die Geschwindigkeit SK Gabe: 100ml/h n. ä.V.
Ich bedanke mich im Voraus!
LG
 

Ähnliche Threads

Antworten
7
Aufrufe
15.766

Über uns

  • Unsere Online Community für Pflegeberufe ist eine der ältesten im deutschsprachigen Raum (D/A/CH) und wir sind stolz darauf, dass wir allen an der Pflege Interessierten seit mehr als 15 Jahren eine Plattform für unvoreingenommene, kritische Diskussionen unter Benutzern unterschiedlicher Herkunft und Ansichten anbieten können. Wir arbeiten jeden Tag mit Euch gemeinsam daran, um diesen Austausch auch weiterhin in einer hohen Qualität sicherzustellen. Mach mit!

Unterstützt uns!

  • Unser Team von www.krankenschwester.de arbeitet jeden Tag daran, dass einerseits die Qualität sichergestellt wird, um kritische und informative Diskussionen zuzulassen, andererseits die technische Basis (optimale Software, intuitive Designs) anwenderorientiert zur Verfügung gestellt wird. Das alles kostet viel Zeit und Geld, deshalb freuen wir uns über jede kleine Spende!