Erfahrungen mit Komplikationen bei resorbierbarem Nahtmaterial?

Dieses Thema im Forum "OP-Pflege" wurde erstellt von Jlo, 02.03.2012.

  1. Jlo

    Jlo Junior-Mitglied

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    Hallo,

    hat jemand Erfahrung mit Resorptionsstörung bei resorbierbarem Nahtmaterial? (subcutaner Naht, Ödem, Schmerz, Kraftverlust, Serombildung)

    Keine Allergie.

    MfG
    Jlo
     
  2. Jlo

    Jlo Junior-Mitglied

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    Resorbierbare Nahtmaterial Synthetisches Polyester - Glycolide, Lactide Resorption Komplikationen!
    Keine Antwort - falsche Forum?
     
  3. matras

    matras Bereichsmoderator
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    Geduld ist gefragt. Manchmal "rutscht" der eigene Beitrag weg, wenn jemand was anderes in der Rubrik einstellt oder beantwortet.....

    Modernes resorbierbares Nahtmaterial wird über den Zuckerstoffwechsel abgebaut und wird daher als sehr unproblematisch angesehen. Gibt es einen konkreten Grund für Deine Frage?
     
  4. Jlo

    Jlo Junior-Mitglied

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    Ja. Ca. 3 Wochen post OP unerwünschte Reaktionen wie Ödem, Schmerz, Kraftverlust, Serombildung, Gewebeschädigung.
    Allergie ist ausgeschlossen.
    Resorption Halbwertzeit. Nun, suche ich Klinik - Arzt wer hat sich mit so einem Fall beschäftigt.
    Bei nachfrage bei Hersteller wegen Resorption habe ich als Antwort bekommen das, das ist Firmengeheimnis.
    Im Beipackzettel der Hersteller ist kein Hinweis über so Reaktion bei Resorption.

    Welche maßnamen?
    Fremdkörperreaktion?
    http://www-brs.ub.ruhr-uni-bochum.de/netahtml/HSS/Diss/RingAndrej/diss.pdf


     
  5. matras

    matras Bereichsmoderator
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    Nahtmaterial unliegt einem strengen Zulassungsregime. Sollte es gehöuft Unverträglichkeiten geben sollte es den Hersteller schon interessieren. Als Überwachungsbehörde sollte sich die BPharm jedoch professionell mit solchen unerwünschten Nebenwirkungen befassen. Dazu ist allerdings notwendig, dass die genaue Bezeichnung des Materials (am besten mit Chargennummer) genannt werden.
     
  6. Jlo

    Jlo Junior-Mitglied

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    Meldung an Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte habe ich gemacht.

    Aber der Naht muss raus. Problem ist ein Arzt zu finden was wäre bereit das zu machen. Was kann ich nicht verstehen weil das ist nur sc. Gewebe Hand.
    Folgen von so Reaktions werden nicht ernst genommen.
    Naht Biokompatible resorbierbare Polymere - Spätfolgen.
    Karzinogen!
    Doktor Arbeit

    http://www.freidok.uni-freiburg.de/volltexte/1233/pdf/Fertig3.pdf
     
  7. -Claudia-

    -Claudia- Board-Moderation
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    Ich bin mir ziemlich sicher, dass man drei, vier Wochen noch nicht von Spätfolgen sprechen kann.

    Was sagt der Chirurg, der die Naht gesetzt hat?
     
  8. Jlo

    Jlo Junior-Mitglied

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    Eine an den Operateur getragene Bitte um Entfernung des subcutanen Nahtmaterials, um entsprechende, unangenehme Folgen zu vermeiden, entsprach dieser nicht, mit der Begründung, die Naht wäre resorbierbar (das war ca.7 Wochen post OP).
    Jetzt ist schon fast 2 Jahre und kein Besserung nur immer schlimmer.
    Immer muss ich mir anhören wie schön ist die Narbe.
     
  9. Eisenbarth

    Eisenbarth Poweruser

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    sry wenns völlig OT ist, aber weißte, was mich irritiert?


    guckst du:

    Arzt Pflichten, unerwünschte Reaktion? - JuraForum.de

    magst du bitte, wenn du andere zitierst, wenigstens die quellen angeben?
     
  10. Jlo

    Jlo Junior-Mitglied

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    Nicht andere nur meine.
     
  11. opjutti

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    Du schreibst, das der Eingriff zwei Jahre her ist. Und du meinst, das nach diesem Zeitraum noch resorbierbares Nahtmaterial die Ursache für deine Beschwerden ist?
    Resorbierbares Nahtmaterial ist nach dieser Zeit endgültig vom Körper resorbiert worden.


    Vielleicht zum besseren Verständnis:
    Ein polyfiler resorbierbarer Faden besteht aus dem Polymer der Glykolsäure. und die hochmolekulare Polyglykolsäure wird unter Einwirkung eines Katalysators synthetisiert. Der Abbau zu CO2 erfolgt im Gewebe durch Wasseraufnahme im Stoffwechsel. Die Resorptionszeit beträgt 17 - 20 Tage.
    Der monofile resorbierbare Faden ist längerfristig resorbierbar, aber nach 25 Wochen ist dieser vollständig aufgelöst.
    Die Resorptionszeit ist das Zeitmaß, in der das Fadenmaterial 50 % seiner Reißkraft verliert.

    Ich kann dir nur den Tipp geben, zu einem Facharzt zu gehen. In deinem Fall wohl ein Handchirurg, oder?

    LG opjutti
     
  12. Jlo

    Jlo Junior-Mitglied

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    Ist das nicht so?
    Nahtmaterial

    "Resorbierbarer Kunststoff:
    Polymere der Glykolsäure (Dexon® = PGS), Copolymere aus Glykolyd und Lactid (Polyglaktin = Vi*cryl® = PGS), Polymere aus Dioxanon (Polydioxanon = PDS). Monocryl® und Monosynth®. Nach den Herstellerangaben beträgt die verbleibende Reißkraft der PDS/Maxonfäden nach etwa 14 Tagen 75%, nach 28 Tagen ca. 50% und ist nach etwa 6 Monaten abgeschlossen.
    Panacryl® ist ein neues Nahtmaterial, das eine geflochtene Grundstruktur (Copolymer aus 5% Glykolid und 95% Lactid) aufweist, die aber beschichtet ist (90% Caprolacton und 10% Glykolid). Dadurch verhält sich der Faden bei der Gewebspenetration wie ein monofiler Faden, beim Knüpfen jedoch wie ein Polyfiler. Außerdem ist die Resorptionszeit deutlich verlängert: nach 3 Monaten ist noch 80% der Ausgangsreiskraft vorhanden und nach 6 Monaten noch 60%. Die vollständige Resorption ist erst nach 1,5 bis 2,5 Jahren abgeschlossen.
    Eigenschaften: Spaltung im Gewebe durch Hydrolyse in Glykol und Milchsäure, die im intermediären Stoffwechsel abgebaut wird. Resorption 42 Tage, PDS ca. doppelt so lange. Geringe Fremdkörperreaktion."


    Nahtkunde habe ich auch gehabt. Kurs bei Ethicon.
    Jetzt geht um resorption was funktioniert nicht so wie es sein soll.

    http://www-brs.ub.ruhr-uni-bochum.de/netahtml/HSS/Diss/RingAndrej/diss.pdf
    " 1.6. Fremdkörperreaktion
    Fremdkörper, die entweder kristallin oder metallisch sind, oder aber ausPolymerisaten bestehen, können, wenn sie zu langsam vom Organismus abgebautwerden, zur Entstehung einer Fremdkörperreaktion führen. Die Pathogenese einerFremdkörperreaktion wird im Allgemeinen wie folgt erklärt. Die Fremdkörper imGewebe führen zu einer lokalen Ansammlung von Makrophagen. Dabei werden dieFremdkörper phagozytiert und für längere Zeit in den sog. Heterophagievakuolen derMakrophagen gespeichert. Abhängig von der Oberflächenbeschafenheit derFremdkörper können diese die Vakuolenwand einreißen. Infolgedessen werdengewebszerstörende Enzyme freigesetzt. Dabei wird eine Entzündungsreaktion mitZerstörung des umliegenden Gewebes gestartet. Bei Fremdkörpern, die größer sindals die phagozytierenden Makrophagen, kommt es durch Fusionieren derMakrophagen zur Bildung von Fremdkörperriesenzellen. Diese lagern sich an dieFremdkörperpartikel an und setzen dabei lysosomale Enzyme frei. Histologisch zeigtsich das Bild eines Fremdkörpergranuloms. In direkter Umgebung zu denRiesenzellen zeigen sich eingewanderte Makrophagen, die von einem lymphozytärenInfiltrat und einspriessenden Kapillaren und Fibroblasten umringt werden. Im Rahmendieser Reaktion kann es zur Aktivierung des T-Zell-System mit Ausbildung einerstenosierenden Vaskulitis und Sklerosierung des Entzündungsgebietes kommen. Eineüberschießende Gewebsreparation kann später in eine maligne Entartung des
    Gewebes übergehen [34]."


    Genauer resorption ablauf und Komplikationen:

    http://www.freidok.uni-freiburg.de/volltexte/1233/pdf/Fertig3.pdf

    Seite 61 "Subkutane Implantationsorte werden häufig für Studien mit PLLA Materialien aus-gewählt. Die Ergebnisse dieser Studien offenbaren eine kanzinogene Antwort auf Po-lymer Disks. In den Jahren 1990 bis 2000 deckten einige Wissenschaftler bei der Anwendung dieser Methode die Entstehung von Fibrosarkomen bei einer Vielzahl von Materialien auf. Die Ergebnisse dieser Untersuchungen schlugen Alarm bei vie-len ursprünglich angenommen biokompatiblen Materialien, die sich jetzt als karzino-gen erwiesen. Subsequente Studien wurden entworfen, um den Einfluss der Form des getesteten Materials und die Weichteilantwort zu untersuchen. Dabei wurde eine Neigung zur Tumorentstehung bei planen, glatten Oberflächen des Implantates fest-gestellt, unabhängig vom Material. Ob das Material allerdings einen karzinogenen Effekt oder eine Potenz zur Organdestruktion hat, die erst Jahre später auftreten kön-nen, kann nicht ausgeschlossen werden."


     
  13. -Claudia-

    -Claudia- Board-Moderation
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    Du vermutest also eine maligne Entartung? Denn der Abbau eines Fremdkörpers durch Makrophagen ist ja eigentlich eine stinknormale physiologische Reaktion und sollte nach zwei Jahren auch schon längst abgeschlossen sein.
     
  14. Jlo

    Jlo Junior-Mitglied

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    Wie weit das ist, das kann ich nicht sagen, aber in jedem Fall alles andere als normal.

    Die Beschwerden sind dauerhaft. was da sich entwickelt steht in Sterne.

    Bis jetzt wuste ich auch nicht, das Nahtmaterial als synthetisches Polyester zusammengesetzt aus Glycolide und Lactide kanzinogene Potenzial hat. Das steht auch auf keinem Beipackinfo der Hersteller.

    Komisch ist aber das der Hersteller verweigert Auskunft.
    Aber viele Produkte sind zugelassen ob sind sie Ordnungsgemäß überprüft?
     
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