Erfahrungen mit Cystektomiepatienten

Dieses Thema im Forum "Nephrologie / Urologie" wurde erstellt von Sister M, 15.10.2007.

  1. Sister M

    Sister M Newbie

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    [FONT=&quot]Hallo, ich arbeite auf einer urologischen Station. Zu uns kommen immer mehr Patienten die Cystektomiert werden müssen und stehen dann vor der Wahl einer Ileumkonduitanlage oder einer Neoblase. Habt ihr mit diesen OP Methoden Erfahrungen? Ich erlebe es immer wieder das es bei den Patienten mit der Neoblase zu Komplikationen durch die vermehrte Schleimbildung kommt. Wenn die Patienten mit der Ileumkonduitanlage erst einmal mit viel Feingefühl an die Versorgung ihres Stomas herangeführt wurden stehen diese wieder schneller im Leben.
    LG Sister M:wavey:
    [/FONT]
     
  2. Maurits

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    Die Wahl der Op fällt im Regelfall der oper. Arzt. Da er auch die anatomischen Verhältnisse berücksichtigen muss. Auch die Dauer der Op ist entscheidend. Conduit geht einfach schneller. Einige Kliniken haben schon mit der endoskopischen Cystektomie angefangen.
    Du hast noch eine dritte Variante nicht aufgeführt. Den Pouch.
    Eine Neoblase hat immer die Gefahr eines Rezidives, da die Harnröhre erhalten bleibt. Wenn der Tumor recht ausgeprägt ist, sollte diese immer mmitentfernt werden. So kommt der Pouch ins Spiel, um dem Patienten eine kontinente Lösung anzubieten.
    Nun zu dem Schleim. Dieser ist am Anfang immer ein Problem. Doch mit den Jahren wird er weniger.
    Bei einem Pouch sollte bei jedem abkathetern die Blase mit durchgespült werden.
    Auch gibt es kleine Hilfsmittel, die die Verschleimung reduzieren.
    a) außreichende Flüssigkeitszufuhr
    b) ACC / ein bis zwei Mal tägl eine Brausetabl vermindert die Schleimbildung
    c) Galama Tee ebenso ( ist eine Rheumateeischung aus der Apotheke)
    davon zwei bis drei Tassen über den Tag verteilt trinken
    d) Preiselbeersaft soll die gleiche Wirkung haben. Diesen gibt es vorwiegend im Reformhaus und ist daher vergleichsweise teuer.

    Unsere Patienten bekommen tägl ACC und Galama Tee. Solange noch der DK nach OP liegt werden sie 3 mal tägl angespült. Wenn der DK entfernt werden kann ist meistens das Gröbste überstanden.

    Auch ist es wichtig den Schleim zu entfernen, falls eure Ärzte die Ersatzblase klammern und nicht nähen. Die Klammern lösen sich im laufe der Zeit und bilden so die Grundlage für Ablagerungen und Blasensteine können entstehen.
     
  3. matras

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    Hallo,

    bei der Neoblase ist die Fläche einfach größer die Schleim produziert, da mehr Darm "verwendet" wird als beim Conduit oder beim Mainzer-Pouch. Da hilft wirklich nur die Trink-/Infusionsmenge zu erhöhen und gelegentliche Spülungen.
    Die Klammern ist übrigens aus Titan und lösen sich nicht auf, gerade deshalb bilden sie den kristalisationskern für Steine!

    Matras
     
  4. Annik-A

    Annik-A Newbie

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    Hallo,

    wir haben im Moment auch richtig viele Cystektomie Patieten. In den meisten Fällen wurde ein Ileum-Conduit angelegt. Die Patienten kommen damit eigentlich ganz gut zurecht, wenn sie sich an die Stoma-Versorgung gewöhnt haben.

    Wie wird es in anderen Kliniken mit der intensiv-medizinischen Betreuung post operativ so gehalten?
    Als die Cystektomien geplant wurden,hieß es alle Pat. sollen ca.5-7 Tage auf Intensiv bleiben, wg. Elyt-entgleisungen,parenteraler Ernährung, Schmerztherapie über PDK, Bilanzierung...

    Mittlerweile hat es sich eingeschlichen, daß die Pat. am 1-2 post op Tag zurückverlegt werden. :eek1: Da die Patienten rel. pflegeaufwendig sind, ist das manchmal bei einer 30 Bettenstation und einer Besetzung von 4/2/ 1
    ganz schön hart.
    Wie lange bilanziert ihr die Patienten.

    Ich würde mich über ein paar Meinungen sehr freuen.

    gruß Anni-A
     
  5. Maurits

    Maurits Junior-Mitglied

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    Da läuft bei Euch das normale Schema ab.
    -die Patienten sind schon immer früh von Intensiv zurück gekommen. Wenn auf der Intensivstation viel zu tun ist, auch schon am OP Tag.
    Ansonsten bleiben sie max. bis zum 2. poTag.
    - Mobilisation schon auf Intensiv, wir holen die Leute drei Mal am Tag aus dem Bett, die KG wenn sie kommt, leider seit dem Outsourcing große Probleme.
    - Schmerztherapie mittels PDK (Sufenta/Naropin) machen wir auf Station
    - parenterale Ernährung fällt so gut wie weg, da die Patienten am OP Tag trinken dürfen und am nächsten Tag Suppe oder Yoghurt bekommen.
    Ab 3. Tag wird abgeführt und der Kostaufbau begonnen.
    - wichtig sind die Kontrolle der Elyte und noch mehr BGA.
    - Bilanzierung kommt auf den Patienten an. Die Ein-und Ausfuhrbilanzierung geht im Durchschnitt über drei bis fünf Tage. Danach nur noch wie üblich die Ausfuhr bilanziert. Auch zur Kontrolle der Hl-Schienen, da sie manchmal gerne verstopfen.
    -ab 8. bis 10.po Tag werden die Patienten entlassen. Klammern ziehen, Ablaufprüfungen werden ambulant durchgeführt.
    - das ganze soll jetzt erneut beschleunigt werden, da die ersten Op´s (Neoblase) per Endoskopie durchgeführt werden sollen.
    Eure Besetzung ist doch gut! Damit versorgen wir 42 Patienten plus Ambulanz ab 16 Uhr und WE.
     
  6. BabsiFlapsi

    BabsiFlapsi Newbie

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    Hey, Anlage einer Neoblase wird bei uns nur gemacht wenn die Harnröhren-PE o.B. ist, sonst werden bei uns hauptsächlich Ileumconduits gemacht. Wir haben auch einen Stomatherapeuten, der Pat. prä OP informiert, Stomalage anzeichnet und die Pat. natürlich post OP mit ihrem Stoma auch zuhause versorgt. Auf Intensivstation sind die Pat. je nach Zustand 2 bis 3 Tage.
     
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