Entscheidung, wer die Praxisanleiterausbildung machen darf

Dieses Thema im Forum "Praxisanleiter und Mentoren" wurde erstellt von opjutti, 07.12.2011.

  1. opjutti

    opjutti Poweruser

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    Folgendes Problem:
    Ich bin bei uns in der Abteilung für die Personalentwicklung und die Fort-und Weiterbildungsmaßnahmen der MA zuständig.
    Das beinhaltet auch die Entscheidung, wer zum Praxisanleiter ausgebildet werden soll.
    Ich habe mich in Absprache mit meinen Leitungskolleginnen für zwei Kollegen entschieden. Jetzt wurde eine der "Auserwählten" von einem Teil ihrer Kollegen dazugebracht, die Ausbildung sausen zu lassen.
    Grund: Sie ist zwar sehr erfahren im OP-Bereich, aber noch relativ neu in unserer Abteilung. Sie füllt sich unter Druck gesetzt, weil sie eben noch neu ist. Der PA-Kurs würde erst im Juni 2012 beginnen, somit hätte sie noch genügend Zeit, sich mit unseren Gepflogenheiten anzufreunden.
    Sie wäre nach ihrem Kurs zuständig für das Anlernen der Springertätigkeiten und die kleineren OP´s.

    Jetzt meine Frage an euch:
    Wie wird bei euch entschieden, wer zum Praxisanleiter ausgebildet wird?
    Was für Kriterien sind aus eurer Sicht wichtig?
    Welche Kompetenzen sind relevant?
    Wie sollte ein guter Praxisanleiter sein?

    Für eure Meinungen und Einschätzungen wäre ich sehr dankbar.

    LG opjutti
     
  2. Fearn

    Fearn Poweruser

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    Der Praxisanleiter sollte in jedem Fall motiviert sein die Schüler anzuleiten und er muß schon gegenüber den anderen Kollegen ein gewisses Durchsetzungsvermögen haben, damit er unabhängig und neutral beurteilen kann,- als auch deshalb, daß er sich die Zeit für die Anleitungen nicht über die Gebühr hinaus zusammen streichen lassen wird.

    Andererseits ist es ein Phänomen bei uns in der Klinik gewesen, daß man etliche Mitarbeiter ausbildete, sowie die ausgebildet waren, waren die dann auch weg von der Klinik.
    Insofern sollte sich der Mitarbeiter in der Klinik wohl fühlen und sich nicht mit dem Gedanken beschäftigen, die Situation in der er sich befindet zu verlassen, weil er sich unwohl an seinem Arbeitsplatz fühlt.
    Wenn die neue Mitarbeiterin aufgibt weil sie sich unter Druck gesetzt fühlt, und dieses "Gefühl" ändert sich bei ihr nicht, dann werdet ihr nicht lange Freude an Eurem neuen Praxisanleiter haben und letztlich wieder in derselben Situation "ohne "PA" da stehen, auch wenn die Mitarbeiterin sehr geeignet für die Position erscheint.
    So teuer ist eine PA Ausbildung ja nicht und eine Mitarbeiterin kann krank/schwanger werden, ausfallen, hat Urlaub oder frei.

    Besteht nicht die Möglichkeit beiden Mitarbeiterinnen ( vielleicht hintereinander) die Fachweiterbildung zu ermöglichen?
    Es sind 200 Stunden didaktische Fachweiterbildung, die der Gesetzgeber verlangt. Es handelt sich ja nicht um eine Langzeitausbildung die stattfinden soll.-

    Das Alter spielt eher keine Rolle, sondern der Mitarbeiter sollte sich fair gegenüber anderen Mitarbeitern, insbesondere jüngeren Mitarbeitern gezeigt haben. Der Praxisanleiter sollte auf jeden Fall in der Lage sein seine Meinung ohne Gruppenzwang zu vertreten, aber auch nicht auf " Krawall" gebürstet sein.
    Im besten Fall argumentiert er sachlich und fachlich korrekt.

    Bei uns wurden zunächst nur Vollzeitkräfte ausgebildet, jüngere bevorzugt, weil man dachte davon länger etwas zu haben. Mittlerweile dürfen Teilzeitkräfte ab 75 % und auch ältere Mitarbeiter mit lange Zugehörigkeit zum Betrieb die Ausbildung machen.
    Es wurden jeweils 2 PA pro Station ausgebildet.
    Mittlerweile dürfte höchtens 1 PA pro Abteilung vorhanden sein.
    Ausgebildet wird jedes Jahr, und wie gesagt ist die Fluktuation recht groß, insbesondere weil diese Position auch sehr gefragt in anderen Kliniken und Einrichtungen ist.
    Seit 2007 dürften ca 80 % der ausgebildeten Praxisanleiter den Arbeitsplatz gewechselt haben.


    Liebe Grüße Feli
     
  3. opjutti

    opjutti Poweruser

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    Danke Fearn für deine Antwort.

    Wir haben bereits, mit mir, 5 weitergebildete Praxisanleiter in unserem OP.
    Für nächstes Jahr habe ich von unserer GF die Freigabe genau diese 2 MA zur Weiterbildung PA zu schicken. Da ich den einen schon letztes Jahr vertrösten musste, hat dieser höchste Priorität. Wobei dieser MA bereits jetzt schon sehr viel an Einarbeitung und OP-Begleitung leistet.
    Die andere MA ist zwar noch neu im Team, aber meiner Meinung nach durch ihre personelle Kompetenz sehr gut geeignet.
    Die Kollegin, die jetzt unsere "Auserwählten" so sehr unter Druck setzt, war bereits beim BR.
    Aus vielen Gründen halten wir Leitungen genau diese MA nicht als PA geeignet. Fachlich spricht nix gegen sie, aber der Rest lässt leider zu wünschen übrig.

    Außerdem spricht noch ihre Teilzeittätigkeit und ihr für sie sehr wichtiges Privatleben dagegen.
    Versteht mich bitte nicht falsch, jeder darf und sollte ein ausgeglichenes Privatleben haben.
    Aber als PA muss ich mich auch um andere Menschen kümmern und nicht nur dafür zu sorgen, dass ich gut durch den Tag komme.

    LG opjutti
     
  4. Fearn

    Fearn Poweruser

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    Die Praxisanleiterposition sollte auf keinen Fall mißbraucht werden, damit man sich vor seinen üblichen Aufgaben drücken kann.

    Meine Meinung ist, daß wir sehr motiviertes frischausgebildetes Pflegepersonal brauchen, daß sich nicht verheizt fühlt, und denen wir die Motivation durch eine gute Vorbildfunktion erhalten, indem wir ein gutes Vorbild geben.
    Dazu gehört tatsächlich Dienst und Freizeit zu trennen.
    "Dienst ist Dienst und Schnaps ist Schnaps."

    Das neuausgebildetete Pflegepersonal, sollte lernen im Dienst 100 % zu geben, aber auch ihre Freizeit und sich selbst vor einem "Burnout " zu schützen um in der heutigen Situation der Pflege lange erhalten zu bleiben.
    Wir können uns einen Wolf ausbilden, wenn wir nur wenige an der "Basis" erhalten, die am Patienten arbeiten möchten.
    Die Auszubildenden, die sich entscheiden mit kranken oder alten Menschen zu arbeiten, bringen den Willen dazu mit.
    Sie sind bereit ihre Leistungen auf diesem Gebiet zu erbringen, und wenn wir deren Arbeit nicht abwerten, dann behalten wir davon auch etliche in diesem Beruf.

    Die "Ruhephasen" betreffen aber nicht das Ausruhen bei anfallender Arbeit während der Dienstzeit, sondern das ständige Holen aus dem Urlaub oder Frei.
    Es nutzt nichts wenn wir Pflegepersonal ausbilden, daß nach kurzer Zeit aus dem Beruf flüchtet, sich ständig in sein Pirvatleben eingreifen läßt, bis sie krank sind.
    Ebensowenig halte ich von Mitarbeitern, die sich vor der Arbeit, oder vor "unschönen Arbeiten" drücken.

    Die Praxisanleitung kann hier durch ein vernünftiges Vorbild ein Fundament schaffen, wenn wir diese Aufgabe richtig angehen.

    Dabei gibt es auch solche Mitarbeiter, denen es nicht gut tut, ihnen einen nachgeordneten Mitarbeiter an die Hand zu geben.
    Das Verhalten den Kollegen gegenüber muß bei jedem so ausfallen, daß das auch bei Mitarbeitern denen man weisungsbefugt ist, passend und gesund ist.
    Wenn man das als unbeteiligter Beobachter anschaut, dann hat man durchaus einige wirklich sehr liebe und wertvolle Kollegen, denen man im Umgang mit Schülern sagen muß: " Was machst Du denn da jetzt? Das ist aber nicht fair,- laß das mal bleiben.")

    Die Pflegegeneration die wir jetzt ausbilden, das ist das Personal, daß uns eines Tages pflegen muß.
    Wir tun uns selbst etwas Gutes, wenn wir auf deren Ausbildung besonders großen Wert legen und diese sorgfältig vorbereiten.

    liebe Grüße Fearn
     
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