Enterale Ernährung: Wie durchführen?

Susan27

Newbie
Mitglied seit
04.07.2005
Beiträge
12
Hi,

bei der parenteralen Ernährung gelangen ja die hochkalorischen Wirkstoffe i.V. direkt in den Blutkreislauf (über ZVK).

Was versteht man jedoch unter der sog. enteralen Ernährung und wie wird diese insbesondere *technisch* durchgeführt, damit sich der geschädigte Darm möglichst erholt?

Vielen dank! :-)

Viele Grüße
Susan
 

Cystofix

Poweruser
Mitglied seit
26.10.2004
Beiträge
523
Ort
Ba-Wü
Moin,


die enterale Ernährung ist die Kostzufuhr 'via naturalis', also p.os oder über diverse Sonden direkt in den Magen-Darm-Trakt.

Technisch eigentlich nicht schwer, entweder essen die Pat, oder aber, im Falle einer Sonde, appliziert man die Sondenkost entweder mittels einer Blasenspritze als Bolus oder aber mit einer Pumpe kontinuierlich.

Cys
 

Susan27

Newbie
Mitglied seit
04.07.2005
Beiträge
12
Hi Cys,

danke für Deine Antwort! :-)

1) Wenn die enterale Ernährung direkt in den Magen führt, wie soll sich dann der geschädigte Darm bei dieser Art der "künstlichen Ernährung" (zumindest bei Sonde) erholen können?

2) Ich bin ansolute Laien auf diesem Gebiet: :-)

a) Kannst Du/Ihr mir sagen, wie, womit und vor allem *wohin* man eine (Nahrungs-)Sonde legt?

b) Geschieht das Sondenlegen in Propofol-, Dormicum *Sedierung* oder gar Narkose?

c) Geht der zuführende "Sonden-Schlauch" immer transnasal oder wird durch die Bauchdecke punktiert, also PEG unter endoskopischer Kontrolle?

d) Was ist eine Blasenspritze?

Vielen lieben dank nochmals... :-)

Viele Grüße
Susan
 
Zuletzt bearbeitet:

catweazle

Poweruser
Mitglied seit
02.03.2004
Beiträge
1.003
Alter
48
Ort
Münster
Beruf
Krankenpfleger
Susan27 schrieb:
1) Wenn die enterale Ernährung direkt in den Magen führt, wie soll sich dann der geschädigte Darm bei dieser Art der "künstlichen Ernährung" (zumindest bei Sonde) erholen können?
Naja, Du würdest den Kostaufbau entsprechend mit besonders leicht verdaulicher Sondennahrung beginnen, wie eben auch bei "normalem" Kostaufbau. Die Auswahl ist recht groß. Interessanter Link dazu hier
Susan27 schrieb:
2) Ich bin ansolute Laien auf diesem Gebiet: :-)
a) Kannst Du/Ihr mir sagen, wie, womit und vor allem *wohin* man eine (Nahrungs-)Sonde legt?
b) Geschieht das Sondenlegen in Propofol-, Dormicum *Sedierung* oder gar Narkose?
a) Kommt drauf an, ob Duodenal-Jejunal- oder Magensonde. Die landen jeweils da, wo der Name es schon suggeriert. Dann mauß man sie entsprechend tief einführen.
Eine Anleitung dazu findest Du hier
b: normale Sonden lege ich immer ohne Praemedikation. Wenn man das gut macht und Pat. beruhigen kann, geht das so ganz gut. PEG machen wir idR. mit Dormicum+Dolantin.
Susan27 schrieb:
c) Geht der zuführende "Sonden-Schlauch" immer transnasal oder wird durch die Bauchdecke punktiert, also PEG unter endoskopischer Kontrolle?
Nicht immer. Wenn abzusehen ist, daß die Sondenernährung länger dauert, nehmen wir die PEG. Wies geht steht hier:

Susan27 schrieb:
d) Was ist eine Blasenspritze?
Eine große Spritze (100ml), die zB für Blasenspülungen (daher der Name) verwendet wird. Oder aber auch sür Verabreuchung von Sondenkost.

Hoffe, meine Links konnten Dir helfen. Gute nacht weiterhin
catweazle
 

Susan27

Newbie
Mitglied seit
04.07.2005
Beiträge
12
Vielen dank catweazle für Deine umfangreichen Antworten! :-)

Noch eine kurze Nachfrage:

Du schreibst, dass Du Nicht-PEG Sonden stets ohne Prämedikation legst und dies in der Regel gut klappt. Sprühst Du dann evt. ein Lokalanästhetikum (Lidocain etc.) auf die Sondenspitze, damit es beim transnasalem Legen nicht zu den gefürchteten Würg-, Aspirationssituationen kommt?

Viele Grüße
Susan
 

Nemo(w)

Junior-Mitglied
Mitglied seit
04.07.2005
Beiträge
57
Alter
44
Ort
Niedersachsen
Beruf
Krankenschwester, Rettungssanitäter
Hallo susann27


Was genau möchtest du wissen?Was benötigt wird beim legen?, wo ,wie was?oder verabreichung der Nahrung? oder was? MFG
 

Susan27

Newbie
Mitglied seit
04.07.2005
Beiträge
12
Hi Nemo,

mich würde vor allem das Legen der Sonde interessieren, also *wie* genau *transnasale* Sonden gelegt werden und welche technischen Hilfsmitteln in der Praxis beim Legen der Sonde verwandt werden. Also z.B. ob auf die Sondenschlauchspitze Lokalanästhetika (Lidocain & co.) aufgetragen werden, um Würg- u. Aspirationssituationen vor vorneherein auszuschließen...wie besonders aufgeregte Patienten beruhigt werden können (Sedierung durch Benzodiazepine etc.?) und auch *wie lange* Ihr so im Schnitt fürs transnasale Sondenlegen braucht...

Vielen dank nochmals! :-)

Viele Grüße
Susan
 

Cystofix

Poweruser
Mitglied seit
26.10.2004
Beiträge
523
Ort
Ba-Wü
Moin,

also, ich nutze immer Xylocain-Gel, um die Sonde gleitfähiger zu machen ( die lokalanästhetischen Eigenschaften bei der kurzen Kontaktzeit mit der Nasen-/Rachenschleimhaut wage ich zu bezweifeln ).

Dann führe ich die Sonde in ein Nasenloch ein und schiebe sie schonmal langsam vor, geben dann dem Pat. ( sofern er/sie es kann - bei Pat. mit einem Ileus, also einer Darmlähmung, oder ähnlichem muss er/sie 'trocken' schlucken, was unangenehm sein kann ) ein Glas Wasser und während er/sie trinkt schiebe ich die Sonde zügig weiter vor, so gelangt man nahezu automatisch in den Magen ( hatte noch nie Probleme ).
Dann spritze ich mit o.g. Blasenspritze Luft in die Sonde und höre zeitgleich mit nem Stethoskop über der Magengegend ab - wenn die Sonde richtig und tief genug liegt ( an den Markierungen an der Sonde zu sehen ) hört man ein Blubbern/gurgeln etc. ( Als Alternative, aber selten, kann man auch eine Röntgenaufnahme zur Lagekontrolle machen ).
Dann wird die Sonde noch mit nem kleinen Schaumstoffring gepolstert und mit Pflaster fixiert - voila.
Das ganze dauert selten länger als ein paar Minuten.
Auch besteht die Möglichkeit, die Rachenhinterwand ein paar Minuten vorher mit Xylocain-Gel einzusprühen und somit die 'Empfindlichkeit' zu senken, mache ich allerdings auch selten.

Bei einem intubierten/sedierten Pat. isses ähnlich, nur das es meist noch schneller geht.

Cys

P.S. Darf ich fragen, was Du beruflich machst, bzw. weshalb das so für Dich von Interesse ist ( nur wenn Du es verraten willst ) ?
 
Zuletzt bearbeitet:

Susan27

Newbie
Mitglied seit
04.07.2005
Beiträge
12
Vielen dank für die gute Darstellung, sehr gut und illustrativ dargestellt! :-)

Ich interessiere mich schon seit kleinauf für Arbeitsabläufe im Krankenhaus (und besonders für Vorgänge auf der ITS), so genau weiß ich auch nicht warum...! :-)

Außerdem erfährt man als Patient nur so, was mit einem so im Krankenhaus abläuft. Bei dem Stress heutzutage im Spital haben die Ärzte & Pflegeteams leider nicht allzuviel Zeit, einem das zu erklären. Weiterhin finde ich dieses Forum auch aus Patientensicht gut, da man so mal die "andere Seite" kennenlernt, insbesondere Probleme aus dem klinischen Pflegealltag...was auch so manches mal das Verständnis erhöhen dürfte...:-)


Viele Grüße
Susan
 

catweazle

Poweruser
Mitglied seit
02.03.2004
Beiträge
1.003
Alter
48
Ort
Münster
Beruf
Krankenpfleger
cystofix war schneller, genauso läufts bei mir auch. Und wahrscheinlich auch überall anders.
 

Susan27

Newbie
Mitglied seit
04.07.2005
Beiträge
12
Hi,

habe doch noch eine Nachfrage:

Du schreibst:

>...
>Dann spritze ich mit o.g. Blasenspritze Luft in die Sonde und höre zeitgleich mit nem >Stethoskop über der Magengegend ab - wenn die Sonde richtig und tief genug liegt >( an den Markierungen an der Sonde zu sehen ) hört man ein Blubbern/gurgeln etc. >( Als Alternative, aber selten, kann man auch eine Röntgenaufnahme zur >Lagekontrolle machen ).
>...

Wenn die Sonde im Magen landen soll, kann ich das o.g. Verfahren nachvollziehen.

Wie sieht es aber aus, wenn die Sonde im Bereich des Jejenums oder gar Duodenums/ Ileums liegen soll? Wie schafft man es bei Nicht-PEG-Sonden *ohne(!)* laufende endoskopische Kontrolle, dass der Sondenschlauch durch den Pylorus in das Jejenum/ Ileum etc. "hindurchgleitet" und nicht im Korpus oder Antrum verbleibt?

Oder sind Ileum, Duodenum-Sonden immer automatisch PEG-Sonden?

Vielen dank nochmals! :-)

Viele Grüße
Susan
 
Zuletzt bearbeitet:

Maniac

Poweruser
Mitglied seit
09.12.2002
Beiträge
10.379
Akt. Einsatzbereich
[inaktiv]
Funktion
[inaktiv]
Hi!

ich misch mal mit :-)

nasale Magensonden kann man nicht ins Duodenum legen. Das wäre ja schlecht möglich, man müsste pulen und pulen und käm doch nicht an der rechten Stelle raus bzw. rein :-)

Bei ner PEG wird das auf Sicht gemacht!
Könnte man vielleicht zur Not bei ner nasalen Sonde auch machen, denke aber nicht das das parktikabel wäre. Da die Sonde den ganzen Magen durchquert würde sie wohl recht schnell wieder aus dem Duodenum rutschen könnte ich mir vorstellen. Ausserdem sind 2 Schläuche im hals auch nicht so angenehm. hab auch noch ne gehört das das mal gemacht wurde...

Btw nochmal kurz die Abschnitte in der richtigen reihenfolge: Magen, dann Duodenum (12 finger lang), dann Jejunum, dann Ileum (dann Kolon(Dickdarm).

In den ileum wird niemals ne Sonde gelangen, es sei denn der rest fehlt *g* Wär bisserl weit!
 

Tobias

Poweruser
Mitglied seit
03.05.2004
Beiträge
782
Beruf
Fachkrankenpfleger
Maniac schrieb:
Hi!

ich misch mal mit :-)

nasale Magensonden kann man nicht ins Duodenum legen. Das wäre ja schlecht möglich, man müsste pulen und pulen und käm doch nicht an der rechten Stelle raus bzw. rein :-)
Moin!
An dieser Stelle muß ich Dich korrigieren!
Es ist möglich eine nasale Sonde per Gastroskopie in den Jejunum zu schieben.
Wir haben diese Sonden, sie heißen Trelumina der Firma Fresenius (wir haben Ch 16 und 150cm lang).
3 Schenkel: 1 gastraler Schenkel --> für Magensekret - Abfluß
1 jejunaler Schenkle --> für spezielle Sondennahrung
1 Schenkel --> für den Führugsdraht

Wird bei Pat. genommen mit hohem Reflux ( nach Sondenpause) oder Unverträglichkeiten!

LG Tobias
 

Susan27

Newbie
Mitglied seit
04.07.2005
Beiträge
12
Dank Euch Maniac & Tobias für Eure Antworten! :-)

Nachfrage: Ist eine Gastroskopie exakt dasselbe wie eine ÖGD?

Viele Grüße und ein schönes Week-End wünscht...

Susan
 

catweazle

Poweruser
Mitglied seit
02.03.2004
Beiträge
1.003
Alter
48
Ort
Münster
Beruf
Krankenpfleger
Susan27 schrieb:
Nachfrage: Ist eine Gastroskopie exakt dasselbe wie eine ÖGD?
ÖGD=Ösophago-Gastro-Duodenoskopie, schließt also noch etwas mehr (Speiseröhre und Zwölffingerdarm) ein -wenn man schon mal "drin" ist :wink:
 
Zuletzt bearbeitet:

Maniac

Poweruser
Mitglied seit
09.12.2002
Beiträge
10.379
Akt. Einsatzbereich
[inaktiv]
Funktion
[inaktiv]
Jo, auch Danke für die Korektur! So lernt man immernoch dazu!

Übrigens wird in manchen Häusern "gastro" generell für alles genannt was man so anstellt, und in anderen Häusern ÖGD auch zu ner stinknormalen Gastro...
Vom prinzip her meint es aber halt mehr.
 

Ähnliche Threads

Über uns

  • Unsere Online Community für Pflegeberufe ist eine der ältesten im deutschsprachigen Raum (D/A/CH) und wir sind stolz darauf, dass wir allen an der Pflege Interessierten seit mehr als 15 Jahren eine Plattform für unvoreingenommene, kritische Diskussionen unter Benutzern unterschiedlicher Herkunft und Ansichten anbieten können. Wir arbeiten jeden Tag mit Euch gemeinsam daran, um diesen Austausch auch weiterhin in einer hohen Qualität sicherzustellen. Mach mit!

Unterstützt uns!

  • Unser Team von www.krankenschwester.de arbeitet jeden Tag daran, dass einerseits die Qualität sichergestellt wird, um kritische und informative Diskussionen zuzulassen, andererseits die technische Basis (optimale Software, intuitive Designs) anwenderorientiert zur Verfügung gestellt wird. Das alles kostet viel Zeit und Geld, deshalb freuen wir uns über jede kleine Spende!