Endlosdienste - darf das sein?

Dieses Thema im Forum "Arbeitsrecht / Gesundheitsrecht / Krankenpflegegesetz" wurde erstellt von Seppl, 17.12.2014.

  1. Seppl

    Seppl Newbie

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    Unser Pflegedienstleiter - ein netter bayrischer Spezi - "bombt" uns - eine richtig coole gemixte Truppe - derzeit richtig krass mit Arbeit (Pflege und Büroarbeiten) zu. Er ist der Ansicht, dass auch tägliche Arbeitszeiten jenseits der 9; 10 oder 11 Stunden zzgl. WE-Dienste zumutbar sind und setzt diese auch voraus. Wenn man dazu nicht bereit ist, wird einem mangelndes Engagement vorgeworfen und Repressalien in den Raum gestellt. Was macht man da am besten?
     
  2. -Claudia-

    -Claudia- Board-Moderation
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    Man wendet sich an den Betriebsrat, so ihr einen habt.

    Der Gesetzgeber hält 10 Stunden reguläre Arbeitszeit täglich und maximal 19 Tage am Stück für zumutbar; ebenso eine durchschnittliche Wochenarbeitszeit von maximal 48 Stunden. Was steht diesbezüglich in Euren Arbeitsverträgen? Und handelt es sich um einen Dauerzustand oder eine vorrübergehende erhöhte Arbeitsbelastung? Gibt es Dienstvereinbarungen bezüglich Mehrarbeit? Habt Ihr Arbeitszeitkonten?
     
  3. Resigniert

    Resigniert Stammgast

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    Ihn nicht als nett bezeichnen? :lol1:
    Was hast du denn in deinem Arbeitsvertrag unterschrieben?
    Habt ihr einen Tarifvertrag? Wer ist der Besitzer? Kennst du die Tagesarbeitshöchstgrenze laut Arbeitsschutzgesetz?
     
  4. Seppl

    Seppl Newbie

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    Die tägliche Arbeitszeit übersteigt eigentlich immer die 10 Stundengrenze - diese bewegt sich immer Bereich von 10 - 12 Stunden. Bei dienstplanm. Wochenendiensten werden die 48 Wochenstunden überschritten. Im Arbeitsvertrag steht dahingehend nichts - Vergütung nach BAT KF. Es wird mehr und mehr zum Dauerzustand seit fast 2 Monaten. Dienstvereinbarung gibt es keine - Überstunden werden auf Wunsch ausgezahlt - Arbeitszeitkonten gibt es nicht.
     
  5. Bluestar

    Bluestar Poweruser

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    Mitmachen, dagegen angehen (Anwalt, Gewerkschaft) oder anderen Job suchen...
     
  6. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Wie muss ich mir das vorstellen? Du arbeitest non stop 10 Stunden täglich- 7 Tage die Woche. Richtig?

    Elisabeth
     
  7. Pesch

    Pesch Newbie

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    Hier in Frankreich ist der 12Std Rhytmus schon an der Tagesordnung. Spart Personal und ist leichter zu organisieren. Zulässig vom Gesetzgeber mit einer 20Min Pause nach max 6Std., darf jedoch 60 Wochenarbeitsstunden nicht überschreiten.
    Funktioniert - bei jungen Pflegekräften gut. Die in Deutschland übliche direkte Pflege(Körper) am Patienten wird von Pflegehelfern übernommen.
    Dabei übernimmt die Krankenschwester, Blutentnahmen, komplette Verbände, entscheidet zum Teil über Medikation (sollte von Arzt gemacht werden, nachdem er Pat gesehn hat) Die Krankenschwester arbeitet mit höherem Risiko, und wenn sie die gestellte Anforderung wegen Überlastung zurück weist, findet man einen Entlassungsgrund!
    In Deutschland ist es jedoch genau so!
    Das Risiko für die Patienten ist gestiegen und wird weiter steigen, wenn wir uns unserer Macht nicht bald bewußt werden!
     
  8. Seppl

    Seppl Newbie

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    Mo - Fr mind. 10 - 11 Std. - zzgl. Wochenenddienst 4 - 6 Std. ( Sa + So) alle 14 Tage
     
  9. -Claudia-

    -Claudia- Board-Moderation
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    Bitte beachten: Es gilt die durchschnittliche Wochenarbeitszeit, bezogen auf 52 Wochen im Kalenderjahr. Einzelne Wochen dürfen durchaus mehr Arbeitsstunden enthalten (bei Arbeit am Wochenende ist das selten anders machbar), wenn sich das übers Jahr wieder ausgleicht.

    Ebenfalls beachten: Eine Pause gilt nicht als Arbeitszeit, auch nicht, wenn ich dadurch länger als 10 Stunden an meiner Arbeitsstelle bin.

    Nur Vergütung nach oder Anwendung der Regelungen des BAT auf das Arbeitsverhältnis? Im zweiten Fall muss man die Regelungen nicht mehr gesondert im Arbeitsvertrag aufführen. (Wäre allerdings in diesem Fall unwahrscheinlich, da der TVöD den BAT abgelöst hat.)

    Warum ist die Arbeitsbelastung in den letzten zwei Monate angestiegen? Besteht Aussicht darauf, dass es sich im neuen Jahr bessert?

    Ohne Betriebsrat: Beratung durch Gewerkschaft oder Berufsverband in Anspruch nehmen, so jemand von Euch bereit war, sich einer solchen Organisation anzuschließen.
     
  10. Seppl

    Seppl Newbie

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    1. Dieser Zustand hält schon eigentlich seit ca. 7 Monaten an. 2. Das mit den Pausen ist schon klar
    3. Nein - keine Aussicht auf Besserung vermutlich in Sicht - es ist ein grundsätzliches Problem in der Organisation
     
  11. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Wie lang sind denn nun die "Pausen"? Und wird kontinuierlich jede Minute direkt am Kunden gearbeitet? Stichwort: Bereitschaftsdienst.

    Und wenn es so schlimm ist- wieso unterstützt du diese Organisation indem du bleibst? Wo hast du dich bisher hingewandt bezüglich der Verstöße gegen das Arbeitszeitgesetz? Oder geht es nur darum, sich mal den Frust von der Seele zu schreiben damit man auch morgen noch dem AG nett ins Geischt lächeln kann?

    Elisabeth
     
  12. care123

    care123 Gesperrt

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