Ekel vor Erbrochenem

Catharina

Junior-Mitglied
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24.10.2006
Beiträge
53
Alter
37
Ort
Berlin
Beruf
Kinderarzthelferin, Gesundheits- und Krankenpflegerin
Akt. Einsatzbereich
Paulinenkrankenhaus 14055 Berlin
Funktion
Kardiochirurgie Schwerpunkt: WHS,Isolierstation
Hallo ihr lieben,
wie einige von euch vielleicht wissen, arbeite ich in einer Kinderarztpraxis und ab Oktober zur Ausbildung als Krankenschwester.
Doch wovor ich mich wirklich ekel ist erbrochenes.
Ansonsten kann ich alles sehen und auch wegwischen. Sei es Blut, Stuhl oder andere Körperexkremente.
Hatten heute z.B. ein Kind in der Praxis, dass sich vor meinen Augen erbrochen hat. Als ich das dann aufwischen musste, hätt ich mich beinahe auch übergeben. Sobald ich nur höhre, dass einer Würgt, renn ich auch schon:verwirrt: .
Nun zu meiner Frage:
Ihr habt ja vielleicht auch einiges, wovor ihe euch ekelt. Habt ihr vielleicht einen Tipp, wie ich mein ekel überwinden kann?
Habe schon alles versucht. Luft anhalten, durch den Mund atmen,wobei mich das auch tierisch überwindung kostet,....

Vielleicht könnt ihr mir weiterhelfen, denn werde ja auch in Zukunft damit zu tun haben.

P.S. Manche sagen dass man sich daran gewöhnt, aber ich bin ja nun schon seít 3 Jahren dabei, und habe mich noch kein bisschen daran gewöhnt, geschweige denn, kann dass ertragen.
 
Ich darf Dich beruhigen: die meisten finden auch nach Jahren noch irgendetwas zum Ekeln. Ich habe eine Kollegin, Examen 96, die sich auch vor Erbrochenem ekelt. Wirklich appetitlich ist das ja auch nicht.

Wenn ich mal was habe, was mich ekeln könnte, stelle ich mein Hirn quasi auf Autopilot und mache, ohne drüber nachzudenken.
 
einfach mal bisschen zusammenreißen, das sollte doch kein problem sein, ekel mich auch vor einigen sachen
stell dir einfach vor, das du dafür bezahlt wirst:lol1::lol1::lol1:
 
Das mit dem "Autopiloten" ist gut! So ähnlich funktioniert das bei mir auch, da legt sich ein Schalter um im Kopf, und ich ekle mich einfach nicht mehr.

Wenns ganz übel riecht, dann schütte oder sprühe ich vorm Saubermachen einfach noch ordentlich Desinfektionsmittel über den Schlamassel...und weg damit.

Das wird mit der Zeit, glaub mir.

Liebe Grüße
Sterillia
 
Hallo Catharina,

ist irgendwie normal, aber das hilft dir wahrscheinlich nicht. Jedenfalls geht es mir so, dass ich mich genau daran erinnere, wie es war, als ich als Kind erbrechen musste. Das war wirklich schlimm. Nachdem ich drei Kinder groß habe und dabei gelernt habe, wie sehr ich denen beim Erbrechen helfen konnte, ist der Ekel an sich nur noch minimal. Es riecht halt übel, und das wegputzen macht nicht wirklich Spaß. Aber währenddessen kann ich mich auf den Pat. konzentrieren und darauf, was er braucht.
Ist schon irre, worüber Krankenschwestern sich unterhalten.
Ich wünsche Dir, dass es dir gelingt, entweder den Autopiloten zu installieren oder dass du ein anderes Verhältnis dazu gewinnen kannst. Jedenfalls sei lieb gegrüßt von Berthild

 
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@ Bully 2508: Einfach mal zusammenreißen ist das schlechteste was man machen kann...EKEL hat ja auch einen Sinn, nämlich "Selbstschutz" ...und wenn man das einfach unterdrückt, dann führt das dazu, dass man sich selbst nicht mehr richtig wahrnimmt...

Tipps:
- Vorher tief durchatmen!
- Die Tätigkeit schnell und systematisch durchführen
- Währenddessen an schönere Tätigkeitem denken
- Den Patienten beruhigen
- Daran denken, dass man etwas "gutes" tut
- Wenns sehr schlimm war, nach dem wegwischen einen Moment ans offene Fenster stellen
- wenn es an manchen Tagen gar nicht geht, dann muss man Kollegen um Hilfe bitten, jeder hat mal Tage, an denen einem einfach übek wird...
 
also ich ekel mich ja am meisten vor ungepflegtem oder "seit-jahren-nicht-mehr-sauber-gemachten" zahnprothesen!8O die prothesen dann rauszunehmen und dann zu säubern das ist sone tätigkeit die ich hasse aber da denk ich immer "augen zu durch" und während des putzen guck ich nicht "ganz" so genau hin und meistens sum ich dann ein lied dabei oder rede mit dem pat. sprich: ablenkungsmanöver! :arrow:

wenn jem. erbricht habe ich keine probleme damit, wenn man sich davor ekelt ist natürlich schlecht weil man ja den pat. unterstützen muss aber ich denke mal darin wirst du dich schon gewöhnen!

lg karo
 
Hallo ihr lieben
Vielen Dank erstmal an jedem von euch.Ihr seid echt klasse:klatschspring:

Werde mal beim nächsten mal versuchen eure Tipps durchzusetzen.
Irgendwann kommt die Situation bestimmt nochmal auf mich zurück...

Liebe Grüße
 
Hab vor einiger Zeit mal im Kindergarten gearbeitet und dort haben sich die Kinder auch desöfteren erbrochen mein Tip "nur durch den Mund atmen" denn meistens ist der Geruch der Auslöser *gg*
 
Tja, Autopilot ist gut, auch die Kollegen zu bitten, aber die haben da meist den selben Ekel.

Eine Kollegin von mir hatte immer Tigerbalsam oder Minzöl in der Tasche den sie sich dann unter die Nase gerieben hat, war eine sehr gute Lösung. Allerdings muss man da immer noch hinschauen.

Es wird mit der Zeit besser, aber es hört nie auf.

Willkommen im Pflegeberuf!! :nurse:
 
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Hallo Catharina,

da bin ich noch mal.

Evtl. hilft dir folgende Überlegung:
Erinnere Dich daran, wie es für dich war, wenn du erbrechen musstest - als Kind oder überhaupt. Wer hat dir da wie geholfen? Was hättest du dir am meisten gewünscht? Weißt du noch, wie unangenehm es für dich war?

Eigentlich möchte man da keine Zuschauer haben. Und noch eigentlicher möchte man nichts mehr als einen Menschen, der in dieser ausgesprochen peinlichen und schmerzhaften und übelschmeckendriechenden und krampfigen und schwindeligen Situation so hilft, dass man die Hilfe annehmen kann. Wenn ich mich darauf konzentriere, ist der Rest etwas nebensächlicher und so vielleicht besser zu ertragen.
Weiß nicht, ob dir das weiterhilft. Aber so kann ich es "wegdrücken".

Alles Liebe
Berthild
 
Muss was lustiges erzählen!
Kollegin Nr.1 kann nicht sehen wenn jamand erbricht.
Andere Kollegin Nr.2 ruft aus einem Bewohner Zimmer :
Schnell bringt mir einer die Brechschale.
Kollegin Nr.1 läuft und bringt die Brechschale zu Nr.2.
In dem Moment erbricht Bewohner und gleichzeitig erbricht Kollegin Nr.1 mit in die Brechschale.
Das sieht Kollegin Nr. 2 und erbricht auch noch mit.
3 Leute über eine Brechschale.:D

Mussten hinterher selber uns darüber kaputt lachen.
Gruß Lydia
 
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jawoll, das is ja der hammer, da war die schale ja sicherlich ruckzuck voll:lol1::lol1::lol1::lol1::lol1:
 
Huhuuuu alle zusammen !!!

Ich habe das gleiche Problem wie Catharina und finde eure Tips klasse. Ich werde sie demnächst mal ausprobieren. Denn ich kann einiges sehen aber erbrochenes finde ich furchtbar. Das letzte mal wo ich mich dran erinnern kann noch nicht so lange her . Da hat eine Kollegin Eimer und Putzlappen genommen und ging rein und putzte das Zimmer. Das war schon heftig das Zimmer mußte aber Grundgereinigt werden so hat es da gerochen. Aber meiner Kollegin machte es nicht aus. Und ich stand wie versteinert vor dem Zimmer und hab mich geekelt. Ich habe sie nur bewundert.
Werde aber die Tips mal probieren.

Gruß Katja
 
hi....
also ich ärgere mich seit geschlagenen 5 jahren mit dem gleichen problem rum......:weissnix:
einfach dabei abschalten iss ne ganz gute sache.... wenns zu heftig wird: transpulmin unter die nase, mundschutz drüber und los gehts.

bei mir macht es auch keinen unterschied wer erbricht, können kind, kegel, katze oder patient sein....ich könnt mich daneben stellen....

kopf hoch:rocken:....alles nur menschlich.....liebe grüße, stephie
 
Erbrochenes ist ekelig. Klar.
Aber die Absolute Krönung sind Patiemten,
die ihren Auswurf über das Bett spucken.
Da fange ich auch nach 25 Jahren noch an zu würgen
:eek1:
 
Also ich denke Ekel ist was ganz normales, jeder ekelt sich vor etwas. Ich habe letztes Jahr im Oktober die Ausbildung zur Krankenschwester angefangen. Ich musste schon viele Sachen tun die vielleicht nicht zu meinen Lieblingsaufgaben gehören. Richtig ekelig fand ich davon aber nichts. Das einzige was mir wirklich zu schaffen macht, ist wenn jemand abgesaugt werden muss. (also wenn der Schleim aus den Bronchien gesaugt wird). Dieses Geräusch ist für mich nahezu unerträglich, aber ich muss auch versuchen damit klar zu kommen. Mir hilft es dann immer wenn ich an was anderes denke. Manchmal muss man sich halt zusammenreißen. Jeder wird irgendetwas haben wovor er sich ekelt. Ich habe in der ganzen Zeit noch niemanden getroffen, der sich vor nichts geekelt hat. Das geht auch den examinierten Schwestern nicht anders. Du musst für dich selber eine Methode finden damit umzugehen.
 
Da fange ich auch nach 25 Jahren noch an zu würgen
Hallo Binarella,

ich bin gerade nach über 25 Jahren viel empfindlicher geworden. Dinge, die mir wenig ausgemacht haben setzen mir heute mehr zu als früher. Selbst bei Film und Fernsehen kann ich mir nicht mehr sovieles ansehen und ich habe im Notfall eine Decke über dem Kopf. :rofl:

Liebe Grüße Brady
 

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