Eintrag in die Personalakte (Ermahnung)

Dieses Thema im Forum "Arbeitsrecht / Gesundheitsrecht / Krankenpflegegesetz" wurde erstellt von paulus, 04.03.2005.

  1. paulus

    paulus Newbie

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    Hallo,

    ich habe vor knapp drei Jahren einen Verweise in meine Personalakte bekommen, das eine Nebenakte existiert. In dieser Nebenakte befindet sich eine schriftliche Ermahnung (nicht Abmahnung). Unser Personalrat sagte mir damals, das diese Einträge nach vier Jgaren gelöscht werden. Unsere Personalabteilung war da anderer Meinung. Kennt sich jemand mit sowas aus ?

    Gruß paulus
     
  2. Ute

    Ute Poweruser

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    Hallo paulus,

    vorab, Du kannst jederzeit in Deine Personalakte Einsicht erhalten, dazu brauchst Du keinen Grund angeben. Du bist auch berechtigt, Abschriften aus Deiner PA zu fertigen. Ich hoffe, dass die Personalabteilung oder der Personalrat Dir vor drei Jahren auch schriftlich den Verweis vorgelegt hat, mit einer persönlichen Nachricht, dass Du eine Ermahnung erhalten hast! Damit Du Stellung dazu nehmen konntest?

    Verdi hat da einen guten Beitrag geschrieben:

    Abmahnung oder Ermahnung: Was ist der Unterschied?

    Ermahnungen und Abmahnungen zählen in der Arbeitswelt zu den Instrumentarien, mit denen der Arbeitgeber sanktionieren kann, wenn ein Arbeitnehmer seine Pflichten nicht einhält. Diese Pflichten können sich aus dem Arbeitsvertrag, Tarifvertrag oder aus einer Betriebsvereinbarung ergeben.

    Was ist eine Ermahnung?
    Was bedeutet eine Abmahnung?
    Welche Folgen hat die Abmahnung? Welche Rechte hat der betroffene Arbeitnehmer?
    Was ist eine Ermahnung?

    Bei dieser Maßnahme des Arbeitgebers, die mündlich oder schriftlich erfolgen kann, handelt es sich um eine „Rüge“ ohne Sanktionsfunktion. Sie ist als „Strafe” oder „Belehrung” zu verstehen.

    Mit der Ermahnung rügt der Arbeitgeber einen (vermeintlichen) Verstoß des Arbeitnehmers gegen dessen Pflichten. Er unterlässt es aber hierbei, auf mögliche rechtliche Konsequenzen bei Wiederholung des Pflichtverstoßes des Arbeitnehmers hinzuweisen. Bei der Ermahnung droht dem Arbeitnehmer auch im Wiederholungsfall deshalb grundsätzlich keine Kündigung. Ernst nehmen sollte er sie aber trotzdem.

    Was bedeutet eine Abmahnung?
    Diese Maßnahme des Arbeitgebers, die ebenfalls mündlich oder schriftlich erfolgen kann, ist die Erklärung des Arbeitgebers gegenüber dem Arbeitnehmer, pflichtwidriges Verhalten künftig nicht mehr hinzunehmen und bei Wiederholung arbeitsrechtliche Konsequenzen zu ziehen, d.h. kündigungsrechtliche Schritte einzuleiten.
    Die Abmahnung geht aus diesem Grund wesentlich weiter als die Ermahnung. Sie hat eine Hinweis- und eine Warnfunktion.

    Welche Folgen hat die Abmahnung? Welche Rechte hat der betroffene Arbeitnehmer?
    Das „pflichtwidrige” Verhalten des Arbeitnehmers muss genau dargestellt (Tag, Tageszeit, Ort) und beanstandet werden. Der Arbeitnehmer muss auf sein Fehlverhalten hingewiesen werden. Im Wortlaut der Abmahnung muss die arbeitsrechtliche Konsequenz bei Wiederholung des Fehlverhaltens genannt werden („... wenn, dann ...“).
    Der Betriebsrat ist vor Ausspruch der Abmahnung nicht anzuhören. Die Abmahnung wird in die Personalakte aufgenommen, darf in einem Arbeitszeugnis jedoch nicht erwähnt werden.

    Der Arbeitnehmer kann der Abmahnung widersprechen. Dieser Widerspruch geht dann ebenfalls in die Personalakte ein. Besteht der Arbeitgeber aber trotzdem auf der Abmahnung, kann der Arbeitnehmer hiergegen Klage beim Arbeitsgericht erheben.
    Die angedrohte arbeitsrechtliche Konsequenz aus einer Abmahnung kann verwirkt sein, wenn sich der Arbeitnehmer über längere Zeit korrekt verhalten hat. Die Abmahnung hat dann auf den Arbeitnehmer positiv eingewirkt.

    Wie viele Abmahnungen vor einer „verhaltensbedingten” Kündigung ausgesprochen werden müssen, ist pauschal nicht zu beantworten. Hier spielt auf jeden Fall die Schwere der Pflichtverstöße eine entscheidende Rolle.

    Quelle: www.verdi.de

    Noch mehr Infos:

    Ermahnung und Rüge dürfen in der Personalakte bleiben

    Ermahnung und Abmahnung in der Arbeitswelt

    Die Personalakte als große Unbekannte?

    Leider kann ich Dir auch nicht mehr sagen, ich finde dazu derzeit nichts genaueres!
    Und wer kann schon den BAT übersetzen??? :kloppen:

    Ich hoffe, Du kannst mit den Links etwas anfangen?

    Meld Dich mal, was Stand der Dinge bei Dir ist!
     
  3. paulus

    paulus Newbie

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    Son Schiet

    Danke für die Links,

    der mit der Ermahnung hat mir weitergeholfen. So wie es aussieht bleibt das Ding für immer drin. Aber was eine "ehrenrührige Aussage" ? Vieleicht kann ich die Ermahnung darüber da raus bekommen. Bevor die da rein kam, wurde sie mir schon vorgelegt, der Vorfall hat auch eine Menge Wind aufgewirbelt. Obwohl fast alle Vorwürfe von mir als Zweifelhaft dargestellt werden konnten. Bis auf einen, und das hat mir dieses Ding eingebrockt. Und der ist auch noch lächerlich.

    Gruß paulus
     
  4. flexi

    flexi Administrator
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    Hallo zusammen,
    bleibt noch das Stichwort "Nebenakte" über:
    Zur Frage der Entfernung gibt es ein erstinstanzliches Uteil:
    Für weitere Massnahmen setze dich bitte mit deiner Personalvertretung oder auch einem Fachjuristen in Verbindung.
     
  5. espoir

    espoir Stammgast

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    Wie ist das eigentlich mit der Personalakte:
    wenn ich jetzt den Arbeitsplatz wechsele zu einem anderen Arbeitgeber, bekommt der die Personalakte meines vorherigen Arbeitgebers und führt diese Akte weiter ? Oder wir bei jeder Arbeitsstelle eine neue Akte angelegt ?
     
  6. -Claudia-

    -Claudia- Board-Moderation
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    Letzteres.
     
  7. espoir

    espoir Stammgast

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    Also wird bei jeder neuen Arbeitsstelle eine neue Akte angelegt. Und im Arbeitszeugnis darf auch nichts von der Ermahnung oder dem Verweis stehen...dann verstehe ich nicht recht, warum immer soviel aufhebens drum gemacht wird ?
    Klar kann bei der 2. Abmahnung eine Kündigung folgen, aber was ist nun wirklich das Schlimme an der Abmahnung ?
     
  8. nachtfan

    nachtfan Stammgast

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    Hallo !

    Wenn Du auf Grund von Abmahnungen gekündigt wirst ist doch wohl schlimm
    genug.
    Und wenn Du beim nächsten Einstellungsgespräch auch noch frank und frei
    angibst warum Du gekündigt worden bist wird der AG seine Stirn in Falten legen.
    Aber auch ohne Angabe des Kündigungsgrundes betreiben viele AG (verbotene) Nachforschungen.
    Also eine AG-Kündigung ist meißtens nicht gut im Arbeitslebebenslauf.

    LG
     
  9. -Claudia-

    -Claudia- Board-Moderation
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    Die Abmahnung hat eine Warnfunktion vor der Kündigung. Sprich: Der Arbeitgeber weist Dich auf ein Fehlverhalten hin, das so schwerwiegend ist, dass Dir im Wiederholungsfall die Kündigung droht.

    Ob Dein Verhalten fehlerhaft war oder ob dieser Fehler so schwer wiegt, darüber sind AG und AN sicher oft geteilter Meinung. Deshalb macht der AN dann "Aufhebens" von der Sache.

    Wiederholtes Zuspätkommen ist ein gutes Beispiel für einen Grund zu Abmahnung und Kündigung. Manch einer mag das als Lappalie ansehen, solange er seine Arbeit macht. Der Arbeitgeber sieht das oft nicht so locker. Und das Arbeitsrecht ist in diesem Fall auf seiner Seite.
     
  10. espoir

    espoir Stammgast

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    okay danke, ist mir jetzt klarer geworden.
     
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