Einsicht der Patienten in ihre Patientenakte erlaubt?

Dieses Thema im Forum "Arbeitsrecht / Gesundheitsrecht / Krankenpflegegesetz" wurde erstellt von brezel146, 09.12.2008.

  1. brezel146

    brezel146 Junior-Mitglied

    Registriert seit:
    06.04.2007
    Beiträge:
    53
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    Gesundheits- und Krankenpflegerin
    Ort:
    Vechelde
    Hallo,

    ich möchte gerne wissen, ob ein Pat. ein Recht darauf hat nach seiner Entlassung aus der Klinik seine Akten einzusehen? :gruebel:
    Und wenn ja, steht das gesetzlich irgendwo niedergeschrieben?

    Ich hoffe es kann mir jemand weiterhelfen.

    Liebe Grüße,
    brezel146
     
  2. Maniac

    Maniac Poweruser

    Registriert seit:
    09.12.2002
    Beiträge:
    9.602
    Zustimmungen:
    82
    Akt. Einsatzbereich:
    Krankenhaus
    Funktion:
    Führungskraft
    Wär ja noch schöner - wenn nicht...
     
  3. Touhy

    Touhy Stammgast

    Registriert seit:
    23.10.2006
    Beiträge:
    305
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    Bürokauffrau
    Funktion:
    Buchhaltung
    den Irrtum hat google aufgeklärt
     
  4. Lin

    Lin Poweruser

    Registriert seit:
    28.12.2007
    Beiträge:
    1.528
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    Krankenschwester
    Akt. Einsatzbereich:
    Urologie
    Wie kommst du darauf?
    Meines Wissens, hat der Pat. auch das Recht in die Pflegedoku Einsicht zu nehmen.

    Siehe dazu (PDF):
    **Hier stand ein Link... diese Verlinkung war defekt und wurde vorübergehend entfernt**

    Gruß,
    Lin
     
  5. Nutella Woman

    Nutella Woman Poweruser

    Registriert seit:
    25.06.2004
    Beiträge:
    546
    Zustimmungen:
    1
    Beruf:
    GuKP; B.A. Pflege- & Gesundheitsmanagement, QMB, M.A. Sozialmanagement
    Ort:
    Ruhrgebiet
    Akt. Einsatzbereich:
    QM, Chefin für FSJler
    Er darf Einsicht nehmen - eventuelle Kopien muss er auf eigene Kosten anfertigen lassen (darf die Akten also nicht mitnehmen zum selber kopieren). Gibt es auch diverse Gerichtsurteile zu.
     
  6. Babsi12

    Babsi12 Stammgast

    Registriert seit:
    15.10.2008
    Beiträge:
    289
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    Krankenschwester
    Akt. Einsatzbereich:
    OP
    HI

    Während meiner Ausbildung wurden wir mal darauf aufmerksam gemacht, wir sollten die Patientenakte mit gewählten Worten ausfüllen, denn manche Pat. wollen die lesen und sind sauer, wenn sowas drinsteht, wie "war ungehalten" ; oder ähnliches.
    Die dürfen das lesen oder? Das ist ihr Recht:gruebel:

    Liebe Grüße
     
  7. Touhy

    Touhy Stammgast

    Registriert seit:
    23.10.2006
    Beiträge:
    305
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    Bürokauffrau
    Funktion:
    Buchhaltung
    In der Psychiatrie gibts da aber eine andere Regelung
     
  8. escondido

    escondido Junior-Mitglied

    Registriert seit:
    21.11.2008
    Beiträge:
    33
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    Krankenpfleger
    Akt. Einsatzbereich:
    Innere Abteilung
    Funktion:
    Praxisanleiter
    Ich glaube schon, dass der Patient das Recht hat, seine Akten einzusehen. Deswegen ist es auch immer wichtig, sachlich zu schreiben und nicht auf die emotionale Schiene abzuschweifen, dies muss man manchmal auch neuen Schülern immer wieder klar machen.
     
  9. Lin

    Lin Poweruser

    Registriert seit:
    28.12.2007
    Beiträge:
    1.528
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    Krankenschwester
    Akt. Einsatzbereich:
    Urologie
    Dann muss ich mich entschuldigen, in der Psychiatrie weiß ich nicht wie es rechtlich aussieht.

    Bei uns haben die Pat. die Möglichkeit, sich ihre akutellen Befunde im Sekretariat ausdrucken zu lassen, eine Kopie der Krankengeschichte (samt Pflegedoku) können sie sich im Büro für Pat.anregungen/beschwerden/... (ich weiß leider nicht wie das genau heißt) anfertigen lassen. Es gibt häufig Pat., die von ihrem Hausarzt Besuch bekommen und die Einsicht nehmen wollen. Wir müssen auch ihnen die Krankengeschichte aushändigen - natürlich mit Erlaubnis des Pat. und unter unserem wachsamen Auge :-).

    Wir müssen penibel darauf achten, die Doku objektiv zu halten, wird auch immer wieder mal kontrolliert.

    Gruß,
    Lin
     
  10. brillexxx

    brillexxx Junior-Mitglied

    Registriert seit:
    29.10.2008
    Beiträge:
    68
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    Krankenschwester
    Ort:
    Hannover
    Akt. Einsatzbereich:
    Gastroenterologie, Onkologie
    Funktion:
    Praxisanleiterin
    Also ich arbeite in der Psychiatrie und kann sagen das auch bei uns jeder Patient das Recht hat seine Akte einzusehen. Dies wird ihm ausschließlich in Akutphasen verwährt, in denen ein Rückschlag in Bezug auf die Therapie zu erwarten ist. Zum Beispiel brauche ich einem wahnhaften Patienten mit gänzlich fehlender KH-Einsicht nicht zu zeigen das die letzten 5 Seiten Pflegeberichte darum gehen das er halluziniert.... Das macht wenig Sinn, aber das Recht hätte er trotzdem.
    Wem ich es verwehren darf, sind Angehörige, auch wenn der Patient zehnmal sein Einverständnis gibt. In solchen Momenten entscheide dann ich aufgrund der Erkrankung das der Patient aktuell nicht in der Lage ist solche Entscheidungen zu treffen.
    Gab bisher keine Probleme damit.:nurse:
     
  11. Touhy

    Touhy Stammgast

    Registriert seit:
    23.10.2006
    Beiträge:
    305
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    Bürokauffrau
    Funktion:
    Buchhaltung
    interessant.
    meine eigenen Akten durfte ich mit der Begründung, dass es den
    Therapieerfolg gefährdet nie einsehen. Die Arztbriefe habe ich zwar
    bekommen, die sind aber sachlich gehalten.

    Dann werd ich doch direkt mal einen Antrag stellen, dass mir die gesamte
    Dokumentation ausgehändigt wird.
     
  12. brillexxx

    brillexxx Junior-Mitglied

    Registriert seit:
    29.10.2008
    Beiträge:
    68
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    Krankenschwester
    Ort:
    Hannover
    Akt. Einsatzbereich:
    Gastroenterologie, Onkologie
    Funktion:
    Praxisanleiterin
    Das solltest du tun, allerdings kenn ich die Einsicht nur im Beisein des Arztes. Die Frage bleibt nur offen was es Dir bringt deine Pflegedokumentation zu lesen.... Viel Erfolg
     
  13. brezel146

    brezel146 Junior-Mitglied

    Registriert seit:
    06.04.2007
    Beiträge:
    53
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    Gesundheits- und Krankenpflegerin
    Ort:
    Vechelde
    Danke erstmal an alle für die Antworten.

    In meinem Fall geht es auch um einen psychatrischen Aufenthalt eines Familienmitglieds. Der Hausarzt hat zwar den Entlassungsbericht bekommen, darf diesen jedoch nicht weitergeben und auf eine freundliche Nachfrage auf Einsicht der Akten wurde es verwehrt mit der Aussage der behandelnde Arzt hätte ja die Unterlagen.
    Aber dort darf er ja auch nicht reinschauen.

    Ich werde mir jetzt in Ruhe nochmal eure Links anschauen,
    und vielen Dank nochmal.

    Lieben Gruß brezel146
     
  14. Krissy84

    Krissy84 Junior-Mitglied

    Registriert seit:
    24.01.2006
    Beiträge:
    84
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    Krankenschwester, Studentin PM, Kauffrau im Gesundheitswesen
    Ort:
    NRW
    Akt. Einsatzbereich:
    Seniorenzentrum
    Hallo zusammen,

    grundsätzlich haben Patienten immer das Recht, Einsicht in ihre Dokumentation zu nehmen (davon ausgenommen sind Notizen vom Arzt und Pflegepersonal).
    Bei psychiatrischen Erkrankungen dürfen Patienten nur dann Einsicht nehmen, wenn ihre Gesundheit dadurch nicht gefährdet wird.

    LG, Krissy
     
  15. Touhy

    Touhy Stammgast

    Registriert seit:
    23.10.2006
    Beiträge:
    305
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    Bürokauffrau
    Funktion:
    Buchhaltung
    was aber sind Notizen?
     
  16. Krissy84

    Krissy84 Junior-Mitglied

    Registriert seit:
    24.01.2006
    Beiträge:
    84
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    Krankenschwester, Studentin PM, Kauffrau im Gesundheitswesen
    Ort:
    NRW
    Akt. Einsatzbereich:
    Seniorenzentrum
    Randnotizen, welche nicht zur offiziellen Dokumentation gehören.
     
  17. intensivotter

    intensivotter Senior-Mitglied

    Registriert seit:
    18.09.2007
    Beiträge:
    105
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    Fachkrankenschwester
    Akt. Einsatzbereich:
    ITS
    Hallo!
    Meines Wissen nach haben Patienten,der Hausarzt und ein Bevollmächtiger des Pat. jederzeit das Recht die Pat.akte einzusehen und zwar, wie es so schön heißt:"in die naturwissenschaftlichen objektivierbaren Befunde und Behandlungsfakten".Dazu gehören beispielweise Pflegedokumentationen, Fieberkurven,Op-berichte etc.
     
  18. Jumanji

    Jumanji Senior-Mitglied

    Registriert seit:
    12.09.2008
    Beiträge:
    136
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    Krankenschwester
    Ort:
    NRW
    Hallo,

    ich kenne es auch, dass man Anspruch auf Einsicht in Krankenakten hat. Allerdings scheint es da bei psychiatrischen Befunden die ein oder andere Ausnahme zu geben. Denn dort liest man sehr häufig den Vermerk "streng vertraulich, keine Abgabe an den Patienten! Weitergabe nur nach Rücksprache mit dem Unterzeichner".
    Sicher kann es im Einzelfall so sein, dass man Patienten in der Akutphase nicht mit einem Arztbrief konfrontieren sollte. Allerdings finde ich es ein Unding, dass so Patienten generell Befunde vorenthalten werden können. Ich persönlich würde wissen wollen, was ein Psychiater über mich schreibt, sollte ich mal zu einem hin müssen (was ich nicht hoffe).

    Für mich persönlich wäre es wichtig, jederzeit die Möglichkeit zu haben Unterlagen einzusehen und mir selber ein Bild zu machen. Für mich ein wichtiges Moment um Vertrauen zu fassen und zu erhalten. Denn wenn ein Arzt mir Einblick in meine Daten verwehren möchte, dann habe ich persönlich den Eindruck, dass der mich anschwindeln möchte oder was zu verbergen hat.

    Jumanji
     
  19. karola1

    karola1 Stammgast

    Registriert seit:
    21.03.2008
    Beiträge:
    213
    Zustimmungen:
    0
    Beruf:
    Fachkinderkrankenschwester
    Ort:
    Weinstraße
    Akt. Einsatzbereich:
    Neo-Intensiv
    hallo zusammen,

    es gilt der § 810 des BGB

    Patienten, bzw. bei minderjährigen Patienten die Eltern, Pflegeeltern oder ein Vormund als Bevollmächtigte haben einen gesetzlichen Anspruch auf Einsicht in die Krankenunterlagen.

    Bei betreuten Erwachsenen verfügt deren jeweilige Betreuer über Akteneinsichtsrecht.

    Vom ärztlichen oder pflegerischen Personal empfundene und schriftlich festgehaltene subjektive Einschätzungen zum Befinden des Patienten werden nicht in der Tages- oder Wochenkurve oder in den Akten aufbewahrt, sondern gesondert notiert und aufbewahrt. Auf die Einsicht und/oder Herausgabe einer Kopie dieser Notizen hat der Patient keinen Rechtsanspruch.

    wer bei google §810 BGB eingibt, hat auch noch jede Menge Lesestoff...
    viel Spaß
     
Die Seite wird geladen...
Ähnliche Themen - Einsicht Patienten ihre Forum Datum
Einsicht Patientenakte - delegierbar?? Arbeitsrecht / Gesundheitsrecht / Krankenpflegegesetz 29.09.2016
Umgang mit jungen, uneinsichtigen Patienten Talk, Talk, Talk 28.03.2010
Einsicht der Patientendoku nach Tod durch Angehörige? Arbeitsrecht / Gesundheitsrecht / Krankenpflegegesetz 20.03.2007
Einsicht in die eigene Krankenakte bei Bewerbung? Adressen, Vergütung, Sonstiges 13.02.2013
Durchs Examen gefallen: was beachten bei Einsichtnahme in Prüfungsunterlagen? Rund um die Abschlussprüfung (Examen) 06.08.2009

Diese Seite empfehlen

  • Über uns

    Unsere Online Community für Pflegeberufe ist eine der ältesten und mitgliederstärksten im deutschsprachigen Raum (D/A/CH) und wir sind stolz darauf, dass wir allen an der Pflege Interessierten seit dem Jahr 2000 eine Plattform für unvoreingenommene, kritische Diskussionen unter Benutzern unterschiedlicher Herkunft und Ansichten anbieten können. Wir arbeiten jeden Tag mit Euch gemeinsam daran, um diesen Austausch auch weiterhin in einer hohen Qualität sicherzustellen. Mach mit!

    ©2000-2016 - www.krankenschwester.de - Die Online Community für Pflegeberufe

  • Schnellnavigation

    Öffne die Schnellnavigation

  • Unterstützt uns!

    Unser Team von www.krankenschwester.de arbeitet jeden Tag daran, dass einerseits die Qualität sichergestellt wird, um kritische und informative Diskussionen zuzulassen, andererseits die technische Basis (optimale Software, intuitive Designs) anwenderorientiert zur Verfügung gestellt wird. Das alles kostet viel Zeit und Geld, deshalb freuen wir uns über jede kleine Spende!

Ich stimme zu Weitere Information

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.