Einsatz in der Psychiatrie

Denia

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Mich interessiert, was man eigentlich machen muss, wenn man in der Psychiatrie 'arbeitet'(also während der ausbildung)
Kommt man während der Kinderkrankenpflege Ausbildung nur in die Kinder- und Jugendpsychiatrie oder auch in die, für Erwachsene??

Viele Grüße

Denia
 
B

Brady

Gast
Hallo Denia,

kann Dir leider nur aus dem Bereich "Erwachsene" vom Einsatz der Schüler in der Psychiatrie berichten.

Lernziele

Psychiatrische Pflege:

-den Pflegealltag auf der Station kennen und ihn beschreiben können.
-das Training von Alltagsfähigkeiten als wichtige Aufgabe anerkennen.
-Tagesablauf und Wochenplan der Station beschreiben können.
-Organisation und Durchführung von Außen-/Freizeitaktivitäten in der
Gruppe kennenlernen und darüber berichten können.
-bereit sein, Kontakt mit Patienten aufzunehmen und mit ihnen in eine
pflegerische Beziehung treten.
-Befinden und Verhalten des Patienten beobachten und darüber berichten
können.
-Prinzipien der Pflegeplanung psychisch Kranker kennen und an einfachen
Beispielen erläutern können.
-Die Dokumentation kennen und deren Schwerpunkte beschreiben können.
-Die Aufnahme- und Entlassungssituation in der Psychiatrie kennen und mit
anderen Bereichen vergleichen können.
-wissen, welche Sicherheitsaspekte auf der Station besonders zu
beachten sind und deren Notwendigkeit erkennen.

Therapeutische Maßnahmen

-an Visiten teilnehmen und darüber berichten können.
-Beschäftigungs- Arbeitstherapie und andere Therapien kennenlernen und
deren Zielsetzung beschreiben können.
-Die wichtigsten Regeln im Umgang mit Medikamenten kennen.

Kommunikation

-Die Bedeutung der Reflexion der Arbeit erkennen
-Patienten in ihrem sozialen Umfeld wahrnehmen und darüber berichten
können.
-Bedeutung von Nähe und Distanz in der Psychiatrie einschätzen können.
-wissen, daß Besprechungen mit Patienten wichtig sind.
-Gespräche mit Patienten über den Alltag führen und die Bedeutung der
Gespräche erkennen.
-sich nicht vereinnahmen lassen.
-Mitarbeiterbesprechungen als wichtig anerkennen.

Bei weiteren Fragen.....bin gerne bereit....

Liebe Grüße Brady
 

Denia

Newbie
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Berlin
Oh....ist ja ne Menge! Vielen Dank dafür, Brady! Jetzt kann ich mir auf jeden Fall ein besseres Bild machen als vorher.
Naja ich denk mal in der K.- und J. Psychiatrie wird das auch so in etwa ablaufen!

Und, hat dir das Spaß gemacht? Unterscheidet sich die arbeit in der psychiatrie sehr von der auf 'normalen' stationen?
 
B

Brady

Gast
Hallo Denia,

bin seit vielen Jahren in der Psychiatrie beschäftigt und diese Arbeit bedeutet mir auch sehr viel.

Die Unterschiede sind, daß die Arbeit mit sehr viel Kommunikation zu tun hat. Mit den Patienten und auch mit dem Team. Seine eigenen Anteile zu berücksichtigen und auch sein eigenes Verhalten zu reflektieren.

Zum Beispiel nicht Dinge für Patienten zu übernehmen, welche sie selber in Eigenverantwortung machen können. Weil dies oft einfacher ist "es selber als Pflegender zu tun", als sich mit dem Patienten darüber auseinanderzusetzen warum er dies nicht macht, oder warum er es ablehnt. Dabei kann sich rausstellen, daß der Patient es vielleicht nicht kann, daß er davor Angst hat, oder er hat ein Problem damit Verantwortung zu übernehmen, usw....

Oder Patient kommt z.B. von der Massge mit einem Zettel wo seine ganzen Folgetermine draufstehen, will er abgeben, damit wir ihn erinnern, diesen Zettel nehme ich nicht an. Es ist seine Verantwortung die Termine zu einzuhalten. Wenn er dies nicht kann, werde ich mit ihm gemeinsam überlegen wie er das selbständig leisten kann. Nennt man auch die "helfende Hand" in der Tasche.

Natürlich sollte man wissen, ob es auch in dem Fall angebracht ist. Ob der Patient es auch leisten kann. Aber durch solche praktische Aufgaben erkennst Du viel und kannst ihn auch dort abholen wo er steht.

Ich nehme immer gerne das Beispiel von der alten Dame, die im Hausflur steht und mit dem Schlüssel ihre Wohnung aufschließen will. Ihr fällt der Schlüssel hin. Der Laie bückt sich natürlich und hilft der alten Dame den Schlüssel aufzuheben. Der Profi schaut zu, wie sie es macht...ob sie sich bücken kann. Wenn sie es nicht kann, dann übt er es mit ihr....Denn wenn sie den Schlüssel nicht aufheben kann, kann sie nicht in ihre Wohnung...Sie müsste ins Altenheim...Denn es ist nicht immer jemand dabei, der helfen kann oder es auch tut.

Frage einfach nach, wenn Dir Dinge nicht einleuchtend sind. Erkennt man oft nicht auf den ersten Blick. Also keine Hemmungen wenn Dir was unklar sein sollte. Fragen hilft und es gibt Dir Sicherheit wenn Du es verstehst.

Habe Dir mal so kurz was darüber geschrieben, es gibt sehr viele interessante Dinge die Du dort lernen kannst. Gehe einfach unbefangen darauf ein und Du wirst sehen, es gibt auch Dinge die Du kennst.

Alles Gute zu deinem Einsatz Brady
 

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