Einsatz in der Psychiatrie

Dieses Thema im Forum "Ausbildungsinhalte" wurde erstellt von Coco206, 11.09.2007.

  1. Coco206

    Coco206 Senior-Mitglied

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    Mein nächster Einsatz ist vier Wochen in der Psychiatrie (Station weiss ich leider noch nicht).
    Deswegen wollte ich gerne wissen, wie Euer Einsatz in der Psychiatrie während der Ausbildung war.
    In welchem Ausbildungsjahr wart Ihr, auf welcher Station wurdet Ihr eingesetzt, was waren Eure Lernziele, was durftet/solltet Ihr machen usw.

    Freue mich über zahlreiche Antworten!
     
  2. littlejess

    littlejess Junior-Mitglied

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    IMC-Kardiologie und Herzchirurgie
    Hallo,

    ich war anfang dritten Lehrjahres in der Psychiatrie. Ich war auf eine Akutaufnahme eingesetzt und das 9Wochen (Partnervertrag). Es war sehr interessant,weil man da die ganzen krankheitsbilder akut miterleben konnte. Es gab natürlich mal ruhigere Tage sowie auch turbulentere Tage, z.B wenn ein Patient isoliert oder zwangsmediziert werden musste. Das kam zwar nicht oft vor, aber mich hat das teilweise bisschen mitgenommen in manchen Fällen. Deshalb bin ich froh, dass es Schwestern und Pfleger gibt, die das echt gut können.
    Sonst waren die Schüleraufgaben folgende: -Spaziergang bzw Ausgang mit Patienten (die Station war geschlossen und manche durften ohne Aufsicht nicht raus), Sachen für Patienten besorgen, die nicht raus durften, Begleitung bei Arztbesuchen, Küchenarbeiten.
    War eine sehr interessante Zeit und ein wichtiger Einsatz. Vorallem, weil man danach wirklich einschätzen kann, ob das Fachgebiet geeignet für einen ist oder nicht!

    Schönen Abend noch

    Littlejess
     
  3. Karo6

    Karo6 Poweruser

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    hey,

    ich war in meiner ausbildung 11 wochen auf der offenen psychiatrie, im 3. kurs, kurz vor meinem examen, das hies damals für mich, weil ich vor und nach dem einsatz immer lange schulblöcke hatte, das ich ein halbes jahr aus der pflege raus war. das war richtig schlimm für mich, da ich auf meiner examensstation nur 2 wochen einarbeitungszeit hatte und danach mein praktisches examen absolvieren musste! aber irgendwie habe ich es ja geschafft, zum glück!:-)

    auf der psychiatrie waren meine aufgaben:

    -morgentlicher spaziergang (jedoch wenn super gutes wetter war ist dann für mich eine examinierte gegangen, im regen durfte ich dann wieder!!!)
    -tägl. RR messen
    -begleitung zu untersuchungen/therapien
    -dabei sein bei gesprächsrunden
    -i.m. spritzen
    -begleitung zum kegeln, ich alleine mit den pat.

    und wie ich meinen psychiatrie einsatz fand??

    nicht gut weil ich nur an mein examen dachte und weil ich am ende meines einsatzes von einer pat. körperlich angegriffen wurde und ich dieses erlebnis nie vergessen werde! da gebe ich aber nicht der pat. die schuld sondern meinen kollegen!

    LG
     
  4. Ramona3

    Ramona3 Junior-Mitglied

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    Pflegepädagogik
    Hallo an alle!!!

    Ich bin Ende 2. Anfang 3. Kurs und hab grad meinen Psychiatrieeinsatz. Ich hab mich scho ewig drauf gefreut und ich bin keineswegs enttäuscht worden. Es ist wirklich super hier. Ich weiß nicht warum, aber ich fühle mich hier total wohl, fast besser also in einem normalen Krankenhaus. Man hat viel Zeit Gespräche mit den Patienten zu führen, das Team ist sehr wichtig, man spricht alles genau ab. Auch die Beziehungen Arzt-Pflege-Therapeuten sind viel besser. Natürlich ist es manchmal nicht leicht, viele unvorhergesehene Dinge passieren, Menschen verletzten sich selbst, müssen ihre Arbeit aufgeben, weil sie duch ihre Psychosen zu stark eingeschränkt sind etc. Also es ist manchmal nicht ganz ohne.
    Aber ich würd hier jederzeit wieder arbeiten. Es ist immer Abwechslung drin und man muss oft kreativ sein.
    Einfach super.

    Liebe Grüße, Ramona
     
  5. Sr.Sandra

    Sr.Sandra Stammgast

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    Akt. Einsatzbereich:
    Psychiatrie/Traumatologie/Geburtsmedizin
    Ich hatte meinen Psychatrieeinsatz Mitte des 2. Lehrjahres.
    Ich hatte total angst davor weil ich während der Theorie von 3 1/2 Wochen im Krankenhaus lag und dann auf eine geschlossene akutstation sollte.
    Aber ich bin tapfer dorthin gegangen, wurde gleich zu beginn (war grade auf der station angekommen) von einem Pat. richtung ausgang gedrückt (PP half da aber klasse das zu verhindern) und war dann erstmal geschockt.
    Hab dann dem Stationsleiter meine Situation dargestellt und er hat mich einem Pfleger zugeteilt mit dem ich 2 Tage mitgehen konnte.
    Hab da festgetellt das die Arbeit recht leicht ist. Am 3. Tag habe ich dann eine depressive Pat. erhalten um die ich mich selbstständig früh (waschen und zum essen begleiten (oft mit langem überrreden)) und zum Mittag kümmern durfte.
    Ab und zu bin ich auch mit den anderen Pat. zu untersuchungen und Therapien gegangen. Nach 2 Wochen durfte ich sogar mit 2 Pat. zum einkaufen und später auch mit mehreren Pat. Spazieren gehen, dabei ist mir leider auch einer weggelaufen, habe ih aber wieder einholen können (war eine blöde erfahrung)
    Am ende meinte der Stationsleiter ich war eine sehr gute Schülerin und wenn ich lerne meine ängste vor den etwas schwereren Fällen abzulegen würde ich eine gute Psychatrieschwester werden. :-)
    Nach der Ausbildung war ich auch noch 2-3 Monate als Leasingkraft auf mehreren Psychatrischen Stationen und könnte mir inzwischen vorstellen da für ein paar Jahre zu arbeiten:lol:
     
  6. clairegrube

    clairegrube Junior-Mitglied

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    Akt. Einsatzbereich:
    Anästhesie
    Hallo,
    mein Psychiatrie-Einsatz war zu Beginn des dritten Kurses, ich war auf einer geschlossenen Station für Patienten mit Langzeitfolgen bei Suchterkrankungen. Zweifelsohne 2 Monate, die mich absolut geprägt haben. Morgens habe ich die Patienten geweckt und habe sie bei der Körperpflege angeleitet (klingt einfach, ist aber recht anstrengend wenn jemand gar nicht weiß, was er/sie mit Waschlappen und Seife anfangen soll). Danach beim Essen überwachen, dass die Patienten ihre Diät einhalten und nicht vom Nachbarteller klauen, Medikamente unter Aufsicht verteilen. Nach dem Frühstück Begleitung zur Arbeitstherapie, etc., Spaziergänge, gedächtnisfördernde Gesellschftsspiele, und Gespräche führen. BZ-Kontrollen, RR-Messen, Gewichtskontrollen, Verbände gehörten auch zu meinen Aufgaben.
    Ich fand es schon sehr eindrucksvoll, dass Patienten aus wirklich ALLEN Alters- und Gesellschaftschichten dort waren, vom Óbdachlosen bis zum Millionär war wirklich alles vertreten, und ich fand es so heftig, dass manche Patienten sich nicht einmal 5 Minuten lang merken konnten, wo ihr Zimmer war.
    Wie gesagt, ich fand es eine sehr prägende Zeit, mich haben die vielen Gespräche doch sehr beschäftigt.
    Noch was Schönes: Hab vor Kurzem einen ehemaligen Patienten auf der Strasse getroffen, der mich gleich wieder erkannt hat, es geht ihm gut, er hat eine Wohnung und Arbeit und ist bis jetzt "trocken":-)
     
  7. bkh-brothers

    bkh-brothers Junior-Mitglied

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    Auszubildender in der Gesundheits- und Krankenpflege
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    Hi Coco,
    Psychatrie selbst ist eigentlich voll intressant! Wenn du nicht gerade auf eine geronto-einrichtung kommst hast du körperlich wahrscheinlich wenig zu tun, aber dafür ist der Alltag mit den psychisch Erkrankten sehr schwierig und anstrengend.
    ich weiss das weil ich in einer Psychatrie meine Dreijährige mache und schon viel Kontakt mit den Erkrankten hatten. Momentan bin ich auf Der Kinder und Jugendpsychatrie --> total intressant die Krankheitsbilder die Symptome alles einfach da kommst du mit schizophrenie manie essstörungen depressionen zusammen du siehst einfach so vieles.
    also dein Einsatz wird auf alle Fälle eine Bereicherung

    Viel spass

    :lol:benjamin bkh-brother:lol:
     
  8. moenie

    moenie Junior-Mitglied

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    Onkologie
    Hi Coco!
    Ich hatte meinen Psych. Einsatz Anfang OK und war auf einer offenen Station eingesetzt auf der überwiegend Patienten mit Angst- und Zwangserkrankungen therapiert wurden; hatten manchmal aber auch Pat mit Depressionen bipolaren Stör.und Schizophrenie.
    Die ersten zwei drei Wochen war nicht so viel los, war ja alles ganz anders als in der Somatik:smoking: ich bin einfach viel mitgegangen,hab essen verteilt,RR gemessen und jede Menge Fachliteratur gewälzt. Hab natürlich auch viel länger gebraucht um Zugang zu den Pat zu bekommen
    Später dann gehörte auch zu meinen Aufgaben Medis stellen und verteilen, Pat beobachten Infos weitergeben und die Doku. ganz am Schluß durfte ich auch bei ein zwei Pat Tagesbezüge übernehmen. Hatten zu der Zeit auch einen schwer depressiven Pat der EKT´s (Elektrokrampftherapie-> es wird im op in Vollnarkose eine Art epileptischer Anfall ausgelöst was bei Depr. helfen soll) zweimal die Woche bekommen hat; dahin mußte ich ihn begleiten und hinterher 1:1 ÜB mit viglanz engmaschigen VZ kontrollen, kontinuierlich o2 und infusions thera.:lol:hab ich gern gemacht,die kollegen waren ausserdem wohl nich mehr ganz so fit auf dem Gebiet.
    Alles in Allem kann ich nur sagen dass es mir wirklich sehr sehr viel Spass gemacht hat, es ist natürlich auch sehr anspruchsvoll und teilweise sehr anstrengend aber ich hab mir kurzfristig überlegt dort die Stelle nach meinem EX anzutreten die mir die STl angeboten hat:bussis:(möchte aber doch lieber erst n bisschen in der Somatik rumschwirren)

    lg und viel spass bei deinem Einsatz
     
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