Eine Hand fixieren ohne Richter

Dieses Thema im Forum "Gesetze und Rechtsfragen in der Altenpflege" wurde erstellt von MalcolmDD, 10.03.2012.

  1. MalcolmDD

    MalcolmDD Newbie

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    hallo,

    ich mach grad eine WB als Praxisanleiter & unsere Rechtsdozenten meinte letzte Woche, dass es ein Grundsatzurteil des BGH in Sachen Fixierung geben soll, dass das Fixieren einer Hand erlauben soll, wenn der Patient sich immer die Kanüle zieht, z. B.
    Kennt jemand dieses Urteil? Gibt es den Ärzten oder dem Pflegepersonal mehr Handlungsspielraum?
    Bitte keine Debatte über Fixierungen ... :-)
     
  2. Eisenbarth

    Eisenbarth Poweruser

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    geht es darum, ob eine fixierung erlaubt ist, falls kanülen gezogen werden könnten, oder speziell nur um diese ein-hand-fixierung?
     
  3. Ich frage mich, welcher Zweck damit verfolgt wird. "Sinn" (Sofern es einen gibt) macht das ja dann nur, wenn die andere Hand paretisch ist/nicht mehr nutzbar beschädigt - wie auch immer.

    Und um welche Einrichtungen geht es? Stationär? Ambulant? Amb/int?

    Und was bringt es uns, in Sachen Fixierung einen "erweiterten" Handlungsspielraum zu haben? Ich seh weiterhin die Gefahr dass aus einer Hand schnell mehr wird - und bin gespannt, ob jemand dieses Urteil findet - ich würd es gern lesen! :nurse:
     
  4. amezaliwa

    amezaliwa Poweruser

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    Mir auch nicht bekannt.
    Frag doch nächste Woche noch mal nach WO das nachzulesen ist und stell das dann hier rein.
     
  5. thorstein

    thorstein Poweruser

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    Kann mich da nur anschliessen. dieses Urteil würde mich auch interessieren.
     
  6. Bluestar

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  7. Eisenbarth

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    wo genau in den ca 6 din-a4-seiten?
     
  8. Bluestar

    Bluestar Poweruser

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    Link 1: Punkt 1
    Link 2: Punkt 3
     
  9. Eisenbarth

    Eisenbarth Poweruser

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    mich würde immer noch interessieren, wie die eingangsfrage d. TE eigentlich gemeint war.
     
  10. Maniac

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    Danke... :thinker:

    Die Frage ist doch eindeutig...

    Fixierung EINER Hand, aus genanntem Grunde.

    Wenn die andere Hand nicht benutzbar ist (Bsp: Plegie), dann käme das einer Vollfixierung gleich - so könnte dieses Urteil, wenn es dies denn Gäbe, sicher nicht ausgelegt werden.

    Sinn macht es aber trotzdem: Desorientierte Pateinten reißen sich doch gern mal einen Zugang raus - ist diese Hand aber fixiert, wird nichts weiteres unternommen, um an den Zugang dran zu kommen. Sooo störend scheint er nicht zu sein.

    Haben wir ab und an mal. Also das wir nur eine Hand fixieren müssen, um das Problem zu vermeiden.

    Also wenn es so ein Urteil gibt, interessiert es mich auch ;) Habe aber auch noch nicht gesucht...
     
  11. Eisenbarth

    Eisenbarth Poweruser

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    ich frage mich eher, warum es nicht erlaubt sein sollte.

    einpunkt, zwei, drei, fünf, sieben... alles erlaubbar.

    ich verstehe ehrlich gesagt die frage nicht so ganz.
     
  12. thorstein

    thorstein Poweruser

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    Aber genau darum geht es doch. Warum sollte eine liegende Kanüle ein rechtfertigender Notstand sein? Wie gross ist also die Gefahr? Es ist doch auch kein Zufall, dass dieses Beispiel in den Fallbeschreibungen nicht auftaucht. Einen richterlichen Beschluss bekommt man doch innerhalb eines Tages.
     
  13. Maniac

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    Der Fragesteller meinte doch: Eine Hand fixieren OHNE richterlichen Beschluss!

    Ein Grundsatzurteil, dass aussagt: Fixierung einer Hand ist keine Fixierung, die einen beschluss benötigt...
     
  14. renje

    renje Poweruser

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    Weil es dabei evtl. um Leben und Tod geht!

    OP, Intensiv, IMC, Aufwachraum etc. - Postopaufwachphase, Durchgangssyndrom etc.

    Das da vorübergehend Hände fixiert mit Manschetten oder auf Schienen etc. um Zugänge (welche auch immer) vor unbeabsichtigtem Ziehen zu schützen, das ist üblicher Standard und soweit ich weiß (siehe link oben) nicht strittig.

    Wenn ich dafür jedes mal nen Richter bräuchte, soviel gibts weltweit ja gar nicht.
     
  15. Eisenbarth

    Eisenbarth Poweruser

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    @maniac: das problem ist leider, dass der TE iwie gar nichts so wirklich konkret meinte.


    @renje: es _muss_ lebenswichtig sein, die infusion zu geben, sonst wäre es halt kein rechtfertigender notstand. also: im altenheim schwer vorstellbar ohne richter und bereits auf der inneren mitunter sehr grenzwertig.
     
  16. MalcolmDD

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    tut mir leid, ich hab selber ziemlich wenig infos zu der sache, die referentin meinte, dass man für einhandfixierungen nach diesem urteil keine richterliche genehmigung mehr bräuchte, ich hab leider zu spät geschalten und die info nur erst mal aufgenommen ohne weiter zu fragen, morgen geht es weiter und ich werde mal versuchen, sie zu finden,

    im prinzp ist es ja so, dass die eine fixierung theoretisch mit der anderen hand zu lösen wäre, was keine fixierung im eigentlichen sinne bedeuten würde, siehe bauchgurt, der sich am bauch öffnen läßt, die sind ja auch nicht genehmigungspflichtig, vielleicht betrifft das nur bestimmte verschlusssysteme, also solche, die sich theoretisch mit der anderen hand öffnen ließen
     
  17. Eisenbarth

    Eisenbarth Poweruser

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    soeben fällt mir auf, was ich hier alles überlesen habe *augenbraue_rechts*

    ziehe meine aussagen hiermit zurück.. o0
     
  18. littlesun

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    In meiner letzten Fobi zu dem Thema kam genau DAS zur Sprache. Ich selbst finde -und wurde darin bestärkt- ein-punkt-Fixierungen sehr gefährlich, man stelle sich nur mal vor, der Patient/Bewohner windet sich aus dem Bett und hängt mit der fixierten Hand/Bein fest. Eine Schulterlux ist hier noch das kleinste zu erwartende Übel.
    Durchführung also nur unter strengster Indikationsstellung und ständiger Beobachtung, also z.B. auf Intensiv - wobei bei uns im Haus eigentlich immer mindestens diagonal 3-Punkt-fixiert wird, mit diesen Systemen:
    B. & W. bioCARE GmbH -

    Eine Befreiung durch den Patienten selbst ist hiermit ohne Lösungsmagneten ausgeschlossen.
    Deswegen sieht die Rechtslage hier laut den Referenten meiner Fobi (Pflegeexperte und Jurist) genauso aus, wie bei allen anderen Fixationen auch, ob nun 1-Punkt oder 5-Punkt. Also nach 24 h Dauerfixation oder 7 Tagen regelmäßiger Fixation.
    Zudem werden ja bei allen Fixationen die richterlichen Anordnungen fast immer nachträglich eingeholt, logisch. Für uns als Pflege wichtiger ist erst mal die Anordnung des Arztes.

    Das Thema, dass man keine richterliche Anordnung bräuchte, wenn der Patient sich theoretisch selbst befreien könnte, wurde von der Juristin sehr kritisch gesehen, denn wenn der Patient nicht fixiert werden möchte, wird er das umgehend tun, wenn er denn kann. Wird er daran gehindert, sind wir wieder im Bereich der Freiheitsberaubung. Da dreht man sich im Kreis.
    Das grösste Problem in der Fixierung einer Hand sehe ich bei der Gefährdung des Patienten. Ich persönlich mach das bei meinen Patienten nicht.
    Sehr schockiert war ich übrigens davon, wieviele Kollegen kein Fixierprotokoll führen :evil1:
     
  19. amezaliwa

    amezaliwa Poweruser

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    Regelmäßig fixieren, 7 Tage lang - ist nicht drin. Lass Dir das bitte schriftlich geben.
    Täglich+regelmäßig ist gleich mit dauerhaft (hab ich auch von 'nem Juristen)

    hatten wir doch erst im Januar 2012
    http://www.krankenschwester.de/forum/pressebereich/34645-todesfaelle-fehlerhafte-gurtfixierung.html

    Warum läuft das so schlecht mit den Protokollen, was meinste?


    Gestern...narde hat's irgendwo mal eingefügt....ob ich das noch mal find...ui, habs schon, CIRS, 1 Möglichkeit, andere gibt's auch
    Krankenhaus-CIRS-Netz Deutschland
    guck mal Fall des Monats, April 2012, da wurde auch "nur" 1 Hand fixiert
     
  20. littlesun

    littlesun Bereichsmoderatorin
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    Natürlich nicht 7 Tage am Stück 24 Stunden lang - aber nehmen wir an, ein Patient wird eine Woche lang jeden Tag auch nur ein paar Minuten lang fixiert - hier brauchst Du den richterlichen Beschluss. Bei uns auf Station leider schon vonnöten gewesen, allerdings wurde dort der richterliche Beschluss noch am selben Tag eingeholt :-(
    Die fehlenden Fixierprotokolle kann ich mir nur mit schlecht informierten/schlecht eingearbeiteten Kollegen erklären. Eigentlich ist es bei uns Standard, das Fixierprotokoll an die PDL zu faxen, scheint nicht auf allen Stationen zu funktionieren. Hier tut wohl Aufklärung und Fortbildung not.
    Dein Link schockiert mich nicht gerade wenig :angryfire: Ich habe letztens erst von einem Fall gehört, bei dem sich ein Patient strangulierte, weil er 1-Punkt-fixiert war (Bauchgurt) und sich im Bauchgurt strangulierte.
    Bei uns auf Station wird genau deswegen nur mindestens diagonal 3-Punkt-fixiert. Sicherheit geht vor!!!!!
     
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