Einbeziehung der Eltern in der Kinderkrankenpflege

Dieses Thema im Forum "Kinderintensivpflege" wurde erstellt von Tetty, 03.12.2006.

  1. Tetty

    Tetty Newbie

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    Hallo,

    Ich brauche mal eure Hilfe :-)
    Wie steht ihr zur Einbeziehung der Eltern in der Kinderkrankenpflege.
    Wie ist das für die Eltern?
    Wie ist das für die Kinder?
    Und wie ist es für das Pflegepersonal?

    Also ich denke mal dass es für die Kinder sehr wichtig ist, dass sie eine vertraute Person dabei haben. Und für das Pflegepersonal ist es sicherlich auch gut wenn die Eltern dabei sind, schließlich kennen die Eltern ihre Kinder am besten und können den Schwestern Tipps geben.
    Wie seht ihr das???

    Mfg Tetty
     
  2. ooSunaoo

    ooSunaoo Newbie

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    Hallo Tetty,

    also ich finde das auf peripher Station sehr förderlich und hilfreich, da hast du vollkommen recht sie kennen die kinder am besten, und die Kinder haben in der fremden Umgebung mit fremden Menschen natürlich ihre Bezugsperson bei sich.Für das Pflegepersonal zumindest in unserem Haus ist das auch sehr hilfreich, wir sind meist eher unterbesetzt, und Eltern können somit natürlich in den Versorgungsrunden teilweise den Schwester gewisse Tätigkeiten abnehmen, sprich wickeln etc. Jedoch bei mir , ich arbeite auf Intenisvstation, muss ich sagen das ich oft andere Erfahrungen gemacht habe, 1. sind die Eltern meist mit der Situation überfordert , eben "nichts" für ihr Kind machen zu können, und 2. die Kinder die sich noch an Beatmungsgeräten befinden, und langsam wacher werden, regen sich meist unwahrscheinlich auf , wenn sie die Stimme der Eltern hören oder sie sehen.Das ist dann natürlich für die Gesamtsituation nicht förderlich und wir schicken die Eltern dann meist doch erstmal wieder raus... Tut mir persönlich immer unwahrscheinlich leid, aber ist eben "erstmal" besser...

    Lg Suna
     
  3. Belle

    Belle Newbie

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    Es war einmal Klein Belle beim Vorstellungsgespräch zur Gesundheits-und Kinderkrankenpflegerin:
    "Was halten sie denn von rooming-in?"
    Klein Belle glotzt blöd, kriegt ihr Gesicht aber schnell in den Griff...:fidee:
    "ÄÄÄÄhhh, ja, find ich super, tolle Sache, weiter sooo..." Oje...

    Ich hab den Platz trozdem bekommen, obwohl ich mir das Wort nicht auf`n Schenkel als Spicker tättowiert hatte...
    und nun steht gedanklich bei uns in der Klasse über der Tafel "Rooming-in"
    Und jeden Morgen zur Begrüssung: "Rooming-in"!!!

    HaHaHa... mal im Ernst, es gibt so viele guten Seiten dieser Einbeziehung,
    da wären Eltern, die sich bemühen, die Pflege ihres Kindes übernehmen,die sich die Trinkflaschen in der Milchküche abholen und nicht dafür die Notklingel betätigen, die zu Untersuchungen mitgehen, weil sie wissen, nur sie können ihre Kleinen am besten trösten, die selber mal ein Wort in der Chefarztvisite riskieren, anstatt wir Schüler um 20 Ecken fragen müssen, die uns sagen, was ihnen an ihrem Kind aufgefallen ist, was wir vielleicht gar nicht mitbekommen, und die dann hoffendlich mit einem gesunden Kind nach Hause dürfen und ein liebes Wort zum Abschied finden...

    Oder die, die 10 Taschen voll Tupperboxen mit übelriechendem Essen im Zimmer stapeln, die Nachts Ihre schreienden Säuglinge auf dem Gang spazieren fahren, um möglichst jeden anderen zu wecken, die wg fehlender Butter auf dem Frühstückstablett klingeln, die, die uns Wäsche, Windeln, Cremes und mehr aus den Wickelwägen klauen, die, die ihre gesamte Familie einladen und damit die Nachbarpatienten stören, die Mütter, die uns ihr frisch abgestilltes, schreiendes Baby ins Schwesternzimmer schieben, um eine rauchen zu können, die, die sich nicht um Körperpflege scheren und einem den Atem rauben, wenn man ins Zimmer geht und die, die nur darauf warten, wenn wir endlich mal sitzen, endlich um 12Uhr Mittags einen Happen zu uns nehmen und dann wg Lapalien uns fast auf dem Brötchen sitzen.

    Ich mein, man muss sich die dicke Haut zulegen, auch in Sachen Eltern, vieles geht bei mir rein und raus, noch mehr nehme ich aber persönlich, nicht nur, wenn sie meckern, auch wenn sie uns ihre Kleinen abschieben, um ihren Gelüsten nachzugehen und Du mit 3 Buggies und am besten noch eins auf`m Arm Frühstück verteilen musst.
    Man muss unterscheiden, machen die das, weil sie Deine Arbeit nicht respektieren oder weil sie wirklich Deine Hilfe brauchen?

    Liebe Grüss an VIVANTES, Eure Belle
     
  4. Tildchen

    Tildchen Gast

    Hallo Suna,

    ich habe auch schon ein paar Jährchen Intensivstation auf dem Buckel und bis auf wenige Einzelfälle (die du oben beschreibst) ganz andere Erfahrungen gemacht. Auch auf einer Intensivstation gehören Eltern selbstverständlich ans Bett und wenn sie wollen 24h am Tag. Kinder die nach Sedierung langsam wacher werden sind doch nicht unruhig weil die Eltern daneben sitzen, sondern weil sie meist fixiert sind und sich mit der Situation nicht zurechtfinden oder im "Durchgang". Was empfinden Eltern denn dabei, wenn man sie dann rausschickt? Dass sie schlecht für ihr Kind sind und wie du sagst nichts für ihr Kind tun können? Sie können sehr wohl was tun, z.B. beim Versorgen der Kinder helfen, beim Wickeln , bei der Mundpflege, beim Betten......, ganz zu schweigen von den Dingen die Eltern eben tun, nämlich ihr Kind trösten, singen, vorlesen, streicheln usw. Und noch eine provokante Frage, wer ist denn nicht mit der Situation überfordert, wenn ein Angehöriger schwerstkrank auf der Intensivstation liegt? Aber Angehörige draussen zu lassen oder in gewissen Situationen auszuschließen trägt nicht zur Verarbeitung der situation bei.
    Wir integrieren Eltern auch in die Versorgung intubierter Kinder und mit Hilfe machen die Eltern das super.
    Unsere Aufgabe als Kinderkrankenschwester hat sich in den letzten Jahren gewandelt und in diesem Wandel befinden wir uns weiterhin. Wir werden immer mehr zu Beratern und unterstützen Eltern bei der kompetenten Pflege ihrer kranken Kinder.
    Meines Erachtens hat ein Kind das Recht auf 24h Anwesenheit der Eltern wenn es krank in der Klinik liegt.
    Es ist eindeutig Mehrarbeit Eltern unbegrenzten Zutritt zur Station zu gewähren und in die Versorgung zu integrieren, und manchmal bin ich in stressigen Situationen auch froh, die Pflegerunde eben mal schnell ohne Eltern hinter mich zu bringen. Das ändert aber nichts an meiner Grundhaltung zu diesem Thema.

    Gruß tildchen
     
  5. ooSunaoo

    ooSunaoo Newbie

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    Hallo Tildchen,

    ich sehe das ja genauso das man die Eltern so viel wie möglich versuchen sollte zu intigrieren, und in die Pflege mit ein zu beziehen. Aber ich finde trotzdem das dies nicht immer möglich ist bzw. erst ab einem bestimmten Zeitpunkt möglich ist.Du hast auch recht das die Kinder meist erstmal im Durchgang sind, aber gerade in diesen situationen ist es meist den Eltern nicht möglich sie zu beruhigen,und ich finde gerade das sind Situation in denen die Mütter an ihrem Mutter da sein zweifeln.Und nicht verstehen warum sie als MUTTER nicht dazu in der Lage sind. Dazu haben wir festgelegt Besuchszeiten, Nachts z.B. gibt es ausser in Ausnahme Fällen gar keine Besuchszeiten. Wir haben u.a. 2 große Gruppen Zimmer mit jeweils 6 Pat., d.h. die Eltern müssen in den Übergabezeiten raus, und eben auch sehr häufig bei größeren Untersuchungen oder Eingriffen bei anderen pat. , somit gibt es Tage an denen die Eltern eben mehr draußen sind als drinne.... aber dazu muss ich sagen das es eben eine Intensiv station ist, wo eben erstmal andere Dinge im Vordergrund stehen als manchmal eben eine Mutter-Kind beziehung. Und um nochmal den einen Punkt auf zugreifen, das kinder oftmals unruhiger sind wenn die Eltern am Bett sitzen, ob Durchgang hin oder her, aber warum habe ich dann dann die Erfahrung gemacht, das die Kinder ruhiger sind, wenn die Eltern wieder raus gehen? Also wir haben sehr viele Kardiologische Patienten und da ist es einfach nicht förderlich für ihren Zustand wenn sie sich aufregen, das wirst du selber wissen. Und ich denke in solchen Situationen muss man eben ERSTMAL an den Zustand des Kindes denken!

    Gruss Suna
     
  6. Tildchen

    Tildchen Gast

    Hallo Suna,

    ich denke, wenn man Eltern gut auf Situationen vorbereitet, z.B. Durchgang nach operativen Eingriffen, dann sind Eltern auch nicht so überfordert und können auch mit diesen Unruhephasen gut umgehen.
    Eltern sind häufig über Anästhesie und Op-Verfahren super aufgeklärt, aber sie sind oft ganz unvorbereitet auf das was sie nachher auf der Intensivstation erwartet. Und sind vielem gegenüber erstmal völlig verständnislos und deshalb manchmal "schwierig".

    Was heisst denn bei euch Besuchszeiten? Nur zur Übergabe raus und ab 20 Uhr bleibt die Station zu für Eltern? :gruebel:
    Eltern zur Übergabe rauszuschicken, ja sicher solange es sich um andere Kinder handelt. Aber bei der Übergabe/Visite beim eigenen Kind dürfen die eltern drin bleiben.
    Allein aus Gründen der "Schweigepflicht" ist das erforderlich und ich halte es auch für wichtig, dass sich alle , soweit auf Intensiv möglich an einen Tag/Nachtrhythmus halten, aber die Eltern können von mir aus neben dem Kind auf einem Stuhl sitzen, wenn sie es denn schlafen lassen.
    Ich würde mich als Mutter nicht aufgrund irgendwelcher Besuchsregeln von der Station schicken lassen, nur weil dies so geregelt ist, aus welchen Gründen auch immer. Sorry, aber wenn gewisse Regeln einer Intensivstation eingehalten werden, gehören für mich Besuchszeiten abgeschafft.
    Aber Besuchszeiten sind ja hier in diesem Thread nicht das Thema, auch wenn es mit der Einbeziehung der Eltern in die Pflege stark zusammenhängt.....:wink1:
    Tildchen
     
  7. panki

    panki Senior-Mitglied

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    Hallo an euch alle, habe gerade eure Beiträge zum Thema gelesen. Als Kinderkrankenschwester und Mutter kenne ich beide Seiten. Meine Sichtweise zur Einbeziehung von Eltern in die Pflege hat sich etwas geändert, als ich selbst erfahren musste ein schwer krankes (eigenes) Kind im Krankenhaus zu begleiten. Vorher habe ich auch die Vorteile (Übernahme von Pflegetätigkeiten, einfühsames Begleiten und Trösten der Kinder, etc.) und Nachteile (übervolle Patientenzimmer, Klingeln wegen "Lapalien", etc.) kennengelernt, wie eine Vorrednerin aufführte. Als Schwester in der Klinik empfand ich die Anwesenheit der Eltern aber größtenteils immer sehr hilfreich und wichtig für uns und die Kinder. Nun in der ambulanten Kinderkrankenpflege ist die Einbeziehung und Mitarbeit der Eltern natürlich unverzichtbar und nicht zur ersetzen. Wir sind dort mehr Berater und unterstützend tätig. Oftmals sind pflegende Eltern von schwerstkranken und behinderten Kindern die "Profis". Als Mutter habe ich die Begleitung meines Kindes in der Klinik als völlig selbstverständlich empfunden, hätte mich jemand ausgeschlossen, wäre ich wahrscheinlich eine sehr "unangenehme" Patientenmutter geworden, obwohl ich ansonsten ein sehr harmonischer und netter Mensch bin. Die "Zusammenarbeit" mit dem Pflegepersonal lief sehr gut. Mein Kind konnte ich jederzeit trösten, streicheln, festhalten, begleiten, betreuen, eben einfach "da sein". Ich war sehr froh das für mein Kind tun zu können. Die Aufklärung und Infos vom Pflegepersonal und den Ärzten war sehr gut, natürlich noch besser, als sie mit bekamen, dass ich Berufskollegin war. Dann registrierte ich auch eine leichte "Vorzugsbehandlung" ...na ja, Vorteile muss man ja auch haben in seinem Beruf...oder?.... Abschließend würde ich allen nur mal empfehlen, bei aller Professionalität, sich kurzzeitig in die Lage und Denkweise von Eltern kranker Kinder reinversetzen / reinfühlen. Frohes Schaffen und schöne Vorweihnachtszeit!
     
  8. nadl.b

    nadl.b Stammgast

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    Hallo!

    Ich sehe es auch so, dass Eltern weitmöglichst in die Pflege ihrer Kinder miteinbezogen werden sollten!Und das ist auch auf einer Intnsivstation möglich!
    Jedoch bin ich auch der Meinung, dass die Eltern nicht rund um die Uhr bei ihrem Kind sein sollten, da jede Mutter mal eine Auszeit braucht, gerad bei schwerkranken Kindern! Ich schicke Eltern schon mal regelrecht nach Hause und erkläre ihnen, dass ich hier bei ihrem Kind eine ausgeruhte Mutter brauche, die nicht am Ende ihrer Kräfte ist (ist ja auf Intensivstation leider aus anderen Gründen schon der Fall)!
    Die meisten Eltern sehen das ein und verstehen das auch!

    Liebe Grüße
     
  9. Bohne

    Bohne Newbie

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    Hi!

    Der Meinung bin ich auch, dass mann Eltern in der Pflege mit einbeziehen soll. Die Eltern nehmen schon einiges an Arbeit der Pflegekraft ab oder Unterstützen sie gut. Aber es gibt auch Eltern die ganz schön anstregend sein können, dass man auf einmal mehr Arbeit mit den Eltern als mit dem Kind hat.:evil:


    Viele liebe Grüsse
     
  10. tanni

    tanni Junior-Mitglied

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    Hallo!

    Das eigentlicheProblem ist doch, dass es einen Mehraufwand an Arbeit darstellt, die Eltern einzubeziehen. Dass die Kinder unruhiger sind, wenn die Eltern dabei sind, glaube ich nicht, tut mir leid. Das ist möglicherweise und such logisch dann der Fall, wenn Eltern schlecht bzw nicht aufgeklärt sind. Wenn man sie jedoch anfangs an die Hand nimmt, für die Eltern auch da ist, und sie anleitet und informiert, ist die Anwesenheit der wichtigsten Personen des Kindes nicht wegzudenken. Studien haben gezeigt, dass Säuglinge, bei denen die Eltern oft da sind, deren Elten die Känguruh-Methode anwenden etc. schneller von der Beatmung loskommen, weniger Schmerzmittel benötigen und schneller genesen. Die Eltern rauszuschicken ist das allerletzte. Das gilt nicht für Ausnahmen im Sinne der Schweigepflicht und auch nicht für den Fall, dass ein Kind reanimiert werden muss, aber in ALLEN anderen Fällen ist die Anwesenheit der Eltern ein großer Vorteil. Das Problem ist doch meistens nur, dass die Eltern unsicher sind. Es ist IHR Kind, mit dem da grad Dinge passieren, die sie nicht kennen und nicht verstehen (können). Schläuche in Mund und Nase, Kabel suf Brust, Bauch, Rücken, Katheter überall, wo Körperöffnungen zu finden sind... total schwierig und angstmachend gerade für Leute, die nicht wissen, warum. Außerdem wichtiger Aspekt der Anwesenheit der Eltern ist die Eltern-Kind-Beziehung, die dadurch gefördert wird. Das Kind fühlt sich nicht allein gelassen. Was auch nicht zu unterschätzen ist, ist das Gefühl der Eltern, wenn sie rausgeschickt werden. Die ganzen Schläuche sehen fürchterlich aus, aber viel schlimmer ist die Vorstellung, die man sich macht, wenn man es nicht sehen darf. Wenn man die Eltern also bereits vorher über nachher aufklärt, steht dem Rooming-in nichts mehr im Wege.

    Lieben Gruß,

    tanni
     
    #10 tanni, 28.01.2007
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 21.02.2007
  11. Tildchen

    Tildchen Gast

    :klatschspring: :klatschspring: :klatschspring: Super Tanni, das ist genau meine Meinung!!!
     
  12. MedicOne

    MedicOne Newbie

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    Hallo!:gruebel:

    Meine Meinung hat sich im Rahmen der Fachweiterbildung gewandelt,Eltern in die Pflege einzubeziehen ist sehr wichtig,viele Eltern bauen durch Übernahme von Pflegemassnahmen(auch wenn es nur kleinere Massnahmenz.B. Mundpinselung,Gesicht waschen,Haut eincremen,sind)ihre Unsicherheit und Angst ab und fühlen sich nicht mehr so hilflos.Außerdem födert es auch weiter die Beziehung von Mutter und Kind(z.B.bei FG und NG),und Eltern kennen ihre Kinder anm Besten:!: .
    Es ist halt manchmal schwierig im "Pflegealltag" dies zu gewährleisten.
    Ich habe für mich erkannt,das Eltern eine Art Streßfaktor sind,so denken sicherlich auch einige Kollegen,das muß aber nicht negativ gesehen werden!
    So freut es mich und gibt mir eine Bestätigung wie wichtig Elternarbeit und Einbeziehung in die Pflege ist,wenn ich als positiven Streß erlebe.Aber es gibt auch Außnahmen!

    MFG MedicOne
     
  13. panki

    panki Senior-Mitglied

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    Hallo alle zusammen,
    Wollte nochmal was zum Thema anmerken.
    Dazu eine kürzlich erlebte Situation.
    Ein von mir ambulant betreutes Kind mit Mehrfach-Behinderung wurde wegen Status epilepticus in der stationären Neuropädiatrie behandelt.
    Die Mutter bat um Mitaufnahme, da sie sich um ihr Kind kümmern wollte und die Maßnahmen zur Diagnostik und Therapie mit begleiten wollte.
    Das erste was sie hörte, war: Eltern von Kindern über 8 Jahren werden nicht mit aufgenommen. (Es handelt sich um ein schwerst-mehrfach-behindertes Kind!!!)
    Nach langem Hin-und-Her erreichte sie doch eine Mitaufnahme.
    Sie hörte oft Gespräche mit an, die sie wahrscheinlich nicht hören sollte (kam z.B. gerade vom Kaffee holen), wie z.B. "hätten sie das Kind nach Geburt bloß nicht so lange reanimiert, austherapiert, sollte man lieber liegen lassen...."
    Ja!!!Traute auch nicht meinen Ohren, als ich das hörte. Schande, über einige Berufskollegen!
    Der Mutter wurde entweder die Pflege komplett überlassen, Pflegepersonal schaute mal kurz rein oder ihr wurde nichts zugetraut und die Kompetenz abgesprochen (sie pflegt das Kind ja nur seit 8 Jahren...)
    Oh Mann, scheinbar hat sich auf einigen Stationen in den letzten Jahren doch nichts geändert, trotz der ach so hochgelobten Professionalisierung...
    Zum Abschluss des Krankenhausaufenthaltes durfte ich als besuchende Kinderkrankenschwester mir dann noch "Spitzen" anhören, wie "komisch, dass der Status gerade am Wochenende passierte..." nach dem Motto, wir ambulanten würden den stationären immer voreilig die Station mit Kindern vollmachen...
    Bei uns ist Elternarbeit und der gegenseitige Respekt das A und O!
    Ich schätze meine Kollegen im Krankenhaus eigentlich sehr, allerdings war ich nach diesen Erlebnissen etwas schockiert und hoffe inständig, dass nicht überall so mit Eltern umgegangen wird!!!
    Ich habe auch jahrelang im stationären Bereich gearbeitet und weiß über Personalmangel, Stations-Alltags-Stress,usw. bescheid.
    Allerdings sollten die Eltern und Angehörigen immer als Partner in der Pflege und Betreuung gesehen werden, nicht als Konkurrenz oder "Unwissende"!!!!

    In Hoffnung auf das Gute in vielen, vielen Kollegen!!!
     
    #13 panki, 21.02.2007
    Zuletzt bearbeitet: 21.02.2007
  14. DominikaSchweda

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    Hallo.
    Ich habe 6Wochen auf einer Kinderstation gearbeitet.
    Dort haben wir die Eltern in die Pflege der Kinder stark mit einbezogen.
    Ich finde das für die Kinder auch besser, da wenn die Eltern als Begleitpersonen mit aufgenommen sind, ist es nicht viel Umstellung für die Kinder auf fremde Leute.
    Dursch die Einbeziehung der Eltern in die Pflege macht man den Kindern den Krankenhausaufenthalt leichter, da sie wissen dass eine "bekannte" Person sich auch um sie kümmert und sie nicht nur vom KH-Personal versorgt werden.
     
  15. panki

    panki Senior-Mitglied

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    Hallo Kollegen,
    wollte mal was Positives zu dem Thema beitragen:
    Ich habe in letzter Zeit im Rahmen von Fortbildungen und auch Bewerbungsverfahren auf einigen Stationen in Kinderkliniken hospitiert (u.a. Klinikum Oldenburg, Uni-Klinik Freiburg, Kinderklinik Hamburg).
    Aufgefallen ist mir, dass viel getan wird, um Eltern/Angehörigen die leidvolle Zeit mit ihren kranken Kindern in den Kliniken zu erleichtern.
    Da wären z.B. Ausbau und Gestaltung der Mutter-Kind-Zimmer, Einrichtung von Elternzimmern (v.a. auf Onko und Intensiv) mit Ruhebereich und Teeküche, Eltern-Wohnhäuser (z.B. Ronald-Mc-Donald-Stiftung) für den Aufenthalt der Familien, während die Kinder in der Klinik behandelt werden, Eltern-/Geschwister-Gesprächsgruppen, Geschwisterbetreuung, etc.
    Also einige dieser Einrichtungen gab es ja schon länger, aber ich finde, dass es inzwischen viel mehr dieser Angebote gibt, so dass es bald zur Selbstverständlichkeit werden wird.
    Man kann nur hoffen, dass diese Sachen nicht auch wieder dem Spar-Rotstift zum Opfer fallen. Wichtig sind sie allemal!!!
    die positiv gestimmte panki
     
  16. Frany4

    Frany4 Senior-Mitglied

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    Eltern von FG in die Pflege integrieren

    Welche ERfahrungen Habt ihr gemacht wenn Eltern in die Pflege ihrer Fruehgeborenen integriert sind? die Pro s und Kontras interessieren mich.
     
  17. nadl.b

    nadl.b Stammgast

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  18. ratemal

    ratemal Gast

    Hallo,
    prinzipiell ist eine Einbeziehung der Eltern in die Pflege natürlich sinnvoll, durchaus wünschenswert und - wie ich aus eigener Erfahrung auf unsrerer Station berichten kann - auch bei sehr intensivpflichtigen Kindern (in geringerem Umfang) durchführbar. Ich stimme denen zu, die schreiben, daß das allerdings auch für uns Pflegende zunächst einmal einen "Mehraufwand" (Einweisungen, Erklärungen, Assistenz) an Arbeit bedeutet. Eltern sind, wie wir Pflegende auch, unterschiedlichste Menschen. Es gibt sehr ängstliche Eltern, sehr forsche Eltern, Eltern, die nur schlecht die deutsche Sprache beherrschen usw. Dennoch ist - bis auf wenige "Ausnahmeeltern" - eigentlich immer ein gutes Miteinander möglich. Natürlich bin ich auch das Ein-o. Andere Mal genervt, wenn ich im 5-Minuten-Takt von immer der gleichen Mutter wegen irgendwelcher Kleinigkeiten "festgehalten" werde. Oder wenn man es Eltern so gar nicht Recht machen kann. Aber ich habe überwiegend positive Erfahrungen gemacht.
    Gruß ratemal
     
  19. hamka

    hamka Junior-Mitglied

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    Das Thema ist ja schon älter, aber ich war in der Situation als Mutter.
    Meine Maus kam 10 Wochen zu früh, ich war nach Entlassung jeden Tag von morgens mit abends im KH und habe meine Tochter komplett selber versorgt. Als wir aus dem Intensivbereich raus waren und sie im Wärmebettchen lag, durfte ich sie dann auch alleine aus dem Bett holen, trotz Monitor u.ä. Und obwohl ich in der Ausbildung auf der Frühchenintensiv war, ist es als Mutter doch noch mal völlig was Anderes....:eek1:
    Mit 9 Monten waren wir dann noch mal 10 Tage stationär wegen Harnwegsinfekt, der unbedingt mit iv-Antibiose behandelt werden mußte. Bis auf das An-und Abhängen der Antibiose habe ich wieder alles gemacht.
    Beide Male waren die Pflegekräfte sehr froh, daß ich da war.
    Und für mich als Mutter war es einfach wichtig, dabei zu sein!!!
     
  20. Melisande

    Melisande Senior-Mitglied

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    Meine Meinung ist eindeutig:Eltern müssen beim Kind sein.
    Schade finde ich schon,daß das eigentlich noch diskutiert werden muß.

    Wenn ein Kind schon mal krank ist und dann auch noch die Eltern lange wegbleiben würden,wäre das eine Katastrophe.Das Kind wäre doppelt gestraft.
    Egal,was sie für einen Charakter haben,wichtig ist,daß wir mit den Eltern bestmöglich zusammenarbeiten können.Mit manchen Eltern klappt es super,mit anderen nicht so gut,weil sie nicht klarkommen,überfordert sind.

    Ich sehe auch immer wieder,daß Eltern sehr misstrauisch sind,jede Handlung beobachten,manchmal nervig jedes Detail hinterfragen,auch klar sagen,daß sie dieses Medikament nicht dem Kind geben wollen etc.Dann muß ich mich mit denen auseinandersetzen,warum ich das anders sehe als sie,warum sie meinen Rat befolgen sollten,daß das auch die ärztliche Vorstellung betrifft.
    Mit Elternteil das ist immer noch besser,als ein dauernd weinendes Kind,das aus Kummer und Heimweh nur noch nach seinen Eltern fragt,nichts essen kann,dauernd deswegen Bauchweh hat,sich die Infusion herausreißt,erbricht,abends nicht einschlafen kann,wenn es eingeschlafen ist,wieder ängstlich hochschreckt .Dann muß ich die Eltern anrufen,daß sie selber per Telefon mit dem Kind sprechen und es beruhigen.

    Da wir mit Personal sowieso am unteren Limit arbeiten,bin ich mehr als froh,daß die Eltern bei ihrem Kind sind.Ich wüßte nicht,wie wir es ohne Eltern schaffen sollten !!!!!!!

    Ich kann nie ein Elternteil ersetzen.Ich habe eine Ausbildung genossen,habe viel Fachkenntnisse,gebe viel Einsatz ,aber das Urvertrauen und das Geborgenheitsgefühl kann ich nicht bieten.

    Aber unsere manchmal egoistischen Vorstellungen,es ohne Eltern besser oder leichter zu schaffen,das entspricht falschen Vorstellungen.Wir haben viele ausländische Kinder (türkische,arabische),die Eltern fänden es absolut unmöglich,ein Kind ohne Familie allein anderen Menschen zu überlassen. Ich selbst könnte das auch nie zulassen.
    LG
    Melisande
     
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