Ein pures Chaos ohne Ende!

Dieses Thema im Forum "Talk, Talk, Talk" wurde erstellt von CocaCola, 10.06.2013.

  1. CocaCola

    CocaCola Newbie

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    Hallo ihr Lieben,

    ich bin so langsam total verzweifelt. Und ich wollte nur mal hören ob das bei Euch auch so schlimm zugeht.

    Seit über einem Jahr geht es mit meiner Station (akut Krankenhaus) nur noch bergab. Zuerst hat das Team gut zusammengehalten aber jetzt bricht durch die Rahmenbedingungen die ganze Station zusammen. Kollegen werden versetzt oder sie gehen. Es sind kaum mehr Leute da...
    Seit wir eine neue PDL haben habe ich das Gefühl, dass es schlimmer wird als zuvor. Es wird verlangt, dass man flexibel ist, das heißt man springt im gesamten Haus umher und füllt dort Lücken egal wie und ob man den Fachbereich überhaupt kennt. Es heißt immer nur Pflege ist Pflege und das unterscheidet sich nicht anhand des Krankheitsbildes. Das kann man so und so sehen. Man geht schon mit einem mulmigen Bauchgefühl in die Arbeit weil man Angst hat, wo man heute sein könnte. Naja...mittlerweile hat es sich auch wieder etwas gelegt. Dafür hat man uns mit einer anderen Station zusammen getan, wir haben jetzt sage und schreibe 95 Betten und müssen das mit 22 Mann stemmen davon nur 9 Vollzeitkräfte der Rest sind 50% und 25% Kräfte. Jetzt springt man nicht mehr im Haus umher, dafür aber täglich zwischen den beiden Stationen (insgesamt 4 verschiedene Fachrichtungen). Morgen mal hier und übermorgen mal dort. Im Frühdienst habe ich alleine 20-25 Patienten, da wir meistens nur zu zweit sind. Davon sind 80% der Patienten meist sehr Pflegeaufwändig. Schüler werden missbraucht und dort eingesetzt wo man sie benötigt, das tut mir immer so leid, denn ich bin Mentorin und kann nichts daran ändern. Hinzu kommt dass wir OPs fahren oder die Patienten in die Endoskopie fahren müssen. Machmal weiß ich gar nicht wie ich einen Dienst überleben soll, geschweige meine Patienten gut versorge. Meine eigenen Bedürfnisse werden total eingeschränkt, Pause ist fast ein Fremdwort, wie auch wenn man nur zu zweit ist. Ich komme mir manchmal vor wie im Krieg, da ich ständig gegen mich und meine Gefühle ankämpfen muss. Nach dem Dienst fühle ich mich wie verprügelt, körperlich wie auch seelisch. 18 Patienten waschen, Visite machen, OPs, Endoskopien, Lagern, Glocken, Zugänge, Entlassungen, Essen bei allen eingeben...und und und... ich weiß manchmal gar nicht mehr wo mir mein Kopf steht. ich gehe jeden Tag mit einem schlechten Gewissen gegenüber meinen Patienten nach Hause, weil ich wirklich alle nur minimal versorgt habe.
    Kaum daheim angekommen wird man auch schon angerufen ob man diesen oder jenen Dienst machen kann. Seit 2 Monaten wird sogar in meinem Frei jedes mal angerufen.
    Ich kann einfach nicht mehr! Das macht mich alles so furchtbar traurig und wütend!
    Man sieht, dass das Personal nicht reicht und trotzdem belegt man beide Stationen voll. Hinzu kommen noch die Gangbetten...
    Am liebsten würde ich die Flucht ergreifen, aber durch eine bezahlte Fachweiterbildung bin ich bis 2014 dort gebunden. Ich habe sowas wirklich noch nie erlebt. Auf biegen und brechen alles gemacht, dass das Haus voll wird, es wird dauernd im Haus saniert, neue Kinderklinil, neue Frauenklinik, neues Verwaltungsgebäude, neue Technik...nur warum spart man beim Personal ein?! Es macht mich so wütend, wenn ich sehe, wie sich 3 Leitungen den Hintern Platt sitzen von 8-16Uhr von Montag bis Freitag und wir müssen einspringen bis zum umfallen. Zum Thema umfallen, mittlerweile sind 8 Kollegen krank.... Das alles kommt mir vor wie ein schlimmer Alptraum!!!!
    Ist das bei euch auch so extrem?
     
  2. Maniac

    Maniac Poweruser

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    Bewirb dich woanders und versuche dich freikaufen zu lassen.

    Momentan sieht es doch überall gut aus...


    Und nein, SO schlimm ist es bei uns noch nicht. Aber rosig sieht es hier und in vielen anderen Krankenhäusern auch nicht aus.

    Zu Sanierung, Technik und sitzenden Leitungen sag ich mal nichts. Da fehlt es oft einfach am Überblick um das zu beurteilen...
     
  3. yoyoyoyo

    yoyoyoyo Stammgast

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    Schon um der Kollegen und v.a. der Schüler willen solltest du auch bis zu deinem Ausstieg dort nochmal erheblich aktiv werden. Hast du schon eine Überlastungsanzeige geschrieben? Der PDL die Missstände deutlich vor Augen geführt? Ggf. einen Brief an die Klinikleitung abgesetzt?
     
  4. Lillii

    Lillii Poweruser

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    Kann beide Vorredner nur bestärken. Ich habe generell kein Mitleid mit jammerndem Pflegepersonal. "Irgendwann wird sich das schon ändern" --- und solang ausnutzen lassen und in solchen Zuständen arbeiten?
    Wenn du gebunden bist ist das natürlich "Doof" - aber wie Maniac schon schreibt, du hast heutzutage die Möglichkeit dich "freikaufen" zu lassen. Und ich schätze du hast mehrere Wege da rauszukommen. Nur mit Gesetzen kenn ich mich nicht aus. Aber das dass Arbeiten, so wie du beschreibst - grob fahrlässig deinen Patientengegenüber ist, steht ja nicht zur Debatte.
    Auch der Spruch Pflege ist Pflege - egal welche Fachrichtung. Das weiß schon jeder Schüler besser :-)

    Ich kann dir nur sagen dass es bei uns nicht so ist. Personalmangel herrscht auch, aber dafür sind am Wochenende eben Betten gesperrt....

    Tu DIR (und deinen Kollegen) einen Gefallen und HOL DICH DA RAUS.
     
  5. littlesun

    littlesun Bereichsmoderatorin
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    Liebe Lilli, ich glaube nicht dass es der TE um Mitleid geht. Manchmal will man einfach ne Runde jammern. Ist erlaubt - auch hier.
    Du bist frisch examinierte Pflegekraft und hochmotiviert und noch sehr belastbar.

    Bedenke das bitte, wenn Du hier so kernige Aussagen tätigst.

    Liebe Coca Cola, ich finde auch dass sich die Problematik liest, als ob Du von einem Wechsel profitieren würdest. Dass das in der Realität nicht immer so einfach ist, ist klar.

    Hast Du schonmal das Gespräch mit PDL und/oder Klinikleitung gesucht?
     
  6. Fleschor_Max

    Fleschor_Max Poweruser

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    Ich find das völlig ok sich mal auszu****en, dafür sind doch Kollegen da. Ich schimpf oft auf Arbeit wie ein Rohrspatz über die Zustände, einfach weil ich finde, dass die Wut dahin gehört und nicht ins Privatleben. Leider muss ich dann doch öfters bei Kumpels schimpfen, auch weil da einige aus der Intensiv-, OP- und Anästhesiebereichen dabei sind.
    In meiner Region ist es irgendwie so, dass es eigentlich keine bis kaum gesittete ITS-Arbeitsplätze mehr gibt, überall PErsonalmangel, bzw. absichtlicher Abbau. An meiner jetzigen Klinik hab ich einen Festvertrag, kann also meine Klappe aufmachen und kann mich auch mal unbeliebt machen, was auch einiges wert ist. Ich geb z.B. grundsätzlich nur noch Festnetznummer raus, und geh da im frei auch nicht immer ran. Wer mich wirklich erreichen darf, hat auch die Handynummer. Es ist bei mir halt immer noch eine Uniklinik, man sieht z.B. auch viele seltene Krankheiten, hat neue Verfahren, mehr Technik. Ich seh für mich persönlich trotzdem noch Entwicklungspotential da, mehr als auf anderen Stationen der Region, und die haben nicht dermaßen riesige Vorteile im Arbeitsklima, dass der Wechsel lohnt.
    Wo man wirklich ein anderes Arbeiten hat, ist im ambulanten Bereich. Da gibts ja auch "teilstationäre" Formen wie Intensivpflege-WGs, wo du teils über nen halbes Dutzend Patient pro Etage hast. Fand ich toll beim Probearbeiten. Andererseits ist man doch irgendwie ein Adrenalinjunkie als ITS-Pfleger? Ich beiß mich noch paar Jahre durch. Schlimm sind nur die Phasen, wo man keine Lust mehr auf Schimpfen hat, wo so ne Resignation einsetzt. Zum Glück hat man dann immer mal wieder einen Patienten der auf Kippe ist, wo man was wuppen kann, und dann kommt die Begeisterung auch wieder.
     
  7. yoyoyoyo

    yoyoyoyo Stammgast

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    Ja, aber solange da Schüler sind, die scheinbar völlig verheizt werden (wie soll auch ordentliche Lehre unter diesen Umständen stattfinden?), sehe ich schon auch eine starke Verantwortung der etablierten Fachschwester deutlich bei allen möglichen Gremien/Leitungspersonen auf die Missstände hinzuweisen. Den Schülern kannst du diese Verantwortung nicht aufdrängen, die haben schlicht keine Ahnung von den Strukturen und Angst um ihre Noten.

    Das sieht mir hier auf den ersten Blick ein wenig zu viel nach submissivem, masochistischem Duckmäusertum zu Lasten der noch schwächeren aus.
     
  8. BettyBoo

    BettyBoo Poweruser

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    Ist das ein großes Klinikum, an dem du da arbeitest?
    Kann das sein?
    Dann lass dich doch an einen anderen Standort versetzen.
    Schlechtere Arbeitsbedingungen kannst du eigentlich kaum irgendwo antreffen.
    Viel Glück!!!
     
  9. Bluestar

    Bluestar Poweruser

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    Niemand wird gezwungen ans Telefon zu gehen und einspringen MUSST du schonmal gar nicht ! Kennst du das Wörtchen "NEIN" ???
     
  10. ManuelaStahl

    ManuelaStahl Newbie

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    Hallo!!! Ich kann Deine Situation voll und ganz verstehen. Ich habe bis Ende letzten Monats in der ambulanten Pflege gearbeitet und bin da weg, weil die Zustände da auch immer schlimmer wurden. Es war wie bei dir jetzt. Ständiges Einspringen, massenhaft Teildienste, immer wurde man im Fei oder Urlaub abgerufen und Freizeit war ein absolutes Fremdwort. Ich bin fast daran kaputt gegangen und es hat einfach keinen Spaß mehr gemacht. Ich hoffe, du hast einen guten Rückhalt in deiner Familie und deinen Freunden. Ich kann dir nur den Tipp geben, bewirb dich woanders, vielleicht läßt sich da etwas machen, auch wenn du an deinen Arbeitgeber wegen dieser Fortbildung gebunden bist. Du mußt dir diesen Gefallen selber tun, für dich und deine Gesundheit. Viel Glück. Ich drücke dir die Daumen. Manu
     
  11. Lillii

    Lillii Poweruser

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    Habs ihr ja auch nicht verboten. Aber ich kenne zuviele die seit Jahren jammern und nichts ändern (wollen) und dafür hab ich schon lang kein Verständnis mehr!
     
  12. littlesun

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    Die TE ist aber nicht "viele" . Bitte übertrage diese Erfahrungen nicht auf hier, ohne nähere Umstände zu kennen.
    Und soooo lange hörst Du Dir - frisch nach dem Examen- sicher noch kein Kollegengejammer an :-)

    Das hier ist eine Plattform zum Austausch und jeder tickt anders.
    Auch in einem Forum ist Empathie -zumal unter Kollegen- keine Schande.
    Vielen Dank dafür.

    Back to topic.
     
  13. Lillii

    Lillii Poweruser

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    Schön, dass immer alle so gut bescheid wissen
     
  14. littlesun

    littlesun Bereichsmoderatorin
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    Liebe CocaCola, es wäre schön, wenn Du Dich hier bei Gelegenheit nochmal zu Wort meldest und vielleicht auch noch etwas mehr zu den Begleitumständen sagen könntest :-)
     
  15. Fleschor_Max

    Fleschor_Max Poweruser

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    Du versorgst immer nur zwei Intensivpatienten, oder auch manchmal drei? Dir ist bekannt, dass bei drei Patienten schon die Fehlerquote ansteigt (also ich meine echte Intensivpatienten, keine IMCs)?
    Wie willst du das ändern? Willst du sofort eine Überlastungsanzeige schreiben, wenn du drei Patienten bekommst, mit dem Hinweis auf die Studienlage? Du kannst da als Pflege nichts ändern sondern nur weggehen, dahin wo du nur zwei bekommst. Das wird in manchen Regionen aber sehr schwer. Ich sehe nicht, dass die Pflege was daran ändern kann. Wir können vllt. als Aufwandsentschädigung unseren Lohn erhöhen, aber ein Stellenplan am Minimum rechnet sich da dennoch mehr.
    Und durchs Weggehen wird die Situation ja nicht besser. Solange keiner klagt, solange die höhere Fehlerquote nicht finanziell wichtig wird, ist eine höhere Fluktuation da doch ebenfalls wirtschaftlich. Vor allem weil man für die jungen Mitarbeiter geringe tarifliche Aufschläge zahlt.

    Ich jammer nicht, sondern ich schimpfe, einfach um Emotionen abzubauen/ auszuleben. Aber ich bin mittlerweile auch nüchtern, ernüchtert genug um zu erkennen, was ich ändern kann und was nicht. Es braucht mehr klagende Patienten, ein gesetzliches Anrecht nicht nur auf ausreichende, sondern mit mindestens auf gute oder sehr gute Pflege. Pflege sollte nicht nur dann ein Haftungsproblem bekommen, wenn sie nicht nachweisen kann, dass sie alles getan hat einen Schaden zu vermeiden (Stichwort Prophylaxen), sondern sie sollte ebenfalls in der Pflicht stehen, nachzuweisen, dass sie das Optimum an Behandlung rausgeholt hat. Das kann ich aber nicht aus der Pflege heraus erreichen.
     
  16. littlesun

    littlesun Bereichsmoderatorin
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    Ich muss sagen, dass ich die Arbeitsbelastung auf Intensiv auch wesentlich erträglicher finde als auf Peripherstation - und ich habe beides lange genug als examinierte Kraft erlebt.
    Allein die Nachtdienste auf Normalstation: Alleine mit 28 Patienten, davon mehr als die Hälfte schwerst pflegebedürftig.

    Vom Stellenabbau und der chronischen Unterbesetzung generell rede ich gar nicht.

    Bei uns am Klinikum wird schon lange darum gekämpft, dass sich hier was ändert - zusammen mit der Mitarbeiterbeteiligung, der Verdi und dem Personalrat.
    Leider geht das nicht von heute auf morgen.
    Wenn zwischenzeitlich alle kündigen - ja wer kämpft denn dann noch?

    Zwischenzeitliches Jammern und "aus****en" tut gut und dient der Psychohygiene.

    Den jungen Kollegen, die das belächeln, nicke ich gerne zu und sage ihnen, dass wir uns in 10–15 Jahren nochmal sprechen :-)
     
  17. Lillii

    Lillii Poweruser

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    Ich habe überhaupt kein Problem mit meiner Arbeit, weiß nicht warum du dass hier jetzt mit reinziehst.

    Die geschilderten Probleme habe ich so noch nie erlebt, und ich kenne definitiv Stationen wo es noch bessere Arbeitsbedingungen gibt - also kann man sehr wohl was daran ändern.
     
  18. Fleschor_Max

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    Ok, wenn du in der komfortablen Position bist, immer nur zwei Patienten zu haben, dann freu dich. Ich denke den meisten Kollegen gehts anders, aber die können nicht gleich eine Überlastungsanzeige schreiben, nur weil Studien zeigen, dass eine 1:3 Quote sich schon negativ auswirkt. Aber deshalb dürfen die nicht schimpfen?
    Aber klar, ich weiß dass es deutschsprachige Regionen gibt, wo man bei kritischen Patienten noch eine 1:1-Betreuung bekommt, aber da würde ich auch nicht froh werden mit meinem Leben, da ich meine Heimat zu sehr mag.
     
  19. Lillii

    Lillii Poweruser

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    Schade dass du irgendwelche Vermutungen anstellst, über meine Arbeit.
    2 PP haben Nachts 3 Patienten. Dafür sind wir noch in der glücklichen Lage, dass unser IMC-Anbau erst gebaut wird, und somit oft 1-2 IMC Patienten bei uns liegen.
     
  20. Elisabeth Dinse

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    Wenn es um die Lösung von Personalproblemen geht, wird ja auch immer mal wieder ein Pool vorgeschlagen. Die beschriebene Situation der TE ist in meinen Augen nix anderes. Nun müssen wir uns überlegen, was wir wollen: auf der Station auf dem Zahnfleisch kriechen oder jede Möglichkeit nutzen uns gegenseitig auszuhelfen?

    Ich kann nachvollziehen, dass so etwas Angst macht. Aber wir haben alle eine generalistische Ausbildung. Und wenn ich aushelfen gehe, dann stelle ich gleich zu Anfang klar: ich bin kein Spezialist. ABER ich beherrsche die einfache Grundpflege und Überwachung, kann Medis stellen und austeilen, Infusionen anhängen, Blut abnehmen, Venülen legen. Ich kann nicht wissen, was es an besonderen Uberwachungskriterien gibt, auf welche Symptome ich achten muss, usw.. Hier ist die Station gefragt. Es muss entsprechende Vorgaben geben. Und dem Doc muss bereits von der PDL mitgeteilt werden: Ansetzungen á la "wie immer" funzen dann nicht. Man hat die Anordnung komplett einzutragen inklusive Art und Zeit der Apllikation und auch die Milligrammangabe hat zu erfolgen.

    Elisabeth
     
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