Ehrenamt ohne Ausbildung

Dieses Thema im Forum "Talk, Talk, Talk" wurde erstellt von Bellatina, 03.05.2011.

  1. Bellatina

    Bellatina Newbie

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    Hallo ihr Lieben.

    Ich habe letzten Monat mein Abi gemacht und bin jetzt seit gestern offiziell keine Schülerin mehr. Bis ich im Herbst anfange habe ich jetzt natürlich noch Zeit und möchte mich gerne ehrenamtlich engagieren. Mein Favorit wäre das Rote Kreuz. Ich habe bisher ehrenamtlich schon sehr viel bei uns in der Gemeinde und in der Pfarrei gemacht, aber beim RK oder ähnlichen Organisationen noch gar nichts (bin auch kein Mitglied, aber soweit ich das gelesen habe, muss man das auch nicht sein). Natürlich wäre etwas i.d.R RH (oder sogar RS) Kurs super spitze (habe mit dem Gedanken gespielt RetAss Ausbildung zu machen, habe mich aber entschieden auf jeden Fall Krankenpflege zu machen), bin aber im Prinzip offen für alles.
    Im Moment habe ich noch überhaupt keine Ahnung, wie ich an die Sache rangehen könnte, bzw. möchte mich einfach mal umhören, ob es hier Leute gibt, die ehrenamtlich beim RK sind (ohne spezielle Ausbildung) und wie diese Tätigkeiten dann überhaupt aussehen, in welchem Bereich, als was engagiert ihr euch, wie seit ihr da dran gekommen, wie viel Zeit steckt ihr da rein usw. usf.
    Ich arbeite natürlich auch (8 h/Woche), habe also nicht "endlos Zeit".

    Über Anregungen und Infos wäre ich äußerst dankbar ;)

    lg
    Bella
     
  2. Chris8421

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    Hey,
    erstmal solltest du gucken welche Hilfsorganisation bei dir in der Nähe ist. Also nicht zwingend nur auf das DRK beschränken.
    Dann rufst du einfach mal da an und sagst denen, dass du dich gerne im Katastrophenschutz engagieren willst. Da spielt sich nämlich eigentlich der Hauptteil an Ehrenamt ab (man korrigiere mich, wenn es nicht so ist ;))
    Dann fängst du im MHD z.B. erstmal mit der Grundausbildung an. (Wie das beim Kreuz, bei der JUH oder dem ASB ist, kann ich dir leider nicht sagen, aber sicher andere hier). Darin ist auch ein Erste Hilfe Kurs enthalten. Danach kannst du dann z.B. den Einsatzsanitäter machen und nachher weiter zum RH oder RS.
    Der ES ist aber nicht zwingend für RH oder RS voraussetzung! Kommt dann auf deinen Ortsverband an. Beim DRK ist es (soweit ich das alles weiß, bin wie gesagt nicht in dem Verein) San A, B, C. Danach geht es dann auch mit den rettungsdienstlichen Ausbildungen los.

    Ich bin jetzt seit fast zwei Jahren beim MHD im Kat-Schutz tätig und in der Fachgruppe Betreuung (Davor war ich einige Jahre in der Jugendfeuerwehr). Bin ES und mache in den Sommerferien, wenn alles klappt, den Rettungssanitäter.
    Zeit steckt eigentlich jeder unterschiedlich rein. Du hast halt Gruppenabende, Übungen, Ausbildungen und Sanitätsdienste. Zusätzlich kannst du bei uns ehrenamtlich auf den Rettungswachen fahren - was wohl dein Ziel ist, so wie ich dich verstehe? Die Veranstaltungen sind bei uns meistens Abends und Wochenends - bringt denen, die im Schichtdienst arbeiten nicht unbedingt viel, aber dafür den, die regelmäßige Arbeitszeiten haben. Sanitätsdienste sind ganz verschieden, eben so wie Events für die wir angefragt werden stattfinden. Bei uns entscheidet jeder selbst, wann und wie oft er kommt. Manche sind jede Woche irgendwie da. Andere einmal im Monat oder noch seltener. Wenn man aber die Ausbildung zum RS macht, muss man sich für eine gewisse Stundenzahl verpflichten, Abzuleisten in x Jahren.

    Hoffe ich konnte dir etwas weiter helfen.

    LG
    Chris
     
  3. narde2003

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    Hallo,

    ganz ohne Ausbildung geht es auch im Ehrenamt nicht.
    Die mindeste Ausbildung für Sanitätsdienst ist ein Sanitätshelferkurs.

    Gibt es bei dir eine Rot-Kreuz-Bereitschaft? Diese haben in der Regel alle 2 Wochen einen Bereitschaftsabend.
    Du kannst auch schon vorab per Telefon mit der Bereitschaftsleitung kontakt aufnehmen.

    Die Hilfsorganisationen sind in der Regel über helfende Hände immer froh.

    Welche Tätigkeit stellst du dir für dich vor?

    lg
    Narde
     
  4. Bellatina

    Bellatina Newbie

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    Hey,

    danke schonmal für die Antworten!
    Also erstmal sollte ich mich kurz erklären: mit "ohne Ausbildung" war gemeint, dass ich eben noch keine GuK o.ä bin, sondern eben gerade mit dem Abitur fertig und daher außer Krankenhauspraktika und einem Erste-Hilfe-Kurs keine Erfahrungen habe.
    Zwecks Tätigkeit: ich habe keine konkrete Vorstellung, von der ich sage "das muss es sein!". Ich habe z.B auch schon auf der Homepage unseres RK Kreisverbandes gelesen, dass Helfer bei Blutspendetagen gesucht werden und habe mir überlegt, das zu machen (vorwiegend Materialtransport, Auf- und Abbau).
    Aber: Wenn ich die Chance hätte, würde ich allerdings schon sehr gerne auch noch einiges lernen und daher eben gerne (auch weil ich wirklich großes Interesse dafür mitbringe) im optimalsten Fall RH oder RS machen. Demnach würde mir eine Tätigkeit beim Sanitätsdienst (also bei Events usw, auf dem RTW mitfahren als langfristiges Ziel) für mich vorstellen. Aber wie gesagt, ich bin nicht darauf versteift, das wäre eben der optimale Fall.

    Rotkreuz Bereitschaften haben wir mehrere in der Nähe. Also am besten einfach mal anrufen? Besser beim Kreisverband oder bei den Bereitschaften?

    @Chris8421: was du machst klingt spannend. Wie sehen deine Aufgaben denn genauer aus? Wäre schön, wenn du bissl erzählen würdest.
     
  5. narde2003

    narde2003 Board-Moderation
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    Ruf beim Kreisverband des Roten Kreuzes an und erkläre dein Anliegen.

    Für das Rote Kreuz bist du erstmal ohne Ausbildung - für Sanitätsdienste ist mindestens ein Sanitätshelferkurs gefordert, aber das wird man dir dort sehr gut erklären.

    Die Bereitschaftsführungen freuen sich über motivierte neue HelferInnen.

    Mehr Spass hast du sicher im Sanitätsdienst, aber auch da gibt es nicht so aufregende Betreuungen.
     
  6. Chris8421

    Chris8421 Stammgast

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    Das klingt sicher spannender als es ist :D
    Es gibt im Kat-Schutz drei eigentliche Fachgruppen: Betreuung, Sanität und Technik und Sicherheit. (Das weiß ich nur sicher von NRW, in anderen Bundesländern gibt es mittlerweile oft sogenannte Medical Task Forces statt Einsatzeinheiten.)
    Zur Betreuungsgruppe gehört auch der Trupp Verpflegung. Der hat die Aufgabe die Helfer und ggf. Betroffenen zu bekochen.
    Dann hat die Betreuungskomponente auch die Aufgabe, Betroffe bei Katastrophen unter zu bringen - Beispielsweise die Bewohner eines Hochhauses was grade brennt erstmal in einer Turnhalle unterzubringen. Die Turnhalle wird dann mit Hilfe der Kreisleitstelle gesucht. Dort wird dafür gesorgt, dass alle Betroffenen mit Gegenständen des täglichen Lebens versorgt werden (Decken, Windeln für Babys, Nahrung, Sanitäreinrichtungen..). Alle Personen werden dann durch die Helfer regestriert, damit man auch genau weiß wer jetzt da ist. Dann gibt es Helfer, die speziell dazu ausgebildet sind, psychische "Erste Hilfe" zu leisten. Sie kümmern sich dann um auffällige Personen etc.
    Die Gruppe Sanität besteht aus Helfern mit Mindestqualifikation Rettungshelfer. Diese wird bei uns im Kreis (normalerweise/frühstens) ab MANV 2 alarmiert - heißt ab 8 Verletzten. Kommt da aber dann immer drauf, wie belastet grade der Regelrettungsdienst und wie schnell RTWs, KTWs und NEFs zur Verfügung stehen. Die Verletzten werden dann je nach schweregrad in bis zu fünf Kategorien unterteilt. Grün (leicht-) und Gelb (Mittelschwerverletzt) werden dann meist von den Helfern aus dem Kat-Schutz versorgt, Kategorie rot (Schwerverletzt) -wenn genügend Helfer da sind - vom Regelrettungsdienst versorgt. Die Gruppe Sanität besetzt hier auch RTWs und KTWs, die auch bei Evakuierungen über die Kreisgrenze hinaus alarmiert werden.
    Die Aufgaben der Gruppe Technik & Sicherheit bestehen einfach gesagt daraus, die Zelte im Winter zu beheizen und zu beleuchten. Auch achten sie auf die Einhaltung der Unfallverhütungsvorschrift.

    Sanitätsdienste auf Veranstaltungen laufen immer anders ab. Je nach Größe und Gefahrenpotential werden unterschiedliche Rettungsmittel und Helfer mit bestimmten Qualifikationen gefordert.
    So bist du z.B. bei einem Konzert mit vielen hunderten Besuchern mit einem Zelt, einem Rettungswagen, einem Krankenwagen und noch einigen Helfern mit unterschiedlich hohen Qualifikationen. Oder du bist auf einer Sportveranstaltung mit 50 Teilnehmern und 100 Zuschauern mit drei Helfern und einfachem Notfallrucksack.
    Das ist alles eigentlich relativ abwechslungsreich. Man weiß bei einem sanitätsdienst nie genau was passiert. Je nach Veranstaltungen rechnet man mit viel oder mit garnichts. Beim zweiten kannst du dir wenn du Glück hast ein Buch mit nehmen und lesen oder du hast nette Kollegen dabei mit denen du dich den ganzen Tag unterhalten kannst. Ist also immer anders.

    LG
    Chris
     
  7. Sosylos

    Sosylos Stammgast

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    Was fängst du im Herbst an? ein Studium? Wie weit von deiner Heimat entfernt?
    Es bringt jetzt nix, wenn du groß in eine Bereitschaft gehst, und dann im Herbst 700 km von zuhause weg studierst. Dann würde ich dir empfehlen, in der Pfarrei deine Tätigkeiten etwas auszubauen. Diese stellen auch "Zeugnisse" für ehrenamtliche Helfer aus. Und etwas von einer Kirche zu haben, ist manchmal viel interesanter, da sehr individuell.
    Auch Altenheime freuen sich, gerade in den Sommermonaten, über Personen, wo die Bewohner betreuen, und manchmal zum spazierengehen abholen.

    Hilfsorganisationen haben sehr viel Termin arbeit und insgesamt gesehen eine sehr lange Ausbildungszeit, da meist nur am WE oder alle paar Wochen mal am Abend. Und wenn in den nächsten Wochen nichts ist, hängst du auch nur rum.

    Kläre erst einmal ab, wo du genau ab dem Herbst sein wirst, und baue dann deine Freizeit in den Organisationen darauf auf.
     
  8. flieder

    flieder Newbie

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    Da auch beim DRK die Zivis immer schmerzhafter fehlen, wird man sicher glücklich sein wenn jemand Hilfe anbietet.
    Das zieht sich über viele Bereiche. Seniorenbegleitung zu Arztbesuchen o.ä., Hilfe in Tagespflegeeinrichtungen, Sozialstationen usw.
    In der der Kinder-Reha zum spielen, vorlesen, Hilfestellung bei den Malzeiten.
    Essen auf Rädern mitverteilen, die Tafeln unterstützen.
    Das ist nicht so wirklich "medizinisch" aber vielleicht lernt man je nach Bereich doch mehr als man vorher glaubt.
     
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