Durchführungsverantwortung beim Medikamentenrichten

Dieses Thema im Forum "Pflegestandards und Qualitätsmanagement" wurde erstellt von Baumi71, 16.05.2008.

  1. Baumi71

    Baumi71 Newbie

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    Hallo,

    in unserem Haus soll ein neuer Standard eingerichtet werden,nach dem derjenige,der die Medikamente richtet auch die Durchführungsverantwortung hat.
    Bisher ist es so gewesen,daß der Nachtdienst die Medikamente gerichtet hat,und wir dann im Tagdienst diese nochmal kontrolliert haben ( wir hatten immer zwei Schälchen,also für den übernächsten Tag).
    Nun soll es so laufen,daß der Nachtdienst die Tabletten richtet,niemand mehr kontrolliert und es auch nur noch ein Schälchen gibt.
    Im Team sind wir eigentlich der Meinung,daß dies schon fast mit gefährlicher Pflege einhergeht....nachts ist die Konzentration anders,man wird ständig unterbrochen usw.
    Abgesehen davon wird der Patient,dem evtl. etwas passiert wohl eher an die Schwester erinnern,die ihm die Medis gegeben hat,als an die,die sie gerichtet hat.
    Weiß vielleicht jemand,ob es dazu gesetzliche Vorgaben gibt?Mich würde auch interessieren,wie es in anderen Häusern gehandhabt wird.

    Gruß,Andrea
     
  2. Maniac

    Maniac Poweruser

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    Im Allgemeinen find ich das schon korrekt: Der der stellt, muss dies auch verantworten. Kann ich das nicht, muss ich kontrollieren.

    Andersrum würd ich, als Verteiler (ohne Kontrolle) natürlich nicht die Verantwortung übernehmen wollen.

    Wer schreibt euch denn vor nicht mehr zu kontrollieren? Das kann man doch schlecht verbieten!?

    Oder teilt jetzt der Nachtdienst aus? Das wär OK...


    MEine meinung, keine gesetzl. Richtlinien...
     
  3. Baumi71

    Baumi71 Newbie

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    Wenn die Nachtschwester die Tabletten stellt,bleibt ja nur die Möglichkeit,diese morgens vor der Pflege zu kontrollieren,was bei uns aber ein ziemliches Zeitproblem darstellt,oder,wie du schon sagst,werden sie schon vom Nachtdienst verteilt.
    Unsere Nachtschwester möchte aber die Durchführungsverantwortung nicht übernehmen,wenn die Medis nicht kontrolliert wurden,sie will dann erst gar keine Medis mehr richten...ist das Arbeitsverweigerung?
    Wir würden am liebsten beim Zwei-Schälchen-Prinzip bleiben,wurde von uns auch so angemerkt.Und die Pdl sagt dazu nur,was ich nicht weiß.macht mich nicht heiß :knockin:
    Nur wenn der Standard erstmal eingeführt ist,können wir ja nicht als einzige Station anders arbeiten.
     
  4. Stern32

    Stern32 Poweruser

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    Hallo,

    gebe ich meiner Vorrednerin Recht, wer kann verbieten das Ihr nicht kontrolliert. Wenn Ihr das nicht machen "dürft", muss halt der jenige der gestellt hat die Medis austeilen.

    Gruß TinaG.
     
  5. mary_jane

    mary_jane Poweruser

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    Hallo,

    meiner Meinung nach, sollte idealerweise immer nochmal von einer anderen Person, als die gestellt hat, nochmal kontrolliert werden.
    Keiner ist unfehlbar grad in der Nacht passieren mal Fehler.
    Ich verstehe das sich die Nachtschwester da weigert.
     
  6. Spargelhuhn82

    Spargelhuhn82 Stammgast

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    Bei uns läuft es so, dass die Kollegen vom Nachtdienst die Tabletten für den nächsten Tag richten. Morgens gehe ich dann mit meiner Kurve zum Schrank, wo die gerichteten Medikamentenschälchen liegen, und nehme die Tabletten für morgens aus dem Schälchen, und schaue dabei ganz automatisch nach, ob alles richtig ist. Nicht um die Kollegen zu kontrollieren, sondern weil ich einfach für mich sichergehen will, dass ich die richtigen Tabletten verabreiche.
     
  7. Annette82

    Annette82 Newbie

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    Bein uns richtet der Nachtdienst die Tabletten. Dem Tagdienst ist es selbst überlassen, ob der die Tabletten kontrolliert oder net. Ich mache oft Nachtdienst, bei uns richten wir die Medi´s so circa um 22:00 Uhr, da ist man noch nicht so müde. (Find ich).
     
  8. flofree

    flofree Junior-Mitglied

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    Ich würde in meinen Nachtdiensten nie vor 2 Uhr das Richten von Tabletten anfangen können...

    Bei uns gibt es eine spezielle Spätschicht. Eine Vollkraft ist an Werktagen von 14-22 Uhr da und ist für 3 Stationen (bei uns ein Stockwerk) zuständig (ca. 90-105 Betten). Die Vollkraft richtet Tabletten für alle drei Stationen, ist für alle Zugänge der drei Stationen verantwortlich (mit abholen und Aufnahme) und muss alle prämedizierten Endoskopiepatienten von der Endoskopie abholen.

    Da man auf fremden Stationen dann für den übernächsten Tag richtet, und die Konzentration bei 90 Tablettenpatienten nachlässt, kontrolliert der Frühdienst am nächsten Tag die Tabletten (und ergänzt die fehlenden Medikamente wie z.B. BTM´s, die von dieser Schicht nicht zu richten sind).
     
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