Durchbruchschmerz

Dieses Thema im Forum "Pharmakologie" wurde erstellt von silverlady, 24.05.2009.

  1. silverlady

    silverlady Stammgast

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    hallo ihr Lieben

    ich habe eine Patientin die seit über 10 jahren an starken Rückenschmerzen leidet. (BSV, Osteoporose, Polyneuropathien, usw.)
    Diese Patientin bekommt zur Zeit ein Fentanylpflaster 25 µ/h.
    Sie hat aber immer wieder urplötzlich auftretende Durchbruchschmerzen die keine bestimmte Ursache (falsche Bewegung o.ä.) haben.

    Der HA verordnet immer wieder Ibuprofen in höheren Dosierungen aber das hilft nicht. Diclopräperate kann die Pat nicht vertragen, ebenso leidet sie an Übelkeit nach Novalginpräperaten.

    Die Patientin will nicht zum Schmerztherapeuten und der HA kennt sich nach eigenen Angaben nicht besonders in der Schmerztherapie aus.

    Hat jemand einen Tip was der Patientin helfen könnte, sie verliert so langsam den Lebensmut.
    Die Patietin ist erst 45 jahre alt und hat also noch einiges an Lebnen vor sich.

    ich hoffe auf eure Hilfe
    silverlady
     
  2. Melisande

    Melisande Senior-Mitglied

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    Hallo silverlady,
    wir haben auch immer wieder Schmerzpatienten oder osteoporotische WS oder Becken-Frakturen .
    Die Patienten haben starke Schmerzen bei jeder Drehung und Bewegung,sie haben z.T.auch Durogesicpflaster oder Transtec,es gibt verschiedene Stärken.
    Dann weiterhin zusätzliche orale Schmerzmedikamente wie Novalgin Tbl(500mg oder 1g)-drei bis vier mal,
    wenn sie Übelkeit hat,gibt der Arzt regelmäßig eine halbe Stunde vor jeder Medikamentengabe MCP-Tropfen,das hilft eigentlich recht gut.
    Wenn sie Novalgin nicht verträgt,bei uns wurde auch Paracetamol gegeben.
    Der Arzt entscheidet,welche Tabletten (Sevredol oder Temgesic oder Jurista)zu welchem Pflaster passen.Dann wird eines dieser Medikamente regelmäßig ca vier mal pro Tag gegeben.
    Schade daß du dich kümmern mußt,das ist schließlich Arztsache.Da müßten sich die Arzt-Kollegen besser kundig machen,denn jeder Schmerzpatient der leiden muß ist bekanntlich einer zuviel.
    Wenn es nicht klappen sollte,dann müßte dringend ein Schmerztherapeut eingeschaltet werden.Vielleicht läßt die Patientin mit sich reden.

    Viele Grüße
    Melisande
     
  3. Pierre

    Pierre Senior-Mitglied

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    Hi Silverlady !

    Da sich der behandelnde Arzt sich in der Schmerztherapie nicht so auskennt wird ja wohl auch jemand anderes so "mutig" gewesen sein und das Fentanyl angeordnet haben,oder ?
    Eine Einnahme von Morphinpräparaten kostet die Patientin sicher auch Überwindung,oder hat es mal,doch es gibt den Arzt der ihr das Pflaster verordnet hat - vielleicht noch mal mit diesem Arzt Kontakt aufnehmen ?
    Den kennt deine Patientin und sie vertraut sicher ihm mehr als dem Hausarzt.
    In der Situation könnte sich doch eine Höherdosierung,bzw für den Bedarfsfall eine geeignete Therapie absprechen lassen.

    LG Pierre
     
  4. silverlady

    silverlady Stammgast

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    hallo ihr Lieben

    Die Patietin hat vorher ausschließlich Tilidin Tropfen genommen. Täglich zwischen 300 - 400 Trpf.

    Der Vorschlag mit dem Pflaster kam von uns. Höher in der Dosierung will der Arzt nich gehen weil er meint, das wird immer so weitergehen.

    Gott sei Dank ist das ein Arzt der sehr kooperativ ist.

    Novalgin ist definitiv ausgeschlossen auch in Verbindung mit MCP. ( Löst sofortigen Brechreiz aus)
    paracetamol wurde schon versucht aber ohne Erfolg.

    Die Patietin hat eine lange Ärzteodysse (hoffentlich richtig geschrieben) hinter sich. Sie war x-mal im Krankenhaus, hat Rehamaßnahmen mitgemacht und macht auch jetzt KG, hat ein Tensgerät usw. Sie mag einfach nicht mehr.

    Nach den Medis werde ich mal googlen und dann morgen wieder mit dem Arzt sprechen.

    lieben Dank
    silverlady
     
  5. narde2003

    narde2003 Board-Moderation
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    Hallo Silverlady,

    sorry, aber alle Vorschläge die du hier bekommst sind nicht auf die Patienten abgestimmt und einfach "Schüsse ins Blaue". Ich verstehe die Patientin, aber wenn ein vernünftiges Schmerzregime laufen soll, dann geht das nur über einen Schmerztherapeuten bzw. Schmerztagesklinik.

    Einfach auf gut Glück bisschen hiervon und bisschen davon bringt genausowenig wie Tilidin in hoher Dosierung.

    Kann der Hausarzt nicht mit der Patientin dies abstimmen, bzw. kann sich der Hausarzt vtl. mit einer Schmerzklinik in Verbindung setzen?

    Liebe Grüsse
    Narde
     
  6. *nursi*

    *nursi* Junior-Mitglied

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    dem kann ich mich nur anschließen. wenn der ha überhaupt gewillt ist die patientin wegen der schmerzen weiter zu behandeln, sollte ER sich erkundigen wie er das am besten kann. aber wenn er wegen des fentanyls schon so "ängstlich" ist...ist die frage ob das sinn macht und ob er "therapievorschläge" von dir überhaupt annehmen würde.

    lange rede kurzer sinn: der weg zum schmerztherapeuten bleibt deiner patientin früher oder später nicht erspart. ich denke du hilfst ihr eher, indem du versuchst ihr die scheu davor zu nehmen und dich zum beispiel erkundigst, wo in ihrer gegend ein guter und einfühlsamer schmerztherapeut ist.
     
  7. silverlady

    silverlady Stammgast

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    hallo ihr Lieben

    versteht mich jetzt nicht falsch. Der Arzt hält in dem Moment Rücksprache mit einem Schmerztherapeuten, wenn er sich nicht sicher ist.

    Das wir der Patientin zureden sich in eine entsprechende Behandlung bei einem Schmerztherapeuten zu begeben ist selbstverständlich.

    Bislang allerdings vergeblich. Das wir die Patientin zum Hausarzt bekommen haben war schon ein schwieriges Stück arbeit.Ich will auf keinen Fall dem Arzt einfach irgendetwas überstülpen aber ich möchte der Frau helfen.

    Auch mit dem Schmerzpflaster hat der Arzt sich nach dem Gespräch mit uns erst informiert. Nur ist er eben nicht auf dem laufenden was Schmerztherapie betrifft.

    Werder er noch wir machen einfach irgendwas.

    liebe grüße
    silverlady
     
  8. narde2003

    narde2003 Board-Moderation
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    Hallo Silverlady,

    ich versteh dich schon richtig. Die Patientin will ausser zu ihrem Hausarzt zu niemanden, auf Grund ihrer Leidensgeschichte - richtig?

    Ihr wiederum möchtet der Patientin die Schmerzen nehmen.

    So, nun habt ihr ein Problem - Die Patientin will nicht, also müsst ihr dies akzeptieren, wenn ein entsprechender Leidensdruck aufgebaut ist, wird sie einer Behandlung durch einen Schmerztherapeuten vielleicht zustimmen.

    Bis dahin - leider - abwarten und ihrem Leid zusehen. Alles andere ist für mich mit einer Flinte in die Luft schiessen ohne zielen und hoffen, dass ich etwas treffe.

    Schönen Abend
    Narde
     
  9. silverlady

    silverlady Stammgast

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    hallo Narde

    bei meinem Glück treff ich dann ne Boing:mrgreen:

    Ich weiß, das ich eigentlich nichts machen kann aber ich versuches es trotzdem immer wieder.:knockin:

    Ich werde dem Arzt auch nur die Infos geben, was er damit macht und ob er überhaupt was macht ist dann seine Sache.
    Für die Patientin tut es mir nur leid. Was diese Frau sich in den letzten Jahren anhören durfte, auch schriftlich, würde bei mir vermutlich dieselbe Reaktion auslösen.

    trotzdem vielen dank

    silverlady
     
  10. Pierre

    Pierre Senior-Mitglied

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    Hi Silverlady !

    Und was wäre wenn ihr anstatt MCP als Antiemetikum es mal mit Haldol versucht ? Natürlich in angemessener Dosierung.(Bevor mich hier gleich die Psychiatrie auffrisst !)
    Und es gäbe noch andere Alternativen ...

    LG Pierre
     
  11. Lin

    Lin Poweruser

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    Also diese Begründung sagt m.M. nach schon viel aus.

    Wie oft sind diese Schmerzspitzen? Führt die Pat. ein Schmerzprotokoll?
    Kennst sich der Arzt mit dem WHO-Stufenplan überhaupt aus?
    Wenn diese Schmerzspitzen sehr oft auftreten, wäre es sicher sinnvoll das Pflaster zu erhöhen. Wenn die Schmerzspitzen nicht so oft auftreten und die Pat. NSAR und schwach wirksame Opioide nicht verträgt oder diese nicht mehr wirksam sind, könnte man auf jeden Fall zusätzlich stark wirksame Opioide geben.
    Bei uns wird meist zusätzlich Hydal bei Bedarf verabreicht.
    Du schreibst der Pat. ist noch sehr jung und ich kann mir vorstellen, dass die Situation sehr belastend für ihn ist. Ich weiß nicht, ob bei euch die Möglichkeit besteht, einen klin. Psychologen hinzuzuziehen. Zusätzliche Enstpannungsübungen können auch manchmal sehr hilfreich sein.
    Auf jeden Fall gehört die Schmerzeinstellung hier in die Hände eines Spezialisten.

    Gruß,
    Lin
     
  12. silverlady

    silverlady Stammgast

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    hallo ihr Lieben

    die Sache hat sich erst mal erledigt, die Patientin wurde heute morgen in KH eingewiesen.
    Sie scheint sich aus unklaren Quellen Schmerzmedis besorgt zu haben und ist dann, infolge einer Überdosierung zusammengeklappt.
    Ich hoffe, sie nimmt die Möglichkeit wahr, sich endlich vernünftig einstellen zu lassen.

    Vielen Dank für die Beiträge

    liebe Grüße
    silverlady
     
  13. narde2003

    narde2003 Board-Moderation
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    Hallo Silverlady,

    dann drücken wir der Patientin die Daumen und berichte doch, wie es weitergeht.

    Liebe Grüsse
    Narde
     

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