Duale Ausbildung - eine gute Idee?

Dieses Thema im Forum "Studium Pflegewissenschaften" wurde erstellt von junooo, 28.04.2013.

  1. junooo

    junooo Newbie

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    hallo allerseids :-)

    hab mich grad extra hier im forum angemeldet um diese frage zu stellen.

    und zwar gibt es bei uns in graz den studiengang pflegewissenschaften, wo man nebenbei noch die krankenschwesternschule besucht und praktika macht. dauert insgesamt 4 jahre, man ist dann dipl. krankenschwester und hat den bachelor in nursing sciences.

    ich finde das wirklich toll und interessant, da man zwar studiert und nebenbei noch eine ausbildung macht, aber ich frage mich, inwieweit sich dann meine aufgaben später von der einer "normalen", nicht studierten, krankenschwester unterscheiden. meine mutter hat auch gemeint, vielleicht bin ich dann mit dem bachelor titel auch zu überqualifiziert, also zu teuer, und bekommen dann überhaupt keinen job.

    vielleicht kennt sich da jemand aus und kann mir weiterhelfe.
     
  2. MoonKid

    MoonKid Stammgast

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    Grundsätzlich super Sache. Berufspolitisch bedingt ist absolut notwendig die Pflegeausbildung auf Hochschulniveau zu absolvieren. Alles andere ist keine Option, auch wenn jetzt wieder alle hier im Forum was anderes behaupten werden.

    Mach das! Aber sei dir bewusst, dass ein Duales Studium eine deutliche Mehrbelastung darstellt. Das macht man nicht so nebenbei.

    Da kennt sich jetzt keiner aus. Und in vier Jahren hat sich auch wieder alles geändert.
    In der Pflege findet berufspolitisch ein harter Kampf statt.

    Das mit dem überqualifiziert sein ist völliger Schwachsinn. Deine Bezahlung hängt von deiner Stellenbeschreibung und nicht von deiner Ausbildung ab. Wenn du als "einfache" Pflegefachkraft angestellt wirst, bekommst du auch die gleiche Bezahlung. Wenn du als Pflegewissenschaftlerin eine Anstellung hast, wirst du danach bezahlt. Das ist im Übrigen nicht unbedingt mehr Gehalt. :D

    Ich weiß du möchtest konkrete Fakten und Sicherheiten. Aber gerade in der Pflege gibt es die gerade nicht. Mach den Kram und schau einfach was nach dem Studium auf dich zukommt. Versuche wärend dem Studium schon Networking zu betreiben. Gehe auf Konferenzen, Pflegetage usw. Knüpf Kontakte. Sei interessiert für neue Dinge. Schau auch ins Ausland, falls dein Studium diese Möglichkeit bietet.
     
  3. neena

    neena Newbie

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    Das ist auf jeden Fall eine gute Idee!!!
    Selbst wenn es tatsächlich sein kann, dass du nicht mehr als als Krankenschwester verdienst, hast du den riesen Vorteil, dass es mehrere Jobmöglichkeiten außerhalb des Schichtdienstes gibt. Das mag dir jetzt vielleicht noch egal sein, aber ich kenne kaum jemanden der nach Jahren im krankenhaus nicht gerne dem Schichtdienst entfliehen würde. Besonders wenn irgendwann evt. Kinder ins Spiel kommen ist es schön, nicht mehr am Wochenende und an Feiertagen arbeiten zu müssen!!!

    Als ich meine Ausbildung zur Krankenschwester gemacht habe gab es diese Studiengänge noch nicht...ich wollte allerdings immer Lehrerin für Pflegeberufe werden...als ich dann genug Erfahrung hatte und mich konkret über die Weiterbildung informiert habe wurde diese bereits abgeschaft und jetzt habe ich zum Wintersemester meinen Job gekündigt und beginne ein Studium...einfacher (zumindest finanziell) ist es bestimmt, wenn du es gleich mit machst.
    LG
     
  4. hypurg

    hypurg Poweruser

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    Das sehe ich auch so. Wichtig ist das Ziel, das man verfolgt. Die Akademisierung hat Fahrt aufgenommen und wird die Organisation und Aufgabenverteilung in den Krankenhäusern verändern. Wenn die patientenfernen Stellen mal von Akademikern gesättigt sind, wird dies dann in der Praxis "am Bett" beginnen. Die Bezahlung wird hier noch spannend.... aber muß auch mal diskutiert werden. Ich verdiene aktuell auch nicht mehr als meine nicht-studierten Kolleginnen, die den gleichen Aufgabenbereich haben, habe aber natürlich mehr Zeit (und damit Geld) investiert. Auch wenn Geld nicht unwichtig ist, wünscht man sich für die langen Jahre eine Arbeit, die man gerne macht. Und das muß man für sich entscheiden. Ob das Studium nun wirklich einen "besser" macht als nicht-studierte, kann man lange diskutieren - ändert aber nichts daran, daß es einen beruflich in eine bessere Position bringt.
    Im Kontext von Pflegewissenschaft und Berufspolitik: bitte gleich die richtigen Berufsbezeichnungen angewöhnen und nicht mehr die aus dem letzten Jahrtausend verwenden ;)
     
  5. pericardinchen

    pericardinchen Poweruser

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    Auf nationaler Ebene sind um die 10% akademisch ausgebildete Pflegekräfte geplant. Mehr wäre beim aktuell eher mauen Angebot und den länderübergreifenden Problemen, wie vor allem den Rahmenbedingungen, auch garnicht umsetzbar. Ich war jetzt einige Tage auf einem Kongress und der duale Studiengang Pflege steckt, bis auf in der Schweiz, total in den Kinderschuhen. Die Schweizer sind, wie immer um ein Jahrzehnt weiter, als wir.

    Wer übernimmt die Verantwortung für die Studierenden in der Praxis und auch in den Berufsfachschulen ? Ist es bei den aktuellen Rahmenbedingungen und Problemen die aufgrund der Sparmaßnahmen auftreten möglich für eine adäquate Praxisbegleitung zu sorgen ? Ach ja Niedersachsen ist diesbezüglich wesentlich weiter. Die haben das sogar im Curriculum an einer FH verankert. (Praxisbegleitung durch Profs.& DozentenInnen der Fakultät)

    Eine akademische Ausbildung im Pflegeberuf ist nicht das Einzige, was man braucht, um der Pflege eine Lobby zu verschaffen. Es benötigt dazu wesentlich mehr, als eine Akademisierung.

    In meinen Augen ist es notwendig, auch den nicht akademisch ausgebildeten Pflegekräften in Deutschland eine Nachqualifizierung auf Bachelorniveau zu ermöglichen und zwar in verkürzter Form. Dies wird z.B. in der Schweiz ermöglicht. Ebenso beschäftigt sich Österreich mit diesem Thema.

    Um die Professionalisierung (also den Verberuflichungsprozess) weiter voranzutreiben, benötigt es mehr als eine Pflegeausbildung auf akademischen Niveau. Dir ist bestimmt das Atribute- Modell der Profession bekannt und ebenso hast Du Dich bestimmt ausführlich mit dem Thema Körperschaft des öffentlichen Rechtes in Form einer höchsten berufsständischen Organisation befasst oder ? Genau dies gehört Alles dazu und nicht alleine die Akademisierung der Pflege. Eine Profession alleine wird nicht nur mit der Akademisierung geschaffen. Das ist zu einseitig betrachtet und dem kann und will ich nicht zustimmen. Die Praxis ist wichtig. Ohne Praxis keine Theorie. Allerdings erfordert diese auch eine Bereitschaft zur Vernetzung, Ressourcenorientierung und Nutzung dieser Ressourcen. Eine Offenheit gegenüber dem Neuen.
     
  6. Lillebrit

    Lillebrit Bereichsmoderatorin
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    In der dualen Ausbildung übernimmt auch die kooperierende Pflegeschule Verantwortung für die Durchführung der Ausbildung und das Erreichen der Ziele in den Berufsgesetzen. Eine Verzahnung von Theorie und Praxis wird in der Schule geleistet und durch die akademischen (!) Lehrkräfte dieser Schule sicher gestellt. Meine Einrichtung kooperiert mit der HfH- das Curriculum ist an die Vorgaben der Hochschule angepasst, so dass der Unterricht bereits ein Teil der Studienleistung ist. Dazu müssen Studiennachweise erbracht werden, die von uns Lehrkräften abgenommen und bescheinigt werden. Die Praxisbegleitung erfolgt durch die Schule- das ist aber an jeder Berufsfachschule gesetzlich vorgeschrieben. Kooperationen zwischen Schulen und Hochschulen gibt es mittlerweile sehr viele auf dem Ausbildungsmarkt; die Modelle sind sehr unterschiedlich. In Fulda kann man z.B. in einem additiven Modell zuerst den B.Sc. erwerben und innerhalb einen Jahres an der Schule das Examen ablegen und die Erlaubnis zur Führung der Berufsbezeichnung "GuKP" erwerben.

    Auch die Nachqualifizierung gibt es bereits- an der HfH kann man "Health Care Studies" auch als Berufserfahrener studieren; an der Universität Witten Herdecke gibt es einen verkürzten Bachelor "Innovative Pflegepraxis". Es gibt sicherloch noch weitere solcher Angebote....
     
  7. pericardinchen

    pericardinchen Poweruser

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    @Lillebrit:
    Ersteinmal herzlichen Dank für die umfangreiche Schilderung der Möglichkeiten. Allerdings bezog ich dies eher darauf, ob diese Verantwortung wirklich immer und jederzeit wahrgenommen wird bzw. ob man dieser auch zeitlich, finanziell gesehen gerecht werden kann ?!?! Es klingt so schön, aber leider ist dies eben nur an den von Dir genannten Institutionen adäquat möglich. Bisher gibt es wenig und der Süden wird dahingehend von West nach Ost und umgedreht förmlich ausgespart. Auch im benachbarten deutschsprachigen Ausland ist es entweder nicht zu finanzieren und bringt einem wohl wenig in Bezug auf Deutschland, da andere Gesetze und keine Verkürzung möglich, oder garnicht im Angebot. Darüber hinaus funktioniert das mit dem Bachelor/ Master eben auch noch nicht so, wie es funktionieren sollte bzw. es wird überall anders definiert und umgesetzt. Somit stehen wir noch vor einem Dilemma.
    Die Stimmen auf den Lernwelten Pflegepädagogik 2013 waren die Rahmenbedingungen, die Finanzierung und ebenso auch wer übernimmt die Verantwortung und kann man die Theorie mit der Praxis und umgedreht adäquat vernetzen und dementsprechend von Anderen lernen und dies auch auf seine Einrichtung übertragen. Wieviele Praxisbegleitungen sind logistisch gesehen möglich und wer übernimmt die Verantwortung dafür, dass die SchülerInnen/ StudentenInnen am WE als Vollzeitkräfte ausgenutzt werden?! Es wird glücklicherweise bemerkt und dennoch wird es durchaus noch ziemlich verdrängt bzw. sogar als gegeben hingenommen. Es ist eigendlich ein Widerspruch in sich und ich möchte nicht in der Haut eines Praxisanleiters stecken und ebenso wenig in der Haut der Hochschule und Berufsfachschule. Papier ist geduldig. Es gibt aber auch positive Beispiele, die ich nicht unerwähnt lassen möchte, wie z.B. Greifswald mit ihrer Stabsstelle und einer anderen Methode sowie der Lernwerkstatt und diverse Skill labs bzw. auch Niederösterreich, die einen Weg gefunden haben, um die Studierenden nicht alleine zu lassen und diese tatkräftig zu unterstützen. Das Thema Personalknappheit wurde in diesem Kontext mehrfach angesprochen und zwar vor allem in Deutschland und Österreich. Der Kongress hat mich persönlich inspiriert und auch Mut gemacht. Denn es gibt Ressourcen, die nutzbar und auch umsetzbar sind.
    Was mir besonders aufgefallen ist: Im Hinterkopf der Leute, die ich dort in Workshops traf, stand oft die finanzielle Lage des Arbeitgebers im Vordergrund und somit überlagerte dies, die eigenen Wünsche, Ideen, Gedanken. Glücklicherweise gibt es noch diejenigen, die bereit sind zu kämpfen und ihre innovativen Ideen in die Tat umsetzen wollen und dies dann auch tun...auch wenn es länger dauert. :up:
     
  8. Eva Maria

    Eva Maria Newbie

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    Mich interessiert das Thema auch. Ich frage mich grad, ob ich nicht ausbildungsbegleitend an der DHBW Stuttgart angewandte Gesundheitswissenschaften studieren möchte. Kennt jemand die Hochschule? Wie erlebt ihr das duale Studium? Wie erlebt ihr das dann auch in der Praxis?
     
  9. Azubi23

    Azubi23 Gast

    Du meinst sicherlich duales Studium. Nicht duale Ausbildung, oder? Meines Wissens ist die Ausbildung immer dual...zumindest in Deutschland ;)
     
  10. Eva Maria

    Eva Maria Newbie

    Registriert seit:
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    Ja, ich meinte das duale Studium.
     
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